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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-03-10 · 10 (10.3.1893) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
10 (10.3.1893)
Date
1893-03-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Seite 179 Nr. io Leslerreichische der „edle Fürst scharf zu Felde gegen die Repressiv-Maßregeln, welche die russ. Regierung gegen die „fremden Nationalitäten" anwendet, und betont ausdrücklich, daß die Juden dadurch zum Separatismus und zur „Umgehung des Gesetzes gezwungen werden. — Na, dem scheint das Leben oder wenigstens der Einzelverkauf seines Blattes überdrüssig geworden zu sein! Uebrigens, tüneo Danäos et clona ferentes. . . . Intrepiilus. Das erste Religionsparlament. Unter der Bezeichnung „erstes Religionsparlament" wird anläßlich der Weltausstellung in Chicago in den Tagen vom 11. bis 27. September d. I. ein großer Kongreß von Theologen und Gelehrten aller Bekenntnisse und Länder tagen. Die Sitzungen des Parlaments sollen in der 3000 Plätze fassenden Columbus-Halle des neuen Kunstpalastes abgehalten werden. Es sollen drei Sitzungen an jedem Tage stattfinden, die Morgen- .sttzung, die um zehn Uhr anfängt, die Nachmittagsitzung um zwei Uhr und die Abendsitznng um halb acht Uhr. Es wird erwartet, daß gelehrte Repräsentanten des Buddhismus (des nördlichen und südlichen), der Confuciuslehre, des Shintaismus, der verschiedenen Arten des Hinduismus, des Parsismus, des Islam, des Judenthums und der großen historischen Kirchen des Christenthums an den Verhandlungen des denkwürdigen Parlaments Theil nehmen werden. Gleichzeitig mit den Versammlungen in der Colnnibnshalle werden auch Darstellungen der verschiedenartigen Doctrinen n. s. w.^ der verschiedenartig organisirten religiösen Secten in der ebenso geräumigen Washington-Halle in dem Palast der Künste stattfinden. Diese verschiedenen Sitzungen werden alle zusammen das große religiöse Parlament bilden. Die Geräumigkeit der Hallen ist erforderlich, um jedes Gedränge zn verhüten und auch die Möglichkeit zu haben, eine vollständige Darstellung der religiösen Ideen und Humanitätswerke vorzuführen. Ein Comite, welches ans den angesehensten Theologen aller Bekenntnisse in den Bereinigten Staaten besteht, hat, wie wir der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" entnehmen, das folgende provisorische Programm ausgearbeitet: Montag, den 11. September. Bewillkommnung und brüderliche Begrüßung. Willkommens- . Adressen und Reden der Repräsentanten des Welt-Kongresses, der ko- Imnbischen 'Weltausstellung, der nationalen Regierung der Vereinigten Staaten, des amerikanischen Ehnstenthums, der amerikanischen Hnmanitatsgesestschuften. Die Antworten der Repräsentanten Europas, Indiens, Japans, Australiens, Kanadas, Afrikas und Südamerikas. Dienstag, den 12. September. Die Gottes-Idee, ihr Ursprung und ihre allgemeine Bedentung. Die ursprüngliche Form des Theismus, und wie er in den ältesten heiligen Schriften bewiesen wurde. Die moralischen, ethischen und philosophischen Beweise der göttlichen Existenz. "Die göttlichen Attribute. Die Vaterschaft Gottes, der Ursprung und die Entwickelung dieses Glaubens. Gott in der Geschichte. Gott in der Beleuchtung der neuern Wissenschaft. Das Gemeinsame und die Unterschiede in den theistischen Lehren der verschiedenen historischen Religionen. Die jetzt herrschenden Ansichten über Gott. Die Richtungen der modernen theistischen Ideen. Mittwoch, den 13. September. . Der Mensch, seine Beschaffenheit, seine Würde, seine Stellung im Universum, seine Lebensart. Die Unkörperlichkeit, Unsterblichkeit, und Vollkommenheit der Seele. — Das Bruderreich der Menschheit als Lehre der verschiedenen historischen Religionen. Die wesentlichen Beziehungen der Welt und besonders der Menschen zu Gott. Gott als Anfang, Autorität und Ende. Die wesentlichen Pflichten der Menschen aus diesen drei Punkten. Donnerstag, den 14. September. Die Religion als wesentliches Element der Menschen, der charakteristische Ansdruck des Verhältnisses Gottes zum Menschen. Religiöse Acte und religiöser Gottesdienst, wie er bei den verschiedenen Religionen sich darstellt. Was macht das religiöse Leben aus? und was unterscheidet es von einem moralischen Leben? Die Gewißheit in der Religion. Freitag, den 15 September. Die Formen der Religion, die Wichtigkeit eines ernsten und eingehenden Studiums aller Religionsformen. Die Gesetze und Bedingungen eines solchen Studiums. Bis zu welchem Grade hat jede Religion den Gott der ganzen Erde in der historischen Entwicklung gerechtfertigt? . Sonnabend, den 16. September. Fortsetzung der vergleichenden Religionsanschauungen. Die heiligen Bücher der Welt, das Studium der heiligen Bücher als Literatur. Die Religion von den Dichtern interpretirt. Was haben die jüdische Wochenschrift christliche und andere heiligen Literaturen für die Menschheit gewirkt? Die Bußpsalmen aller Völker als Offenbarung der allgemeinen Leiden. Sonntag, den 17. September iNachmittag und Abends). Der Werth eines Ruhetages in der Woche. Ter wöcheuriiche Ruhetag in früheren Zeiten.