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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-08-18 · 33 (18.8.1893) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
33 (18.8.1893)
Date
1893-08-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 624 Vefterreichifitzr Wochenschrift Nr. 33 Herrn I. Wertheimer aus Unter-Kralowitz: 51 verschiedene Werke lalmudischen, biblischen und katholisch-kirchlichen (18. Jahrhundert), kirchlich-historischen, literarischen Inhaltes. — Von Herrn Leop. Löwi: Mendelssohn, Bibel vollständig in 18 Bänden und andere verschiedene hebräische Werke in 24 Bänden. — Aus dem Nachlasse des Herrn Abraham Stiaßny aus Prerau spendeten seine Enkel 40 Bände: 10 Bdn. Talmud SBobli, 4 Bände Turim, 4 Bände Mischneh Thora, 1 Band Machazith Haschekel, 3 Bände Pne Josua, 2 Bände R.-S.-B.-A., 2 Bände Jaareth Debasch, 1 Band Kosnoth Or und 8 Bände, enthaltend verschiedene Commentare zur Bibel. — Von Herrn M. Askenasi, Kaufmann, I., Reichsrathsstraße 4,' Prachtausgabe des Talmud Babli, vollständig in 30 Bänden, Lemberg mit sehr vielen Peruschim. Wien. (Synagoge nach polnisch-jüdischem Ritus in Wien, II., Leopoldsgasse 29.) Eine neue Zierde erhält die Leopoldstadt zu den herannahendeu Feiertagen durch den unmittelbar vor seiner Vollendung stehenden Bau der Synagoge nach polnisch-jüdischem Ritus. Der altbewährte Meister der Architektur, Herr Baurath Wilhelm Stiaßny hat mit diesem Werke aufs Neue einen Beweis seiner Mnst geliefert und im Vereine mit den tüchtigsten Vertretern der in das Baufach einschlagenden Künste und Gewerbe einen so harmonisch schönen, stylvoll gegliederten Bau geschaffen, daß derselbe füglich ein würdiger und vornehmer Palast Gottes genannt werden kann. Nicht nur ist dem Schönheitssinne durch figuralen und farbenprächtigen Schmuck volle Genüge geleistet, sondern es wurde auch firr die Bequemlichkeit und Sicherheit der Andächtigen so reichlich gesorgt, daß der Bau allen diesbezüglichen Anforderungen in vollstem Maße gerecht wird. So vermitteln fieben breite und geräumige Ein- und Ausgänge die Communication in diesem Hause, das Auf- und Zuklappen der Betsitze und Pulte geschieht völlig geräuschlos und das in allen Räumen eingeleitete elektrische Glühlicht besitzt eine Lichtstärke von 4200 Kerzen. Der rühmlichst bekannte Obercantor,HerrMeierSchorr, der nach einigen glänzenden Probevorträgen für diese Synagoge gewonnen wurde, wird, unterstützt von 10 wohlgeschulten Sängern den Gottesdienst leiten, und damit es auch dem Minderbemittelten ermöglicht sei, dem Gottesdienste in diesem Bethause anzuwohnen, sind die Preise der Sitze für Männer von 3—15 fl., für Frauen von 4—15 fl. festgesetzt worden. Die Sitze werden vom 23. August d. I. angesangen täglich zwischen 6 und 8 Uhr Abends in der Kanzlei des Bethauses, II., Große Sperlgasse 33, vergeben. Wien. (Ein Opfer des ärztlichen Berufes.) Vorgestern ist in Eger (Böhmen) der Ober-Arzt der Reserve, Med. Dr. Sigmund Elkan, wie der heute hier im Allgemeinen Kcankenhause eingelangte Partezettel besagt, nach kurzem schweren Leiden im Alter von 30 Jahren gestorben. Diese Todesnachricht rief im Spitale allgemeines Bedauern hervor. Wie in ärztlichen Kreisen erzählt wird, dürfte Dr. Elkan, der sich durch einen Patienten inficirt hatte, ein Opfer seines Berufes geworden sein. Als College und Arzt läßt er im Krankenhause das beste Andenken zurück. Die Spitalärzte haben ein Condolenz-Telegramm an die Eltern des Verstorbenen gerichtet. Dr. Elkan war auch als Schriftsteller und Publicist thätig; er gab im Vereine mit einem Collegen in Wien eine periodische Druckschrift unter dem Titel „Selbst-Emancipation" heraus, welche die zionistische Bewegung in Oesterreich einleitete und förderte. EB. Wien. (Todesfall.) Vorige Woche verschied in Karlsbad der Wiener Großgrund- und Zuckerfabriksbesitzer Herr Abraham M a y im hohen Alter von 79 Jahren. Der Verewigte, Patriarch einer großen und angesehenen Familie, genoß in Jndustriekreisen den Ruf eines erfahrenen und soliden Fabrikanten und erfreute sich der allgemeinen Achtung. EL. Wien. (Bermälung.) Am 27. d. M. findet in Gmunden die Trauung des Herrn Joses Sachsel, Sohn des Nordbahn-Ober-Jnspectors K. Sachsel, mit Frl. Hedwig W i nter statt. Wien. (Auszeichnungen.) Dem ordentlichen Professor und Vorstand der ersten medicinischen Klinik an der .deutschen Universität in Prag Dr. Alfred Pribram wurde der Titel eines Regierungsrathes verliehen. Wie«. (Ordensdecoration.) Fürst Ferdinand von Bulgarien hat dem bekannten commercielleu Vertreter Alexander Pinkus das Ritterkreuz des bulgarischen Alexander-Ordens verliehen. Wie«. Aus Ischl wird uns geschrieben: Mittwoch, den 