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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-03-24 · 12 (24.3.1893) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
12 (24.3.1893)
Date
1893-03-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 224 Oestrrreichifche Wochenschrift Nr. 12 Jubilar in dessen Wohnung, unter Führung des Obmannes Sal. N. Loew, Beamter bei Dr. Neuda, eine Adresse, worin seinem hingebenden Mühen und Streben mit Dankbarkeit Ausdruck gegeben wird. Nachmittags fand in Hatschek's Restauration ein Bankett statt, bei welchem eine große Anzahl ehemaliger Zöglinge des genannten Institutes, welche aus allen Kronländern der österr.-ungar. Monarchie aus diesem Anlasse eintrasen, anwesend waren. Das Erscheinen des Jubilars wurde mit stürmischer Freude begrüßt und derselbe von Allen beglückwünscht. Tief ergriffen und innig bewegt dankte der greise Lehrer fiir die Ovationen und die Opferwilligkeit, welche die Zöglinge durch Errichtung einer des Jubilars Namen führenden Stiftung zur Unterstützung armer Taubstummen an den Tag legten. Unzählige Toaste folgten' in beredten Worten von den entstummten Gehörlosen. Telegramme langten ein aus Chicago, New-Iork und vielen anderen Städten des In- und Auslandes. Wien. (Kaiserlicher Rath Wilhelm Frankl gestorben.) Sonntag Früh ist nach langer, schwerer Krankheit in seiner Wohnung, Schottenring Nr. 17, kaiserlicher Rath Wilhelm Frankl gestorben. Im Jahre 1850 trat Wilhelm Frankl als Repräsentant des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft ins öffentliche Leben ein und entfaltete von da ab bis zum Ende der Siebziger-Jahre eine an Arbeit und Erfolgen reiche Thätigkeit. Er gehörte während dieser Zeit der Handelskammer. dem Wiener Gemeinderathe und in den letzten Jahren auch dem niederösterreichischen Landtage an. Außerdem bekleidete er die SMlen eines Bezirksschulrathes, eines Präsidenten des Kaufmännischen Vereines und eines Obmannes des leitenden Ausschusses der Franz-Josefstiftung. In allen diesen Stellen bewährte sich Frankl als ein Mann, welcher sich mit großem Eifer den Aufgaben, die an ihn herantraten, widmete und durch sein seltenes Organisationstalent, sowie durch seine besondere Rednergabe lange Zeit hindurch zu den geschätztesten Gliedern jener Körperschaften zählte, denen er angehörte. Von den Schöpfungen, die nicht nur unter seiner Mitarbeiterschaft, sondern emch durch seine Anregung entstanden sind, seien hier erwähnt die Reform der Gremial-Handelsschule, die Gründung der Gewerbeschulen, der Waisenhäuser, des Centralfriedhofes, der Markthallen. Insbesondere ist zu erwähnen, daß die Errichtung des Lagerhauses der Stadt Wien vor Allem den Bemühungen Wilhelm Frankl's zu verdanken ist. Für sein ersprießliches Wirken wurde er auch vielfach von allerhöchster Seite ausgezeichnet. Nebstdem, daß ihm der Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen wurde, war er auch Ritter des Franz Josef-Ordens und Besitzer des goldenen Verdienstkceuzes mit der Krone. Seitdem er sich vom öffentlichen Leben zurückgezogen, wa r er beeideter Börsensensal. Wien. (Josef Ban k.) Der Schauspieler Josef Bank, der den Wienern von seiner künstlerischen Thätigkeit am Stadt- und Carltheater, sowie im Theater an der Wien in bester Erinnerung steht, ist in der