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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-03-31 · 13 (31.3.1893) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
13 (31.3.1893)
Date
1893-03-31
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 13 Österreichische Wochenschrift Seite 247 gutes Benehmen gegen die Juden. Verhalte Dich gegen sie in gleicher Weise wie Du es gegen Mohamedaner unter Deiner Administration rhust. In Civil-Sachen lasse ihnen Gerechtigkeit zu Theil werden und in religiösen Angelegenheiten überlasse die Entscheidung ausschließlich ihren Rabbinern. Juden unter fremdem Schutz behandle nach den Bestimmungell der Verträge und Conventionen, welche in Kraft sind: sollte irgend einer sich aber weigern, sich dem zu fügen, was Rechtens ist, so bringe Deine Klage bei unserem Minister an, damit wir uns mit der Regierung, unter deren Schutz die fragliche Person steht, in's Einvernehmen setzen können." Im Namen des Sultans hat der Minister an die Vorsteher der jüd. Gemeinde ein Schreiben gerichtet, in welchem der Tenor des an den Gouvernenr gerichteten Auftrages enthalten und gleichzeitig des Wunsch ausgedrückt ist, die Juden mögen nun in Frieden und Sicherheit leben. Se. Majestät ließ seine Mißbilligung darüber bekanntgeben, daß die Klagen über Bedrückung der Juden ihm erst ans anderen Quellen zugekommen seien und beauftragte die Juden, ihre Beschwerden in Hinkunft direct an den Minister zu richten. VernüMes. Wien. (T r a u u n g c n.) Sonntag, den 26. März 1896 wurden getraut: Herr Mayer Baruch Nappaport mit Frl. Leopoldiue Weichselblatt, Herr Josef Landau mit Frl. Friederike Margulies, Herr Moriz Ausch mit Frl. Jenny Engelmann und Herr Rudolf Mvrdo mit Frl. Recha Großmann. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Bei vollgesülltem Saale im Restaurant Khuner fand am 20. d. M. die Generalversammlung des Vereines statt. In feierlicher Ansprache empfahl Gemeinderath Lang im Namen seiner Collegen im Gemeinderathe der Stadt Wien den bisherigen Präsidenten B r o d zur Wiederwahl. In gleichem Sinne sprach Herr Fri edmann im Namen der Mitglieder. Unter stürmischem Beifall wurde Herr Brod als Präsident mit Acclamation wiedergewählt. In den Vorstand wurden durch Stimmzettel gewählt die Herren: Bielitz, Bock, Friedmann. Guttmann, Kisch, Pick, Mensch, Schwarz, Steiner, Makler, Weiß und Vulkan. Uirr 12 Uhr Nachts traten unter Anderen die Herren Stadtrath und k. k. Baurath v. Goldschmidt,Lang,Quittner rc. andieWahlurne. Um 1 Uhr schloß der Präsident die Versammlung. Wien. Infolge des Aufrufes der Frau Anna Schlesinger, geborne Dittel, zu Gunsten eines brustleidenden Familienvaters in Nr. 53 der Oösterreichischen Wochenschrift sind an Spenden eingegaugen: Von Madame M. Friedländer in Wien 5 fl., Herrn Rud. Auspitz in Wien 2 fl., Elise, Marie und Leontine Kohn aus ihren 'Sparbüchsen für die Armen 1 fl., Herrn Moritz Frankl in Bisenz 1 fl., Herrn Moritz Pollitzer in Wien 2 fl. Weitere gütige Spenden erbittet innigst Frau Anna Schlesinger geb. Dittel, Wien, 2. Bez., Volkertstraße 16. Wien, den 28. -März 1893. Sonntag, den 26. d. M. veranstaltete der literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" einen literarischen Nachmittag, an dem Frl. Frieda Rand über „Assimilation" sprach und Frl. Laura Götzel das wirkungsvolle Gedicht „Rabbi Löw" von Betty Paoli vortrug. Einen würdigen Abschluß fand der literarische Nachmittag durch einen Vortrag des zu dem Zwecke erschienenen Herrn cand. phil. Julius Werner über „Manasse ben Israel und seine Verdienste um die Einwanderung und Gleichberechtigung der Juden in England." In fesselnder Sprache entwickelte Redner, wie zu einer Zeit, als auf dem europäischen Continente Inquisition und Fanatismus jede freie Gesinnung der Völker unterdrückte, das freiheitliche Albion unter Oliver Cromwell den Juden freie Änsiedlung im Lande gestattete, wie durch Manasse's (1604 bis 157), des gelehrten Rabbiners von Amsterdam und persönlichen Freundes Cromwells, Bemühungen der Anfang der politischen Gleichstellung'der englischen Juden gemacht wurde, die ihren vollendeten Abschluß am Anfang unseres Jahrhunderts fand. Der nächste literarische Nachmittag findet Sonntag den 9. April statt. Saal: Schottenring 23. Wr.