Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-10-28 · 44 (28.10.1892) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
44 (28.10.1892)
Date
1892-10-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3020900-3020944--01841-3025901
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 796 Oesterreichische Wochenschrift Nr. 44 und Enkelschaar bei vollständiger geistiger und körperlicher Rüstigkeit dieses Fest beging. Unter anderen Gratulationen, die sowohl brieflich als telegraphisch einlangten, ließ es sich die hiesige israel. Cnltusgemeinde nicht nehmen, ihrer Anerkennung dadurch Ausdruck zu geben, daß sie dem Jubelpaar durch das persönliche Erscheinen des Herr Vorstehers einen mit entsprechender Inschrift vepschenen Becher nebst einem Schreiben überreichen ließ, in welchem in ehrenden Ausdrücken die bisherige Thätigkeit des Jubilars Ausdruck fand. Das Fest schloß in animirtester Weise und wird jedem, der diesem beizuwohnen Gelegenheit hatte, immer im Gedächtniß bleiben. Befremdend fand man es, daß der Cantorenverein, dessen ältestes Mitglied der goldene Hochzeiter ist, weder in telegraphischer noch in brieflicher Welse hiezu Stellung nahm. B. Prag, 23. October. In anerkennenswerther Weise treten Sie in der letzten Nummer dafür ein, daß die jüdischen Handwerker von ihren Glaubensgenoffen gefördert werden sollten. Das wäre nun recht nnd billig. Aber die jüdischen Handwerker sollten auch auf die jüdischen Gesellen Rücksicht nehmen. Nachstehender Fall zeigt, daß dieß in vielen Fällen nicht geschieht. Der hiesige Selcher Herr Simon Berg gab dem Vater eines jüdischen Gesellen, der für diesen um Arbeit ansuchte, zur Antwort daß er princivielt keinen jüdischen Gesellen in Arbeit nimmt. Herr Berg ist sowie jeder jüdische Selcher bei dem Verkaufe seiner Erzeugnisse auf jüdische Kundschaft angewiesen. Seinen Käufern würde es in ritueller Beziehung sicher eine Beruhigung sein, wenn sie wüßten, daß jüdische Gesellen bei der Erzeugung mitwirkten. Aus diesem Grunde sollte schon ein jeder Erzeuger koscherer Selchwaaren zumeist jüdische Gesellen bei der Arbeit verwenden. So aber können die meisten jüdischen Gesellen keine Arbeit finden und müffen vom Handwerke ablaffen oder verkümmern. Herr Berg und Leute ähnlicher Gesinnung sollten an die Zeit zurückdenken, wo fie selbst Gesellen waren. Prag, Die Statthalterei hat mit Erlaß vom 11 d. die Errichtung eines isr. Matrikenbezirkes in der Stadt Weinberge angeordnet, welchem alle im Stadtbezirke Weinberge wohnhaften Israeliten zugewiesen werden, und es sind laut des bezeichneten Erlasses, vom 1. Jänner beginnend, sämmtliche in diesem Matrikenbezirke vorfallenden Matrikenfälle als: Geburts- Trauungs- und Stcrbefälle bei der israelitischen Matrikenführuug in der Stadt Weinberge in vorschriftsmäßiger Weise und innerhalb der gesetzlichen Frist anzumelden. Zum Matrikenführer ist mit Decret der Bezirkshauptmanusckaft Weinberge M. Stark, Rabbiner in der Stadt Weinberge, ernannt worden. Das Matrikenamt befindet sich in der Stadt Weinberge Nr. C 545 lKlicperagaffe Nr. 7 neu.) — Dem Herrn Simon Gott lieb, Schulleiter der isr. Privatschule in Tereschau, wurde von der l. k. Stalthalterei gemäß ß 4 der Ministerial-Verordnung vom 27. December 1891 das Rabbinat ertheilt. — Der Rabbiner in Dobrisch, Herr Bernhard Mandl feiert am 29. October l. I. ein Doppeljubiläum: den Gedenktag seines vor 50 Jahren erfolgten Amtsantrittes als Prediger, und des 25jährigen ununterbrochenen Wirkens in derselben Eigenschaft in der hiesigen Gemeinde. Während dieser Zeit hat sich der Jubilar die Achtung und Verehrung nicht blos seiner Glaubensgenossen, sondern Aller, die ihn kennen zu lernen Gelegenheit fanden, erworben. Prag. (Die isr. Cultusgemeinde-Repräsentanz in Prag) hat dem Religionslehrer an der Altstädter deutschen Knaben-Bolks- und Bürgerschule und an der öffentlichen Volksschule bei den Piaristen Herrn W. Freund die vollste Anerkennung seiner vieljährigen verdienstlichen Lehrthätigkeit ausgedrückt. Bermm, 25. October General-Bersammlung. In der General-Versammlung der hiesigen israelitischen Cultus- Gemeinde, welche am 16. d. M. unter zahlreicher Betheiligung stattfand, wurde der vom abtretenden Vorstände erstattete Rechenschaftsbericht einstimmig genehmigt. In den Vorstand wurden die Herren: Ignatz Roubiczek, Dr. Weinstein, Adolf Oberuik. Adolf Hecht, Emil Taussig, Josef Zeckendorf und Salomon Fei gl wieder- und die Herren: Dr. Fischer und R. Matzka neugewählt. Bei der am 23. d. M. stattgefundenen constituirenden Sitzung des neuen Vorstandes wurde