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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-07-07 · 27 (7.7.1893) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
27 (7.7.1893)
Date
1893-07-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 27 VsüerrrirMche WochrnschrM Seite 515 durch Vorzeigung einer Depesche zur Ausübung der Beschlagnahme fiir befugt.. Der zwei Stunden später einlausende, vom Amtsgericht I, Abtheilung 125, ausgefertigte, die Beschlagnahme anordnende Beschluß stützt sich daraus, daß die Schrift Vergehen gegen § 185, 186, 187 des Reichs-Strafgesetzbuchs, gegen § 20 des P.-G. und § 94 ff der Strafproceßordnung für das deutsche Reich enthalte. Der Verfasser der Broschüre: „Pharisäer und Heuchler", Plack-Podgorski aus Friedrichshagen, welcher das „Actenmaterial" Ahlwardt's der Nachwelt überliefern wollte, hat es vorgezogen, sich durch die Flucht der Verantwortung für seine Behauptungen und die Erbringung des Beweises für die Echtheit der „Urkunden" zu entziehen. Plack ist jener actenkundige Beirath, dessen der „Rector aller Deutschen" in der Ahlwardt- Commission zur Zeit bedurfte, als er selbst in den „Acten" sich nicht mehr zurecht fand. Wie z. Z. in einem hiesigen Blatte mitgetheilt wurde, ist Plack wegen Unterschlagungen von einer Versicherungsgesellschaft, bei der er angestellt war, davongejagt worden. Rostock, 29. Juni. Die „Vossische Zeitung" bringt aus Rostock die Meldung, dort sei gestern zum ersten Male, seit die Stadt eine Gemeindevertretung habe, ein Jude, Rechtsanwalt Cohn, in die Vertretung gewählt worden. In Mecklenburg besteht erst seit Einführung der norddeutschen Bundesverfassung von 1867 die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden. VermMtes. Wien, 5. Juli. Aus Budapest erhalten wir nachstehendes Telegramm: „Der rühmlichst bekannte Theologe, Schriftsteller und Redacteur des „Ungarischen Israel.", Dr. Ignaz Back, ist heute Morgens nach kurzer Krankheit verschieden. Er hinterläßt eine Witwe und zahlreiche Familie unversorgt." Wien. Als dreizehntes im Buchhandel erschienenes Werk des Wiener Schriftstellers Camillo Morgan ist soeben im Verlage der k. k. Universitäts-Buchhandluna von Georg Szelinski in Wien, ein Skizzen- und Studien-Cyklus, „A u s Jonien" betitelt, erschienen, in welchem auch das seinerzeit in der „Oesterreichischen Wochenschrift" veröffentlichte interessante Essay „Eine jüdische Kaiserin" eingereiht ist. In zwölf Artikeln schildert der Verfasser anregend und fesselnd Land und Leute der jonischen Zauber-Eilande und deckt rücksichtslos Alles auf, was „faul ist unmodernen Staate Griechenland", insbesondere das Antisemiten-Treiben auf Korfu, daß er als eine Schmach und eine Selbsterniedrigung der heutigen Phäaken bezeichnet. Wir können das sechzig Seiten zählende Buch Jedermann auf das Beste empfehlen und erwähnen zugleich, daß es mit hübschen Illustrationen aus dem Stifte Anton Klinger's geschmückt ist. Preis des Buches 3 Kronen. Wien. IV. Berzeichniß der zu Gunsten der isr. Ferien- Colonie bei Frau Dr. Grünfeld eingelaufenen