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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-11-18 · 47 (18.11.1892) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
47 (18.11.1892)
Date
1892-11-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 852 Oestrrreichisthe Wochenschrift Nr. 47 närin ist, untergebracht. Natürlich mußte der Past or der orthodoxen Gemeinde den vom Amsterdamer Oberrabbi ner begleiteten Eltern den Knaben sofort herausgeben. Der Letztere erzählte ausführlich, auf welche Weise der Religionswechsel bei ihm vollzogen wurde und erklärte, daß er jetzt zu seiner früheren Religion nicht zurückkehren, sondern ein Missionär der abgeschiedenen Gemeinde werden wolle. Kaum war Abraham Santkroos in’» väterliche Haus zurückgekehrt, so lief er wieder davon und ist bisher nicht aufzufinden. Man glaubt, daß ihn seine Bekehrer in’s Ausland geschafft haben. Gegen die Missionärin ist wegen unerlaubter Proselytenmacherei und Entführung eines Minderjährigen ein Proceß im Zuge. VermijlckteK. Wir«. (Trauungen.) Dienstag, den 15. November 1892 wurden getraut: Herr Lasar Schwefel mit Frl. Julie Schierenz. Herr Leopold Kohn mit Frl. Hermine Pollak. Herr Bernhard Mandl mit Frl. Louise Kassier. Herr Chaim Simon Weingarten mit Frl. Sara Rosenheck. Herr Siegfried Koch mit Frl. Gisela Brunn. Die Trauung des Großindustriellen, Herr Dr. Jerome Stern mit Fräulein Alice Hirsch, Tochter des Großindustriellen Herrn Moritz Hirsch in Firma Karpeles & Hirsch, findet am 20. d. M. im Tempel der Seitenstettengasse statt. Sonntag am 20. November l. I. findet im türkischen Tempel, II., Cirkusgasse die Trauung von Fräulein Janette Albahary mit Herrn Sigmund Gutfeld statt. Am 27. d. M. findet im Tempel der Seitenstettengaffe die Trauung des Großindustriellen, Herrn Dr. Karl Hamburger aus Proßnitz mit Frl. Helene Stern aus Wien statt. Wie«. (Probepredigt.) Freitag, den 18. November Abends 7*6 Uhr findet im israel. Tempel 6., Schmalzhofgaffe eine Probepredigt des Herrn Rabbiners Dr. Bernhard Kohlbach aus Temesvar-Fabrik statt. Wie«. Hohe Auszeichnung. Der Vorsteher der türk.- seph. Gemeinde m Wien, Herr Licco I. Adutt, wurde von Sr. Majestät dem Sultan, zum Officier des Medjidie-Ordens ernannt. Herr Licco I. Adutt, der Bruder der durch ihren Wohlthätigkeitssinn bestbekannten Frau Hanicca Benvenisti entstamnit einer der ältesten und wohlthätigsten Familien der türkischen Gemeinde in Wien, derselbe ist als Armenvater, wie auch als Vorsteher der türk.-isr. Chewra Kadischa seit langen Jahren in der Gemeinde die Seele dieser Institutionen. Nun wirkt Herr Licco Adutt seit zwei Jahren an der Seite des hochgeschätzten Präses der türk.-seph. Gemeinde Herrn Markus M. Russo, auch als erster Tempel-, resp. Gemeindevorsteher hervorragend; indem derselbe in der schwierigsten Zeit, die die Gemeinde durchzumachen hatte, dem Ruf der Mitglieder gefolgt ist und bei der Gelegenheit an der Regelung der äußeren Verhältniffe der Cultusgemeinde erfolgreich gewirkt hat. Diese, seine auf humanitärem und anderem Gebiete erfolgreiche Thätigkeit hat die Aufmerksamkeit Sr. Majestät des Sultans Abdul Hamid erregt und wurde durch