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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-03-31 · 13 (31.3.1893) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
13 (31.3.1893)
Date
1893-03-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 244 Oesterreichische Wochenschrift Nr. 13 Wien. (Amerika, du Haft es besser!) Das bleibt doch richtig und mitunter zeigt es sich besonders deutlich. Was die Zusammensetzung des diplomatischen Corps anbelangt, kennen die Amerikaner keine Vorurtheile; der Gesandte, der Botschafter, der Generalconsul bedürfen nicht der Grafenkrone und nicht des Adelsbriefes, nicht einmal auf den — Taufschein wird gesehen. Der neue amerikanische Generalconsul in Wien, Herr Max Judd, ein geborener Oesterreicher, hieß vor seiner Naturalisirung Judkiewicz und hat eine dem Dr. Lueger höchst schmerzliche Eigenschaft, welche ihm aber angenscheinlich in seiner diplomatischen Carriere durchaus nicht geschadet hat. Herr Max Judd, eine im commerciellen Leben der Vereinigten Staaten hochangesehene Persönlichkeit, ist Theilhaber der großen Confectionssirma Max Judd und Comp, in St. Louis. Wien. Die „Arbeiterzeitung", 17. März, Seite 5, veröffentlicht nachstehendes: Anerkennung gebührt dem Herrn Dr. Latzko, Specialarzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe, Arzt des Verbandes der gen. Krankencassen, VL, Chwallagasse Nr. 2 wohnhaft, welcher vom 25. December 1892 an meine Frau, die Gattin eines armen Schneidergehilsen, anläßlich einer Geburtsanomalie durch 4 Wochen in aufmerksamster, aufopferndster Weise behandelte. Er eilte zu jeder Stunde bei Tag oder Nacht hilfsbereit an das Schmerzenslager derselben, sobald es nur uothwendig war und versorgte die Arme durch 3 Wochen mit kräftiger Nahrung. Zur Operation, welche vörgenommen werden mußte, assistirteu 4 Aerzte und für all dieses verlangte er keinen Kreuzer Honorar. Er beschenkte int Gegentheil noch den Mann, welcher durch 4 Wochen an einem Fußübel litt und ohne Arbeit war. So handelte ein Arzt, noch dazu ein „Jude", an einer christlichen Arbeiterfrau, dem es ja ein Leichtes gewesen wäre, die Arme dem Spitale zu überweisen, um sich nich«. erst zu plagen dort, wo nichts zu holen ist. Ihm sei wärmster Dank gebracht. Wien. (Eingesendet.) Herr Redacteur! Meine durchaus arische Abstammung verhütet, daß die Herren Antisemiten mich als „Jude" bezeichnen können. Ja man kann mich nicht einmal als „Judenknecht" declariren, da ich mich nie in politische Dinge einmenge. In der letzten Nummer der „Oesterr. Wochenschrift" am 24. d. M. erwähnen Sie, daß der geohrfeigte Herausgeber des „Oesterr. Bolksfreundes" Dr. Psenner sich darüber lustig gemacht, daß sich zwei Kammerräthe nicht, wie ur sprünglich beabsichtigt, duellirt haben. Den Umstand, daß Dr. Carl Lueger, der Führer der „Christlich-Socialen" mehrere Duelle abgelehnt, lasse ich ganz unberührt, sondern constatire die Thatsache, daß Hofrath F. Besitzer der Kriegsmedaille ist, und ich in seiner Compagnie unter ihm gedient habe. Hofrath F. war Genie-Hauptmanu. Der andere Duellant, Kammerrath B. war amerikanischer Osficier und wurde anfangs der achtziger Jahre tödtlich verwundet. Die Secundanten der beiden Herren waren Stabsofficiere und ist die