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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-10-14 · 42 (14.10.1892) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
42 (14.10.1892)
Date
1892-10-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 43 Mestrrrrichischr WochrnschrM- Sette 755 «einen. Nun fragte Frankel weiter, ob jich etwa in meinen Publicationen eine der Schriften Renan's citirt hätte. Diese Frage konnte ich bejahen, da eben kurz zuvor im Jahrbuch von Wertheimer ein Artikel von mir erschienen war, in welchem ich Renan citirte. Frankel gab mir hierauf den Rath, mir das Jahrbuch nach Paris kommen zu lassen und wenn ich mich Renan vorstelle, ihm die betreffende Stelle zu zeigen. Ich that, wie mir geralhen wurde und ließ mir das Jahrbuch unter der Adresse des unvergessenen Salomon Munk nach Paris kommen. Mit dem Jahrbuch in der Hand stellte ich mich Renan vor und er war sehr erfreut, zu sehen, daß man seine Schriften auch in Wien kenne. Er machte mit mir einen Rundgang in der Bibliothek und zeigte mir ernige Specifica; er war aber auch so freundlich, mir die Umgebung von Paris (für Paris selbst war ich versorgt, da ich dort mehrere Personen fand, die sich meiner freundlichst annahmen, so den Schriftsteller Basch, der Correspondent von Kuranda's „Ostdeutsche Post" war, den Jnstttutsdirector Rosenfeld, S. Bloch, Redacteur der „uuivers israeiite« undA. Cahen, Redacteur des . aredive israelite“. Ferner fand ich daselbst die beiden Töchter Sulzers Marie und Henriette, die Mitglieder der großen Oper waren rc. rc.) zu zeigen und verbrachte ich mit ihm mehrere sehr angenehme Stunden. Wir standen dann längere Zeit in schriftlichem Verkehre und schickte ich ihm die Artikel, die in Wiener Journalen über seine Schrift erschienen waren. Mit Vergnügen denke ich noch heute an diese Sttmden. Er war durch und durch eine liebenswürdige Natur und waren seine Gespräche sehr anregend. G. Wolf. hängen mag, daß die Juden, welche bei der philosophischen Facultät eingeschrieben find, sich häufig der Zahnheilkunde, Pharmacie und ähnlichen Fächern zuwenden, in denen Honorarfiundung wenig üblich ist. In der juristischen Facultät dagegen, namentlich aber in der für die Juden hauptsächlich in Bettacht kommenden medicinischen Facultät kennzeichnen sie fich mit den Katholiken vorzugsweise als die bedürftigeren Studenten. Da übrigens der statistisch nicht ganz erfaßte Honorarerlaß, worunter hier auch die Fälle begriffen sind, in welchen auf Grund statutarischer Berechtigung Honorar überhaupt nicht geschuldet wird (Profefforensöhne rc.), nicht durchweg die Bedürftigkeit zur Voraussetzung hat, so ist es zweckmäßig, die vorerwähnte Procentziffern lediglich für die Honorarstundung zu berechnen. Geschieht dies, so erhielten Stundung Preußen auf preußischen Universitäten in der in der in der in diesen von je 100 medicinischen juristischen philosophischen 3 Facultäten Facultät Facultät Facultät zusammen Evangelischen 21.5 4.6 12.7 13.3 Katholiken 34.6 8.3 18.4 22.4 Juden 33.8 11.5 9.5 24.0 Wie man also die Kreise der Untersuchung auch begrenzt, immer tritt der katholische und jüdische Student als ärmer und unterstützungsbedürfttger hervor und zeigt sich der evangelische als aus solchen Kreisen hervorgegangen, deren Wohlhabenheit die Inanspruchnahme fremder Mittel in verhältnißmäßig geringerem Grade erfordert. Zum Capitel vom „jüdischen Reichthum". Das Heft 106 der Preußischen Statistik behandelt unter Anderen die Beneficien der Studirenden auf den preußischen Universitäten. Der „Berl. Börsencour." macht die amtliche Veröffentlichung zum Gegenstand einer längeren Besprechung, der wir folgende Angaben entnehmen: Im Durchschnitte der acht Semester im Winter 1886/87 bis einschließlich Sommer 1890 wurden von den auf preußischen Universitäten studirenden Preußen durch Stundung oder Erlaß der Eollegien - Honorare unterstützt und sind demnach wohl auch ohne erhebliche Ausnahmen als unterstützungsbedürftig anzusehen: unter 7,983 Evangelischen. 