die erwähnte Auszeichnung auch gewürdigt. Wien. Der Kranken-Unterstützungsverein „Liwias Chen“ erhielt nachstehende Zuschrift: „Au die geehrte Borstehung des Kranken-Unterstützungs- Bereines „Liwias Chen* in Wien. % Ihre kais. u. königl. Hoheiten, der durchlauchtigste Herr Erzherzog Carl Ludwig und die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Maria Theresia lassen dem geehrten Vereine für die ausgesprochene Theilnahme und Glückwünsche anläßlich des Entrinnens aus der Gefahr beim letztlich gehabten Unfälle verbindlichst danken. — Die Hoheiten befinden sich wohl. Wien, 2. November 1892. Im höchsten Aufträge: Dr. Catharin m. p. E.B. Wien. (MoritzE. Schwarz in Brünn.) Aus Brünn gehtunsdieerschütterndeNachrichtzuvondem allzufrüh erfolgtenHinscheiden des dortigen Großindustriellen, Herrn Moritz E. Schwarz, Schwiegervater des Mitchefs der Wiener renommirten Fabriksfirma M. I. Mandel, Herrn Sigmund Mandl. Der Verewigte war ein hervorragender Fachmann auf dem Gebiete der Wollwaaren-Jndustrie und genoß in Fachkreisen großes Ansehen und Beliebtheit. Die Brünner Cultusgemeinde und die Ortsarmen verlieren an Herrn Sckwarz einen Wohlthäter und Förderer im wahren Sinne des Wortes. Von der Popularität, der sich der Dahingeschiedene erfreute, gibt wohl der Umstand hinreichend Zeugniß, daß der trauernden Familie aus allen Kreisen der Bevölkerung liebevolle Zeichen warmer Theilnahme und aufrichtigen Beileid's zugekommen sind. Unter großer Betheiligung namentlich der Großindustriellen und Fabrikanten, dann der Bank-Directoren Fleischer, Fuhrmann,Weil,Schmetzer, Soukup, vielerAerzte und Advocaten fand das Leichenbegängniß statt. Die Trauerrede im Trauerhause hielt der Landesrabbiner Dr. Placzek, der die guten Eigenschaften des Verstorbenen in seiner Eigenschaft als Familienvater und als Förderer der Interessen der ihm unterstandenen Arbeiterschaft hervorhob. Die Arbeiter bildeten Spalier beim Trauerhause. Auf dem israelitischen Friedhofe hielt Landesrabbiner Dr. Placzek abermals eine Trauerrede, worauf die Leiche der Erde beigesetzt wurde. Wien. Zweites Verzeichnis der Trefferspenden für den Bau des polnisch-jüdischen Tempels: Frau Adlerstein Regine, 1 Fotografie-Album; Frau Adler Regine, 1 serbisches Tabaklos; Frau Barany Marie, 2 Porzellan-Basen (Silberfuß); Frau Baron Regiue, 2 große Decorations-Lampen; Frau Berl Elisabeth, ö. W. fl. 5.—; Frau Biedermann Clara, 1 Paar Manchettenknöpfe (Onyx mit Gold), 1 Cravattennadel (Silber); Frau Bloch Ernestine, 1 Brodkorb (Chinasilber); Herr Bloch S. Dr., 1 Butterschale (Chinasilber); Frau Blumenfeld Rosa, ö. W. fl. 15.—; Frau Bondy Pauline, 1 Paar Girandoles (Porzellan); Frau Braßer Charlotte, 1 Bierservice (Krug mit 6 Gläser); Frau Brillant Rosa, 1 Granatenschmuck (Brache und Ohrringe); Frau Brüll Katharina, t Decorationskrug (Porzellan); Herr Bruckner Josef, ö. W. fl. 15.—; Frau Bunzel Dolli, ö. W. fl. 5.