Sache daher unstreitig in ritterlicher Weise ausgeüagen worden. Und trotzdem wagt ein so jännnerliches Individuum sich über Leute lustig zu machen, deren persönlicher Math über allem Zweifel erhaben ist. Ich scheue mich nicht zu bekennen, daß wir Christen keine Ursache haben, auf diesen Glaubensgenoffen stolz zu sein. Hochachtungsvollst Karl Klein. Wien. (Eine D e l o g i r u n g.) Der Nadlermeister Jos. Volkmann hatte sich vor dem Strafrichter des Bezirksgerichtes Wieden, Dr. Czech, wegen Executionsvereitlung zu verantworten. Derselbe zerhackte nämlich anläßlich seiner Delogirung seine sämmtlichen Möbelstücke, welche bereits gepfändet waren. Bolkmanu ist geständig. „Herr Richter", sagte er erregt, „was würden Sie au meiner Stelle gethan haben? Die Frau im Wochenbette, sechs kleine Kinder schreien um Brot, keinen Kreuzer Geld in der Tasche, und der Hausherr läßt mich pfänden und delogiren! — Richter: Ja, Ihre Lage, ist allerdings eine bedauernswerthe gewesen! Hat denn der Hausherr keine Rücksicht genommen? — Angekl.: Nein! Um 12 Uhr Mittags hätte ich ausziehen sollen und habe den Hausherrn gebeten, nur bis 4 Uhr Nachmittags dieses Tages zu warten; aber nein, er ließ mich mit meiner todtkranken Frau und meinen sechs Kindern auf die Straße werfen! — Richter (zu dem als Zeuge erschienenen Hausbesitzer Architect Wenzel Rösler): Wie kann man denn so grausam sein und eine Familie in solchem Zustande auf die Gaffe werfen! Haben Sie denn kein Herz im Leibe? — Zeuge Rösler: Ich bitte, man hat mir die Delo- . girung beim Bezirksgerichte anempfohlen. — Richter: Reden Sie keinen Unsinn! Lügen Sie nicht, das wird Ihnen kein Bezirksgericht anempfohlen haben! — Der Richter verurtheilte Josef Bolkmann unter Anwendung der äußersten Milde zu einer vierundzwanzigstündigen Arreststrafe. Budapest. (Israelitische Stipendien.) Der Ausschuß des ungarisch-israelitischen Landes-Stipendienvereins hat die für das Schuljahr 1892—93 ausgeschriebenen Stipendien folgenden Petenten verliehen: 1. Das Baron Eötvös-Stipendium mit 200 fl. zu zwei gleichen Theileu: a) Ignaz Pollatschek (Kis-Terenne), Mediziner, nnö b) Samuel Krauß (Ukk), Hörer der Landes-Rabbinenschule; 2. das Baron Leopold Popper-Stipendium mit 100 fl. dem Juristen Jacob Goldstein (Nameßto); 3. das Dr. Eduard Oesterreicher-Stipendium mit 100 fl. dem Mediziner Daniel Fried (Budapest); 4. das M. L. Fochs- und 5. das Johanna Fochs-Stipendium zu je 100 fl. den Hörern der Philosophie Armin Erdödi (Kaschau) und Moriz Breuer (Csuz); 6. das Moriz und Ernestine Schreiber-Stipendium mit 100. fl. dem .Techniker Lazar Weiß (Csorna); 7. das Arthur Sternthal-Stipendium mit 100 sl. dem Juristen Julius Gaspar (Großmardein); 8. das Max und Julie Reumann-Stipendium mit 100 sl. dem Juristen Jakob Kahn (Udvarnok): 9. das Lorenz Svab-Stipendium mit 100 fl. dem Techniker Emil Wiener (Szucsäny); 11. das Salomon und Josefa Kohu-Stipendium mit 100 fl. dem Hörer der Landes-Rabbinenschule Bernhard Heller (Bittse); 12. das Dr. Josef v. Rozsay-Stipendinm mit 100 fl., dem Mediziner Emil Rechnitz (Budapest); 13. das Dr. Jakob Böhm-Stipendium mit 100 fl. dem Mediziner Isidor Kohn (Budapest); 14. das Wilhelm Singer-Stipendium mit 100 fl. dem Mediziner Josef Klein (Szobranczl; 