Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 17 (28.4.1893)
- Date
- 1893-04-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 316 Orsterrrichisrhe Wochrnfchrist Nr. 17 Eine arisch-germanische Bibel. Die in Leipzig herausgegebene „Antisemitische Correspondenz" vom 23. April 1893, Nr. 244 — ein Informationsblatt für die antisemitischen Parteijournale, daraus die Parteipolitiker über Aufgaben und Ziele der Parteibewegung Belehrung und Aufklärung zu schöpfen haben — enthält einen Artikel über die „Verjudung der deutschen Schule durch den ch r i st l i ch e n Religionsunterricht" mit nachstehenden Ausführungen : „Man möchte die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen, wenn man heute einen Blick in die vollständig verjudeten Volksschulen des deutschen Reiches wirst. — Nicht genug, daß man christlichen, deutschen Kindern acht Jahre lang die mosaischen Gesetze mtd mehrere hundert Sprüche, auf deren Inhalt ich weiter unten noch besonders eingehe, einprügelt,— nicht genug, daß deutsche Eltern die Luther-Bibel als einen Hausschatz hüten—nein, die protestantischen Pädagogen scheuen sich nicht.die „heiligen Schriften", — die aber so voller Unheiligkeiten sind, — in die Hände unmündiger Kinder zu geben. „Mich wundert es ungeheuer, daß Herr Stöcker diestm perfiden Spiel mit ruhiger Miene zusieht. Ich kann unmöglich glauben, daß Herr Stöcker die hebräische Dichtung, wie jener württembergische Pfarrer, mit einem wonnigen Rosengarten vergleicht. Mit Ausnahme einiger Psalmen, so z. B. der vielbewuuderte großartige 104., ist die jüdische Psalmen-Poesie eine Poesie der Rache, der Pestilenz und des Mordes; ibr fehlt? das Heilige, Erhebende, das uns in rein christlichen Dichtungen, wie bei Klopstock, hie und da auch bei Spitta und Gerock u. s. w. anspricht, fast gänzlich. Das ist aber nicht die Hauptsache. Der Schwerpunkt liegt offenbar in der, wenigstens in protestantischen Schulen, einen Hauptbestandtheil des Unterrichtes bildenden jüdischen Sittenlehre. Der Abenteurer, Tyrann und Gesetzgeber M . . . de. königliche Sänger David und der weise Herrscher Salomo sind vornehmlich die unerreichbaren, leuchtenden Vorbilder der Deutschen geworden. Wissen sie es, oder wissen es die deutschen Gelehrten nicht, daß die Heroen des alten Testamentes eine Sippe von Gurgelabschneidern und Mord band i len darstellen?! — Sollten unsere Lehrer jenen Kapiteln in den Bücher,: Moses und Josua's, die uns Thaten berichten, die auf Befehl der Genannten geschehen sind, über die das empfindende Mutterherz bricht, über die oie Unschuld erröthet, noch keine weitere Beachtung haben widerfahren lassen? Ich nehme es zu ihren Gunsten an: — ich nehme zu ihren Gunsten an, daß sie kein tieferes Verständnis von dem Seelenleben unmündiger Kinder aus den unteren Kreisen haben, sonst würden sie den M o r d l u st- und Rachekönig David, wie ihn das 1. Buch der Könige, Capitel 1 und 2 zeichnet, nicht als den Geliebten Gottes feiern können; und sie würden ebensowenig den fabelhaften Harem s-Z üchter Salomo als ein Muster von Charakter verherrlichen. „Deutsche Sitten — deut'scheDenkaN wieder zu cheleben, dasist eine Aufgabe von cultureller Bedeutung, an deren Lösung jeder ehrliche Patriot theilnehmen sollte, und ich wünsche, daß diese derben, aber ehrlich gedachten Worte unser Bestreben mögen fördern helfen! — „Unstreitig hat die jüdische Chronik und Sittengeschichte des Alten Testaments vieles zur Verwirrung der sittlichen Begriffe und zu einer falschen Werthschätzung des Judenthums bei den christlichen Völkern beigetragen. Ohne diese eigenthümliche Vorbereitung des Bodens hätte das jüdische Wesen unter uns wohl niemals so üppig in's Kraut schießen können. Das Christenthum ist durch die fälschende Einflechtung der jüdischen Nationalgeschichte zur besonderen Nährmutter des Judenthumes geworden. „Wir werden uns daher niemals gründlich von dem jüdischen Parasitenthum befreien können, so lange wir uns nicht geistig und sittlich von ihm emancipieren. So lange der Deutsche von Jugend auf gewöhnt wird, den wichtigsten Theil seines Denkens und Empfindens um jüdische Personen und Lehren zu gruppiren, ja, die ganze Weltgeschichte und Wclientstehung vom jüdischen Standpunkte aus in sich auszunehmen, sein eigenes deutsches Volk aber sammt seinen g e rmjanischen Vorfahren als eine untergeordnete nordische Barbarenrasse zu betrachten, von der die „Heilige Schrift" nichts weiß,.