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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-05-12 · Heft 19 (12.5.1893) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
Heft 19 (12.5.1893)
Date
1893-05-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 358 Orsterreichische Wochrnfchrifi Nr. 19 und Pfaffen / ....... mit allerley lügenhaften Kräften und Zeichen / und Wundern und mit allerley Verführung / die Gemüther der Menschen einzunehmen / sie um das Geld zu bringen / und einen Zulauf zu erwecken.Es kam immer was neues herfür / die Leute an sich zu locken / und mußte jedes Orth ein besonders großes Heiligthum / miraeuloses Bild wunderthätiger Heiligen / oder andere dergleichen derotion haben / damit sich die Leute nicht anderstwohin verlieffen / und das Geld abtrügen / sondern vielmehr noch andere von fernen angelocket würden. Nachdem es nun zu Trident an einem solchen Lockvogel und illicio mangelte / hat man mit dem aus der Etsch gezogenen Kindeskörper seine heilige Gauckeley angefangen / und weilen er eben nach der Juden Ostern gesunden worden / öffentlich ausgeruffen / wle das Kind von den Juden / um mit deffen Blut den Teig zu den ungesäuerten Ofter- Kuchen anzukneten / sey ermordet worden / und ward der todte Leib so zugerichtet damit er deffen einige Zeichen an sich hätte. Es ist auch die Sach nach allem Wunsch und Verlangen angegangen", und endlich auf Sixtus IV., den Papst unter deffen Pontificat sich dieses tragische Capitcl jüdischer- Geschichte abspielte, der ein apostolisches Breve erließ, in welchem er die Zumuthung, dm Knaben Simon zu canonisiren, entschieden ab lehnt und vielmehr verbietet, denselben als Heiligen zu verehren, weil er kein Märtyrer se, und den Gläubigen in Italien befiehlt, sich allerAngriffe wider die am Tode Simons unschuldigen Juden zu enthalten. Es ist nicht wahr, daß ich alle Grausamkeiten und alle Blutthaten, die je in der Geschichte sich ereigneten, dem Christenthume in die Schuhe zu schieben" bestrebt bin; wahr ist vielmehr, daß ich auf die Bulle des Papstes Gregor X. 'vom 10. October 1272 mit folgendem Wortlaut: „daß die Väter dieser Kinder oder andere Christen Gegner der Juden, heimlich die Kinder verbergen, um den Juden etwas anhaben und als Preis des Loskaufes von den Quälereien eine gewisse Summe Geldes von dm Juden erpressen zu können, und sie machen dann die völlig falsche Angabe, daß die Juden heimlich und verholen die Kinder geraubt und gelobtet haben, und daß die Judm mit dem Herzen und Blute der Kinder opfern, wahrend doch ihr Gesetz klar und ausdrücklich verbietet, daß sie Blut opfern, effen oder trinken, oder auch das Fleisch von Thieren mit gespaltenen Klauen genießen, was von Juden, welche an unserem Hofe zum christlichen Glauben bekehrt wurden, wiederholt bestätigt worden ist." sowie auf eine Bulle Pauls HL vom 12. Mai 1540, welche erklärt: „Wir haben mißfällig vernommen, daß seit einigen Jahren gewisse Herren als heißspornige und, wie man sagt, tödtliche Feinde derselben Juden, von Haß und -Neid, oder, was mehr wahrscheinlich scheint, von Habsucht verblendet, damit sie das Hab und Gut selbiger Hebräer mit einem gewissen Anstand sich anzueignen ■ im Stande seien, ihnen fälschlich andichten, daß sie kleine Kinder umbringen, deren Blut trinken und andere verschiedene und mannigfache ungeheuerliche Verbrechen begehen, welche sich namentlich gegen unseren besagten Glauben richten, — und in solcher Weise, bemüht sind, die Gemüther der einfältigen Christen gegen sie aufzuhetzen, wodurch es geschieht, daß letztere häufig nicht blos ihres Habes und Gutes, sondern sogar des Lebens in ungerechter Weise beraubt werden;" endlich aus C l em e n s XIV. in seiner-Schrift über diese Anklage, welcher bezeugt: „daß ein gleich entsetzliches Verbrechen mehrere Male (Gott verhüte, daß nicht immer) von Christen begangen worden ist, sogar