Spenden: Frau Amalie Haber 10 fl.; Frau Leonie Blumenfeldt 2 ft.; Frau Ernestine Philippson 3 fl.; Frau Louise Rappaport 2 fl.; Frau Katharina Duschnitz 2 fl.. Frau Rosa Regenstreif 2 fl.; Herr Dr. Ludwig Blau 5 fl.; Frau Regine Bettelheim 10 fl.; Frau Malvine Stern 4 fl.; Frau Dr. Cornelie Stern 2 fl.: Frau Sofie Kreuzer 3 fl.; Frau Hahn 10 fl.; Frau Amalie Rappaport 5 fl.; Frau Ignatz Mandl 5 fl.; Frau M. Mandl 5 fl.; Herr Jos. Kraus 5 fl., Herr Dr. M. Braun 3 fl.; Frau Antonie Graf 3 fl.; Frau Charlotte Schale! 2 fl.; Frau Math. Bittmann 2 fl.; Herr- Rudolf Fuchs 5 fl.: Herr Ignaz Fluß 10 fl. — Mit den früher ausgewiesenen Beträgen zusammen 2742 fl. 50 kr. An Utensilien spendeten: Frau Hofrath Jeiteles 3 Reste Percail für Kleider; Frau Giuditta Metzner 100 Mädchen-Strohhüte; Frau Lea Jaiteles 18 Paar- Strümpfe; Frau Jenny Mautner 2 Stück Leinwand; Frau Jenny Schur 1 Stück Satin; Herr Carl Keiner 1 Stück blaue Leinwand; Herr Gustav Marburg 2 Dutzend Handtücher; Herr Linzer & Klein ' 5 Dtzd. Kämme, 14 Reifkämme, 3 Dtzd. Zahnbürsten und 2 Kopfbürsten; Herr Sinai & Matzner 1 y2 Dtzd. Tricot-Hemden; Herr Edm. Kann 3 Dtzd. Frottirlappen; Frau Dr.' Schneid Kleidungsstücke: Herr- Leopold Trebitsch & Bruder ll/2 Dtzd. Zahnbürsten und 3y> Dtzd. Frottirhandschuhe; Herr Wellisch, Frankl & Co. 3 Dtzd. Zahnbürsten, 4 Dtzd. Kämme; Herr Bettelheim 1 Merkgarnitur zum Vordrucken; Frau Dr. Malvine Lux 2 Mädchenkleider-, Herr Gottl. Taußig 15 Dtzd. Stück Seife; Herr S. Heller & Sohn 6 Stück Kotzen; Herr Buchhändler Schlesinger 12 Gebetbücher; Herr Buchhändler Hirschler 10 Gebetbücher; Frau Oppenheim 50 Waschlappen; Herr Dr. M. Breitenstein 50 Lesebücher; Herr Hermann Hofmann 6 Bettdecken; Herr Pick 6 Oser 3 Dtzd. Zahnbürsten, 6 Dtzd. Kämme; Herr Josef und Carl Krauß, Prag-Rudniker, Korbsabrik 6 Stück Körbe; Herr Max Wiuternitz-Mendl 6 Dtzd. Bleistifte, 50 Zeichenhefte, 2 Schachteln Federn, 7 Dtzd. Federhalter; Herren M. & I. Mandl 5 Anzüge. Berichtigung: Im letzten Ausweise soll es statt Carl Stiaßny richtig heißen: Spende der Frau Charlotte S t i a ß n y 5 fl. Wien. Tomach Ewjoniur. Gestatten Sie mir, den wohlthätigen Lesern Ihres geschätzten Blattes von dem menschenfreundlichen Wirken eines vor einem Jahre entstandenen Vereines Mittheilung zu machen und an Sie das höfl. Ansuchen zu richten, diesen jungen Verein nach Möglichkeit zu fördern. — Es war stets ein herzergreifender, aber zugleich peinlicher Anblick, zu sehen, wie die ambulanten Kranken und Reconvalescenten, die hier im Allgemeinen Krankenhause Hilfe suchen und suchten, täglich, besonders aber am Sabbath, am Eingänge des Bethauses in der großen Schiffgasse jeden Eintretenden um eine freundliche Spende oder einen Freitisch für den Sabbath anflehten. Dieser unerquicklichen Art des Begehrens und Gebens ein Ende zu machen, vereinigten sich mehrere gutherzige junge Leute und bildeten einen Verein, dessen schöne Aufgabe es ist, den armen, dahinsiechenden Kranken allsabbathlich, umsonst Koscherkost zu reichen und zuweilen auch den nach Hause Reisenden eine