Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1 (6.1.1893)
- Date
- 1893-01-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Orsterrrichifche Wochrnschrrst Nr. 1 R osenfeld, Dr. Wilhelm Weiß und Dr. Alois Bia ch; zu Polizei-Bezirksärzten zweiter Classe die bisherigen polizeiärztlichen Functionäre in Wien: Dr. Karl Fuchs, Dr. Julius Munk, Dr. Gustav Adler, Dr. Heinrich Popper, Dr. Gedeon Koch, Dr. Isidor Hagel, Dr. Ignaz Steinberger, Dr. Moriz Steiner, Dr. Rudolph Baumgarten; zu Polizei-Assistenzärzten die bisherigen polizei-ärztlichen Functionäre in Wien: Dr. Ernst Rosenthal, Dr. Julius Winter Dr. Norbert Han dl, Dr. Hermann Fischer, Dr. Jacob König, Dr. Moriz Landesmann; ferner den Privatarzt in Wien Dr. Julius Engel, dann die Secundar-Aerzte im allgemeinen Krankenhause in Wien, Dr. Simon Kien, Dr. Jos. Fröhlich und Dr. Philipp Silberstern, endlich den Privatarzt Dr. Isaak Lip schitz. Wien. (Plötzlicher Todesfall). Der Börsebesucher A. O. Russo wurde vorige Woche in seiner Wohnung, in dem Momente, als er mit seiner Familie das Nachtmahl einnehmen wollte, von einem Unwohlsein befallen nnd stürzte bewußtlos zu Boden. Obwohl rasch ärztliche Hilfe requirrrt wurde, kam diese schon zu spät und der Arzt konnte nur mehr den Tod constatiren. A. O. Russo, einer angesehenen Familie der türkischisraelitischen Gemeinde entstammend und ein langjähriger Besucher der Börse, stand im 62. Lebensjahre. Der Tod dürfte in Folge Herzschlages eingetreten sein. Wie«. Der Vorstand des Bethauses, VI., Stumpergasse 42 veranstaltet für seinen Hingeschiedenen Präsidenten Herrn Leopold Löw-Beer Sonntag den 8. Jänner d. I.. 4 Uhr nachmittags, einen Trauergottesdienst im Bethause, VI., Stumpergasse 42. Wien. Die Familien Markus & Sicco W. Russo sind von einem schweren Schicksalsschlage betroffen worden. Ihre Mutter Dewora M. Russo, eine Dame von hohen Tugenden, edlen Herzenseigenschaften ist Montag den 2. l. M. nach kurzem Leiden sanft entschlafen. Die Verblichene hat die Verehrung Aller genoffen, die ihr nahestanden. Floridsdorf. Der langjährige Präses der hiesigen isr. Cultusgemeinde Herr I o s es Buchwald hat sich veranlaßt gesehen, sein Amt zurückzulegen. Herr Bu chwa ld hat um die Organisirung der Floridsdorfer Cultusgemeinde "seit ihrem ersten Entstehen sich hohe Verdienste erworben. Sein Rücktritt bedeutet einen Verlust für die Gemeinde. An seine Stelle tritt der Präsesstellvcrtreter Herr David Eisinger, ein charaktervoller uneigennütziger Mann, der zweifellos alles aufbieten wird, den guten Namen der Floridsdorfer Cultusgemeinde zu erhalten und zu erhöhen. Floridsdorf. Der österreichische Turnverein veranstaltet Samstag am 7. Jänner 1893 in Bartsch' Saal-Localitäten ein Turnerkränzchen. Das Reinerträgniß ist für Vereinszwecke bestimmt. Brün«. (Der neue Primarius an der Brünn er Irrenanstalt.) Der langjährige Assistent des Hostathes Freiherrn v. Krafft-Ebttig, Dr. Sigmund Kornfeld, wurde zum Primarius an der mährischen Landes-Jrren anstatt in Brünn ernannt. Dr. Kornfeld, der erst in einem Alter von 30 Jahren steht, ist bereits seit sieben Jahren auf dem Gebiete der Psychiatric in hervorragender Weise thätig. Preßburg. Im Beisein des Oberrabiners B. Schreiber wurde das Scrutinium von der am 25. Decembee v. I. stattgehabten Neuwahl des Vorstandes und der Repräsentanz dieser Gemeinde beendigt. Es wurden mit an Einstimmigkeit grenzender großer Majorität gewählt: Josef Wolf. Lazar Gestettner, Dr. Leopold Stein, M. C. Bettelheim, Moriz Frei zu Vorstehern der Gemeinde; auch die aus 30 aus der Urne hervorgegaugenen Repräsentanten wurden mit einer kleinen Abweichung nach der Candidatenliste des vereinigten Actions- Comites gewählt. Troppau. Israelitische Cultusgemeinden. Die amtliche „Troppauer Zeitung" veröffentlicht die Verordnung des Cultus-Ministeriums, womit aus Anlaß der bevorstehenden Constituirung der israelitischen Cultusgemeinden in Schlesien provisorische Anordnungen über die Bestellung der Cultusgemeinde- Borstände und die Besorgung der Cultusgemeinde-Angelegenbeiten in jenen Cultusgemeinden getroffen werden; ferner eine Verordnung betreffend das für das Amt eines Rabbiners ini Herzogthume Ober- und Nieder-Schlesien erforderliche Maß allgemeiner Bildung. Beide Verordnungen lehnen sich genau an das betreffende Gesetz an. Czernowitz. Bei der jüngst vorgenommenen