vom eigenen Vater und darauf den unglücklichen Juden zugeschoben wurde? Ich schäme mich den Verdacht auszusprechen, aber vielmehr bringt es mich außer Fassung, den authentischen Beweis darzubieten, wie ein christlicher Vater eine seiner zarten Töchter an.verschiedenen Körpertheilen verstümmelte, nach ihrer tödlichen Verwundung zwischen Tücher einwickelte und in einer Klippe im Sralle eines Wirthshauses, das nach der Sitte in Polen von Juden gehalten wird, zurückließ. Dort lese man, daß dasselbe Kind, welches durch göttlichen Willen länger lebte, mit eigenem Munde bekannte, daß es vom eigenen Vater mit vielen Wunden und Verstümmelungen zugerichtet wurde. Und doch hatte sich schon der Verdacht gegen die Juden gebildet, wollte man schon gegen die Juden vorgehen!" verwiesen habe, um auf die Urheber des Kindermordes in Zanten u. s. w. zu schließen. Es ist unwahr, daß ich „den noch unaufgeklärten Mord eines Dieners im Churhauseim vorigen Jahre dem Christen- ' thume in die Schuhe schiebe"; wahr ist, daß ich die Frage vorlegte: „Hätte sich das Ereigniß abgespielt in einem Jnstitutshause, in welchem junge Rabbinen erzogen werden, was wäre geschehen? Welche Schrift hätten Sie publiciit? Wie viele Rabbinen hätre man eingesperrt? Wie oft hätte man die Juden im Reichsrath, Landtag und Gemeinderath ausgefordert, den Mörder des unglücklichen Dieners zur Stelle zu bringen." Es ist unwahr, daß meine „Einwürfe gegen die Tortur in bekannter, orientalischer Art übertrieben" und „aus tendenziösen Romanen und nicht aus der Geschichte geschöpft" sind; wahr ist vielmehr, daß die grausige Statistik derHexenp r o z e sie es bestätigt, daß die eineinhalb Millionen C hr i st e n, welche-als Hexen-und Zauberer dem Scheiterhaufen übergeben' worden sind, fast ausnahmslos nach Anwendung -bei1 Tortur aller ihnen zur Last gelegten, erdichteten- Verbrechen, wie Umgang mit dem Teufelu. s. w., sich - ebenso einbekannt haben, wie die Juden von Trient. Es ist unwahr, daß ich in meinem Artikel über dem Trientiner Proceß „Philosemiten aus hohen Kreisen, die jüdischer Bestechung zugänglich waren", vorgesührt hätte; wahr ist vielmehr, daß Johann Christoph W a g e n s ei l ein eifervoller Feind der Juden war,. derart, daß ihn sogar Prof. Rohling würdig hielt, in anderen Stücken als Autorität gegen die Juden aufzuführen; und gegen Papst Sixtus IV., dessen apostolisches Breve über den Knaben Simon ich nach Man fr citirte, wird die Verdächtigung des Pfarrers Dr. Deckert wohl nicht gerichtet sein. Es ist unwahr, daß ich „als Vertheidiger des Judenthums in Verlegenheit mit dem Muthe der Verzweiflung die Aufdeckung diesesscheußlichen jüdischen Fanatismus zu verhindern suchte^ währ ist vielmehr, daß ich den Prof. Dr. Rohling in Prag zu einem Proceffe mit mir gezwungen habe, um eine gerichtliche Klarstellung dieser von den Chinesen gegen die Christen und von den Antisemiten gegen die Juden gerichteten Anklagen herbeizuführen. Es ist unwahr, „daß das Blutritual auf einer unter den Chassidim als Geheimlehre fortgepflanzten mündlichen Ueberlieferung begründet ist, die auch in der Kabbala sich findet;" wahr ist vielmehr, daß die vom k. k. Landesgericht in Wien im Proceffe Rohling-Bloch bestellten gerichtlichen Sachverständigen christlicher Confession und -arischer Abstammung, von denen Einer Ehrenmitglied unserer Akademie der Wissenschaft ist, unter Eid ansgesagt haben, daß sämmtliche Kabbala- Schriften der Chassidim, welche von Rohling und den Judenfeinden in Europa aufgesührr werden, derlei Stellen nicht enthalten. Es ist unwahr, daß getaufte Juden einen jüdischen Blutritus oder jüdische Morde aus Fanatismus bestätigt hatten; wahr ist vielmehr, daß sämmtliche gelehrte Katholiken jüdischer Abstammung, angefangen von dem lÄzbischof Paulus von Burgos in Spanien und Johannes Pfefferkorn in

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