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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-04-07 · 14 (7.4.1893) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
14 (7.4.1893)
Date
1893-04-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 14 Oeflerreichifche Wochenschrift Seite 265 Die Grazer Gemeinde war vertreten durch die Vorstands- Mitglieder. Als Vertreter der Cultusgemeinde Graz Herr Emanuel Reisner, Präses-Stellvertreter, als Vertreter der „Chewra-Kadischa" Graz, Herr Anton Spieler, Vorsteher. Aus Klagenfurt waren erschienen der Vorsteher desTempelwereinesHerrM. S t ö ssel und der Vorsteher der „Chewra-Kadischa" Herr Adolf Freund, welche beide von der Klagenfurter Judenschaft delegirt waren und die Leiche nach Wien begleiteten. Wien. (Seder in der Volksküche.) Die beiden Osterabende waren, wie alljährlich, mehr als 200 jüdische Soldaten in der israelitischen Volksküche im zweiten Bezirk zur Mahlzeit geladen. Das Fest, welchem die unermüdliche Präsidentin des Vereins, Frau Annica Benffenisti, und die Vorsteher Singer und Spitzer beiwohnten, gab den Soldaten Anlaß zu einer spontanen patriotischen Demonstration. Einer der Soldaten erhob sich, mit einem Glas Wein in der Hand, um in begeisterten Worten einen Trinkspruch auf den Kaiser auszubringen, in welchen die Anwesenden mit einem stürmischen, dreifachen Hoch einstimmten. Wien. Ein Freund der „Oesterr. Wochenschrift" schreibt uns aus Abbazin: Ein Unwohlsein veranlagte mich, für einige Wochen nach Abbazia zu gehen. Für die Feiertage übersiedelte ich nach Fiume, um bei dem dortigen Rabbinatsverweser Herrn Gold st ein die Sederabende zu verbringen. Bel dem Gottesdienste in dem kleinen, niedlichen Tempel bemerkte ich unter den Gästen auch die 3 Söhne des Herrn Baron Albert Rothschild mit ihrem Erzieher; jeder von ihnen hatte Talis und Gebetbuch mit und llahm an dem Gottesdienst mit Andacht theil. Wie schön wäre es, wenn auch in den bürgerlichen Kreisen und in den mittleren Schichten des Judenthums die religiöse Erziehung der Kinder in gleicher Weise vorwalten würde. ' ' S. K. Wien. (Confirmationsfeier). Am Sabbath hagadol, den 25. März, feierte der Gymnasiast Erwin Lothar Fialla, Sohn des Hof- und Gerichtsadvokaten Herrn Dr. Hermann Fialla und der Frau Julie Fialla geb. Rebenwurzel, seine Barmizwah. ' ■ Der Confirmand, der in der Seitenstättensynagoge zur Thora aufgerufen wurde, las die umfangreiche Ha ft Hora mit wohltönender Stimme und überaus verständnisvoller Betonung und erzielte durch seinen correcten und sympathischen Vortrag, wie durch die treffliche gesangliche Recitation der Broch es in dem übervollen Tempel, allgemeine Bewunderung. — Bei der am Mittage in der elterlichen Wohnung stattgefundenen Gratulation vor einer überaus zahlreichen und distinguirten Zuhörerschaft sprach der Confirmand eine Barmizwah- R ed e ausdrucksvoll und verständnisinnig, so daß die Angehörigen wie alle Anwesenden mächtig ergriffen und zu Thränen gerührt wurden, und verdient diese Feier um so mehr wahrhafte Anerkennung, als in unserer sogenannten „fortschrittlichen" Zeit die Pfiege der altjüdischeu Feste immer mehr zu den Seltenheiten gehört. Herr Dr. F ialla und seine verehrnngswürdige Frau Gemahlin haben mit der patriarchalischen Barmizwah-Feier ihres ältesten Sohnes Erwin den Nachweis erbracht, daß die schönen altreligiösen Feste auch tut modernen Salon und hellerleuchteten Hallen und in vornehmster Gesellschaft zu einem herzerquickendem, erhebenden Acte sich gestalten lassen. Die Vorbereitung des Consirmanden für seine schwierige Doppelaufgabe, den hebräischen Vortrag im Tempel und die deutsche Festrede im Elternhause, war dem ausgezeichneten Obercantor der Wiener Cultusgemeinde, Herrn Josef Singer, anvertraut, der mit großer Genugthuung auf den Erfolg blicken mag, den seine fachliche und ethische Auffassung und Lösung der Aufgabe erzielte, dem jugendlichen Cvnfirmanden das Fest seiner religiösen Mündigkeits-Erklärung zu einem Lebensacte von unv erlöschlich er Erinnerung zu gestalten. Wien. (Elektrisches Licht im Leopoldstädt e r Tempel.) Im israelitischen Tempel in der Leopoldstadt, Tempelgasse Nr. 3. war am Osterfest beim Abendgottesdienste (Beginn viertel 7 Uhr) die elektrische. Beleuchtung zum erstenmal in Betrieb gesetzt worden. Uni das Zustandekommen des Projekts haben sich insbesondere die Mitglieder des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde, die Bauräthe v. .Goldschmidt und Stiaßny und Architect Fleischerverdient gemacht. Mit den Jnstallationsarbeiten wurden die Firmen B. Egger und Comp., die Internationale Elektricitäts-Gesellschaft und B. Haymann u. Söhne betraut. Wien. Die Ge ne ra l- Be rsam mlun g des Talmud- Thvra-Bere in es wird Sonntag den 3. d. M. 4 Uhr Nachmittag in den Bereinslocalitäten, 2. Bezirk, Malzgasse 16, stattfinden. Wien. Sonntag den 16. April d. I. Nachmittags */,1 Uhr, findet im Sitzungssaale der israel. Cultusgemeinde in Wien, 1. Bez. Se'nenstettengasse 4. Parterre links, die General-Versammlung des Vereines zur Errichtung eines israel. Hospitals in Gleichenberg statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Wohl von 2 event. 