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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-11-18 · 47 (18.11.1892) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
47 (18.11.1892)
Date
1892-11-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 848 Orsterreichifche Wochenschrift Nr. 47 treten. Die Heirat mit der Wittwe des früheren Herrn trug dann dazu bei, seine Stellung zu festigen. Als der Sherif von Mekka einst erkrankte und die egyptische Regierung um einen Arzt ersuchte, verstand d'Arbella sich dazu, nach Mekka zu gehen, und nachdem der Sherif genesen, wurde er reich beschenkt und dem Sultan von Zanzibar empfohlen. In Zanzibar starb seine Frau (die Wittwe d'Arbella) und er engagirte Fräulein Töppen, die Schwester des in Ostafrika bekannt gewordenen Curt Töppen, als Erziherin für seine Kinder, eine Stellung, welche sie bis vor Kurzem behauptete. Einige Zeit nach seiner Ankunft in Jerusalem erhielt d'Arbella auch den Besuch seines Vaters und eines Bruders, welche Beide noch den Namen Amtzislawski führten. D'Arbella hat heute eine ausgedehnte ärztliche Praxis und ist trotz seiner etwas bewegten Vergangenheit Gast im französischen wie im italienischen Consulate. Die Laufbahn ist eben echt orientalisch, auffallend nur, daß sie im diplomatischen Dienste eines europäischen Staates mündet. Esn'esponäeMm. Wie«. Am Mittwoch, den 16. d. M., 11 Uhr Vormittags fand im Sitzungssaale der israelitischen Cultusgemeinde eine Besprechung der Curatoren der Baron Hirsch-Stiftung statt über die Wahl des Präsidenten. Der Vertreter des Herrn Baron Hirsch, Herr Dr. Joly, brachte hiebei die Wünsche des Stifters zum Ausdrucke und entwickelte die Gesichtspunkte, von welchen sich derselbe bei der Creirung dieser Stiftung leiten ließ und welche ihm auch für die Zukunft maßgebend geblieben sind. Herr Sigmund R. v. Bauer commentirte diese Ausführungen in beredtester Weise an der Hand der b e r e i t s in der Stiftung gemachten Erfahrungen und erwähnte unter allgemeiner Zustimmung der großen Verdienste, welche sich der cchtliberale Josefiner Sectionschef Ritter von Gniewosz um die Stiftung, die er stets im Geiste des Stifters geleitet wissen wolle, und der er zur wahren Zierde gereiche, erworben hat. — Herr Regierungsrath Dr. Marcel Frydmann schloß sich mit warmen Worten den Auseinandersetzungen des Herrn R. v. Bauer vollinhaltlich an, sie in überzeugender Weise illustrirend, worauf sich sämmtliche Anwesenden einigten, Herrn David R. v. Gutmann zum Präsidenten der Stiftung zu wählen. Wie«. Seitens des deutschen Central-Comites für die russischen Juden geht uns über dessen gesundheitspflegerische Wirksamkeit folgende Mittheilung zu: Seit Beginn seiner Thätigkeit hat das Comite dem Gesundheitszustand der Auswanderer die größte Aufmerksamkeit zugewendet. An sämmtlichen Grenzorten, Aufenthaltsstationen und Hafenplätzen haben hierzu bestellte Aerzte die Auswanderer einer eingehenden Untersuchung unterworfen. Die Berichte dieser Aerzte geben ein relativ sehr günstiges Gesammtbild; die wenigen Fälle von ernster Erkrankung betrafen fast ausnahmslos Äffectionen der Lunge. Fälle von Brechdurchfall, geschweige denn von Cholera sind an keinem Grenzorte, keiner Durchgangsstalion beobachtet worden. Nach dem ersten Auftauchen von Cholerafällen in Deutschland hat das Central-Comite in enger Fühlung mit den maßgebenden Behörden seine sämmtlichen Grenzcomites angewiesen, ihre Thätigkeit unverzüglich einzustellen, und ist dieser Weisung auch sofort und in allen Punkten entsprochen worden. Die ostpreußischen Grenzcomites insbesondere haben sogar schon seit dem 8. August c. zu fungiren aufgehört. Die zur Zeit der Grenzsperre bereits auf deutschem Boden befindlich gewesenen, zur Auswanderung bestimmten Personen sind auf schnellstem Wege auf die Schiffe, etwaige Rückwanderer unverzüglich an die Grenze befördert worden. Wenn behauptet worden ist, daß die Cholera durch Auswanderer aus Rußland, gleichviel welcher Confessio», nach Hamburg eingeschleppt worden sei, so kann diese B e haup tu ng diejenigen Auswanderer, welche der Fürsorge des Central-Comites unterstanden haben, nicht treffen. Am 20. Juli c. ist in Hamburg der Schuppen am Amerikaquai eröffnet worden. Seitdem sind sämmtliche der Controlle des Central-Comites unterstehenden Auswandererzüge von (übrigens nach nochmaligereingehender ärztlicher Untersuchung) nach Hamburg direct ins Freihafengebiet und zu diesem Schuppen geleitet worden. JnHamburg ist der erste Cholerafall am 16. August amtlich festgestellt worden. Im Auswandererschuppen