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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-12-23 · 52 (23.12.1892) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
52 (23.12.1892)
Date
1892-12-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 52 Orsterreichifche Wochenschrift Seite 941 Frl. Pancera zeigte sich wieder als Clavier-Birtuosin ersten Ranges. Die zweite Abtheilung eröffnete Frl. Bianca Pantheo, der neueste Stern unter den Virtuosen der Neuzeit. Die jugendfrische Künstlerin erntete stürmischen Beifall und das Publikum ließ Frl. Pantheo nur schwer ihre Zaubergeige aus der Hand legen. Nach einem vielapplaudirten Gesangsvortrage des Opernsängers Herrn Emil Steg er vom Brünner Stadttheater erschien Frl. Glöckner, die Muntere unseres Volkstheaters, um mit der Soloscene „Zwei Berliner Soireen" die stürmischeste Heiterkeit zu erwecken, und Frl. Leopoldine A u g u st i n war nicht minder glücklich im Erfolge ihrer Vorträge. Den Schluß machte der Komiker Kornau mit dem Vortrage der ihm so geläufigen Soloscenen, deren Wirkung ja eine vielfach erprobte ist. Die Herren Dr. E. Pollak und Hugo Adler hatten die Musikbegleitung trefflich durchgeführt. ' Das Comite, an dessen Spitze sich Frau Dr. Sophie Grünseld mit den Damen Frau Siegfrüd Gras, Frau Dr. Pollak, Frau Schnitzer. Frau Elise von Bach-Singer Frau Skopal und Frau Skr ein befand, versah mit Umsicht und Eleganz die schwierige Ausgabe des Festes, das dem wohlthätigen Zwecke ein Rein ertrag n iß von 1500 fl. zubringen dürfte. Unter den Anwesenden bemerkte Ivan unter Anderen folgende Persönlichkeiten: Sections-Ches Baron Lilienau, k. k. Custos Gerisch, Frau Dr. Mathilde v. Millanich, Frau v. Sjchenk, Baron Alfred Löwenstein, Familie Ritter v. Gutmann, Familie Gutmann de Gelse, Goldberger de Buda, die Abgeordneten Dr. Bloch und Dehm. Oberstlieutenant Edlen v. Küttel, Major v. Sachse sammt Gemahlin, Gemeinderath Lang sammt Gemahlin, Armenrath Jul. Fischl, die Bankiers Reitzes, Em. Czeczowiczka, Worthmunn, Anton Wagner, M. Schwarzmann, die Architecten Max Fleischer, Ingenieur O. v. Schneller, S. Reich, Wilhelm Frey berg. Mor. Broch. Ortschulrath S. Heit, Theod. Zasche, Jul. Dachauer, Ludw. Schwitzer. Ed. Mautner, die Sängerin Frl. Nini Polatschek: die Doctoren: Bunyas, James, Eisenberg, Fellner, Jul. Lederer, Marmorek, Mittler, Passcmer, Rittersporn. Schnabel, Wald und Weist, ferner die Directoren: Ed. Groag. M. Hirsch, Generalsecretäre: Leinkauf. Commercialrath M. Leiukauf, Directoren: F. Ritsche, E. Regen, B. Schefftl, S. Spiegel; von der Kaufmannswelt: Adolf Freund, B. Kassel, Alois Lemberger, D. Porges, Rosenthal. Franz Rücker, Disponent Alfred Schwarz, D. Schwarzmann, Leop. Walter rc. rc. Auf kurzen Besuch waren auch der k. k. Kammersänger Herr Georg Müller, sowie Madame In die erschienen. Ein Tanzkränzchen, bei dem die Deutschmeister-Capelle mit gewohnter Verve aufspielte, hielt die junge Welt noch bis zum grauenden Morgen beisammen. Auf solche Art verbanden sich an diesem wohlgelungenen Feste künstlerischer Genuß mit gesellschaftlichem Reize und über dem Ganzen schwebte der Genius der Wohlthätigkeit, dessen leuchtende, duftende Blüthen weithin erstrahlten: Die Blüthe der Dankbarkeit und jene, der Alles versöhnenden Liebe! Mögen sie Beide zum mächtigen. Stamme für unsere Brüder heranwachsen. Hugo Adler. Wien. (Hum anitäts verein für die westlichen Bezirke Wiens.) Dieser Verein hielt am 8. d. M. seine diesjährige Generalversammlung unter d.m Vorsitze des Herrn M. Feßler ab und wurde in dem vom Schriftführer Hof- und Gerichts-Advocaten Dr. Julius Ullmann erstatteten beifällig aufgeuommenen Jahresberichte darauf hingewiesen, daß diese Generalversammlung Sie 25. seit dem Bestände des Vereines ist und aus diesem Anlässe einen Rückblick auf die segensreiche Thätigkeit und Entwicklung des Vereines geworfen. Der Rechenschaftsbericht, welcher ein erfreuliches Bild humanitärer Wirksamkeit zeigt, erwähnt mit hoher Befriedigung der Genesung des greisen Vereinspräsidenten nach einem schweren Leiden und gedenkt mit tiefer Wehmuth des Heimgegangenen, warmherzigen Vereinsmitgliedes, Fabrikanten Wilhelm Nagel, dessen Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrt. Er gedenkt ferner mit hohem Danke der Spende für die Vereinszwecke, welche von Gönnern und Freunden dem Vereine zugekommen und schließt mit einem warmen Apell an die Bereinsgenossen, die Jnteresseu des Vereines auch fernerhin in Schutz zu nehmen. Bereiusmitglied Architect Fleischer beantragt, dem Vorstande für seine ersprießliche Thätigkeit