-Neustadt, am 26. März 1893. Die hiesige Judenschaft und die israel. Cultusgemeinde insbesondere hat einen schweren Verlust erlitten. Der Vorsteher Herr Dr. Friedenthal ist am 22. d. M. nach kaum 5tägiger Krankheit, 52 Jahre alt, einer Lungenentzündung erlegen. Die Trauer um den Tod Friedenthal's ist in der christlichen Bevölkerung gerade so groß, wie in der jüdischen, denn der Heimgegangene war ein edler Menschenfreund, dessen Herz und Hand den Unglücklichen und Dürftigen ohne Unterschied des Glaubens stets offen stand. Seit 22 Jahren stand er an der Spitze der Cultusgemeinde und sein Wirken war ein mustergiltiges. Die Trauerfeierlichkeit gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung, wie die Stadt noch keine gesehen. Mehr als 5000 Menschen folgten dem einfachen, schmucklosen Holzsarge, den unsere Vorstandsmitglieder auf den Schultern bis in den Hof unseres Bethhauses trugen. Der Präsident des Kreisgerichtes mit mehreren Rüthen, die beiden Staatsanwälte, der Bürgermeister mit dem gesummten Stadtrathe, fast alle Gemeinderäthe, das Presbyterium der evangelischen Gemeinde mit dem Pfarrer an der Spitze, die Directoren sämmtlicher Mittel- und Volksschulen, alle Lehrer, Advocaten und Aerzte, ein unübersehbarer Zug von Leidtragenden. Durch ein dichtes Spalier von Menschen, die ehrerbietig den Hut abnahmen, bewegte sich der Zug, man hörte nichts als Schluchzen und Weinen, es war eine allgemeine Trauer. Die telegraphisch herbeigerufenen Herren Rabbiner Kuttna aus Eisenstadt und Reich aus Baden hielten Gedenkreden, welche einen mächtigen Eindruck zurückließen. Dem Wunsche der Hinterbliebenen entsprechend, wurde die Leiche nach Mattersdorf überführt, um an der Seite seiner vor zehn Jahren ihm vorausgegangenen Gattin beerdigt zu werden. Nahezu an 50 Mitglieder begleiteten die Leiche von Wr.-Neustadt nach Matllrsdorf, wo dieselbe von der dortigen Cultusgemeinde in Empfang genommen wurde. Auf dem Friedhofe hielt der Ortsrabbiner dem- Verstorbenen einen Nachruf und der Cultusvorsteher Herr Ignaz Schischa widmete ihm einige herzliche Abschiedsworte im Namen der Neustädter Gemeinde. Friede seiner Asche! Teplitz i. B., 26. März. (Eigen-Bericht). (B o r t r a g im T e m pelv erein.) Welche Anziehungskraft und hohe Beliebtheit sich der erste, von unserem geschützten Seelsorger der Cultusgemeinde, Herrn Dr. Adolf K u r r e i n, gehaltenen Vortrag im Tempelvereine erfreute, bewies der zweite, heute Abends in Weinbergs Restaurant abgehaltene Vortrag Sr. Ehrwürden : „Die Frau im jüdischen Volke." Die beiden geräumigen Locale waren von Zuhörern dicht gefüllt, worunter man abermals die Honoratioren der Cultusgemeinde bemerkte. Herr Tempelvereins-Obmann Moriz Taussig begrüßte die Erschienenen herzlich, worauf, von Beifallsrufen begrüßt, der sehr geschätzte Herr Dr. K u r r e i n seinen ausgezeichneten, formvollendeten, gediegenen und humoristischen Bortrag begann. Stellenweise wurde er von Beifall unterbrochen. Eine volle Stunde unterhielt Herr Dr. Kurrein die Zuhörer, worunter sich namentlich viele Damen befanden. Zum Schluß wurde Herrn Dr. Kurrein über Antrag des Obmannes Herrn M. Taussig der Dank votirt und ein dreifaches Hoch dargebracht. Kremfier. (DiamanteneH o chz ei 1 sfeier.) In äußerst feierlicher Weise wurde sowol von Seite der Gemeinde, als auch der Familie die diamantene Hochzeilsfeier der Eheleute Aron und Minna Grünfeld begangen. Am Samstag den 25. d. versammelte sich im Wohnhause des Jubelpaares, der gesammte israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein, dessen thätiges Mitglied Frau Minna Grünfeld seit dem Bestehen desselben ist, um derselben eine reich ausgestattete, höchst geschmackvolle Adresse zu überreichen, zu folge deren Frau Minna Grün-, feld zum Ehrenmitgliede des Wohlthätigkeitsvereiues ernannt wird. Für seine Mutter dankte der Sohn Dr. Max Grünfeld sür die hohe Ehre, welche der Mutter und oer ganzen Familie damit erwiesen wurde. Am Sonntag den 26. wurde der diamantene Hochzeitsbund bei einem feierlichen Gottesdienste geweiht, nachdem vor demselben Herr Aron Grünfeld durch eine Abordnung des israelitischen Cnlmsvorstandes. mit dem Vorsitzenden Herrn Carl Liebmann an der Lpitze, zum Ehrenpräsidenten der „Chewra Kadischa" ernannt und ihm eine Adresse überreicht worden war. Ein äußerst nnimirtes Banket beschloß diese so überaus Herz liche und seltene Feier. Tyrnau. Von einem Wiener, welcher nachstehend erwähnter Einweihung als Gast beiwohnte, wird uns folgendes berichtet: Sonntag den 26. März fand die feierliche Einweihung des von der israel. Cultus gemeinde zu Tyrnau errichteten Tempels statt. Der schönen Feier wohnten bei: die Herren Bürgermeister Dr. Rekunolvics mit mehreren Vertretern der Stadt-Repräsentanz, Reichsrathabgeordneter Pautocsek, Stadthauptmann Wrchovsky, das löbl. Offiziers-Corps sowohl der gemeinsamen als auch der Honved-Armee und der Invaliden-Stabsarzt, eine Deputation der evangel. Gemeinde unter Führung des Herrn Johann Kalerrda, weiters der königl. Notar Dr. Thinagl, Deputationen verschiedener Corporationen von Tyrnau und selbst der weiteren Umgebung und viele hervorragende Persönlichkeiten. Der Präses der isr. Cultusgemeinde Herr Hermann Messinger, welcher sich überhaupt um das Zustandekommen dieses Werkes große

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