Wahl der Frucht- und Productenbörse zu Czernowitz wurden die Herren | Samuel Kraus, Heinrich Popper, Jacob Mayer, Eduard Rossin wieder und Herr Jacob L. Kudisch als Börsenrath neugewähl. Prerau. Zur Creirung des Talmud-Thora- Fondes. Durchdrungen von der Erkenntnis, daß die fortschreitende Belehrung der Jugend und des Alters in Thora und ihrer Literatur zur Förderung des religiösen Lebens, zur Hebung der Moral und der Humanität in der Gemeinde dient, hat Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Dr. Jacob Tauber im Vereine mit vielen edeldenkenden Gemeindemitgliedern zu Ehren des 40jährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers einen „Talmud-Thorafond, Kaiser Franz Josef I. Jubiläumsstiftung" mit 500 fl. Gründungscapital ins Leben gerufen. Durch weitere 5 Jahre sollte derselbe durch Monatsbeiträge und andere Zuflüsse vergrößert werden, damit aus dem Ertrage derselben lernbegierige Jünglinge in Thora und jüdischer Literatur unterrichtet werden können. Ein schöner Anfang ist gemacht. Chlumetz, am 31. December. Der Herr Med. Dr. Carl Stein, hierortiger Bahnarzt ist mit Erlaß des Bezirksausschusses zum ersten. Districtsarzt ernannt worden. Kolomea. Herr Eugen Cbajes, Sohn des Herrn Selig Chajes verlobte sich mit Frl. Sophia Herrmann, Tochter des Herrn Jsak Herrmann. Posen. Die Erben der Rohr'schen Eheleute haben mit einem Capital von 220.000 M«rk eine Stiftung unter dem Namen „Abraham und Henriette Rohr'sche Stiftung zur Verbreitung und Förderung des Handwerks, der technischen Gewerbe, des Ackerbaues und der Gartencultur unter den Juden der Gemeinden Jarotsch in und Posen" errichtet. Von obigem Betrage sind 200.000 Mark zu Gunsten der Synagogen- Gemeinde zu Jarotschin und der Rest von 20.000 Mark zu Gunsten der Synagogen-Gemeinde zu Posen bestimmt. Der Zweck der Stiftung geht aus der vorbezeichneten Benennung hervor. Doch soll aus den Zinsen des für die Synagogen- Gemeinde zu Jarotschin bestimmten Capitals von 200.000 Mark vorweg jährlich der Betrag von eintausend Mark an Arme ohne Unterschied der Confession, welche in Jarotschin, dem Wohnorte des Erblassers, ihren Unterstützungswohusitz haben, vertheilt werden. Die Verwaltung des Stiftungsvermögens wi:d durch den Vorstand der hiesigen Gemeinde, die Leitung der Stiftung und die Verwendung der Stiftungszinsen durch ein Curatorium geführt. Die Stiftung hat bereits die landesherrliche Genehmigung erhalten. Amsterdam. Der Bürgerineister und Aldermann von Amsterdam hat dem Senate der Universität die Ernennung des Oberrabbiners und Rectors des jüd. Seminars Dr. D. H. Dünner zum Professor der M. Religionsgeschichte und des Talmud in Vorschlag gebracht. Die Königin von Holland hat auch heuer der Waiseu- Stiftung der jüd. Diamanten-Schleifcr eine Spende gewidmet; desgleichen die Königin-Regentin dem „Heim für jüd. Kinder" in Leyden. Pisa. Bei der Enthüllung der Statue des Königs Victor Emanuel, bei welcher der Kronprinz anwesend war, wurde Pbof. d'Ancona die Ehre zu theil, die Festrede zu halten. Prof. d'Ancona wurde auch der königlichen Tasel als Gast zugezogen. Mailand, 3. Jänner. Die „Perseveranza" bespricht in einem Artikel „La vergogna dol secote“ („Die Schmach des Jahrhunderts") das Treiben der Antisemiten in Oesterreich und Deutschland, die über jedes Verbrechen eines Juden gleich einen riesigen Lärm machen, während sie selbst die größten Verbrechen und Niederträchtigkeiten begehen. Die „Perseverenza" freut sich darüber, daß der Antisemitismus die Alpen nicht überschritten habe. Paris, 31. December. Die Spende einer Million von Seiten des Baron Alfonse Rothschild für arme Wöchnerinnen erfolgte zum Andenken an seine in Wien verstorbene Tochter Baronin Bettina Rothschild. Paris, 14. December. Commandenr H e u m a n n ist zu dem wichtigen Posten eines Studien-Dirertors an der berühmten Kriegsschule zu St. Cyr ernannt worden. London. Der Oberrabbiner Dr. Adler erhielt vom Erzbischof von Westminster ein Schreiben, in welchem derselbe mittheilt, daß der Erzbischof von Malta sein „Imprimatur" an der Broschüre, welche die Blutbeschuldigung gegen die Juden erneuert, zurückgezogen und die Einziehung des Pamphletes veranlaßt habe. — Ein Telegramm des Gouverneurs von Malta an das Staatssecretariat der Colonien wurde von diesem an Mr. Arthur Cohen x. e., Präsidenten der Deputirten-Vereinigung