Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-03-24 · 12 (24.3.1893) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
12 (24.3.1893)
Date
1893-03-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3020954-3020966--02256-3026336
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Nr. 12 Orjterreichifche Wochenschrift Seite. 223 Walsch wieder auf den Füßen, so wurde er derartig gegen seinen Schlitten gestoßen, daß, wie Krüger sagte, „er sich das Genick abstürzen konnte". Walsch eilte nach dem Schlitten und stellte sich daran auf, um etwas Deckung zu haben, er wurde aber von Hoffmann wieder aus dieser Position herausgerissen. Walsch rief: „Leute was wollt Ihr?" Dann rannte er vom Hofe hinunter in die Dorfstraße. Hoffmann war der erste, der ihm folgte. Einige Schritte hinter dem Hofthor fiel ein Schuß. Das war das Signal zu dem Ruf: „Jetzt kriegt er das Schießen. Todtschießen lassen wir uns nicht. Nun man los!" Alles stürzte nach. Nach einigen Augenblicken fielen noch zwei Schüsse, denen nach einer Weile ein vierter folgte. Der Angeklagte läßt sich dahin aus, daß er nicht die Absicht der Tödtung gegen die ihn verfolgenden Personen gehabt habe. Es seien nur Schreckschüsse gewesen. Den ersten Schuß stabe er im Laufen schräg hoch in die Luft über die linke Schulter, die zwei folgenden Schüsse jedoch beim Umdrehen in die Luft, seitwärts von Hoffmann in die Höhe abgegeben. Da der Weg bergan gegangen sei und er Gummischuhe getragen habe, sei er ausgeglitten und zu Boden gefallen. Hoffmann und Andere hatten sich auf ihn gestürzt und ihm den Revolver zu entwinden versucht. Bei dem gegenseitigen Ringen sei der vierte Schuß losgegangen. Hoffmann bestätigte diese Darstellung. Auch er habe den Eindruck davon bekommen, daß Walsch nicht die Absicht der Tödtung hatte. Glücklicherweise ist bei der ganzen Affaire mit dem Revolver Niemand verletzt worden. Walsch wurde entwaffnet und blutig und beschmutzt dem Gemeindevorsteher übergeben, der ihn seinerseits sofort dem Amts- Vorsteher-zuführen ließ. Seitdem hat der Angeklagte in Untersuchungshaft gesessen. Die Aussagen der ersten Hauptzeugen waren für den Angeklagten so günstig, daß alsbald auf alle weiteren Beweismittel verzichtet, Walsch nach einer glänzenden Verteidigungsrede des Herrn Rechtsanwalt Dr. Poeppel-Briefen freigesprochen und sofort auf freien Fuß gesetzt wurde. Noch mit dem Nachmittagszuge konnte er mit Mutter und Braut, die hierher geeilt waren, die Heimreise antreten. — Nunmehr wird der Spieß umgedreht und gegen Diejenigen gerichtlich eingeschritten werden, die Walsch mißhandelt haben. Karlsruhe. Folgendes Schreiben des Großherzogs von Baden ging Finanzminister Ellstätter zu: Lieber Herr Finanzminister Ellstätter! Wiederholt gaben Sie die Absicht kund, sich von Ihrer verantwortungsvollen Stellung zurückzuziehen; in treuer Hingebung und Anhänglichkeit fügten Sie sich dann meinem dringenden Wunsch, in Ihrem wichtigen Amte noch länger auszuharren. Dieser dankenswerten Hingebung entspringt die seltene Thatsache einer 25jährigen Wirksamkeit .als verantwortlicher Präsident des Finanzministeriums, eine Zeit erfolgreicher Arbeit und fruchtbringender Thätigkeit, auf welche ich mit großer Dankbarkeit