Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 21 (26.5.1893)
- Date
- 1893-05-26
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Orstrrreschifchr Wüchrnschrist Seite 469 Nr . 31 und Italiens legten sich bei der Regierung des Sultans ins Mittel, um den Grausamkeiten des Caid ein Ende gemacht zu sehen. Infolge dieser Intervention ließ der Sultan dem Quida eine Mahnung zugehen und befahl dem Minister, ein directes Schreiben an die israelitische Gemeinde zu Marocco zu richten, um dieselbe des höchsten Wohlwollens Seiner Majestät für seine jüdischen Unterthanen zu versichern. Der Brief des Sultans an den Caid Quida lautet: „Es ist zur Keuntniß unserer Majestät gelangt, daß Du Dich nicht einer guten Haltung befleißigst gegenüber den Israeliten, die unter Deiner Gerechtsamkeit stehen, daß Äu sie mißhandelst, daß Du sie prügeln und in Eisen legen läßt, ohne Rücksicht auf Greise oder Kinder. Die Thatsachen, welche festgestellt sind, haben uns in Erstaunen gesetzt, denn Du kennst doch die Strafe, die am Tage des letzten Gerichts diejenigen erwartet, die einen Diener Gottes mißhandeln.. Der Prophet hat gesagt: „Wer gegen einen Juden eine Ungerechtigkeit übt, wird mein Feind sein am Tage des letzten Gerichts." Begehe also diesen Fehler nicht mehr und beobachte den Juden gegenüber ein, gutes Betragen. Behandle sie wie Deine muselmännischen Untergebenen; in Civilsachen lasse ihnen Gerechtigkeit widerfahren, und in religiösen Dingen überlasse ausschließlich ihrem Rabbiner die Entscheidung.. Was die unter dem Schutze fremder Mächte stehenden Israeliten betrifft, so benimm Dich ihnen gegenüber im Einklang mit den bestehenden Conventionen und Abmachungen; sollte jedoch einer von ihnen sich, weigern, gerechten Forderungen zu genügen, so wirst Du sein Verhalten feststellen lassen und unserer Majestät eine Zuschrift darüber zukommen lassen, damit wir uns deshalb mit der.Regierung verftändigen, unter deren SHutz er steht. Den 7. des Monats Djoumada, 27. December 1892. Der maroccanische Minister schrieb an die Israeliten in Marocco folgendes: Von Seiten des Dieners des allmächtigen Gottes, dem Minister des Auswärtigen seiner glorreichen Majestät von Marocco, den Gott schützen.möge, an die israelitische Gemeinde, zu Marakesch, an die Notablen, Rabbiner, Kaufleute und alle Mitglieder insgesannnt. Es ist unserem Herrn, dem Sultan zu Ohren gekommen, daß . Euer Gouverneur, Mohamed Quida, Euch gegenüber ein schlechtes -Betragen geübt und Euch mißhandelt. Dies hat Seiner Majestät r-'Mjßfallen, dm Ihm seine "Unlerthanen'seid,' mnd-'ev-nicht -will'/'daß lln!- ' gerechtigkeit gegen Euch geübt werbe; Seine Majestät will, daß Ihr niemals mißhandelt werdet, und daß Ihr stets in Frieden und Sicherheit lebt. Auch hat diese Nachricht anr meisten dadurch mißfallen, weil sie auf anderem Wege als durch Euch selbst Seiner Majestät zu Ohren gekommen. Es war Eure Pflicht, Euch direct an Seins Mujestät zu wenden, um ihn von diesen Thatsachen zu unterrichten. Seine Majestät hat mir daher befohlen, Euch zu schreiben, daß Ihr in Zukunft mir Alles zu melden hättet, was Euch zustößt, damit ich Seine Majestät d^von in. Keuntniß setze. Seine Majestät hat mir auch befohlen, Euch mitzutheibn, daß et. dem Gouverneur seine Befehle gegeben, damit er Euch gegenüber ein gutes Betragen beobachte, daß er Euch ebenso'behandle wie die anoeren muselmännischen Bürger, daß er Gerechtigkeit übe in Civilfachen und es Eurem Rabbiner überlasse, in religiösen Dingen zu entscheiden, urrd daß er sich an die Abmachungen halte denjenigen, die unter fremden Schutz stehen, und daß er, wenn er Klage zu führen hat gegen diese Letzteren, sich an den Sultan wende. Den 7. Djoumada 13 10/27/12/92. VermiMes. Wien. Trauungen. Sonntag, den 14. Mai 1893 wurden getraut : Herr Julius Fürst mit Frl. Emanuela Lieblich. Herr Arthur - Fuchs mit Frl. Margarethe Ehrenzweig. Herr Wilhelm Engel mit Frl. Sidonie Egger. Herr Wilhelm Wolfs mit Frl. Flora Politzer. Herr ' .Franz Friedländer mit Frl. Lucie Goldschmidt Herr Dr. Julius Rud'nger mit Frl. Amalia Zuckerkandel. Montag, den 15. Mai 1893: Herr Emil Roth mit Frl. Margarethe Moskovits. Dienstag, den 16. Mai 1893: Herr Moritz Gallia mit Frl. Hermine Hamburger. Herr Dr. Max Fürst mit Frl. Clara Elßler Herr Adolf Pollak mit Frl. Jenni Schacherl. Herr Adolf Urich mit Frl Wilhelmine B ndler. 