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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-07-14 · 28 (14.7.1893) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
28 (14.7.1893)
Date
1893-07-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 28 Vesterreirhifche Wochenschrift Seite 535 Gefühl der Vaterlandsliebe in seiner vollen Reinheit zu bewahren. — Stadtrath Dr. Vogler brachte die Glückwünsche der Gemeinde-Vertretung zum Ausdrucke. — Eine Schülerin der fünften Classe, Gisela Santo, trug sodann ein Gedicht vor, das in einer Huldigung für Kaiser Franz Josef I. ausklang. Die Absingung der Volkshymne bildete den Abschluß der schönen Feier. A. 8. Wien, 9. Juli. In Gegenwart des Herrn Schulinspectors Prof. Kunitz fand am 6. d. M. die Jahresprüfung der Bibelschule des IX. Bezirkes statt. Die Prüfungsgäste folgten dem Examen mit gespannter Aufmerksamkeit und großem Jnteiesse; denn die Leistungen des Herrn Rabb. Wilh. S o r, welcher den Bibelunterricht in dieser Bibelschule ertheilt, übertrafen jede Erwartung. Wenn man überdies noch erwägt, daß die Vorbereitung der Kinder eine äußerst mangelhafte war und daß die Unterrichtsstunden in dem kurzen Zeiträume nicht einmal eines ganzen Schuljahres karg bemessen waren, so verdienen die erzielten Resultate umsomehr die Anerkennung jedes Sachverständigen. — Die Schüler lasen und übersetzten die Urtexte der heiligen Schrift ganz correct, und zeigten, indem sie kurze Sätze sowohl mündlich, als schriftlich bildeten, daß sie sich die Kenntnisse der Sprachformcn und der grammatischen Elemente des hebräischen Idioms angeeignet hatten. — Nach beendeter Prüfung sprach der Herr Schulinspector in warmen Worten dem Lehrer und den Schülern seine volle A nerkennung aus und bedauerte aufs Tiefste, daß man diese Anstalt auflassen wolle, weil die «Lchülerzahl eine minimale sei. Ottakring, am 11. Juli 1893. Samstag den 8. Juli a. e. wurde Herr Alois Hauser in Ottakring zum Doctor der gesammten Heilkunde promovirt. Troppau. (S ch u l - S ch l u ß f e i e r.) Vorige Woche fand in der israelitischen Volksschule die Schlußfeier statt, welcher der k. k. Director der Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt Herr Josef Palla als Obmann des Ortsschulrathes, der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde, Herr Ferdinand Qnittn er als Mitglied des schles. Landesschulrathes und viele Eltern und Schulfreunde beiwohnten. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf und wurden die vorgetragenen Gedichte und Lieder beifällig ausgenommen. In der kurzen Ansprache des Oberlehrers Blatt wurde Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand des Gütigen gedacht und hervorgehoben, daß die Schule, welche in diesen Räumen zwanzig Jahre untergebracht war, mit Beginn des nächsten Schuljahres ein neues, zweckentsprechendes Gebäude erhalten wird. Nach Absingung der Volkshymne sprach Cultusvorsteher Sigmund Spitzer dem Lehrkörper seine Anerkennung aus, womit die Feier ihren Abschluß fand. Kuttenberg, 4. Juli. Geehrter Herr Redacteur! Audiatur et altera pars! Sie berichteten von Schülern, die sich consessiouslos erklären lassen, infolge schlechter Classifieation seitens des israelitischen Religionslehrers. Auch ich habe einige Schüler „gemaßregelt". Die p.t. Eltern haben die Kinder nämlich einfach dem Besuche des Religionsunterrichtes entzogen. Wüßten Sie überhaupt, in welch' trauriger Stellung die israelitischen Religionslehrer sich befinden und was die Schüler sich ihnen gegenüber erlauben, so würden Sie überzeugt sein, daß kein israelitischer Religionslehrer einen Schüler einer unwichtigen Antwort wegen schlecht classificirt. Der Grund liegt tiefer. Ergebenst E. R ü b e n st e i n, Rabbiner. Nachschrift der Nedaction. Wir stimmen dem vorstehenden vollständig zu und wissen die traurigen Verhältnisse vollauf zu würdigen. Allein unsere Bemerkungen haben sich gegen einen einzigen Lehrer gerichtet, dessen Verfahren in allen jüdischen Kreisen, den liberalen wie den orthodoxen, eine gleichmäßige Berurtheilnng erfährt und von ganz besonderen Motiven inspirirt erscheint. Preßburg. (Prüfung an der Rabbinatsschule.) An der hiesigen Rabbinatsschule fanden vorigen Montag und Dienstag die Schlußprüfungen statt. Außer dem Schulinspector kön. Rath Josef v. R o t h, der den Prüfungen als königl. Commissär beiwohnte, waren noch Oberrabbiner Reich zu Budapest, Rabbiner W. S u ß m a n n und der Präses der Durchführungscommission I. Reich anwesend; aus dem Gemeinderathe waren die Vorstandsmitglieder A. L e m b e r g er und M. Frey delegirt. Auch eine nicht unbedeutende Anzahl von Talmudgelehrten hatte sich aus Liebe zum Fache eingefunden. Die Prüfungen verliefen sehr befriedigend und lieferten glänzende Beweise für den Fleiß und das Verständniß der diese Schule besuchenden Hörer. Boskowitz, am 9. Juli 1893. Heute wurde sozusagen ein Stück „Alt-Boskowitz" zu Grabe getragen. In der Nacht vV verschieb der im Jahre 1815 geborene Herr Josef Ascher Der Verblichene war ein Sohn armer, aber sehr würdiger Eltern, ein Enkel des weltberühmten Rabbi Löb aus Zolkiew der lange Jahre hier die Stelle eines Rabbiners vertrat. Der Dahingeschiedene oblag den Thora-Studien unter der Leitung des weltberühmten Gaon Rabbi Inda Aszud in Szeniez, bei welchem er einer der Lieblings-Schüler gewesen, dem er eine große Anzahl der jüngern Jünger zum Unterrichte anvertraute. Auf sich selbst angewiesen, verschaffte er sich seinen Lebensunterhalt dadurch, daß er in Mähr.