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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-05-19 · 20 (19.5.1893) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
20 (19.5.1893)
Date
1893-05-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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’Jtt; -20 - Orstrrredtzische Wortzrnfchrrfi Seite 387 gehöre ein Wischer Arzt niemals in ein deutsches Haus rc. Durch -diesen - Artikel fühlt sich der in Geringswalde lebende Dr. med.. Salomyn .beleidigt. Er stellte Strafantrag gegen den verantwortlichen Redacteur der „Neuen Deutschen Zeitung" Sch ro ot, und gestern fand die Hauptverhandlung statt. In derselben 'wurde erwiesen, daß die Anschuldigung in allen -Theilen'erlogen war. Der Angeklagte wandte ein, daß er deü Artikel vor der Drucklegung nicht gesehen habe. — er habe an dem betreffenden Tage gerade eine andere Verhandlung vor Gericht'gehabt und sich deswegen nicht - um die Drucklegung kümmern, können, indessen war dieser Einwand sehr unglücklich gewählt,' denn es würde gerichtsseitig constatirt, daß nicht am 4.-Uebruar,. sondern am 4. Jänner eine Verhandlung gegen Schroot stattgefunden habe. Das Urtheil lautete auf 4 Monate Gefängniß und Publication des Urtheils in der „Neuen Deutscher Zeitung." / Frankfurt a. M. 16. Mai 1893. Am 14. Mai wurde das Grabdenkmal des sel. Rabbiners Dr. Nehemias Brüll auf dem israelitischen Friedhofe in Frankfurt a. M. in feierlicher Weise, der Familie übergebend Reden hielten aus diesem Anlasse aM Grabe die Herren Dr. jur. Blau,- Max Wertheimer und Dr? Adolf Brüll. Rom. Der.Deutsche Kaiser hat während seines Aufenthaltes'in Rom dem ständigen Unterstaatssecretär des auswärtigen Amtes Signor Malvano den Kronenorden erster Classe mit Brillanten besetzt, verliehen. Buearesi. Nachdem die Inden von allen Staatsschulen ausgeschlossen'wurden, ist nunmehr die Regierung einen Schritt weiter gegangen und beantragte die Ausschließung derselben ans sämmtlichen öffentlichen Spitälern, welche ebenso, wie di? Schulen, von Beiträgen der Juden, ebensogut, wie der Christen erhalten werden. ■ _ Das neue Sanitätsgesetz, welches bereits den Senat pass« t hat, enthält die Bestimmung, daß die Voraussetzung zur Erlangung einer Anstellung im Sanitätsdienste rumänische Staatsbürgerschaft und eine Militär-Charge sei. Dieselbe Qnalification ist nothwendig zur Anstellung als Gemeindearzt, Thierarzt, Chemiker und Apotheker in den Spitälern. ... . Ärt. 82 bestimmt, daß nur rumänische Staatsangehörige das Recht zur Zulassung in Staats-, Landes- und Gemeindespitälerbaben.? Weiters wird'bestimmt, daß Fremde nur gegen Bezahlung von Gebühren Aufnahme finden können und daß die Maximalzahl derselben auf JO Percent des Belegraumes festgesetzt werde. Der Titel eines Pharmacenten gibt noch immer nicht das Recht zur Eröffnung einer Apotheke, hiezu bedarf es einer spcciellen Eöncession des Ministers des Innern. Durch diese Bestimmungen sind die Juden von sämmt lichen öffentlichen Spitälern ausgeschlossen. - Es ist dies umso bemerkenswerther, als in den beiden kleinen.Spitälern der beiden jüdischen Gemeinden in Bukarest (Äschkenasim und Sephardim). sowie in dem großen Spitale.der jüdischen Gemeinde in Jassy christliche Patienten in liberaler Weise ausgenommen und verpflegt werden ' Petersburg. Der. Emir von Bochara ertheilte während seiner Anwesenheit in Rußland Herrn Esner, welcher commercidlle Agenturen in Bochara hat, eine Audienz, während welcher speeiell die Verhältnisse der in Bochara lebenden Juden, die Unterthanen desselben sind, zur Sprache kamen, da diese von den Privilegien und Rechten der russischen Juden, die in Bochara leben, ausgeschlossen sind. Der Handelsminister, welcher bei der Besprechung zugegen war, unterstützte Herrn Esner's Wünsche. ... Bei Schluß der Audienz sagte der Emir zu, er werde nach seiner Rückkehr die Vorsteher der jüdischen Gemeinde in seiyer Hauptstadt berufen und die nöthigen Schritte einleiten, um die Bestimmungen abzuändern, welche die.Juden zwingen, ein.besonderes Kleid zu tragen und ihnen verbieten, außerhalb des Judenviertels'zu wohnen. Sollten die Juden irgendwelche Klage gegen seine Beamten haben, so werde ihinn volle Gerechtigkeit und'Entschädigung gewährleistet werden. London, 6. Mai 1893. .In der Synagoge in der Upper Berkeley Street fand vergangene Woche, vor einer zahlreichen distinguirten Gesellschaft die Trauung der Miß Flora Sassoon, der. dritten Tochter des Mr. Reuben Sassoon mit Mr. Ernst G.. Raphael statt. Der Prinz von Wales, der Herzog von Fife (bekanntlich der Schwiegersohn der