die Anerkennung mit Acclamation auszusprechen und den Vorstand zu ersuchen, das 25 jährige Jubiläum des Vereines in entsprechend würdiger Weise festlich zu begehen. Der Antrag wird einhellig und unter Beifall angenommen. Zu dem vom Cassier Herrn Rosenbaum erstatteten Caffabericht gibt ArchitectFleischer hinsichtlich der Ausdehnung der Unterstützung des Vereines an einzelne Parteien mehrfache Anregungen, ohne einen Antrag zu stellen und werden dieselben nach Ertheilung von Aufklärungen seitens des Vorstandes zur Kenntniß genommen. Sohin werden die ausscheidenden Vorstands - Mitglieder Herr Leopold Stowasser, Herr Dr. Julius Ullmann, Herr Michael Winkler wieder- und Herr Jacob Strauß, Fabriksbesitzer, neu gewählt. Wie alljährlich veranstaltete der Verein auch in diesem Jahre gemeinsam mit dem israelitischen Frauen-Wohlthätigkeits-Verein ein Chanuckafest zur Bekleidung armer Schulkinder, welches von zahlreichen Ehrengästen besucht war. Rabbiner Dr. Schmidt hielt eine treffliche, tiesdurchdachte Festrede. Wien. Das Chanukafest des Talmud-Thora-Vereines fand Sonntag den 18. d. M. in der Bereinssynagoge statt. Uyter den Anwesenden bemerkte man Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, auch den Ortsschulrath S. Heit, ferner die Herren Hrch, Berger, M. Bon di, Hofnnd Gerichts-Advocat Dr. Alfred Berger und Andere. Nach dem Miuchagebetwurden vomHerrnLehrerEmanuel Deutsch, begleitet von den aus 12 Talmud-Thoraschülern gebildeten trefflichen Chore, die Cham'ckckichter angezündet und das Haneroth - halolu gesungen. Hierauf bestieg Herr Oberlehrer Ignatz Löw die Kanzel, um in begeisterten und eindringlichen Worten den Schülern die hohe Bedeutung des Chanuckafestes zu zeichnen. Nachdem von mehreren Knaben, von Schülern aller Classen, mehrere das Chanukafest verherrlichende hebräische und deutsche Gedichte in ausgezeichneter Weise vorgetragen wurden, stimmte Herr Lehrer Deutsch mit dem Schülerchor das „Moaus Zur Jeschuosi" in der anheimelnden schönen Melodie an. Hierauf wurde der Psalm Cap. 21 abgesungen und mit der Bolkshymne die schöne Feier beendet. H. L—r. Wien, 11. Dezember. Die diesjährige (zehnte) Makkabäerfeier des akademischen Vereines „Kadimah" nahm einen ungemein imposanten und würdigen Verlauf. Der große Saal des Restaurants Khuner erwies sich zu klein, für die überaus zahlreichen Gäste, welche sowohl von der jüdischen Studentenschaft wie nicht minder aus „Philisterkreisen" erschienen waren. Der Präses des Vereines, stud. med. Karl Pollak, eröffnete den Abend mit einer herzlichen Begrüßung der Anwesenden, wobei jenen Stellen, welche den Ehrengästen, Herrn Reichsrathsabgeordneten Dr. Bloch, Universitätsprofessor Dr. Adam Politzer, Docent Dr. Josef Grünfeld; dem Redacteur der „Selbst-Emancipation", Herrn Dr. Nathan Birnbaum, dem Präsidenten des Palästina-Colonisationsvereines „Admath Jeschurum" Herrn Dr. M. Schwerer, sowie den „alten Herren" des Vereines galten, lauten und lebhaften Widerhall fanden. Nachdem hierauf das alte Studentenlied „Gaudeamus" intonirt war und verklang, entwarf der Präses des Vereines mit kräftigen Strichen ein Bild der Makkabäerzeit, dessen markige Anschaulichkeit und sehr glücklich durchgeführte Parallelisirung mit den heutigen Zuständen verdienten anhaltenden Beifall fand. Es folgte das von Herrn Phil. Kläger componirte und vom Vereinschor wirkungsvoll zum Vortrag gebrachte „Makkabäerlied". Nunmehr erhielt Bereinsmitglied stud. jur. A. Horowitz das Wort zu einer ebenso geistvollen als scharfen und treffenden Kritik des Treibens jener Juden, die — Gegner des Vereines „Kadimah" und seiner Tendenzen — ihre Ideale darin suchen, „bei fremden Völkern zu antichambriren". Die vornehme Diction, das selten schöne sonore Organ und der künstlerische Vortrag des Redners wirkten zusammen, um seinen Worten Beifallsstürme folgen zu lassen. Nun wurde das „Bundeslied" des Vereines gesungen, und es ergriff, sehr herzlich begrüßt, Reichsrathsabgeordneter Dr. Bloch das Wort, um in längerer, an vielen Stellen von frenetischem Beifalle unterbrochener Rede seinen Sympathien für den akad. Verein „Kadimah", sowie für den nationalen Gedanken kräftigen Ausdruck zu verleihen. Hieran reihten sich Toaste auf die anwesenden „Spitzen der jüdischen Intelligenz", auf die alten Herren des Vereines, auf die Briidervereine der „Kadimah" in Czeruowitz, Lemberg, Breslau, Heidelberg, Berlin, Dorpat, Riga u. s. iv Das vom akad. Vereine „Kadimah" am 17. d. M. im Ballsaale des „Etablissements Ronacher" veranstaltete Tanz-

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