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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-05-19 · 20 (19.5.1893) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
20 (19.5.1893)
Date
1893-05-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 20 Orflerreichisrtze irao.enb“?! Platz zu erringen gewußt. D. Kahane ist ein echter und ve.ufener Künstler und seine originellen, reizenden Compositionen sind, nach zahlreichen vorliegenden Kritiken, bereits in vielen Städten zur Aufführung gelangt und haben überall sehr günstige Aufnahme gefunden. Die Compositionen Kahane's sind außer einer Ouvertüre äramutigne einer Violin-Romance und einer Sonate für Clavier und Violine, zumeist Piecen in leicht gefälligem Salonstyl; sie-zeichnen sich durch Melodienfülle und rythmisches Gefühl aus, so daß besonders die Märsche und Tänze zu den besten Erzeugnissen dieses Genres gehören. Im vorigen Sommer wurde, gelegentlich des Geburtstages Se. Majestät unseres ' erhabenen Monarchen, am 17. August 1892 in Ischl auch eine Fest-Ouverture von D. Kahane unter großem Beifall gespielt. Herr Erzherzog Rainer hat die Widmung eines Marsches huldvollst angenommen und dem Componisten D. Kahane durch den Obersthofmeistec Herrn Baron de Vaux seinen Dank für diese schöne Cvmposition aussprechen lassen. D. Kahane ist im Jahre 1844 als Sohn eines Banquiers in Jaffy (Rumänien) geboren und ist seit 1869 in Wien sowohl als Violinist (Schüler von S. Winternitz in Prag) als auch als Componist künstlerisch' thätig. Seine liebreizende Tochter Rosine vermählte sich vor zwei Jahren mit dem in Wien sehr beliebten Mitglieds des Deutschen Volkstheaters Herrn Adolf Weiße. Möge dem hochverdienten Künstler auch strner die reiche Anerkennung seiner Zeitgenossen im vollsten Maße wie bisher zu Theil werden und möge ihm weder. Neid noch Mißgunst feine hohen Verdienste und seine Schaffensfreudigkeit verkümmern, sondern ihm nur wohlverdientes Glück erblühen. Wien. (Wegen Verdachtesder Brandlegung.) Am 11. d. fffi. um halb 5 Uhr Früh ist, wie berichtet, im Gewölbe des antisemitischen Gemischtwaacenhändlers Ed. Prinz in Favoriten, Waldgaffe Nr. 41, ein Feuer zum Ausbruche gekommen, welches zwar bald gelöscht werden konnte, trotzdem aber einen Schaden von vielen Hundert Gulden verursacht hat. Wegen Verdachtes, den Brand gelegt zu haben, wurde Eduard Prinz selbst verhaftet und dem Landesgerichte eingeliefert. Wien. (Zur Schulhygiene.) Wir haben seinerzeit über einen Vortrag berichtet, den der verdienstvolle k. k. Armenarzt im >2. Bezirke, Herr Dr. S. Kohn über das Thema „Die erste Hilfe in der Schule bei Unglücksfällen und Verwundungen" hielt. Daß die Anregung dieser Frage nicht nur zeitgemäß, sondern auch höchst dringend ist, beweisen die zustimmenden Artikel in der pädagogischen Presse und die zahlreichen Anerkennungen aus Leserkreisen. Die schmeichelhafteste Anerkennung aber für die uneigennützigen Bemühungen, die Dr. Kohn durch die Anregung dieser eminent hygienischen Frage zukam, ist unstreitig das Urtheil, daß der k. k. Bezirksschulinspector Professor Max Hinterwaldner in der dießjährigen von mehr als 400 Lehrer und Lehrerinnen besuchten Lehrer-Conferenz abgab. Prof. Hinterwaldner sprach in dieser Conferenz dem Dr. S. Kohn für seinen Vortrag im Lehrervereine, für seine Anregung der für die Hygiene unserer Schule höchst wichtigen und einschneidenden Neuerung in den wärmsten Worten uneingeschränkten Dank und Anerkennung aus. Er betonte, daß sich Dr. Kohn durch die Zusammenstellung seines Rettungskastens für die Schule und durch seine zu diesem Zwecke sinnreich verfaßte belehrende Tabelle*) große Verdienste um unsere Schulhygiene erworben. Von der außerordentlichen Opferwilligkeit dieses Menschenfreundlichen Arztes, zeugt dessen Erklärung, daß er bereit sei, für sämmtliche Lehrer und Lehrerinnen, einen practischen Eurs zu eröffnen, in welchen er denselben die zur ersten Hilfe nöthigen Unterweisungen ertheilen wolle. Diese Mittheilungen wurden seitens der anwesenden Lehrpersonen mit großem Beifall acclamirt und die hierauf folgenden Anträge des ständigen Ausschusses einstimmig und sehr beifällig angenommen. Diese lauteten: „Die Bezirkslehrer-Conferenz des 2. Gemeindebezirkes in Wien unterbreitet dem löblichen Bezirksschulrath der k. k. Reichshaupt- und. Residenzstadt Wien. folgende Beschlüsse zur geneigten Würdigung: 1. Jede Schule soll analog den Verhältnissen im Theater mit einem Rettungskasten und den dazu gehörigen Instructionen versehen sein, damit der herbeigeholte Arzt alles das vorfinde, was zur ersten Hilfe nothwendig erscheint, oder eventuell der Lehrer selbst in der Lage sei, im Falle eine ärztliche Hilfe nicht genug rasch an Ort und Stelle sein kann, von dem Inventar des