Königin) wohnten sowohl der Trauung als auch dem darauf folgenden Hochzeitsmahle bei, an welchem noch Theil nahmen, der österreichisch-ungarische Gesandte, der Herzog von Devonshire, der Herzog von Atholl, Mr. Alfred de Rothschild, Lord Covenbury sowie zahlreiche andere Notabilitäten. Unter den zahlreichen Geschenken, welche der Braut dargebracht wurden, fielen vor Allem auf ein herrliches Bracelet mit Brillanten und Saphiren des Prinzen von Wales. Der Herzog, und die Herzogin von Fife stellten sich mit einer kostbaren antiken Uhr ein, sowie werthvollen Schmuckgegenständen, gegeben von den Brauteltern, Lord und Lady Rothschild, Mr. Alfred de Rothschild und anderen Freunden der Fanülie. London. Oberstlieutenant Goldsmith verließ, wie berichtet wird, letzten Donnerstag Argentinien und kommt nach England, um mit Baron Hirsch über die jüdischen Colonien in Argentinien zu conferiren. Er wird Anfangs Juni nach London kommen und vermuthlich gegen drei Monate in Europa bleiben. London. In der Kunstausstellung der- Royal Academy sind, wie alljährlich unsere Glaubensgenossen durch hervorragende Arbeiten vertreten. In erster Reihe ist zu neunen M. Solomon I. Solomon, welcher sich stets durch einen großen Zug in seinen künstlerischen Arbeiten auszeichnet. Die gleichzeitige Kunstausstellung der New Gallery weist Heuer eine geringere Betheiligung seitens unserer Glaubensgenossen auf. Mogador. Am ersten Tage des Passahfestes wurde die jüdische Gemeinde gerade wahrend des Gottesdienstes durch Kanonenschüsse und Musikparaoe der Soldaten Sr. Majestät überrascht. - Anlaß hiezu gab die Ankunft des neuen, portugiesischen Vice-Consuls David Cabcsfa, welcher in Begleitung seiner Braut mit dem spanischen Dampfer aus Tanger gekommen war und von den maurischen Behörden mit dem für accreditirte Vertreter üblichen Ehren empfangen wurde. Mogador. Der Caid Widha der Stadt Marokko ist nach wie vor bestrebt, seiner Hartherzigkeit gegen die Juden Ausdruck zu geben, insbesondere nachdem er von den Briefen, welche vom Hofe ausgiengen und von welchen einer von Sr. Majestät an ihn gerichtet war, gehört hat, welcher Brief offenbar nicht in seine Hände gelangt ist. Erst jüngst wurden sechs Juden gepeitscht und überdies in schwere eiserne Ketten gelegt. Eines der Opfer wurde in höchst grausamer Weise behandelt, bis der ganze Körper blutete und seine Kleider in Stücke zerrissen waren. Dieses letztgenannte Opfer des Caid ist ein Bruder des Präsidenten der beiden Filialen der Anglo Jewish-Association und der Alliance israelite, welche jüngst in der Stadt Marokko errichtet wurden. Persien. Die Ruhe, welche in Hamadan den Aufregungen der letzten Woche folgte, war nicht von langer Dauer. Zu Ende Januar haben neue Unruhen stattgefunden, und die Lage der Israeliten schien schwieriger und beängstigender als jemals. Dem Central-Co mit« der „All. isr." wird hierüber aus Bagdad vom 2. Febeuar geschrieben: Wir erhalten schlimme Nachrichten aus Hamadan. Die Verfvlgungsmnth ist von neuem gegen unsere armen Glaubensgenossen entbrannt. Auch diesmal ist die Sache von der hohen Geistlichkeit ausgegangen; man weiß, welche gewichtige Stellung dieselbe im feudalen Reiche Perstens einnimmt. Nach langen Verhandlungen hat Mollah Abdullah, der durch seine Angriffe gegen die Juden eine so traurige Berühmtheit erworben, Hamadan verlassen und den Weg nach Teheran eingeschlagen. Aber seine Abreise, die sein Prestige nur erhöht, hatte nicht die gewünschte Ruhe zur Folge. Ueberall auf seiner Durchreise kam die gesammte Bevölkerung zu seiner Begrüßung, brachten ihm enthusiastische Ovationen und stritten um die Ehre, den Zipfel seines Gewandes küssen zu Dürfen. In ihren Augen ist er ein Heilster, ein Liebling Gottes. Sein Beispiel hat Schule gemacht. Mehr als ein Mollah brennt darauf, seine Spuren zu verfolgen, um es wie er zur Volksthnmlichkeit zu bringen. Für den Augenblick, hat er in Hamadan einen würdigen Jünger, Seyid Abdull-Majd, ein fanatischer Geistlicher, der gegen die armen Juden den bittersten Haß hegt. Er ist ein Mann der That und verlangt, daß diese letzeren sich unverkürzt den barbarischen Bedingungen unterwerfen. Seine zahlreichen Parieigänger durcheilen die Straßen und fügen den armen Juden, die ihnen in die Hände fallen, allerlei Aergerniffe und Mißhandlungen zu. Der eine wird mit Grausamkeit geprügelt, unter dem Vorwand, daß er bei der Begegnung mit einem Muselmann nicht schnell genug bei Seite gegangen, dar andere wird wie ein wildes Thier gejagt, weil er das entwürdigende rolhe Zeichen

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