niederösterreichischen Landes-Jrrenanstalt im Alter von 36 Jahren gestorben. Vor fünf Jahren mußte er in Folge einer beginnenden Gehirnparalyse seinem Berufe entsagen und wurde später in der Irrenanstalt.untergebracht, wo der Tod ihn von weiterem Siech- Ihnm erlöste. Mit sechzehn Jahren betrat er die Bühne; nachdem er eine Zeit lang in Olmütz gewirkt, berief ihn Laube an das Stadttheater, wo er in jugendlichen Liebhaberrollen, besonders im Lustspiel, eine Reihe schöner Erfolge erzielte. Nach dem Brande des Stadttheaters nahm Bank Engagement bei Direktor Tatartzy im Carltheater und ein Jahr später engagirte ihn die Direktion des Theaters an der Wien. Als in Berlin das „Deutsche Theater" gegründet wurde, engagirte L'Arronge den jungen, beliebten und besonders in feinkomischrn Rollen ausgezeichneten Schauspieler dahin. Auch in Berlin wurde Bank bald eines der beliebtesten Mitglieder der dortigen Bühne. Da traf ihn das tragische Geschick, von einem Lastwagen zu Boden gerissen und überfahren zu werden. Er trug zwar keine schweren äußeren Verletzungen davon, aber Gedächtnißschwächc machte sich bemerkbar, und als er eines Abends während der Vorstellung von einem Weinkrampfe befalle» wurde, mußte er auf Anrathcn der Aerzte seine künstlerische Thätigkeit suspendiren. Bank kam nach Wien zurück, wo seine Angehörigen einige Jahre vorher Domicil genommen hatten. Anderthalb Jahre lang befand er sich in der zärtlichen Pflege der Seinigen, Mutter und Schwester betreuten den Kranken mit der liebevollsten Sorgfalt, bis sie sich endlich der unabweisbaren Nothwendigkeit fügen und den Kranken in die niederösterreichische Landes-Jrrenanstalt abgeben mußten. Die greisen Eltern halten ihre Hauptstütze verloren und die ganze Last ruhte seither auf der einzigen Schwester Banks, die sich für den Bruder und die Eltern geradezu aufgeopfert hat. Das Lerchenbegängniß fand (Dienstag) um halb 11 Uhr Vormittags auf dem Centralfriedhose (isr-clil'schc Abtheilung) statt. Wien. Der Verein zur unterstützung jübischer Kleingewerbetreiben der in Wien (2. Bez., '' Obere Donaustraße 81), veranstaltet Samstag, den 25. März 1893 im Ballsaale des Etablissement Ronacher ein Wohlthätigkeits- Costnme-Kränzchen (ohne Costumezwang). Concert und Ballmusik von der Capelle des k. k. Infanterie-Regimentes Ritter von Keeß Nr. 85. Das gesammte Reinerträgniß fließt dem Unterstützungsfonde des Vereines zu. Wien. Zu Gunsten der unter dem Protectorate Sr. kais. und königl. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Carl Ludwig stehenden Versorgungs- und Beschäftigungs-Anstalt für erwachsene Blinde, veranstaltet der Tonkünstler Adler Montag, den 27. März 1893, Abends 6 Uhr, im Prachtsaale des Hotel de Franke, I., Schottenring 3, ein Wohlthätigkeitsconcert, bei welchem namhafte Künstler, Mitglieder der k. k. Hofoper, des Carltheaters, die Opernsängerin Frl. Irene Oehler, Herr Dr. Josef Deutsch, ferner das Doppel-Quartett vom Rossauer Männergesangs-Verein rc. Mitwirken werden und außer Gesangs-, Clavier- und Violoncello-Vorträgen, insbesondere Ensembles von 20 Violinen, arrangirt vom Concertgeber, zur Aufführung gelangen. Wien. Am 18. d. M. ist in Piesling der Nestor der mährischen Rabbiner, der ehem. fromme, gelehrte Bezirksrabbiner M. L. Kohn nach kurzem Leiden von der Erde