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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-03-17 · 11 (17.3.1893) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
11 (17.3.1893)
Date
1893-03-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 200 Orstrrreichische Wochrnfchrist 'Jiv. 11 Um dies zu erlangen, klagte er den Gerichtsadvocaten beim Gouverneur des Staates und es entschied dieser, dem das Begnadigungsrecht zusteht, die Anordnung eines regelmäßigen neuen Proceffes mit folgendem Decret: „ .... Es herrscht ein Zweifel, ob Reich überhaupt schuldig ist, und wenn schuldig, in welchem Grade, das zu entscheiden ist natürlich Sache des Gerichtshofes. Ich als Executor des Staates habe beschlossen . . . — Reich mußte jedoch die Anordnung des Processes selbst verlangen, um dem Gerichtshof die Gelegenheit zu geben, zu entscheiden, aber diese Gelegenheit muß er sich selbst verschaffen, oder besser gesagt, erkaufen, da Advocaten in Amerika nur gegen hohes Geld, für eine so' complicirte Angelegenheit sich iuteressireu. „So lange ich in New-Iork wohnte — so schreibt der Privatanwalt des angeklagten Reich an den Reichsratsabgeordneten Dr. Bloch — habe ich Alles aufgeboten und versucht, für ihn einen Pardon zu erwirken, jetzt aber bin ich tausend englische Meilen von dort versetzt, und nachdem alle Mittel erschöpft sind, unternahm ich den letzten Schritt und wandte mich an Sc. Majestät dem Kaiser, da der verurtheilte Reich kein amerikanischer Staatsangehöriger, sondernösterreichisch-nngarischerUnterthan ist. Dem Schreiben an dem Reichsraths-Abgeordneten Doctor Bloch schloß der Anwalt Reich's ein Schreiben an den amerikanischen Gesandten Obersten Fred Grant bei. welches eine detaillirte Darstellung der ganzen Angelegenheit enthält. Oberst Fred Grant erklärte Herrn Dr. Bloch,da Reich ein ungarischer Staatsangehöriger ist, so gehört er dem Schutze der österreichischen Gesandtschaft in Washington an. Dr. Bloch nahm Audienz bei dem ungarischen Minister am Hoflager, dem Grafen Ludwig Tisza, welcher zugesagt hat, Informationen über die Angelegenheit einzuholen. Das Majestätsgesuch Browne's sür Reich ist am 21. Jänner thatsächlich in Wien eingetroffen und am 24. Jänner an die österreichische Gesandtschaft nach Washington zur Aeußerung und Berichterstattung abgegangen. Wien. Man schreibt uns aus Preßbnrg: Durch ganz Ungarn widerhallt jetzt der Kampf, um die Civilmatrikel und die Receprion der Juden und die kirchenpolitischen Fragen bildeten die Tagesordnung bei der Berathung der hiesigen Stadtrepräsentanz am 9. d. M. Da gab es hitzige Debatten, man vernahm liberale und antiliberale Reden, welche die Leidenschaften erregten und die Gemüther erzitterten. Besonders bemerkenswerth war die Thaffache, daß der königl. Notar Georg von Bartal, der Präsident der Preßburger Nationalpartei, sowie der Bürgermeister-Stellvertreter und der Oberstaatsanwalt mit Begeisterung die kirchenpolitische Action der Regierung unterstützten und der liberale Antrag wurde endlich mit 15 Stimmen Majorität zum Beschlüsse erhoben. Es fand eine namentliche Abstimmung statt und als die 3 Firmeninhaber P alu gy ai, welche Stadtrepräsentanten sind, aufgerufen wurden und diese ihr Votum im reactionären