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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-11-04 · 45 (4.11.1892) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
45 (4.11.1892)
Date
1892-11-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 45 Orsterreichische Wochrnschrist Seite 815 entsprechend zu erklären. Der Behauptung, ich stelle aus „Princip" keine Juden bei mir an, halte ich die Thatsache entgegen, daß ich als Prager israel. Selchermcister. während meiner 24jährigen Thätigkeit eine grössere Anzahl jüdischer Lehrlinge und Gesellen angestellt hatte, welche dieses Gewerbe ordentlich erlernten und auch später selbstständig ausübten. Selbstverständlich beschäftigte ich bei mir nur solche Leute, welche sich mit tadellosen Zeugnissen ausweisen können und meinen Anfordenmgen entsprechen. Würden mir Gesellen, mit solchen Eigenschaften ausgerüstet, mir ihre Dienste anbieten, ich würde sie gerne aufnehmen und ihnen ein gerechter Meister sein. Ich erlaube mir noch beizufügen, daß ich Jude vom ganzen Herzen bin, mich als solcher Wohlthätigkeitsvereinen anschließe und dieselben unterstübe, überhaupt für das Judenthum leiste, was ich mit meinen schwachen Kräften zu erreichen vermag. Die Mahnung, daß auch ich einst Geselle war, bestärkt mich nur in meinen Ueberzeugungen. Ich bin stolz darauf, es von kleinen Anfängen zu dieser Höhe mich emporgebracht zu haben, was ich aber nur meinem Fleiste, meiner Treue und Redlichkeit verdanke. 8. Lerz. Wottitz Am Freitag, den 28. Oktober verschied hier Herr Hermann Pollak, Schwiegervater des hiesigen Cultnsvorstehers, Herrn Ignaz Arnstein, im hohen Alter von 78 Jahren. Sein Hinscheiden erregte in allen Schichten der Bevölkerung eine tiefe Betrübnis, da er bei allen Mitbürgern ohne Unterschied der Confession wegen seines tadellosen Charakters, seines Wohlthätigkeitssiunes und seiner Bescheidenheit in hoher Achtung stand. Jude im schönsten Sinne des Wortes war er den Armen ein Helfer in der Noth — er gab mit vollen Händen. Charakteristisch für seine Bescheidenheit ist es, daß er sich letztwillig jede Feierlichkeit an seinem Leichenbegängnisse verbot, es sollten weder Trauerchöre gesungen, noch eine Leichenrede gehalten werden. Das Leichenbegängnis, welches am 30. Oktober stattfand, zeugte auch von der Beliebtheit, deren sich der Verstorbene in allen Schichten der Bevölkerung erfreute. Eine nach vielen Hunderten zählende Menge von Trauergästen, darunter sämmtliche landessürstliche Beamten, die Stadtvertretung, die Lehrerschaft, der Verein „Chesed Neurim", der die Aufrechthaltung der Ordnung übernahm gab dem Verblichenen das Geleite zur letzten Ruhestätte. Sein Andenken wird hier gewiß noch lange, sehr lange fortleben, nun möge er im Frieden ruhen! — Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß der Verewigte ein Bruder des im vorigen Jahre zu Wien verstorbenen, berühmten Naturforschers und Gelehrten Dr. Eduard Pollak, Leibarztes des Schah von Persien war. Nogy-Kanisza. Am 6. November d. I. findet im hiesigen Tempel die Trauung der Tochter unseres verdienstvollen Obercantors Frl. Olga K a rt s ch m a r o f f mit Herrn Simon D n s ch a k statt. Budapest. Die Stuhlweißenburger isr. Fortschrittsgemeinde feierte die Jahreswende ihres 50 jährigen Bestandes und die