am Amerikaquai sind nur vereinzelte Cholerafälle, der erste am 24. August, der letzte am 5. September constatirt worden, abgesehen von drei aus der Stadt Hamburg , am 23. September direkt übertragenen Fällen. Todesfälle haben sich im Schuppen am Amerikaquai überhaupt nur sechs ereignet. Die angeführten Thatsachen schließen die Möglichkeit aus, daß die Cholera durch die von uns beförderten Auswanderer nach Deutschland resp. Hamburg eingeschleppt sein kann. Bei Beginn der Choleragefahr hat das Comite die zeitweilige Einstellung seiner Thätigkeit in Rußland sofort bekannt gemacht. Es versteht sich von selbst, daß diese Thätigkeit wie bisher, so auch fernerhin bis zu dem Zeitpunkt, wo die Gefahr der Einschleppung von Seuchen gänzlich beseitigt sein wird, eingestellt bleibt und erst nach Verständigung mit den maßgebenden Behörden ausgenommen werden wird. Wie«. (Der Mädchenhandel, ein arischer Erwerb szweig). Die unflätige Interpellation des confilsen Abgeordneten undHochschulprofessorsSchlesinger hat dieallgemeinste Indignation hervorgerufen. Für uns hat diese Interpellation nur ein pathologisches Interesse. Es ist notorisch, daß der - Mädchenhandel ein echt arischerErwerbszweig bildet. In jeder größeren Stadt Oesterreichs befinden sich ein oder mehrere der verrufenen Häuser, die ohne Ausnahme von Ariern oder Arierinnen „geleitet" werden. Welche Mittel sich die respectiven „Leiter" und „Leiterinnen" derselben bedienen, um in den Besitz der nothwendigen Menschenwaare zu gelangen, ist bekannt. Die Entrepreneure sind bei ihren Acquisitionen nicht wählerisch und häufig fügt es sich, daß die Fangarme bis in die besten arischen Familien reichen, deren Kinder der Kuppelei dann unerbittlich zum Opfer fallen. In der Natur dieses arischen Erwerbszweiges liegt es auch, daß ein fortwährender Wechsel in der Menschenwaare stattfinden muß, und thatsächlich findet ein continuirlich betriebener Austausch in gewerbsmäßiger Weise statt, wie in vereinzelten Landstrecken Afrikas, wo der Sklavenhandel noch nicht unterdrückt ist. Die Antisemiten sehen immer den Splitter im fremden und gehen mit dem Balken im eigenen Auge herum. E. B. Wien. (Stoßseufzer des Deutschen Schulvereines.) Anläßlich des im Vorjahre in Böhm. Leipa abgehaltenen deutschen Schulvereinsfestes haben wir in längerer Auseinandersetzung die Motive dargethan, welche über kurz oder lang zum Niedergang dieser Institution führen werden und müssen. Daß uns die Thatsachen recht geben, geht zur Genüge aus dem Nothschrei hervor, welcher seitens dieses Vereines in den Tagesjournalen dieser Tage zur Veröffentlichung gelangte. Der deutsche Schulverein leidet an Einnahmenu.ud Mitgliederschwund in so bedenklicher Weise, daß dessen Bestand gefährdet erscheint. Woher dies kommt, dies haben wir s. Z. ausführlich dargethan. Die Vereinsleitung findet es nämlich opportun, mit Elementen in innigster Verbindung zu bleiben, welche dem Rassenhaß, huldigen und in dessen Verwaltung befinden sich Personen, die offen sich zum Antisemitismus bekennen und mit demselben an einem Strange ziehen. Da darf es freilich nicht befremden, wenn die Begeisterung, welche bei Gründung des Deutschen Schulvereines vorwaltete, nach und nach schwindet und sich dieselben von ihm abwenden. Die Leitung des „Deutschen Schulvereines" würde im Interesse des Bestandes der an und für sich löblichen Institution weise handeln, das Kokettiren mit den subversiven Elementen aufzugeben und eine Purificirung vorzunehmen, damit Individuen, die mit Recht Anstoß erregen, aus der Verwaltung ausgeschieden werden. Dann, aber auch nur dann, wird der Appell an die Opferwilligkeit von Erfolg begleitet sein. E. B. Wien. Das antisemitische ,.D. V." bringt einen zwei Spalten langen Artikel über die „Brandstiftung in einem hochversicherten jüdischen Magazine durch den Eigenthümer." In dem erwähnten Falle handelt es sich um einen noch nicht klargestellten Fall, der durch eine Denunciation von zweifelhafter Seite zu einer Cause celebre aufgebauscht wird. Das „D. V." thut aber so, als ob es noch keinen arischen Brandstifter je gegeben hätte. Man halte nur diesbezüglich Umfrage bei den Versicherungsgesellschaften. Nicht ganz ein Percent der Brandstifter entfällt auf Juden. Die Gerichtsverhandlungen der letzten Zeit allein haben eine ganze Reihe von Fällen zu Tage gefördert, in welchem biedere Arier sich Brände bestellt oder selbst angelegt, um die Versicherungsgesellschaften zu betrügen. Und waL soll man erst zu dem biedern Arier Sura

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