—; Frau Cohn Charlotte, 1 Blumenkorb, 1 geschnitzter Brodkorb, 1 Tafelaufsatz, Schachfiguren; Frau Eisenberger Cäcilie, 1 Pfeffer- und Salzständer (Silber); Frau Fein Bertha, 1 Compotschüssel nebst 12 Taffen; Frau Finkelstein Natalie, 1 Gewürzständer (Silberfuß); Frau Fischel Jenny, 1 Parfümständer; Frau Grünfeld Sofie Dr., 1 Biergarnitur (5 Stücke); Herr Gomperz Bernhard, 2 Aquarellenbilder; Frau Groag Julie, 1 Butterschale, 1 Rauchserviece, 1 Kalender (ewig), 1 Papierbehälter (Handarbeit); Frau Hirsch Regine, 2 Altdeutsche Basen; Frau Klinger Charlotte, 1 Zuckelschale (Silber); Frau Kohn Marie, 2 Damenketten (Silber); Frau Kuffner Nanette, ö. W. fl. 20.—; Frau Landau Amalie, 1 Tafelaufsatz (Silber); Frau Landau Sofie, 1 Caffeeservice sammt Tablette (massiv Silber); Frau Libiyky Bertha, Dr., ö. W. fl. 5.—; Frau Mautner Jenny, 1 Eisbesteck (Silber, 7 Stücke); Frau Mieses Arthur, Edle von, 1 Eiergarnitur (6 Becher, 6 Löffel, 1 Taffe, massiv Silber); Frau Neurath Jacob, 1 Pfeffer- und Salzständer (Silber); Frau Pollak Emma, geb. Gutmann von Gelse, 2 Alabaster-Basen; Frau Porges Rosa, ö. W. fl. 5.—; Frau Quittner Sofie, 1 Aquarell (in Golorahmen); Frau Reichenstein Jenny, 1 Decorationskrug (Bronce), 1 Porzellanteller mit Porträt der Kaiserin; Frau Seif Fanny, 1 Obstoufsatz nebst 12 Teller (Majolika); Frau Sobotka Pauline, 6 Dessertmesser (Silber); Frau Schlesinger Katharina, ö. W. fl. 5.—; Frau Schwarz Charlotte, ö. W. fl. 10.—; Frau Stiaßny Wilhelm, 1 Zuckerschale (Silberomamentik und Silberfuß), 1 Blumenvase, 1 Handspiegel, 1 Tintenfaß (Goldbronce), 1 Etagere (japan. Lack); Frau Weißberger Marie, ö. W. fl. 5.—; Frau Winternitz Lina, 1 Weckuhr. (Fortsetzung folgt.) Wien. Samstag, am 19. November veranstaltet der „Literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" in Hatschekis Restaurant 2., Praterstraße 11 einen Geselligkeits- Abend. Beginn präcise 8 Uhr Abends. Brünn. (Ein neues Werk von Hieronymus Lorm.) Von unserem heimischen Dichter Hironymus Lorm ist, wie wir erfahren, soeben ein neues Werk erschienen. Dasselbe trägt folgenden Titel: „Die Muse des Glücks und Moderne Einsamkeit, Zwei Beiträge zur Lebensphilosophie." Das überaus geistvoll gehaltene, hochinteressante Werk ist das erste, welches Lorm von Brünn, der Hauptstadt seines Vaterlandes aus, dem Verlage übergeben hat. M -Kromau, am 15. Nov. 1892. Heute, am 16. November, um 10 Uhr Bormittags hat bei der k. k. Bezirkshauptmannschaft Kromau eine seltene Trauung stattgefunden, und zwar eine Civiltrauung unter jüdischen Brautleuten. Der Bräutigam war Herr Emanuel Funk aus Mißlitz, die Braut Fräulein Susanne H u ß. Den Trauungsact vollzog der Bezirkshauptmann Raynoschek, als Protocollführer fungirte Herr Bezirkscomissär Jeczek. Außer den Angehörigen der Brautleute waren auch mehrere Herren und Damen von Kromau anwesend, um diesem seltenen Acte beizuwohnen. Prestburg. Der junge Opernsänger Szengery, ein Sohn des Wiener Obercantors Singer, zählt gegenwärtig zu den beliebtesten Mitgliedern unseres Theaters; derselbe sang hier bedeutende Partien, wie „Rigoletto", „Don Juan", „Carlos", „Piezarro", „Asthoir" rc. und erzielte durch seine prachtvolle Stimme und durchdachtes Spiel stets großen Erfolg. Wie wir vernehmen, ist -er junge Künstler unter glänzenden Bedingungen an ein deutsches Hof-Theater für kommende Saison bereits verpflichtet. W

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