— so lange wird der Deutsche nicht lernen, dem Juden gegenüber den rechten mannhaften Standpunkt zu finden und seiner eigenen Nationalität die rechte Würdigung angedeihen zu lassen. So lange man uns von Kindheit auf weiß machen darf, Sitte und Religion wären erst durch die Juden in die Welt gekommen, während doch in Wahrheit und zu allen Zeiten dir viel ältere arischeReligion, Sitte und Cultur durch das Juoenvolk gefälscht, unterwühlt und vernichtet worden ist, — so lange werden wir grundsätzlich zu geistigen und materiellen Knechten des Judenthums erzogen. „Nicht die erhabene lautere Lehre Christi, lvie sie sich uns im Neuen Testamente bietet, wohl aber die pf äffisch gefälschte Kirchen lehre von heute ist die Quelle unserer I u d e n n o t. So lange wir uns davon nicht frei machen, kommen wir von den Juden nicht los. „Diese Erkenntnis ist es, die unsere Kampfführung zu einer theilweiscn Frontveränderung zwingt. Aber wohlverstanden: Nicht gegen das Christenthum wenden wir uns, sondern nur gegen das h i n e i n g e s ch m u g g e l t e I u d e n t h u m im Christenthum! „Unsere Forderung 'ist doch wahrlich bescheiden; sie lautet: Heraus mit dem Judenthum aus der Schule! Heraus mit dem Judenthum aus Kirche und Religion! Vergeblich bekämpft man jüdisches Wesen in Handel und Wandel, in Wissenschaft, Kunst und Literatur, so lange dasselbe Judenwesen den Kern der Lehren bildet, die den geistigen und sittlichen Grundstock des Volkes abgeben sollen: den Kern der Religion. — „Das „Alte Testament" gehört dem Judenthum an und nicht dem Christenthum! Wer anders lehrt, hat das Christenthum falsch verstanden — oder er lehrt Trügerisches' um des Betruges willen! Was aber Religion sein soll, darf nicht Betrug sein. , „Einmal ausgesprochen, wird die neue Einsicht auf? Windesflügeln ihren Umzug halten und bald werden sich Tausende von Bäten: und Müttern dagegen verwahren, daß ihre unschuldige Jugend in Schule und Kirche mit jüdischen Unsitten und Nichtswürdigkeiten unterrichtet wird." Dieses Lied ist uns nicht neu, und der osficislle Moniteur der „vereinigten. Christen" in Wien, hat uns bereits im Jahre 1889 mit Liesen Ideen vertraut gemacht. , In einigen wissenschaftlich sein sollenden Feuilletons des „Deutschen Volksblattes" wurden die hebräischen Erzväter und Erzmütter zu Kupplern und Buhlerinnen, die Stammväter zu Brudermördern gemacht, war Josef ein listiger Weiberjäger und gefahrvoller Abenteurer und die jüdische Colonie in Egypten eine durch ihren Wucher und durch ihre Sittenlosigkeit drückende Plage der Einheimischen,, bis diese sie aus dem Lande trieben u. s. w. Eine neue, eine deutsch-nationale Bibel soll also entstehen, unr das Christenthum zu germanisiren; deswegen muß die alte erst weggeräumt werden. Einer deutschnationalen Schule kann die Juden-Bibel nicht die rechte Grundlage der Erziehung bilden. Anstatt den nationalen Geist der Jugend durch die Verherrlichung der „Geschichte des auserwählten Volkes" durch die Erzählungen von den Erzvätern und Profeten der Juden zu „verfälschen", muß vielmehr gestrebt werden; durchs eine neue, eine deutsch-nationale Bibel den Sinn der Jugend auf die Tugenden und Großthaten der eigenen Ahnen zu lenken. Vor der Hand wollen sie nur das „Alte Testament" aus der Bibel herausreißen. Die weitere Consequenz, auch neunzehntel des „N neu Testaments", alles was darin sich auf das „Alte" bezieht, zu eliminiren, behalten sie sich wohl auf eine spätere Zeit vor, aus Rücksicht aus die stillen Compagnons, welche die Bibel nicht zu mager brauchen können, auf die sie ihre fetten Pfründen gründen. Hinaus also zunächst mit der „Judenbibel" aus der Schule, welche Schuld daran ist, daß die arischen Völker „verjudet" werden. Dieses Programm hat wenigstens den Vorzug der Consequenz, und wir stehen nicht an, für die neue große Germanenbibel einige nützliche Materialien zusammen zü stellen. Um aus der semitischen Bibel eine arische zu machen, muß diese neue Bibel als ersten Theil die Mythologie der Arier enthalten. Will man aber die nationalen Gottesanschauungen speciell der alten Deutschen erneuern, so wird man in der neuen Bibel der deutschen Jugend erzählen, welche göttliche Verehrung die Ahnen der Deutschen z. B. den Nossen gewidmet haben. Tacitus; der die Deutschen preist, berichtet hierüber mit folgenden Worten: „Eigentümlich hingegen ist dem Volke, der Pferde Vorahnungen und Erinnerungen zu erforschen. Auf öffentliche Kosten werden in jenen geweihten Wäldern und Hainen weiße Pferde unterhalten, von keiner Arbeit jemals berührt. Diese von den heiligen Wagen gedrückt, begleitet der Priester und der König oder der Fürst des Staates und beobachten ihr Wiehern und Schnauben. Und keine Vorbedeutung findet größeres Vertrauen, nicht blos bei der Menge,"' sondern auch bei den Vornehmen, bei den Priestern, denn sich selbst halten sie für die Diener der Götter, jene für Vertraute." (Heinrich Luden. Geschichte des deutschen Volkes I. 566.) Die Aufgabe des Priesters in der Gemeinde war, das Schnauben und Wiehern der weißen Pferde zu beuten. In