'Mittwoch, den 17. Mai 1893: Herr Dr. Adolf Hirschler mit Frl. Mathilde Heller. Dienstag, den 23. Mai 1893: Herr Hugo Brüll mit Frl. Johanna Schiller. Herr Adolf Mittler mit Frl. Laura Marburg. Wien; Trauungen. Sonntag am 28. Mai Nachmittags 2'Uhr findet im israel. Tempel, IX., Müllnergasse, die Trauung von Frl. Marianne Neustadtl, Tochter des k. k. Commerzialrathes Herrn Sigmund Neustadtl mit Herrn Sigmund Ortony, Gesellschafter der Firma M. Ortony L Comp:, statt. Wien. Verlobungen. Frl. Henriette Wiuterstein, Tochter des Herrn Hermann hinterstem, hat sich mit. Herrn Gustav I. Steiner verlobt. Frl. Thekla Tiktin hat sich mit dem Ingenieur Herrn Otto Tedesko verlobt. Fräulein Olga K o b l e r, Tochter des Herrn Philipp F n ch s,' Chefs der Firma S. H offmann & Comp., hat sich mit Herrn Eduard N e u m a n n, Chef der Firma BrüderNeumann in Wien verlobt. Fräulein G i s e l l a R a f f hat sich mit He nii Go 1 tlieb Drab verlobt. Wien. Fräulein Eugenie Rapoport von Porada, Tochter des Reichsraths- und Landtags-Abgeordneten Herrn Dr. Arnold Rapoport von Porada, hat sich mit dem Guts- und Fabriksbesitzer Herrn Dr. Heinrich Frieß verlobt. Wien. Dienstag den 16. Mai wurde Herr Samuel Klinger, Bürger von Wien, Realitätenbesitzer, Chef der Firma „S. M. Klinger" unter zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen. Er war, hochgeachtet in den weitesten Kreisen und Bruder des Cultus-Borstehers, Herrn Heinrich Klinger. Wien. Herr Moritz Edelhofer. Tapezierer und Dekorateurhat sein seit 10 Jahren im 2. Bezirke, Rothensterngaffe 3, bestandenes Tapezierergeschäft sammt Werkstätte mit 1. Mai 1893 in die (innere Stadt) Marc-Aurelstraße 4, Ecke der Sterngaffe verlegt. Wien. Sonntag den 28. d. M. 11 Uhr Bormittags findet im Vereinslocale, U. Schiffamtsgasse 15, die Feier des fünfzigjährigen Jubiläums der israelitischen Kinderbewahranstalt statt. Der -uns vorliegende Festbericht gibt ein Bild von der ausgezeichneten und segensreichen Wirksamkeit dieser Institution und der seit 25 Jahren mit derselben verbundenen Privat- Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen. Die Anstalt verdankt bekanntlich ihre Entstehung einer Anregung Josef W e r theimer's, welche von der Kaiserin Karoline Auguste gefördert und bald mit Hilfe zahlreicher Spenden verwirklicht wu.de. Das erste Borstands-Comite bestand aus den Damen Nonette:>Di,.,V^e.rtheim ffcei n-BMy. K,gu,l la^ Josefine König smarter und Henriette Werth ei m er. Seit dem Jahre 1873 hat Kaiserin Elisabeth das Protektorat dieser Anstalt übernommen, welche insbesondere durch die hingebende und erfolgreiche Thäligkeit ihres Direktors Herrn Albert Fischer einen glänzenden Aufschwung nahm. Die Anzahl der in der Anstalt seit ihrer Gründung im Jahre 1843 bis Ende 1892 aufgenommcnen Zöglinge betrug an 7500. Die gesammten Erhaltungskosten betragen für die Kinderbewahranstalt 285.212 fl. für die Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen 6921 fl. Wien. Das Curatorium des isr. Blindeninstittttes veröffentlicht das Ergebniß der diesjährigen Sparkörbchen-Sammlung, welche von Frau Cäcilie Adler gegründet und von ihr im Vereine mit den andern Damen des Curatoriums mit großer Sorgfalt und Mühewaltung überwacht wird. Das Totalergebniß der Sammlung beträgt 6015-71 fl. Wien, 20. Mai 1893. An die löbliche Redaction der „Oesterr. Wochenschrift"' In Nr. 20 Ihres geehrten Blattes erscheint ein Artikel unter dem Titel: „Arisch-antisemitischer Geschäftsgeist". Von mehreren meiner Kunden wurde ich mit dem betreffenden -Kohlenhändler Johann Maul I. Wipplingerstraße Nr. 45, verwechselt, weil ich mein Geschäft in besten nächster Nähe etablirt habe und schon seit 6 Jahren betreibe. _ Da solche unangenehme Verwechslung mein Geschäft empfindlich schädigen könnte, so bitte ich um kostenfteie Aufnahme folgenden Inhaltes: Ich, Josef Jllibauer, besitze mein Holz- und Kohlengeschäft im Hause I. W ip P li n g er str a ß e Nr. 31, vis-a-vis der Verkehrsbank, ich habe mich niemals mit antisemitischen Agitationen befaßt und könnte mir nie einfallen lassen jemals judenfeindliche Gesinnung an den Tag zu legen, welches Vorgehen mein ausgebreitetes Geschäft sehr beeinträchtigen könnte. Im Voraus für die gütige Ausnahme meines Schreibens höflichft dankend, zeichne ich Hochachtend Josef JUibauer Holz- und Kohlenhändler, I., Wipplingerstraße Nr. 31. Wien. (Erinnerung an Sulzer.) Der Ausschuß des Museumvereines für Vorarlberg in Bregenz, welcher eine Samm* lung von Porträts und Büsten derjenigen aus Vorarlberg