zurückblicke. Ihr erneutes Gesuch vom 2. März begründet Ihren Wunsch, sich in Rücksicht auf Ihre angegriffene Gesundheit aus dem activen Dienste zurückzuziehen — ein Wunsch, dem ich im Hinblick auf die langen Jahre selbstlosen Wirkens und aufopfernder Thätigkeit nicht glaube entgegentreten zu dürfen, da ich weiß, daß Ihnen Ruhe und Schonung der Kräfte erforderlich ist. Mit Bedauern erfülle ich Ihren Wunsch und nur ungerne sehe ich Sie aus einer Thätigkeit scheiden, in welcher Sie so ausgezeichnete Dienste dem Staate geleistet haben und dabei eine Treue und Hingebung bewährten, die mir stets in w'er-her Erinnerung bleiben werden. In Anerkennung der vorzüglichen ' Dienste', welche Sie in langen Jahren geleistet haben, verleihe ich Ihnen als eine öffentliche Kundgebung meiner Dankbarkeit hiemit den Berthold-Orden und wünsche, daß noch viele Jahre des Wohlergehens Ihnen beschieden sein mögen. Mit diesem treuen Wunsch verbleibe ich Ihr ergebener . (gez.) Friedrich. Nmnijlcktes. Wien. (Trauungen.) Sonntag, den 10. März 1893 wurden getraut: Herr Isidor Kohn mit Frl. Betti Breisach; Herr Dr. Albert Hammerschlag mit Frl. Leontine Bardach; Herr Sigmund Kulka mit Frl. Emilie Frankl; Herr Osias Bernstein mit Frl. Katharina Neuspiel; Herr Leopold Schaffer mit Frl. Ester Estella Taußkp. Wien. III. Verzeichniß von Bücherspenden für die Bibliothek des Rabbiner-Seminars in Wien. Von Herrn Salomon Buber Cultnsrath und Privatgelehrter in Lemberg, die von ihm edirten Werke: Midrasch Fragmente, Schaare Zion, Psikta Sntrata, Schibule Haleket, Sammlung .igadischer Commentare rc. zusammen 21 Bände. Von dem Buchhändler und Verfasser des bibliogr. Lexicons Herrn Eh D. Lippe in Wien und seinem Associe, dem Förderer derhebr. Wissen (hast, Herrn I. Picker, Kaufmann in Innsbruck: Viele literarisch-homiletische Pnblicationen, welche seit 20 Jahren iin Berlage des Herrn Lippe erschienen sind, uub zwar: Dr. Adolf Jellinek, mehrere Theile seines Beth Hamidrusch, Schristen über Kabbala und Religivnsphilosophie und die meisten seiner gesammelten Predigten. Wissenschaftliche Beiträge und gelehrte Abhandlungen in verschiedenen Werken und Sannnelschriften berühmter Männer, wie Dr. Güdemann, Prediger Manhcimer, Dr. Adolf Schmiedl, Professor Dr. Grätz, Dr. Jost, Dr. I. S. Bloch, Benjamin Szold, Rabbiner in Baltimore, Amerika, Privatgelehrten Sigmund Gompee; und Anderer, zusammen 121 Bände und Schriften. Von Herrn Marcus Tuchfeld, Fabrikanten in Wien, Fünshaus: Talmud Babli, Lemberg 1861, 11 Bände, Schulchan Aruch Joredea, 2 Bände, Prachtausgabe, Midrasch Rabbah und Midrasch Talpijot und Seder Hajom. Von Herrn M. Schanzer, Pilsen: Talmud Babli, Luchath Habrit, Seser Habrit und weitere 51 Bücher talmndischen Inhaltes. Von Herrn Abraham Czeiger, Szentes, Ungarn: Neuhebräischdeutsches Wörterbuch von Moses Schnlbaum und Özar Haschemoth von Michael Wolf. Von Herrn Emanuel Mandel in Prerau: Talmud Babli und Mischnajott je 6 Bände, Kusari mit Eommentar Tzer Rechmod, Haaruch Rabbinisch aramäisch-deutsches Wörterbuch vonM. F.Landan, 2 Theile und andere Werke talmndischen Inhaltes: zusammen 20 Bände. Ans dem Nachlasse des Herrn Josias Bran, Ungar.