Einweihung ihrer neuerbauten vierclassigen Elementarschule. Der erste Theil der Feier wurde in der festlich erleuchteten Synagoge begangen, in welcher sich als Gäste eingefunden thatten: Öbergespan Baron Nikolaus Fiath, der Magistrat der Stadt Stuhlweißenburg unter Führung des Bürgermeisters Josef Hawranek, Gerichtspräsident Josef Daroczy, Abgeordneter Aladar Toth, Direktor Ludwig Soitko, der Schulinspector des Weißenburger-Comitats Graf B. Festetich, der Professorenkörper der Oberrealschule mit dem Direktor Doktor Josef Kuthi an der Spitze, der Direktor der Handelsakademie Dr. Max Falndy, der Direktor der städtischen Schule Johann Göbel, der Vertreter der Veszprimer isr. Cultusgemeinde u. A. Nach einem vom Obercantor Freiberger vorgetragenen Coralgesang bestieg Rabbiner Dr. Jakob Steinherz die Kanzel und warf einen Rückblick auf die 50 jährige Geschichte der Stuhlweißenburger Cultusgemeinde. Mit der Absingung des „Szozat" war die Feier in der Synagoge zu Ende und die Versammlung begab sich in die benachbarte, mit Nationalfahnen geschmückte Volksschule, wo der Präsident dev Cultusgemeinde Dr. Bernhard Neumann die Gäste begrüßte. Obergespan Baron Nikolaus Fiath gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß aus dieser Schule gute Patrioten und wackere Bürger hervorgehen werden. Der Obergespan gedachte auch der bevorstehenden Reception der jüdischen Confession, von der er hoffe, daß sie nach Jahren in unserem socialen Leben die schönsten Früchte tragen werden. Nach der mit lebhaften Eljenrufen aufgenommenen Rede des Obergespans skkzzirte der Präsident des isr. Schulstuhls Adolf Hahn die Entwicklung der Stuhlweißenburger isr. Elementarschule. Im Namen des Lehrkörpers der Elementarschule dankte Ignaz Borsodi für die großen Opfer, welche die Gemeinde beim Baue der Schule brachte. Den Schluß der Doppelfeier bildete Abends ein in den Lokalitäten des Handelskasinos stattgehabtes Banket. Budapest. (Pester israelitische Religio ns» gemeinde). Die Repräsentantenwahl hat Sonntag im neuen Amtsgebäude der Religionsgemeinde unter dem Präsidium Paul Tencer's bei reger Theilnahme der Gemeindemitglieder stattgefunden. Nach dem um 7 Uhr Abends verkündeten Resultat des Scrutiniums erscheinen als gewählt: Jakob Abeles, Dr. Sigmund Adler, Samuel Atlas, Philipp Back, Dr. Jonas Baron, Benedict v. Baronyi (neu), Philipp A. Baumgarten, Louis Baumgarten, Max Beck, Ferdinand Beck, Salomon Beer, Max Bettelheim, Adolf Blau (neu). Moriz Bloch, Sigmund L. Breitner, Sigmund Brüll, Dr. Franz Chorin,Dr. Philipp Darvai (neu), Dr. Sigmund Decsey. Anton Deutsch, Bernhard Deutsch de Hatvan, Ludwig Deutsch, Simon Deutsch, Moses Ehrlich, Gabriel Faludi (neu), Adolf Fenyvessy, Dr. David Fuer, Eduard Fleischmann, Gabriel Forrai (neu, Dr. Alexander Fränkel (neu), Wilhelm Fuchs (neu), Berthold Goldbergevde Buda, Ignaz Goldstein (neu), Carl Gomperz, Bernhard Grünwald, Adam Guttmau, Dr. Friedrich Haläß (neu), Moriz Heidelberg jun., Leopold B. Holitscher, JosefHüvös, D. Kallmann, Emanuel Kann. Dr. Moriz Kärmän, Ignaz Karsai, Dr. Max Kelemen, Dr. Julius Keleti, Dr. Philipp'Klein, Sigmund Kornfeld, Carl Kohner, Berthold Konody, Max Kramer, Samuel Kramer, Ludwig Krauß de Megyer, Meier Krauß de Megyer, Moriz Kunstädter, Leopold Leitersdorfer, M. L. Leitner, Moriz