15. das Gerson und Julie Spitzer- Stipendium mit 100 fl. dem Mediciner Josef Schenk (Salgo Tarjan); 16. das Dr. Adolf Goldberger-Stipendium mit 100 fl. dem Wiihem Hußar (Munkacs), Hörer der Philosophie; 17. das Julius Wolfuer-Stipendium mit 100 fl. dem Hörer der Landes-Rabbinenschule Moses Herskovits (Hadas); 18. das Moriz Wahrmann-Stipendium mit 100 fl. dem Juristen Alexander Hoffmann (Nagy-Kanizsa); 19. das Dr. Ignaz Hirschler-Sttpendium mit 100 fl. dem Mediciner Wilhelm Roth (Lipto-Ujvar); 20. das Ignaz und Fanny Schreiber- Stipendium mit 100 ff. dem Juristen Samuel Adler (Paks); 21. das Moriz und Maria Schmidl-Stipendium mit 100 fl. dem Mediciner Bernhard Nheinfeld (Szecseny); 22. das Samuel Schwartz-Stipendium mit 100 fl. dem Juristen Oedön Hauser (Baja;) 23—32. zehn Vereins-Stipendien mit je 100 fl. den Juristen Alexander Mandel (Nyir-Gyulaj), Josef Wiener (Trencsen-Barna), Heinrich Groß (Marikova), Karl Bun (Nagy-Kanizsa). Jdsef Kovacs' (Miskolcz) und den Medicinern Karl Weißenstein (Rajecz), Isidor Rosenberg (Teschen), Moriz Engländer (Homonna), Benjamin Leitner (Nemet-Palanka) und Karl Fischof (Neuhäusel); 33—36. acht Vereins-Stipendien zu je 50 sl. dem Techniker Hugo Traunstein (Budapest) und den Hörern der Landes-Rabbinerschnle, Armin Abeles (Oedenburg), Bernhard Singer ^S.-A.-Ujhely), Sigmund Goldberger (Budapest) Isidor Heller (Tot-Prona), Gabriel Schwär» (Nadudvar), Jcnö Rvsenblüh (Csepe) und Isidor Engelsmann (Zala-Egerßeg). Von den 179 zumeist sehr würdigen Petenten, die sich uni Stipendien bewarben, konnte wegen der Unzulänglichkeit der Vereinsmittel nur der geringste Theil berücksichtigt werden. Sämmtliche Gesuchsteller können ihre Gesuche bei Herrn Dr. Josef Simon (Budapest, 5. Bez. Badgasse 10) in Empfang nehmen. Prag. (Nächstenliebeverein zur Unterstützung verschämter israelitisch er Hausarmen in Prag.) Unter dem Vorsitze des Directors Herrn Dr. Ludwig Bendiener und in Anwesenheit einer großen Anzahl von Vereinsmitgliedern fand gestern Nachmittag im Ileinen Sitzungssaale des Altstädter Rathhauses die Generalversammlung des obgenannten Vereines statt. Der der Versammlung vorliegende Geschäftsbericht erwähnt vorerst, daß die Zahl der Spenden und Legate inclusive der Kranzspenden im Vorjahre die Summe von 12340 sl. 52 kr. erreichte. Das Vereinsvermögen bezifferte sich am 31. December 1892 auf 132.883 fl. 56 kr. und weist gegen das Vorjahr einen Zuwachs von 5819 fl. 38 kr. auf, der aber nur den Stiftungen zugute kommt, während das disponible Vereinsoermögen abgenommen hat und im Ganzen den geringen Betrag von 6143 fl. 55 kr. repräsentirt, ein Beweis, daß die VereinsleitUng die ihr zufließenden Spenden nicht zur Ansammlung für künftige Generationen verwendet, sondern den Armen und Nothleidenden ' unserer Zeit zuführt. An Unterstützungen allein wurde der 'namhafte Betrag von 12.306 fl. 78 kr. an verschämte Arme verabreicht, an unverzinslichen Darlehen der Betrag von 1580 fl. gewährt und für religiöse Functionen 603 fl. 64 kr. bestritten. Der Bericht spricht zum Schluffe den Spendern und Gönnern des Vereines den tiefgefühlten Dank aus und bittet dieselben, dem Vereine auch weiterhin ihre Sympathie zu bewah-

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