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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-06-30 · 26 (30.6.1893) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
26 (30.6.1893)
Date
1893-06-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 26 Orstrrretchifche Wochenschrift Seite 501 der Frau Paula Frankl von Hochwart, Dank den Spenden der vielen Gönner und Freunde und vor allem der bedeutenden Subvention von jährlichen 3000 fl. des bekannt wohlthätigen Baron Moriz Hirsch, bereits auf eine ziemlich hohe Stufe emporgeschwungen. Aber die Ansprüche werden immer größer, und die Mittel zur Befriedigung derselben nehmen nicht zu. Und doch ist das Wirken dieses Vereines ein äußerst humanes, und wäre es wünschenswerth, daß ihm immer "neue Freunde und Mitglieder erstünden, die ihn durch ihren Beistand fördern würden. Hat er doch den Zweck, der Noth der Zeit wirksam entgegenzutreten, indem er den Armen die Waffe in die Hand gibt, die allein sie wahrhaft schützt: Die Befähigung zur Arbeit. Wien. Das Bankhaus Moriz Königswarter in Wien hat dem Ministerpräsidenten den Betrag von 1000 fl. zur Linderung des durch die jüngsten Ueberschwemmungen im Herzogthume Bukowina eingetretenen Nothstandes übergeben, und ist diese Spende ihrer Bestimmung bereits zugeführt worden. Wien. (Israelitische F e r i e n - C o l o n i e.) Sonntag, den 2. Juli geht die erste Serie der Ferien-Colonie ab, und zwar gehen die Mädchen mittelst Nordbahn 8 Uhr 10 Min. nach Petrau in Mähren, die Knaben mittelst Staatsbahn 9 Uhr 15 Minuten nach Schattmannsdorf. Wien. (Generalconsul Judd.) Die „Wiener Zeitung" publicirt am 27. d. M. die amtliche Meldung, daß Herr Max Judd das Exequatur als Generalconsul der Bereinigten Staaten in Wien erhalten hat. Brunn. Donnerstag, den 29. d. fand im hiesigen Tempel die Trauung des Frl. Adele Müller, Tochter des Herr Alois Müller, Chef der Firma Brüder Müller, Vorstandsmitglied der hiesigen Cultusgemeinde, sowie Censor der österr.-ungar. Bank, mit Herrn Richard Hock, Chef der Firma Brand u. Hock inPrag,statt. Bistritz (Siebenbürgen.) Für den Tempel der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde wurde die Lieferung einer ansehnlichen Anzahl Luster und Candelaber der wohlrenommirten Fabrik I. A. Hey mann, Wien, VII., Seidengasse 26, deren Lieferungen für die Cultusgemeinde Broos allgemeine Anerkennung gefunden^ übertragen. Budapest. Herrn Hauptmann Ludwig Bardach wurde am 11. d. ein Sohn geboren. Derselbe wurde durch die vom Herrn Dr. David Cohn am 18. d. in Gegenwart Sr. Ehrw. des Herrn Dr. Raphael Goldberger, Rabbiner in Ofen, vorgenommene Beschneidung in das Judenthum ausgenommen. Budapest. Die erste Spende für den in der Leopoldstadt zu errichtenden israelitischen Tempel werden die 150.000 Kronen des Herrn Alexander Wahrmann bilden, des Bruders weil. Moriz Wahrmann's. Der edle Spender wird an seine Gabe die Bedingung knüpfen,. daß in dem neuen Tempel das Andenken seines verstorbenen Bruders in prägnanter Weise verewigt werde. Baden, 25. Juni 1893. Am 21. d. M. hat im hiesigen Curhause ein Wohlthätigkerts-Concert, veranstaltet vom hiesigen israel. Fraueu-Wohlthätigkeits-Verein, stattgefunden, dessen Endergebniß das humanitäre Streben und die selbstlose Hingabe der daran Betheiligten in vollem Maße belohnte. Die Leitung des Vereines besteht dermalen aus den Damen: Frau Bettina Schreiber, Präsidentin, Frau Julie Leitner, Frau Rosa Schneider, Frau Agnes Felder, Frau Rosa .Scheu, Frau Sofie Lertner, Frau Marie Raab und den Beiräthen Moriz Schreiber, Moriz Leitner und Anton Schneider. Das aus dem Ausschüsse gewählte Comite bestand aus den Damen Julie Leitner, Rosa Schneider, Agnes Felder und den Herren Moriz Leitner und Anton Schneider. Dieses Comite wurde verstärkt durch die Herren Felix Schreiber, Dr. E. Raab, Dr. E. Spitzer und Heinrich Geiringer und haben die 5 ersteren sich um das Zustandekommen des Unternehmens, sowie im Vereine der vier letzteren Herren des Comites um das Arrangement, welches sehr gelungen ausfiel, besonders verdient gemacht. Unterstützt und gefördert wurde die ganze Sache durch Herrn Sigmund Geiringer, dem bester Dank gebührt. Es gebührt besonderer Dank den mitwirkenden Künstlerinnen und Künstlern, welche sich uneigennützig in den Dienst der Humanität stellten u. zw. den Damen Frl. Bertha Stein vom Theater an der Wien, Fräulein Josefine Glöckner, wie den Herren Victor Kutschern und E. Greißnegger vom Deutschen Volkstheater; den Herren Georg Müller und Sigmund Grünfeld vom Hofoperntheater und dem 'Kammervirtuosen Alfred Grünfeld, welche Alle von dem überaus zahlreichen Publicum, das sich aus den