Lemberger, Heinrich Levay de Kis-Telek, Max Lichtenstern, Moriz Lindenbaum, Dr. Samuel Löw «neu), Moriz Löwy, Ignaz I. Mandl, Dr. Moriz Mezei, Dr. Ignaz Misner (neu), Samuel Münz, Dr. Anton Neumann, Dr. Armin Neumann, Sigmund Pinkas, Dr. Heinrich Pollak, Dr. Rudolf Pollak (neu), Stefan Popper (neu). Ignaz Reich (neu), Carl Reuß, Alexander Rieß, Emanuel Rosenseld, Bernhard Rust de Rußt, Dr. L»zär Samuel, Dr. Max Schächter (neu). Dr. Adolf Scheermann, Ignaz Schlesinger (Kaufmann), Ignaz Schlesinger (Buchdruck, r), Ignaz Schmidt, Baron Ferdinand Schosberger^ Dr. Jakob Schreyer, Dr. Geza Schulhof de Dombovär, Armin schwarz (Bankdirector), Armin'Schwarz de Zimony Ignaz Schwarz (neu), Ignaz Silberkrauß (neu), Jacob Simon. Armin Sinaiberger, Dr. Jakob Singer, D. H. Spitzer, Bernhard Stern, Ignaz Stern, Max Stern, Adolf Sternthal, Carl Svüb, Paul Tencer, Samuel Tiller, Alexander Tsuk (neu), Emerich Ullmann de Ereny, Dr. Alexander Ullmann, de Ereny, Dr. Sigmund Bidor, D. Soma Bisontai (neu), Moriz Wahrmann, Dr. Jakob Weiß, M. I. Weiß. Jakob Weißkopf, Franz Weißmayer, Ludwig Wolfner, Ignaz B. Wottitz, Joses Zwack. Das Wahlergebniß wurden von den zahlreichen Anwesenden mit lauten Eljenrufen begrüßt, worauf Dr. Anton Neumann das Wort ergriff, um in schwungvoller Rede dem Wahlcomite, insbesondere aber dem verdienstvollen Präsidenten desselben, Herrn Paul 'Tencer, für seine unermüdliche Mühewaltung und die taktvolle, der Würde der Großgemeinde angemessene Leitung des Wahlaktes den Dank der Wählerschaft auszudrücken und ihn der Anhänglichkeit und des Vertrauens der Gemeindemitglieder zu versichern. Präsident Paul Tencer dankt für das ihm entgegengebrachte Vertrauen, welches er mit der Versicherung erwidert, sich auch ferner den heiligen Interessen der Gemeinde nach besten Kräften widmen zu wollen. Die Versammlung ging sodann unter erneuerten Eljenrufen auf den Präsidenten auseinander. Peft. (D er H au s arz t D ea k's.) In Zala-Szt.-Grot wurde dieser Tage Dr. Josef Eichberg unter allgemeiner Theilnahme zu Grabe getragen. — Eichberg war bis in die fünfziger Jahre der Hausarzt und Hausfreund D eak's in Kehida und dieser kam oft zu seinem Freunde nach Szt.-Grot, und als Deak nach der Hauptstadt übersiedelte, berief er nicht selten Eichberg, um dessen ärztlichen Rath zu erbitten. Eichberg war stolz darauf, die Gesundheit des alten Herrn überwachen zu dürfen, doch wagte er es nicht, trotzdem er ein geschickter und glücklicher Arzt war, die Verantwortung allein zu tragen, wenn eine ernstere Krankheit eintrat: in einem solchen Falle wies er seinen berühmten Freund an Skoda oder eine andere medicinische Capacität. Eichberg, der ein Alter von 80 Jahren erreichte, war Jude und aus dem Auslande eingewandert. Noch kurz vor seinem Tode fuhr er in die umliegenden Dörfer, wo er den armen Leuten unentgeltlich ärztlichen Rath ertheilte. Einen Theil seines beträchtlichen Vermögens widmete er wohlthätigen Zwecken. Csurgo. Herr Rabbiner Dr. Ludwig Venezianer ist für die 4 oberen Clafsen des hiesigen ev. res. Obergymnafiums zum Professor der deutschen Sprache ernannt worden. Die Ernennung unseres Rabbiners, welche durch dem Comitatskirchenrath erfolgt ist, empfindet unsere Gemeinde als eine hohe

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