-Ausse als Lehrer fungirte. Als er dann in seiner Vaterstadt Boskowitz sich ein eigenes Haus gründete, verschmähte er es, von seinem reichen Wissen Gebrauch zu machen, suchte er vielmehr sein Haus durch Fleiß in seinen! war, wachte er in der Nacht, um die heilige Lehre zu erforschen, begründeten Geschäfte zu erhalten. Er führte dasselbe mit scrupulöser Gewissenhaftigkeit. Während dieser seiner geschäftlichen Thätigkeit, unterließ er es nicht, sich in den Thora Wissenschaften zu vervollkommnen; während er bei Tag im Geschäfte angestrengt Seiner Familie stand er als zärtlicher und aufopfernder Gatte und Vater sparsam und anständig vor. Als das Rad der Zeit im Jahre 1866 seine geschäftliche Thätigkeit lähmte, nahm er bei der Gemeinde seiner Vaterstadt Stellung an, wo er als Secretar derselben, vereint mit noch anderen ehrenvollen Berufen, fungirte. Zu Ende der 70er Jahre wurde er unter dem großen mährischen Landes- und Boskowitzer Local-Rabbiner Herrn Abrah. Blaczek seu. zum Rabb in ats-Assess o r ernannt, und führte er mit seltenem Pflichteifer und Gewissenhaftigkeit nach dem zu Ende 1884 erfolgte!! Hinscheiden des Letzteren, die Agenden des Rabbinates, bis ein tückisches Leiden ihn vor 4 Jahren ans Krankenlager warf. Bei seiner sprichwörtlich gewordenen Klugheit wurde er oft um Rath angegangen, welchen er auch stets bereitwilligst kurz, aber markig ertheilte. Die Leichenfeier fand, wie selbstverständlich, unter reger Betheiligung statt. Im Trauerhause schilderte der Schwiegersohn des Verblichenen Herr Abrah. Deutsch, Religionslehrer in Brünn, in beredten Worten die Verdienste des Dahingeschiedenen, während dessen Sohn, der Religions- und Communal-Schullehrer in Wien, Herr Hermann Ascher, ihm am Grabe einen warmen, tiefempfundenen Nachruf hielt. Jamnitz, Nach dreißigjährigem Jnterregnnni wurde der R a b b i n a t s p o st en in der r e c o n st i t u i r t e u Cultusgemeinde wieder besetzt. Mit dieser Stelle wurde Herr Dr. I. N. Weinstein aus Wien betraut, luelcfier am 1. Juli l. I. seine Antrittsrede hier hielt. Der letzte Rabbiner in Jamnitz war Dr. Joachim Oppenheim, Vater des Doctor Oppenheim, Secretär der israelitischen Cultusgemeinde in Brünn. Möge der neugewählte Rabbiner ebenso segensreich wirken, als dies bei seinem Vorgänger, der noch immer in bestem Andenken steht, der Fall war. Jungbunzlan. Herr Dr. M. Grünwald hielt am letztverflossenen Samstag, 8. d. M., im zahlreich besuchten Tempel seine Abschieds-Predigt — eine wohldurchdachte, gehaltvolle, zu Herzen dringende Ansprache. Er ermahnte die Gemeinde zum Frieden, zum Gemeinsinn, nahm dann in herzlichen Worten von den Zuhörern Abschied und selbst gerührt, entlockten seine Worte auch Manchem von uns eine aufrichtige Thräne. Sonntag, am 9. d. M. reiste er ab. Zum Bahnhof begleitete ihn der gesammte Cultusvorstand, der Vorstand des Talmud- Thora-Vereines, der Vorsteher vom Bikur Cholim-Bereine, die Lehrer der isr. Schule, die Cantoren und viele angesehene Gemeindemitglieder zumeist im Wagen. Neubidschow. (Jüdischer Wohlthätigkeitssinn und arische Dankbarkeit.) Aus Neubidschow wird geschrieben: Mit sehr erheblichen Kosten hat der Großindustrielle Herr Jonas Bergmann vor zwei Jahren ein Waisenhaus erbaut, welches nicht nur eine Zierde der Stadt bildet, sondern auch den armen Waisenkindern ein gastliches Heim bietet. Herr Bergmann, ein Jude, hat dieses Waisenhaus der Gemeinde Neubidschow zum Geschenke gemacht, ohne im Stiftsbriefe ausdrücklich sestzusetzen, daß auch nichtkatholische Kinder Aufnahme in dasselbe zu finden haben. Er wollte auch nicht den leisesten Schein erwecken, als ob das „anrüchige jüdische Großcapital" conseffionelle Beschränkungen oder Bedingungen mache. Dieser Act der Humanität wird in jüngster Zeit von der jungtschechischen Bevölkerung, welche sich so gerne freisinnig nennt, schlecht gelohnt. Man höre! Ein Damencomite — die „reinliche" Scheidung macht vor dem schöneren Geschtechte nicht Halt — veranstaltet ein Wohlthütigkcitsfest, verbunden mit einer Glückslotterie. Um die nöthige Zahl von Gewinnstobjecten zusammenzubringen, um Nippes und anderen Tand für ihren Zweck zu samnieln, gehen

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