3 Vorstands-Mitgliedern. 4. Wahl der Rechnungsrevisoren. 5. Mittheilnngen des Vorstandes. 6. Anträge und Interpellationen, Der Vorstand. Wien. 4. Verzeichnis; von Bücherspenden ftir die Bibliothek des Rabbinerseminars in Wien: Von Frau Regina Ulmer geb. Ülein aus Pvlna in Böhmen: Mischnajoth Wien complett 6 Theile. Tnach 16 Bände, Chowath Halbabatt Amsterdam 1745, die Sprüche Salvmons mit Erklärungen des R. Elia Wilna Prag 1814 und weitere 31 diverse Bände biblischen und talmudischen Inhaltes. Von den Herren Ludwig und M. A. Müller aus Svetla 11 Bücher talmudischen Inhaltes. Von Herrn I. Oppenheim Weingroßhändler in Döbling: Philosophische Werke von Schaftesbury 3 Bünde. Magazin für Philosophie und ihre Geschichte von Hipmann 7 Theile. Philosophisches Archiv von Eberhard 6 Bände. Von Frau Landauer Nußdorferstraße 3: 26 verschiedene Bände. Bibel Machsorim re. Von Frau Amalie Lothringer-Rappaport Wien, I., Rathhausstraße 15: Tnach von Mendelfon 16 Bände, Ozar Chochma von Dr. Barasch, Wissenschaftliche Abhandlungen über jüdische Geschichte, Literatur und Alterthumsknnde 3 Bände. Bon Herrn Josef Grünhut in Agram: Aus dem Nachlaß von I. Pollak Talmud Babli complett. Mharscha, aus dem Nachlaß von M. Hönigsberg, Tnach von Mendelsvn und noch 30 diverse Bände biblischen und talmudischen Inhaltes. Megillas Ester Pergament. Bon Herrn Leo Brandt Kaufmann in Wien: Talmud Babli Warschauer Ausgaben in - 15 Bänden mit mehreren Peruschim, complett und ganz neu. Es wird gebeten Bücherspenden an das Bereinsburean der „Oesterr. israel. Union". I., Schottenring 3 zu senden. Wien. (Generalversammlung.) Der Synagogenverein „Beth Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus, hielt am 3. d. M. seine ordentliche Generalversammlung ab, bei welcher der Laudesschulrath Herr D r. Gustav K o h n als Delegirter der isr. Cultusgemeinde intervenirte. Der Rechenschaftsbericht wurde mit großen Beifalle aufgenommen und dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erlheilt. Ebenso wurde die vorgeschlagene Statutenänderung von der Generalversammlung genehmigt. Bei den hierauf folgenden Wahlen wurden Herr S. M e i s e l s per Acclamation einstimmig zum Obmanne, bei der Wahl des Vorstandes ebenfalls mit Stimmeneinhelligkeit die Herren Max H e s ch e l e s als Obmaunstetlvertreter,. I g n. I o l l e s als Schriftführer, Bernhard Brauner als Cassier, ferner die Herren Julius Brecher, S. Deiches und B. Landau als Vorstandsmitglieder, ebenso die Herren I. L. Bels, Albert Kahane und I. Mahler als Bethausvorsteher gewählt. Zu Rechnungsrevisoren ivurden die Herren M. A. Dia m a n d, I. O b st und W e i ß ernannt, zu Schiedsrichtern die Herren K l a u s n e r, O e h l e n b e r g und O p p e r. Zum Schluffe der Generalversammlung ergriff Herr Landesschnlrath D r. G u st a v Ko h n das Wort, um seiner Genugthuung und Befriedigung Ausdruck zu geben über die Energie, mit welcher die Durchführung des Baues einer eigenen Synagoge bewerkstelligt wird und gab Namens der Cultusgemeinde die Zusicherung ab, daß die Cultusgemeinde den Verein mit dem besten Wohlwollen auch fernerhin unterstützen wird. Mit dem besten Danke an die Cultusgemeinde und ihrem Delegirten wurde die Sitzung geschloffen. Wien, den 4. April 1893. Wir haben schon oftmals Gelegenheit gehabt, die künstlerischen Leistungen unseres Glaubensgenossen des akademischen Bildhauers Herrn Isidor Pfeiffer in diesen Blättern lobend hervorzuheben. Nun sind wir wieder in der Lage, von einem Kunstwerke, das aus seinen Händen hervorgegangen, Mittheilung zu machen. Herr Bildhauer Pfeiffer hat vergangene Woche ein Werk beendet, das den Beifall und Anerkennung aller Kunstverständigen, die es gesehen, gefunden hat. Es ist dies eine aus Sandstein gehauene, drei Meter hohe Hubertus-Statue, welche auf Bestellung Sr. Durchlaucht des k. Kämmerers Fürsten Cam. Starhemberg, für sein Jagdschloß Hubertenhof vom Herrn Pfeiffer angefertigt wurde. Es freuet uns nun mittheilen zu können, daß das imposante Kunstwerk den vollsten Beifall und auch die Anerkennung Sr. Durchlaucht des kunstsinnigen Fürsten, der den Künstler in seinem Atelier, Billa Redlich, Oberdöbliug, Kreindlgasse, mehreremale besuchte, gefunden hat. Wien. Der junge Baritonist S. Szcngery (Sohn unseres Obercantors Singer), feierte in Temesvar geradezu Triumphe.

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