besten Kreisen der Gesellschaft recrutirte, mit enthusiastischem Beifalle belohnt wurden. Schließlich gebührt auch großer Dank unserem hochgeehrten Bürgermeister, Herrn Franz Breyer, der als Präses der hiesigen Curcommission das Curhaus zu diesem Wohlthätigkeits-Concerte zur Verfügung stellte und ist diesem Umstande ein großer Theil des glanzvollen, materiellen Erfolges zu verdanken. Tetschen. (Reue Cultusgemeinde.) Laut Landesgesetzblatt vom 30. Mai 1893, Nr. 39, wurde die Bildung der israelitischen Cultusgemeinde Bodenbach für den Umfang der k. k. Bezirkshauptmannschaft Tetschen mit den Gerichtsbezirken Bensen, Böhm. Kamnitz, Tetschen genehmigt. Zur Durchführung der vorbereitenden Schritte, sowie auch zur Constituirung der oben erwähnten Cultusgemeinde, welche laut Erlaß der k. k. Bezirkshauptmannschaft Tetschen, de dato 22. Juni 1893, Zahl 13382, bis zum 20. August d. I. beendet sein muß, wurden mit obigem Erlasse die Herren Sigmund Brauner, Carl Heller Tetschen und Herr Adolf Pächter, Bodenbach, betraut. Gr.-Kanisza. (Der Roman einer Millionärin.) In Groß-Kanisza hat dieser Tage eine Millionärin geweilt, welche vor vielen Jahren als armes Mädchen nach Brasilien ausgewandert war und sich dort ein riesiges Vermögen erworben hatte. Als sechzehnjähriges Mädchen hat Karoline Rosenbaum — dies der Name der Millionärin — als Magd beim damaligen Rabbiner von Groß-Kanisza gedient. Ihr unruhiger Geist trieb sie in die weite Welt. Sie ging nach Amerika und. vom Glück begünstigt, kam sie in Brasilien bald zu einem bedeutenden Vermögen. Bor zwei Jahren ist ihr in Groß- Kanisza ansäßiger Vater im Alter von 105 Jahren gestorben und dies veranlaßte sie jetzt, nach der Heimat zurückzukehren, wo sie ihrem Vater ein prächtiges Grabmal errichten ließ. Frau Rosenbaum bat die Armen und die Wohlthätigkeitsvereiue mit namhaften Spenden bedacht. Sie beabsichtigt, in Bälde Brasilien ganz zu verlassen und sich wieder in Ungarn niederzulassen. Andrychau. Donnerstag, am 22. d. wurde die 36 Jahre alte Gattin des hiesigen Kaufmannes Herrn Ignaz Unger, Frau Hedwig Unger, geb. Silberfeld zu Grabe getragen. Neben dem gebrochenen Gatten und dem gebeugten Vater der Frau folgten 8 Kinder dem Sarge. Die Todesursache läßt sich nicht erwähnen, ohne nicht zuerst des schrecklichen Unglückes zu gedenken, von dem unsere Stadt Sonntag am 20. d. — es war Markttag — heimgesucht wurde. Ein schrecklicher, von der großen Hitze begünstigter Brand wüthete und hatte in einigen Stunden die meisten Häuser des Ringes in Asche gelegt. Die Bewohner; waren rathlos und erst ein wie von Gott geschickter, wolkenbruchartiger Regen vermochte dem Elemente Einhalt zu thun. Als die Frau aus einem Nachbarhause bereits die Flammen emporlodern sah, wollte sie einige Werthsachen retten; und die in vollster Gesundheit strotzende Frau brach plötzlich vor Angst und Schreck entseelt zusammen. Die ganze Stadt ist von dem plötzlichen Schicksalsschlage tief gerührt und ergriffen, zumal die Verblichene sich ihrer Liebenswürdigkeit, ihrer Bescheidenheit, Wohlthätigkeit und Frömmigkeit allgemeiner Beliebtheit erfreute. Das Leichenbegängniß, zu welchem Se. Ehrwürden Herr Rl.bbiner Dr. Glaser aus Biala gekommen, und dessen Grabrede die nach vielen Hunderten selbst aus weiter Ferne gekommenen Trauergäste, zu Leid und Trauer stimmte, legt Zeugniß ab von der aufrichtigsten Theiluahme an dem Unglücke des Gatten und der armen acht mutterlosen Kinder. Gablonz a. N. Am 10. d. fand in der hiesigen neuen Synagoge die solenne Trauung des Fabrikanten Friedrich Oberländer aus Eipel, Sohn des Commercialrathes und Ritter des Franz Josef-Ordens, Herrn Oberländer, mit Frl. Clara Bunzl statt. Dr. Emil Hofmann, Rabbiner in Reichenberg, richtete au das Brautpaar eine tiefempfundene, schwungvolle Ansprache. Stanislau. Frl. Fanny Halpern, Tochter des Gutsbesitzers Herrn H. O. Halpern, hat sich mit dem Hof- und Gerichtsadvocaten Herrn Dr. Leo Halberstamm in Wien verlobt. Czernowitz. Freitag den 16. Juni hat Oberrabbiner Roseufeld zu Händen des Herrn Bürgermeisters von Rochanowski den Staatsbürger-Eid geleistet und nachdem nunmehr alle Bedingungen fiir dessen Qualification zum Landesrabbiner in Czernowitz erfüllt sind, so wird demnächst der Vorstand der hiesigen Cultusgemeinde ihn im Sinne des diesfälligen Gesetzes der Landesregierung präsentiren. Sambor. Am 18. d. fanden an der hiesigen israelitischen privilegirten Ozyasz Gotthelf'schen Handelsschule die Abgangsi Prüfungen für die Schüler des Fortbildungskurses dieser Anstalt > statt. Bei derselben waren zugegen der Herr Bezirkshauptmann

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