— Seine Wichtigkeit für das physische, in tellectuelle und moralische Wohl des Menschen. — Was hat dieser Tag für Europa und Amerika für Früchte getragen? Tie beste An, ihn abzuhalten. Wie hat er sich staatlich entwickelt? Montag, den 18. September. Das vergleichende Religionsstudium fortgesetzt. Tie religiösen Führer der Menschheit. Die Inkarnation, ihr Werth und ihre geschichtliche Bedeutung. Das Gemeinsame, die Sympathien der R'eligionen für einander. Dienstag, den 19. September. Tie Religion in ihrer Beziehung zu deit Wissenschaften, Künsten, Literaturen der verschiedenen Völker und Glanbensbekenutnisse.Religion und Mpstik. Kann die Religion eine Wissenschaft sein? Wie können die Philosophie, die Naturwissenschaften, die Biologie, Sociologie u. s. w. Religionswissenschaft Beistand leisten? Inwiefern verleiht die Wissenschaft der Religion den anderen Wissenschaften ihren Beistand? Ihre Stellung inmitten aller. Die geistige Kraft in dem Fortschritte der Menschheit: ihr leitender Einfluß. Mittwoch, den 20. September. Tie Religion in ihrem Verhältnisse zu den verschiedenen Moral- Lehren. Die Moral-Lehren finden in der Religion ihre höchste Stütze. Tie Pflicht, das Recht, das Gewissen haben ihre Begründung in Gott. Andererseits ist die Beobachtung der Gesetze der Moral, die hauptsächlich in der Religion enthalten sind, unentbehrlich, um die Existenz und Entwickelung der Religiosität zu fördern. — Tie Wider legung der gnostischen Begriffe von Gewissen, der Pflicht und dem Recht. Das Verhältnis der Religion zn den Ideen der menschlichen Natur, zum Eharakter, zur Vollkommenheit und zum Glücke. Tie ethischen Symptome und ethischen Typen, geschaffen von den verschiedenen historischen Glaubensbekenntnissen. Verschiedene Schemata für die Besserung des gefallenen oder fehleriden Menschen. Donnerstag, beit 21. September. lVormittag.!— Die Religion und die Familie. Das Band der Ehe. Die Verzeihung der Sünden. Das religiöse Beim. Kurze Anreden der Repräsentanten der historischen Glaubensbekenntnisse. (Nachmittag und Abend.! — Die Religion und die socialen Verhältnisse. Tie Religion ein wichtiger Factor zur Lösung der socialen Probleme. Tie Religion und die Frau. Ter Arme. Ter Irrende. Die Verbrecherwelt. Religion und Mäßigkeit. Freitag, den 22. September. (Bor- und Nachmittag.'« — Die Religion und die bürgerliche Gesellschaft. Tie Religion und die Vaterlandsliebe. Tie Beobachtung des Rechts. Tie Loyalität den Institutionen gegenüber. Die Gefahren der großen Städte. Ist die Religion im Stande, den Anforderungen und Gefahren des modernen Lebens zn begegnen? «Abend.) — Ter einnnddreißigjährige Gedenktag der Proklamation Lincolns über die Emaneipation. Tie afrikanische Rasse: ihre religiöse Mission und deren Bedingungen. Sonnabend, den 23. September. Die Religion und die Liebe zur Menschheit. Die Verbrüderung der Völker. Tie Pflichten der europäischen und amerikanischen Nationen gegen Ehina. Internationale Justiz und Freundschaft. Schiedsgerichte anstatt Kriege. Die religiöse Mission der engliscb sprechenden Missionen. Ihr Vcrhältniß zu einander. Sonntag, den 24. September (Nachmittag und Abend). Religiöse Versammlungen des Chriftenthums. Deren Nothtvendigkeit, ihre Grundsätze und Hindernisse. Die Repräsentanten der großen historischen Kirchen sollen hierzu Stellung nehmen. Montag, den 25. September. - (Vormittag.) Fortsetzung der Debatte über die religiöse Bereinigung des Christenthmns. Aufforderung zur Gründung von Vereinen. Was kann hierfür geschehen? (Nachmittag und Abend.) Welche Berührungspunkte und Gegensätze bestehen zwischen dem Christenthnm und anderen Religionen die in den vorhergegangenen Conferenzen besprochen wurden? Christliche und nichtchristliche Redner sollen sich hierüber äußern. Dienstag, den 26. September. Die religiösen Vereine der gesammten Menschheit. Die Mitwirkung der Wissenschaft und des Verkehrs für diesen Zweck. Die religiöse Verpflichtung der Culturwelt gegen Asien, Europa und Amerika. Welche Lehren kann der Einzelne aus den historischen Resultaten der verschiedenen Religionsbekenntnisse sich zn Nutzen machen? Mittwoch, den 27. September. Fortsetzung der vorigen Debatte. Tie Elemente einer vollkommenen Religion, die aus der geschichtlichen Entwickelung der einzelnen Bekenntnisse hervorgehen. Charakteristik der Religion der Zukunft. Was ist der Schwerpunkt für die künftige Einigung alter Religionen der Menschheit? . , Das definitive Programm der Sitzungen in der Washington-Halle wird ausgearbeitet und veröffentlicht werden durch ein specielles Comite von verschiedenen religiösen Confessionen, das wieder unter der Aufsicht eines Central-Comites stehen wird.

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