Rettungskastens auf Grund . der beigelegten Anleitung Gebrauch zu machen. *) Den Reinertrag dieser bei Pichler in Wien erschienenen Druckschrift hat der Verfasser dein österreichischen Lehrerbund geividmet. WorlzenfchrM Seite 385 2. In jedem Schulzimmer sei die von Dr. S. Kohn, k. k. Armenarzt im 2. Gemeindebezirke zusammengestellte Tabelle vorhanden, damit die Lehrpersonen sich über die Art des eingetretenen Unfalles (Erkennungszeichen), über die zweckmäßige Hilfeleistung orientire und erst dann auf Grund der darin enthaltenen Rathschläge eventuell mit Zuhilfenahme des Rettungskastens die erste Hilfe leiste. Wien. Dem soeben erschienenen Bericht des „Vereines zur Unterstützung und Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der isr. Cultusgemeinde Wien" und des isr. Mädchen-Waisenfondes entnehmen wir folgende Daten: Mit Ende des Jahres 1891 sind im Schutze des Vereines 327 Waisen, nämlich 157 Knaben, 124 Mädchen in externer Versorgung, ferner 46 Mädchen im Waisenhause verblieben; von diesen wurden 2 zeitweilig außer dem Hause verpflegt. Im Laufe des Jahres 1892 wurden 36 Knaben und 36 Mädchen in die externe Versorgung und 9 Mädchen in's Waisenhaus ausgenommen, dagegen 35 Knaben und 27 Mädchm aus der externen Versorgung und 5 Mädchen aus dem Waisenhause entlassen. Am 31. December 1892 befanden sich somit 341 Waisen im Schutze des Vereines, und zwar 158 Knaben und 133 Mädchen in externer Versorgung und 50 Mädchen im Waisenhanse, wovon 2 zeitweilig außer dem Hause verpflegt werden. Die Versorgung der Vereinsschützlinge beanspruchte im Jahre 1892 einen Aufwand von fl. 34.918*24 gegen Gulden 32.110*15 im Jahre 1891. Hievon entfielen für die externe Versorgung fl. 18.755*57 gegen fl. 18.113*49 im Jahre 1891 und fl. 16.162 67 gegen fl. 13.996*66 im Jahre 1891 für das Mädchen-Waisenhaus. An 29 arme verwaiste Familien wurden im abgelaufenen Jahre als einmalige Unterstützung fl. 646 — gegen fl. 675*40 im Jahre 1891 verabfolgt. An besonders schwächliche Kinder aus dem Stande der extern Versorgten wurden kräftigende Pflegemittel, namentlich Fleisch, Wein und Milch verabfolgt und dafiir der Betrag von fl. 167*77 gegen fl. 272 20 im Jahre 1891 aufgewendet. Der Erfolg war zufriedenstellend. An Spenden sind u. A. zugeflossen: Die Subvention des nieoerösterreichischen Landtages mit fl. 200 und der Betrag derselben hohen Stelle aus der Kaiser Franz Josefs-Jubiläumsstiftung für das Jahr 1892 fl. 416. Die Subvention der isr. Cultusgemeinde mit fl. 3000, Beitrag der B. L. Biedermann'schen Waisenstiftung mit Gulden 303*20, Spende der Frau Elisabeth Berl fl. 100 und des Herrn Philipp Bondy fl. 200, Spenden der Herren Arnold und Emil Mandl fl. 50, Legat des sel. Herrn Simon Nagel fl. 100, Spende des Herrn Josef M. Ritter von Pfeiffer anläßlich seines 70. Geburtstages fl. 110, Spende des Herrn Samuel Rieß anläßlich des Äblebens seiner Mutter fl. 100 und anläßlich der Vermählung seiner Tochter fl. 50. Baron Albert von Rothschild hat zum Andenken seiner verewigten Gattin, der Freifrau Bettina von Rothschild fl. 5000 mit der Widmung erlegt, daß das Zinsenerträgniß dieses Capitals alljährlich an 2 Waisen verabfolgt werde. — Mit der speciellen Widmung für das Mädchen-Waisenhaus sind eingegangen: fl. 200 Notenrente von Frau Katharina Schlesinger nnd fl. 200 Notenrente von Frau Emma Weiß. Die niederösterreichische Statthalterei Iju! aus der Josef und Barbara Lichtenhain'schen Stiftung für 6 im Waisenhause untergebrachte Mädchen im Jahre 1892 Gulden 1200 zugewendet. Die Feriencolonie für jüdische Waisen, deren Zustandekommen den Bemühungen des Herrn Dr. Maximilian Steiner zu danken ist, beherbergte auch im abgelaufenen Jahre 30 erholungsbedürftige Knaben und Mädchen. Herr Dr. Maximilian Steiner, welcher durch 16 Jahre dem Bereinsvorstande angehörte und mit Eifer und Pünktlichkeit seiner Ehrenstelle oblag, ist aus diesem Verbände ausgetreten und wurde Herr Gemeinderath und Cultusvorstand Dr. Alfred Stern in das Vorstands-Collegium berufen. E. B. Wien. (Todesfall.) Wir haben einen schweren Verlust zu beklagen. Dienstag, den 16. d. M. verschied im besten Mannesalter Herr Moriz Bader, k. u. k. Consul, Ritter des Franz Josefs-Ordens rc. rc. nach langem Leiden. Die Judenschaft verliert in dem allzufrüh Verblichenen eine ihrer Zierden und einen ireuergebenen Glaubensgenossen, wie sie in d'en höheren socialen Stellungen zum lebhaften Bedauern stets rarer und seltener anzu treffen sind. Wien. (E i n M u st e r-A nt ise m i t.) Man meldet aus Berlin, 17. Mai. Das hiesige Landgericht verurtheilte heute den Antisemiten Paasch, einen Menschen, der es mit Ahlwardt noch in I Gesinnungsniedertracht aufnimmt, zu 11,\ Jahren Gefängniß wegen

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