Sinne abgegeben, entstand ein Lärm und ein Scandal, wie er im hiesigen Rath- Hause noch nie vorgekommen. Die Firma Palugyai hat sich immer mehr der reactionären antiseinitischen Clique in die Arme geworfen: Das sollten sich auch die Israeliten anderwärts wohl merken. Wie». Jsr. Frauen-Wohlthätigkeits-Verein „Frauenhort". Im IX. Bez. ist in jüngster Zeit unter den günstigsten Auspicien dieser Verein gegründet worden, dessen Tendenz es ist, armen kranken Frauen und Wöchnerinnen beizustehen und arme schulpflichtige Kinder zur Winterszeit mit warmen Kleidern zu versehen. -Zunächst trat ein engeres Comite aus den Herren Gottlieb Bettelheim, Ignaz M. Feiglstock, k. k. Commerzialrath Sigmund Neustadtl, Wilhelm Pappenheim und Moritz Reis zusammen, entwarf die Statuten für den zu gründenden Frauenverein und berief am 29. Jänner d. I. eine Schaar edelgesinnter Frauen zu einer Besprechung im Tempelgebäude. Und zahlreich waren sie dem Rufe gefolgt. Bei dieser Gelegenheit hielt Herr Commerzialrath Sigmund Neustadtl eine zündende Ansprache und erwähnte in derselben auch des Briefes, den HeinrichHeine an seinen Onkel Salornon Heine schrieb, als Letzterer eine bedeutende Summe zur Errichtung eines jüdischen Spitals spendete. Heinrich Heine schrieb damals unter Anderem: „Was kann rs denn noch Schlimmeres geben, als arm, krank und Jude zu sein!" — Ein konnte wurde gewählt aus den Damen: Rosa Zifserer Präsidentin, Regine Kopstein 1. Vice-Präsidentin, Johanna Fröhlich 2. Bice-Präsidentin, Rosa Feigenbaum 1. Schriftführerin, Emma Pappenheim 2. Schriftführerin, Regine Bettelheim Cassierin, Emilie Quittner Controlorin, Philippine Bauer, Rosa Bruckner, Cilli Bunzl, Sofie Deutsch, Marie Ellbogen sen., Jda Hiller, Leonore Kohn, Jeanette Schefftel, Antonia Schnepp, Betty Thalberg, und Louise Wermer. Dieses Damencomite entfaltete bald eine rührige und energische Thätigkeit, Allen voran das Präsidium mit Frau Stadtbaumeister Donat Zifferer an der Spitze und zählt der Verein heute schon nahezu 300 Mitglieder mit 1600 fl. Jahres¬ und 6600 fl. Gründerbeiträgen. Wir wünschen dem Verein, er möge zum Wohle der Nothleidenden in seinem Wirken vom schönsten Erfolge begleitet sein und rufen ihm ein herzliches „Glückauf" zu. Spenden und Beitrittserklärungen übernehmen: Frau Rosa Zifferer 1., Maximilianplatz 6, Frau Regine Kopsiein I., Neuthorgasse 13 und Frau Johanna Fröhlich IX. Frankgasse 1. § 7 der Statuten lautet: Ordentliche Mitglieder des Vereines find jene Franeu, welche mindestens einen Jahresbeitrag von 4 fl. geleistet haben. Außerordentliche Mitglieder sind Herren, welche mindestens einen Jahresbeitrag von 4 fl. und Frauen, welche einen geringeren Jahresbeitrag entrichtet haben. Gründer hingegen jene, welche dem Vereine mindestens 20 fl. für den Vereinsfond widmen. Spcnden-Berzeichnisi. S. M. v. Rothschild 1000 si., Moritz Freiherr v. Königswarter 500 st., Herr und Frau Gottlicb Bettelheiin 500 fl., Herr und Frau Jcst'f Thalbcrg 250 fl., Dollfus; Mieg & Co. in Mühlhausen 200 st., Herren Gebrüder Gutniann 200 sl., Herr Trcbitsch & Sohn 20 J fl., Herr Donat Zifferer 100 fl., Herr Arnold Fröhlich 100 fl., Frau Jda Hiller 100 fl., Frau Hermine Hiller 100 fl., Fran Camilla Cohn 100 sl., Frau