entsprechende Unterstützung zukommen zu lassen. Der Verein zählt schon beinahe 250 Mitglieder und wirkt in menschenfreundlichster Weise. Es ergeht daher die innige Bitte an die edelsinnigen Leser, diesen Verein entweder durch ihren Beitritt oder freiwillige Spenden zu unterstützen und diesfällige Zuschriften an den Obmann Herrn Max Jelenko, H., Herminengasse 6, zu richten. t . . N* . Prag. Sonntag, den 2. Juli feierte der hiesige Kalligraph, Professor Herr A. F i s ch e l, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der Herr Professor erhielt an diesem Ehrentage Hunderte von Depeschen und Tausende von Glückwünschen von früheren und gegenwärtigen Schülern aus allen Weltgegenden. Das hochverehrte Brautpaar erfreut sich der vollsten Gesundheit. Govedjepolje, 29. Juni. In der Gemeinde Zaj, Bezirk Pakraz, verheiratete der dortige jüdische Oeconom und Gastwirth Herr Josef Kramer am 28. v. M. sein Mündel. Da derselbe keine passenden Localitäten hatte, so stellte der dortige Herr Pfarrer, Se. Hochwürden Herr Wilhelm Umer, seine ganzen Localitäten zu dieser jüdischen Hochzeit Herrn Kramer zur Verfügung, die derselbe auch dankbar annahm. Das junge Brautpaar wurde auch im Garten des Herrn Pfarrers vom Herrn Rabbiner Jsak Zwos aus Dannon getraut. Beim Diner, bei welchem es sehr amüsant zuging, brachte Herr Pfarrer Umer gelungene Toaste auf das junge Paar, auf die Eltern desselben, sowie auf sämmtliche Hochzeitsgäste aus. Birkovar, 27. Juni. Am 21. d. M. fand von Seite der hierortigen isr. Cnltusgemeinde die feierliche Installation ihres nengewählten Oberrabbiners, des' Herrn Dr. Julius Diamant, statt. Am Landungsplätze wurde Se. Ehrwürden, der in Begleitung seines Vaters, Oberrabbiners zu Trentschin, anlangte, von allen Gemeindemitgliedern und der Intelligenz der anderen Confessivnen erwartet und von den Herren Alois Wertheimer und Max Löwy begrüßt, dann von einer langen Wagenreihe in den prachtvoll decorirten Tempel geleitet. Am 24. d. M. hielt der neue Oberrabbiner seine Antrittsrede, die allgemeine Begeisterung hervorrief. Anwesend waren: die höheren Comitatsbehörden mit dem Herrn Vicegespan an der Spitze, der Abgeordnete unseres Bezirkes, der Bürgermeister, der griechisch-orientalische Geistliche, der Professorenkörper der Realschule mit seinem Director, Vertreter sämmtlicher hierortigen Vereine und viele Honoratioren der anderen Confessionen. L. P. Stockholm, 20. Juni. Die hiesige isr. Gemeinde hat Herrn N. Rosenberger als Obercantor angestellt. Herr Rosenberger ist eines der angesehensten Mitglieder der hiesigen Gemeinde. Schon seit Jahren ist er als Professor an der Kriegs-Akademie angestellt. Am Geburtstage des Königs wurde er auch zum Mahle geladen. Neulich hat derselbe — dem Wunsche des Vereines für Verbreitung der Literatur gemäß — ein umfangreiches deutsch-schwedisches Wörterbuch herausgegeben. Die vielseitigen Fähigkeiten dieses Mannes sind in der That zu bewundern. Er widerspricht dem lateinischen Sprichwort: „Vox et praeterea nihil!"

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