1,736 oder 21.7 Perc. „ 2,265 Katholiken. . . . „ 1,062 Juden . . . . . „ 36 Sonstigen.... „ 11,346 Studenten überhaupt Hiernach erscheinen die Katholiken als die Bedürftigsten, die Juden aber nicht viel weniger bedürfttg. . Da indessen die Honorarstundung nicht in allen Facultäten gleich leicht zu erlangen ist und die theologischen Facultäten in dieser Beziehung am liberalsten sind, dagegen die Juden in diesen beiden Facultäten nicht Vorkommen, so besitzen die obigen Procentsätze erst volle Vergleichsfähigkeit, wenn sie für die drei nicht theologischen Facultäten berechnet werden. In der juristischen, der medicinischen und der philosophischen Facultät zusammen erhielten Stundung bezw. Erlaß des Honorars im Studienjahre 1889/90 unter 5561 Evangelischen. 796 oder 14.3 Procent 698 „ 30.8 296 „ 27.8 6 „ 16.7 2,736 „ 26.1 ^srresMäenLen. Wien. (Antisemitisches TischlergewerLe.) Bor wenigen Tagen saß ich im Gasthause des Herrn Kasparides, 2., Mathildenplatz. Unter den dort anwesenden Gästen befand sich auch ein Tischlermeister, der in der gehässigsten Weise gegen die Juden loszog und gemeine Beschimpfungen gegen dieselben ausstieß, bis ich im Vereine mit anderen Gästen dem rohen Gesellen in die Schranken wies. Nachttäglich erfuhr ich den Namen dieses Meisters, eines Wiener Gewerbetteibenden. Es ist der Tischlermeister Adalbert Ketzlik, wohnhaft, 2., Rembrandtsttaße 1. Derselbe besorgt vollständige Geschäftseinrichtungen und wird fast ausschließlich von Juden beschäftigt. Es liegt mir ein Berzeichniß der vom Jahre 1877 an von Ketzlik eingerichteten Geschäften vor. Ich nenne hievon die Firmen: M. I. Mandel; A. M. Birnbaum; Samnel Tausig & Söhne; Leopolo Tedesco (zweimal); Popper & Sommernitz; Gustav Wottitz; Prag-Smichower; Bauer & Comp, (zweimal); Paschkis & Schick; Jos. Löwi; Alexander Tausik; Sigmund Weintraub (dreimal); Sigmund Meider (dreimal); Sigmund Philipp (dreimal); Groß & Singer; Gromann & Sohn; Sigmund Klein; A. N. Grünfeld & Sohn; M. Popper & Comp.; Max Belak; L. Goldner; S. Kohn & Bruder; Noe Sttoß; Hermann S. Dockter (zweimal): M. Ellenbogen (dreimal): Karl 1685 Katholiken.394 1035 Juden.250 32 Sonstigen.4 23.4 24.2 „ 12.5 „ in der philosophischen Facultät 13.7 20.4 9.7 in der in der von je 100 medicinischen juristtschen Facultät Facultät Evangelischen . . . 22.6 5.5 Katholiken .... 35.0 8.7 Juden.34.0 11.6 Nach dieser Uebersicht nehmen in der medicinischen und juristischen Facultät von den Studirenden der christlichen Bekenntnisse die evangelischen am wenigsten Stundung oder Erlaß des Honorars in Anspruch, da der percentuale Antheil bei ihnen nur auf 22.6 bezw. 5.5 berechnet ist, denen 35.0 bezw. 8.7 Procent bei den katholischen gegenüberstehen. Die Juden erscheinen nur in der philosophischen Facultät merklich weniger unterstützungsbedürftig als die Christen, was damit zusammenreicher; Moritz Müller; Bernhard Kohn; Hoffmann & Kellermann; Ignatz Kaffowitz & Söhne; Jaques & Moritz Deitsch (dreimal); Isidor Broch; Wilhelm Meisel; Philipp Kaffowitz; L. Mislap; S. Tugendhat L Mayer; Winternitz & Friedmann; Brüder Hirschkron; Karl Frankl; Rosenberg & Spitzer (zweimal); Moritz Deuffch & Söhne; Kellermann & Scharmann; Albert Fuchs; Grünwald & Pollak; Feigel & Widrich; Jacob Mohrmeyer; Pereles & Lang.; Josef Mischkolzi; D. Fisch! und Söhne; Alb. Fuchs; Jacob Mohrberger; Heinrich Mendl und Comp.; Rudolf Singer; Philipp Adler; Hermann Adler; Isidor Popper; Jaga Kreisch; Löwinger u. Läufer; Springer u. Comp.; M. Fr. Reimer; Hirschbein u. Kohn; Ludwig Nettal; Grünfeld u. Bloch; Simon Biach u. Sohn; M. B. Neumann; Doppel u. Wagner; Baß u. Fuchs; Leopold Weiner u. Söhne. Und ein solcher Mann, welcher von Juden blos Gutes empfangen hat, verbringt seine freie Zeit damit, daß 'er gegen die Juden hetzt und sie öffentlich beschimpft. Selbst christliche Gäste haben fich über die rohen Schmähungen dieses Antisemiten aufgehalten und ihn zurecht gewiesen! Gibt es denn keine jüdischen Tischlermeister, die ebenso tüchtig und reell arbeiten , als dieser Antisemit, und dem jüdische Firmen ihre Arbeit überttagen können? Wilhelm Jellinek 2., Webergaffe 11.

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