9. d. M. Nachmittags, wurde der jugendliche Virtuose Poldi Spielmann wieder von der Frau Erzherzogin Marie Valerie in die kaiserliche Villa berufen. Daselbst waren anwesend Erzherzogin Valerie, Prinzessin Gisela, die Prinzessin-Braut Auguste, welcher der jugendliche Componist seine neueste Composition gewidmet hat, dann Prinzessin Elisabeth und die beiden Prinzen Georg und Conrad. Unter dem größten Beifalls spielte er nun zuerst seine eigene Composition „Idylle", sodann Werke von Mozart, Liszt und Anderen, und besonders Prinzessin Gisela und Prinzessin Auguste ließen es an schmeichelhaften Worten nicht fehlen. Kaaden. Bei der Generalversammlung der Mitglieder der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde wurde Herr David Schneider, Getreidehändler in Kaaden, zum Cultusvorsteher gewählt. Kolin, 12. August. Im Aufträge der hiesigen Bezirkshauptmannschast wurde das Weitererscheinen des Koliner radicalen jungczechischen Blattes „Polaban" eingestellt. Das Blatt war durch vier Jahre erschienen und führte gegen Geistlichkeit und Juden eine heftige Sprache. Die Einstellung erfolgte, weil die Redaction des „Polaban" eine Berichtigung des hiesigen Pfarramtes nicht nach dem Wortlaute eines gerichtlichen Erkenntnisses veröffentlicht hat, wie es §. 21 des Preßgesetzes vorschreibt, wonach im Falle der grundlosen Verweigerung der Aufnahme einer Berichtigung das Gericht die Einstellung der Druckschrift bis zur Erfüllung der Verpflichtung verfügen kann. In der Villeggiatur Rawnitz wurden czechische lithographirte Pamphlete gegen die Juden ausgestreut. Dem Billenbesitzer Kersch, einem auch in Wien etablirten Juwelier, Wurden die Fenster eingeschlagen. Die Juden wurden auch beim Baden attaquirt. Tesche«. Die israelitischen Matrikenbezirke in Schlesien haben künftig mit den Sprengeln der israelitischen Cultusgemeinden bis auf nachstehende im Einvernehmen mit der Statthalterei für Mähren getroffene und vom Ministerium des Innern im Einvernehmen mit dem Ministerium für Cultus und Unterricht genehmigte Ausnahme zusammenzufallen: 1. Der der israelitischen Cultusgemeinde Mähr.-Ostrau in Mähren einverleibte Gerichtsbezirk Oderberg in Schlesien bildet mit dem Gerichtsbezirke M ä h r. - O st r a u einen Matrikenbezirk mit dem Sitze der Matrikenführung. in M ä h r. - O st r a u in der Art, daß für beide Gerichtsbezirke abgesonderte Matrikenbücher geführt werden. 2. Der der israelitischen Cultusgemeinde Friede! in Schlesien einverleibte Gerichtsbezirk M i st e k in Mähren bildet einen eigenen israelitischen Matrikenbezirk mit dem Sitze der Matrikenführung in M i st e k. Alle in dem Umfange eines Matrikenbezirkes vorkommenden Geburts-, Trauungs¬ und Sterbefälle von Israeliten sind in die Matriken dieses Bezirkes einzutragen. Diese Verfügung tritt mit 1. September 1893 in Wirksamkeit. Budapest. Hier verschied Frau Rosine Frankl, geb. Bernstein, im 90. Lebensjahre. Frau Frankl war die älteste Schwester des Dichters Karl Hugo. Sie war wegen ihrer Bildung, Herzensgüte und Wohlthätigkeit allgemein geachtet. Svetla, 14. August 1893. Mittwoch den 9. starb in der schönsten Blüthe ihrer Jahre Frau Rosa Schwenger, Kaufmannsgattin aus Bilin, welche zu Besuch bei ihren hier wohnenden Eltern weilte, nach kurzer aber schwerer Krankheit. Freitag fand das Begräbniß unter massenhafter Betheiligung, welche für die rege Theilnahme Zeugniß gab, aller Schichten der Bevölkerung statt. Den einfachen Sarg schmückten prachtvolle Kränze. Am offenen Grabe hielt unser verdien stvoller, ehrwürdigerRabbiner, Herr Ignaz Tschaßni, eine tiefempfundene und e rgreifendeGrabrede. Roth - Janowitz. Die hiesige Jndenschaft hat einen schweren Verlust erlitten durch den Heimgang unseres hochgeachteten Mitbürgers Herrn Leopold S ch ü ck. Der Heimgegangene war ein treuer Sohn des Judenthums, erfreute sich allgemeiner Achtung bei der böhmischen Bevölkerung und erreichte ein Lebensalter von 69 Jahren. An seiner Bahre trauern 3 Söhne und 3 Töchter. Am 10. d. fand das solenne Leichenbegängniß statt, welches von der Verehrung zeugte, die der Verstorbene in allen Kreisen der Bevölkerung unserer Gegend genoß. Es erwiesen ihm die letzten Ehren: die Stadtvertretung in corpore mit dem Bürgermeister an der Spitze, die Feuerwehr, sämmtliche Zünfte mit in Trauer gehüllte Fahnen, die Ortsgeistlichkeit, die Forstverwaltung, der Lehrkörper, die ganze Bürgerschaft von Kuttenberg mit ihren Frauen, der Stadtrath und die Bezirksvertretung vollzählig und die Mitglieder der Cultusgemeinde des ganzen Sprengels. Rabbiner Goldmann aus Nimburg hielt in czechischer Sprache eine ergreifende Leichenrede. Eine endlose Reihe von

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