-Lstran: Mhaischa, Tor Choschen Mischpot, 2 Theile, Tor Trach-Chaim, Tor Joredea und Tor Eben Haeser und weitere 16 Bände talmrldischen Inhaltes. Von Herrn S. Kohn in Horazdovic in Böhmen - Schulchan Aruch Joredea, Magen "Abraham, Eben Haeser, Beer Hetew und weitere 16 Bände talmudischen Inhaltes. Bon Hecrn Aron Marens, Privatgelehrten in Krakau: 2 Bände Hartmanns indnetive Philosophie im Chassidismus. Von Herrn Jacob Schiffmann. Kaufmann in Wien: ^Talmud Babli, Warschau, 16 Bände, Alfassi 5 Bände, 5 Bücher Moses mit 10 Peruschim Wilna, alle Werke complett und ganz neu. Es wird gebeten, Bücherspenden au das Bereinsbnreau der „Testerr. israel. Union" I., Schottenring 23 zu senden. Wien, den 21. März 1893. „Frauenhort", ifr. Frauen- Wohlthätigkeits-Verein im Bezirke Alsergrund. Im Spenden- Verzeichniffe dieses Vereines in Nr. 11 unseres Blattes wurde infolge eines unliebsamen Versehens der Name der Frau Ernestine Berger 20 fl. nicht genannt. Neuerliche Spenden sind eingegangen von Frau Jannette Scheffel 20 fl., Frau Jacob Fischl 20 fl. Spenden und Beitrittserklärungen für den Verein übernimmt die. Präsidentin desselben, Frau Stadtbaumeister Donat Zifferer, 9. Bezirk, Maximilianplatz 6. Wien. Der Kranken-Unterstützungs- und Humanitäts- Verein ,,6omle Chesed“ (Wohlthätigkeit aus Pietät) hält Sonntag, den 26. März d. I. präcise 3 Uhr Nachmittags im kleinen Saale der Niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer (Börsegebüude) Eingang von der Wipplingerstraße, 1. Stock, seine XxVlI. ordentliche Generalversammlung ab. Wien. Am 20. März wurde die Generalversammlung unter zahlreicher Betheiligung des gegenseitigen isr. Hilfsvereines für Handwerker und Kleingewerbetreibende der Mitglieder dieses Vereines in M. Guths Restauration, 2. Bez. Stefaniestraße, abgehalten. Nachdem der Vorsitzende Herr M. Edelhofer, Tapezierer, einen kurzen Rückblick auf die Thätigkeit des Vereines geworfen, wurde mit Anerkennung zur Kenntniß genommen, daß Herr Abgeordneter Dr. Bloch zum Ehrenmitglieds ernannt wurde. Die programmmäßigen Punkte als Rechenschaftsbericht und Absolutorium, Anträge und Interpellation wurden sachlich durchgeführt: die Wahl des Herrn M. Edelhofer zum Obmann erfolgte per Acclamation. Ferner wurden nachstehende Functionäre mittelst Stimmzettel gewählt: Die Herren I. Weist, Schuhmacher; Oesterreicher, Installateur; Fincsus, Steinmetz; Huber, Fleischer; Tintner, Tischler; Jokl, Schneider; Doktor, Buchbinder; Josef Fischer, Schuster: Schulhof, Schloff-r; Himmelreich, Installateur; M. Pick, Kürschner. Ersatzmänner: Die Herren Rosenzweig, Schneider; Ignaz Edlhofer, Fleischer; Jungmann, Tapezierer; I. Reich, Kleinfuhrmann; H. Waschinski, Damenschneider; Jg. Neumann, Sticker. Es ist dies der einzige israelitische Meisterverein mit vorzüglich humaner Tendenz, und darum würdig von Glaubensgenossen unterstützt zu werden. Wien. (Jubiläumsfeier.) Zur Feier des 80. Geburtsfestes des em. Directors des allgem. österreichisch-israel. Taubstummen-Jnstitutes, kaiserlichen Rathes I. Deutsch bildete sich ein Comite aus seinen ehemaligen Zöglingen, welches sich zur Aufgabe stellte, dieses Fest in verdienter, würdiger Weise zu begehen. Sonntag, den 19. d. M. überreichte das Comite dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.