abermals und zwar zum 25. Mal Herr Ignatz Roubiczek zum Cultusvorsteher, Herr Dr. Weinstein zu deffen Stellvertreter und Herr Josef Zeckendorf zum Cassier gewählt. Sedletz-Prtschitz. Am 23. October l. I. feierte Herr Privatier Alexander Fried und seine Gattin Katharina Fried den 50. Jahrestag seiner Eheverbindung, das Fest der goldenen Hochzeit u. zw. in Anwesenheit sämmtlicher Kinder und Enkel. Der hier in der Umgebung bestgeachtete und geschätzte Jubilar erhielt aus diesem Anlasse zahlreiche und herzliche Gratulationen; unter Andern von sämmtlichen k. k. Beamten, dem Bürgermeister und dem Gemeinderathe, dem Bezirksobmann, dem k. k. Notar und anderen Bürgern, sowie von dem Großgrundbesitzer Herrn Ritter Fr. von und zu Eisenstein. Auch die hiesige isr. Cultusgemeinde überreichte durch den Ausschuß eine prachtvoll ausgestattete Adresse, in welcher nebst einer herzlichen Gratulation, dem Herrn Jubilar der Dank und die Anerkennung für dessen beste Leitung der Cultusgemeinde ausgesprochen wurde. Der Herr Jubilar war durch 40 Jahre an der Spitze der Gemeinde, theils als Cassier, theils als Vorsteher; er kann mit Recht als Gründer der Gemeinde, als Erbauer der Syuagoge und der Schule genannt werden. Zur besonder» Ehrung des Jubelpaares fand schon Samstag ein feierlicher Gottesdienst statt, bei welchem Anlasse von dessen Kindern ein prächtiges silbernes Thorablech nebst andern gespendet wurden; auch die Ortsarmen wurden bedacht. Unser Religionslehrer würdigte in einer Ansprache das verdienstvolle Wirken des Jubilars. Der Herr Jubilar ist gottlob noch ein wahrer Juhe, wie man deren leider selten findet. Er brachte viele Opfer zum Gedeihen der Gemeinde. In diesem Sinne erzog er auch seine Kinder. So spendete dessen Sohn Herr Moriz Fried aus einem besonderen Anlässe im Jahre 1882 eines schönes neues Wow Hoamudim - 8efer Thora. Das Fest schloß mit einer sehr animirten Tanzunterhaltung, welcher auch der greise Herr Jubilar bis 2 Uhr wohlgemuth beiwohnte und bei welcher der Herr Bezirksrichter sowie Herr Conc. Dr. Brumlik geistvolle Toaste sprachen. Möge sich das werthe Jubelpaar noch vieler glücklicher Jahre in bester Gesundheit erfreuen. K. Audrichau, 17. October. Am Samstag Abend, als am Nachtage des Simchas-Thora-Fest beging in unserer Gemeinde die 6devra-bikl!ur-0bolim ein Fest, das Zeugnis ablegt von dem Mildthätigkeitssinn unserer Gemeindemitglieder. Das Vorstandsmitglied, Herr Heinrich Unger, der, als Sohn des seligen Herrn Moriz Unger, der sich um die hiesige Gemeinde unsterb. liche Verdienste erworben, — weit über die Grenzen Galiziens und Schlesiens bekannt, eröffnete das Fest mit einer solenellen Rede. Der Cultusvorsteher Herr Israeli, dessen Wohlthätigkeitssinn in der Umgebung ihn bei Juden und Christen beliebt gemacht, verstand es durch seine Rede, einen Wetteifer im Spenden fiir die Arnien unserer Stadt rege zu machen; er eröffnete die unendliche Reihe deHSpenden mit einem namhaften Betrag für Holz und Kohle für die Ortsarmen. Fast 4 Stunden vergingen blos mit dem Anfzählen und Mischeberach-Machen der Spenden. Im Bewußtsein, ein Schärflein beigetragen zu haben für das Wohl der Armen, schieden die Mitglieder in der größten Freude. „Lehrer A." Hunsdorf (Ungarn). Am 11. October wurde hier unte Betheiligung der ganzen Gemeinde Frau Amalie Grün im Alter von 75 Jahren zu Grabe getragen. Die Verblichene war eine durch reine, lautere Frömmigkeit und seltene Tugenden ausgezeichnete Frau. Sie entstammte einer hochansehnlichen Familie; ihr Vater, Rabbi Jakob Schewach Herzbrunn, der das Rabbinat in Bersowitz bekleidete, war als scharfsinniger Talmudist berühmt und stand in naher Verwandtschaft zum Wilner Gaon (R. Elija Wilna). Um die edle Frau trauern nebst dem greisen Gatten, Herrn Abraham Moses Grün, eine Tochter und vier Söhne, von denen drei ansehnliche Stellungen einnehmen, es sind dies Rabbiner Dr. Nathan Grün in Prag, Mediciner Dr. Jakob Grün in Neusohl und Bezirksarzt Dr. Eduard Grün in Rittberg. Czernowitz, am 18. October. Die akademische Verbindung ^Ua8monaeLbeging im Anschlüsse an die am 16. d. M. stattgefundene Plenarversammlung eine Gordonfeier. Bereinsmitglied Herr sind. jur. Jakob Kammer widmete dem Heimgegangenen großen jüdischen Poeten einen tiefempfundenen warmen Nachruf, in welchem er den Verlust, den die jüdische Nation erlitten, in beredten Worten beklagte, seine Verdienste um die neuhebräische Literatur hervorhob und mit den Worten, bei denen sich alle Anwesenden von ihren Sitzen erhoben, schloß: „Den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.