Tr. Antonie Passaner 100 fl., Herr Moritz Edler v. Kassner 100 sl., Herr Bernhard Reicher 100 fl., Herr Ignatz Eisler 100 st , Herr Alfred Straßer 100 fl., Herr Hermann Back 50 fl, Fran Philippine Bauer 50 fl, Herr H. B. 50 fl. Frau Adele Bloch 50 fl., Herren Gebrüder A. H. Elias 50 fl., Frau Hedwig Ehrenzweig 50 fl., Frau Siddv Frankl 50 fl., Herr Sigmund Geiringer 50 fl., Frau Ottilie v. GlUmann 50 sl., Herr Bernhard Hirfch 50 fl., Herr M. Hirsch 50 fl., Frau Leopold Kami 50 fl., Herr Julius Kopsteiu 50 fl., Herr M. Karpeles 50 fl., Frau Sidonie Kantor 50 fl., Frau Malvine Platsche! 50 fl., Herr Sigmund Reitzes 50 fl., Herr kaiserlicher Rath Hermann Robitsek 50 fl., Herr Alexander Neichenstein 50 fl. Herr Moriz Reis 50 ft., Herr Wilhelm Snaßiu) 50 fl., Frau Friederike Strisower 50 fl., Herr Gustav Spitzer 50 fl., Frau Rosa Schiff 50 fl., Frau Rosa Zweig 50 fl., Frau E.nilie Ziehrer 40 ft.. Fran Doris Anninger 30 fl., Herr Heinrich Berger 90 fl., Herr Fritz Kraus 30 fl., Frau Regine Kanitz 90 fl., Frau Rosa Kauitz 30 fl., Frau Therese Mendl 30 fl., Herr Carl Redlich 30 fl., Frau Amalia Eitzler 25 fl., Herr Wilh. Engel 25 fl., Herr Otto Freudenberg 25 fl., Frau Adele Frankl 25 fl., Herr Jal. Modern 25 fl., Herr k. k. Commerzialrath Sigm. Neustadtl 25 fl., Frau Amalia Nirenstein 25 fl.. Frau Helene Reiner 25 fl., Herren Gebrüder Rosenthal 25 ft., Frau Amalia Stern 25 fl., Börsenrath Gustav Sobotka 25 fl., Herr Philipp Thorsch 25 fl., Frau Cäcilie Buuzl 20 fl., Herr Julius Bunzl 20 fl., Herr Ludwig Bunzl 20 fl., Herr General-Cousul Burckhardt aus Berlin 20 fl., Frau Toni Bab 20 fl., Fran Rndolsine Brammer 20 fl., Frau Rosa Bruckner 20 fl., Frau Fauni Engel 20 fl„ Frau Marie Ellbogen sen. 20 fl., Herr Ernst Ebenstein 20 fl., Herr S. Eisenberger 20 fl., Herr Josef Fisch! 20 kl., Frau Johamia Fröhlich 20 fl., Frau Fauni Fröhlich 20 fl., Frau Rosa Feigenbaum 20 fl., Frau Else v. Gotthilf 20 sl., Frau Friderike Grünfeld 20 fl., Frau Rosa v. Gutmanu-Kleiu 20 fl., Frau Amalia Hock 20 fl., Herr Robert Herzfelder 20 fl., Frau Else Jnwald 20 fl., Frau Emilie Kohnberger 20 fl., Herr und Frau Leopold Karry 20 fl., Frau Regiue Kopstein 20 fl., Herr Victor Kuffler 20 fl., Frau Auguste Kann 20 fl., Frau Katharina Laudsiuger 20 fl., Herr Alois Lemberger 20 fl., Frau Fauni Neustadtl 20 fl., Hermann Pollack's Söhne 20 fl., Fran Rosa Porges 20 fl., Herr Wilhelm Pappenheim 20 fl., Herr Leopold Rofenzweig & Sohn 20 fl., Frau Mathilde Reiner 20 fl., Frau Pauline Spitzer 20 fl., Frau Regine Singer 20 fl., Herren Straffer Jaiteles & Comp. 20 fl., Frau Fauni Trebitsch 20 fl., Herr Friedrich Vogl 20 fl.. Herr Albert Vogl 20 fl., Frau Louise Wermer 20 fl., Herr Leopold Wottin 20 fl. Frau Katharina Weiß 20 fl., Frau Rosa Zifferer 20 fl. Wien. (Zur Schulhygiene.) Im Lehrervereine des zweiten Bezirkes hielt am 11. März Herr Dr. S. Kohn, k. k. Armenarzt des zweiten Wiener Gcrneindebezirkes, einen Bortrag über „Jnfectionskrankheiten und über die erste Hilfe bei vorkommenden plötzlichen Erkrankungen und Unglücksfällen in der Schule." Der Vortragende demonstrirte die erste Hilfeleistung an der Hand eines von ihm zu diefem Zwecke eigens construir-

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