geschieden. Der Verewigte war ein Schüler des sel. Rabbiners Moses Wannenfried in Proßnitz und des sel. Landesrabbiners Nehemias Trebitich in Nikolsburg. Seit dem Jahre 1841 hat er tact- und würdevoll das Rabbinat in der achtbaren Gemeinde Piesling bekleidet, wo er sich einer ungewöhnlichen Beliebtheit erfreute. Als er vor 2 Jahren seinen 80. Geburtstag und sein 50jähriges Amtsjubiläum feierte, hatte es sich gezeigt, wie sehr die Verdienste dieses wahrhaft frommen Priesters allgemein anerkannt wurden. Aber auch den Kelch der Leiden hat er bis. zum Neigen geleert. Er sah nicht nur seine treue Gattin, sondern auch erwachsene Kinder in's Grab steigen. Vor 7 Wochen erst hat er, ohne es erfahren zu haben, weil man sein hohes Alter schonen mußte, einen herben Verlust durch das Hinscheiden seiner ältesten Tochter, der Gattin des rühmlichst bekannten Gelehrten und Schriftstellers des .Herrn Dr. Friedländer, in Pisek erlitten. Neutra. Wie uns aus Neutra gemeldet wird, fand daselbst vorgestern eine Sitzung der isr. Gemeinde-Repräsentanz statt, in welcher Dr. Breuer, Rabbiner der orthodoxen Gemeinde in Frankfurt a. M., einstimmig zum Qber-Rabbiner in Neutra acceptirt wurde. Als Jahresgehalt wurde ihm außer freier Wohnung und Nebeneinkommen ein Fixum von 2400 Gulden bestimmt. „Die einstimmige Wahl des Herrn Dr. Breuer bei der General-Versammlung ist gesichert", fügt der Bericht unseres Correspondenten hinzu. Prag. Ans Anlaß des achtzigjährigen Geburtsfestes des um die Zigeuner-Synagoge hochverdienten Ehrenvorstehers D L. Schlosser, der nahezu die Hälfte seiner Lebensjahre den Interessen und dem Dienste des genannten Gotteshauses widmete, hat am Samstag den 11. März um 9 Uhr Vormittags ein besonderer Festgottesdienst stattgefunden. Oberrabbiner-Stellvertreter Dr. Taub er hielt die Predigt. Prag, 20. März. Die vom„Kreuzerverein zur Unterstützung armer ifrael. Waisenmädchen im Königreiche Böhmen" zum ehrenden Andenken an seine verstorbeiten Stifter, Gründer und Mitglieder veranstaltete Gedächtnißfeier, verbunden mit einem Trauergottesdienst, fand gestern, den 19. d. M. 12 Uhr Mittags im ifrael. Tempel in Prag, Geistgasse u. zw in solenner Weise statt. Mit dem Chor „Ich richte mein Gebet an Dich" (Psalm' 130) von D. Rubin eingeleitet, begann die Andacht. Nachdem hierauf noch das „Büßlied" von Beethoven zum Bortrag gebracht worden war, bestieg Se. Ehrwürden, Prediger Herr Dr. Gelbhaus die Kanzel und hielt eine würdige, der Feier entsprechende, von Geist und Humanität getragene glänzende Rede. Seine Ausführungen machten auf die Zuhörer einen mächtigen Eindruck. Mit der Absingung des Liedes „Herr, höre mein Gebet" aus dem Oratorium „Elias" von Mendelssohn und des Chores „Die Ehre Gottes" von Beethoven seitens des Tempelchors fand nach Verrichtung des Gebetes für die Hingeschiedenen die schöne Feier ihren Abschluß. Bei der Hauptversammlung dieses Vereines, welche am 19. M. stattfand, fanden die Wahlen statt. Es wurden gewählt die Herren: Adolf Bloch, D. Bunzel-Federn, Hermann Grab, Moritz Hahn, Max Kohn, und Zach. Pollaczek. Kremsier. (Diamantene Hochzeit.) Am 26. l. M. feiern die Eheleute Aron und Minna G r ü n f e l d in Kremsier das seltene Fest der diamantenen H o ch z e i r. Das greise Paar er-

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