Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-09-23 · 39 (23.9.1892) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
39 (23.9.1892)
Date
1892-09-23
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3020900-3020939--01752-3025807
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 716 Orsterrirhisrhr Wochrnsrhrist. konmien. Und wie sie jetzt zu ihm trat und die Arme um seinen Nacken bog, wie er den weichen, warmen Körper der jungen Frau an seinem fröstelnden Leibe fühlte, den Duft ihres Haares einsog, preßte er sie plötzlich an sich und seine Lippen auf ihre Wange. Sie riß sich fast erschreckt von ihm los, sie fühlte das Uuheilige, das Gemeine dieses Kuffes. „Komm' schlafen, Du Lilie von Saron," lachte er unheimlich und ergriff ihren Arm mit seiner heißen, feuchten Hand. Sie stieß ihn zurück. „Ah so, Du willst sentimental sein, Jüdin, so gehe ich wieder zurück zu meiner üppigen Arierin." Ein Gefühl des namenlosen Schmerzes, der Eifersucht, des Ekels und der Beschämung ergriff sie zu gleicher Zeit und fast tonlos klang es von ihren Lippen: „Geh'!" Und er ging. Sie hörte durch die Todtenstille der Nacht die Klingel des Hauses der reichen Wittwe, das Oeffnen und Zufallen der Thür — sie starrte halbverwirrt nach diesem Hause, in welchem nach kurzer Zeit die Fenster sich verdunkelten. Nach acht Tagen war Hans Löhner wieder regelmäßig zu Hause und später verließ er es gar nicht mehr; er blieb im Bette, bis er starb. Die schleichende Krankheit, die so lange schon in ihm gewüthet, hatte ihn bald ganz dahingerafft. Die unglückliche Frau hatte mit dem Aufgebot ihrer ganzen Kraft gearbeitet und ihn gepflegt bis zum letzten Augenblicke. Beim Leichenbegängnisse betheiligte sich eine große Zahl Menschen, und während sie dem Sarge nachwankte, hörte sie hinter sich: „Die Jüdin hat ihn in's Grab gebracht!" Literatur. 0r Chadcsoh, Commentar zu den Sprüchen Saloinons und dem Propheton «rechorjah, von Adolf Goldenberg in Tarnopol, im Selbstverläge des Verfassers, Preis 1 fl. Wir besitzen von Herrn Goldenberg bereits einen Commentar zu den Psalmen. Der Verfasser ist sich in Styl und Erklärungsweise treu geblieben, jener etwas hart, diese geistreich, wen» auch oft gewagt, daß der Leser nicht immer geneigt sein dürfte, auf diese Auslegung zu schwören. Der Name des Buches entspricht vollkommen dem Inhalt — es verbreitet neues Licht über die Abstammung vieler Wörter, über zahlreiche dunkle Stelle»: und scheinbar zusammenhangslose Verse. Bewunderungswürdig ist das profunde sprachliche Wissen des Verfassers und sein Genie, das Gleiche ztvischen dein Griechischen und Lateinischen einerseits und dein Hebräischen anderseits herausznfinden. Zu bedauern ist der Jndifferentismus gegen die jüdische Literatur, daß der Verfasser genöthigt lvar, dgs Buch Im Selbstverläge erscheinen zu lassen, ein Buch, das einen bleibenden W'rth hat als Type moderner Bibel- Exegese. _ cassen und Wechselstuben dieser Baitk II., Praterstraße 15, IV., Wiedener Hauptstraße 8. VI., Mari ah Uferstraße 75, in Prag und Graz die Wiener Bankverein-Filialen daselbst. Die Bersicherungsgebühren sind aus dem nn Jnseratentheile veröffentlichten Tarife zu ersehen. Den Anmeldern steht die Wahl frei im Falle der Verlosung enttveder gegen die verlosten Stücke andere gleichartige unverloste zu beheben, oder aber die versicherte Verlustdifferenz baar ausgezahlt zu erhalten. CONCURS. In der israel. Cultusgemeinde ZWITTAU in Mähren ist die Stelle eines Rabbiners der auch den Religionsunterricht an den öffentlichen Volks- und Bürgerschulen zu ertheilen hat, sofort zu besetzen. Jahresgehalt 750 fi. nebst 150 fl. Quartiergeld und üblichen Emolumenten. Bewerber um diese Stelle wollen-ihre Gesuche unter Beischluss der Photographie, versehen mit ihrem Geburtsscheine und den nach dem Gesetze vom 31. März 189u R. G. Bl. Nr. 57 §. 10 und 11 erforderlichen Zeugnissen bis längstens 15. October an den gefertigten Cultusvorstand einsenden. Nur dem Acceptirten werden die Reisespesen vergütet. ZWITTAU, 13. September 1892 Für die israel. Cultusgemeinde. Der Vorsteher __Josei Stein. Ettel Goldschmidt’sches Stipendium für einen Techniker des Baufaches. Vom Vorstande der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde wird zur Kenntniss gebracht, dass für das laufende Jahr aus der E tt e 1-G ol d Schmidt’s chen Stiftung der Zinsenbetrag voy fl. 400 an einem, der israelitischen Confession ungehörigen Techniker des Baufaches, der seine Studien am k. k. Wiener polytechnischen Institute mit Auszeichnung absolvirt hat, zum Behüte seiner höheren technischen Ausbildung an einer vorzüglichen auswärtigen Fachanstalt oder zu einem Reise-Stipendium zu verleihen kommt. Dieser Betrag wird im Auslande an jenem Orte ausbezahlt werden, wohin sich der Betheiligte zu dem angedeuteten Zwecke begeben wird. Die Bewerber um dieses Stipendium haben ihre mit Zeugnissen gehörig belegten Gesuche bis 31. October in der Kanzlei der Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse Nr. 4, 2. Stock) portofrei einzureichen. Wien, 15. September 1892. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde GESUCHSBLANQUETTE sind im Secretariate I., Seitenstettengasse Nr. 4, II. Stock, während der Amtsstunden von 8—12 Uhr unentgeltlich zu beheben. Wochenkalender. Tischri 5653. — September 1892 1 Donnerstag 22 Nosch-Haschanah?w»n enn 2 Freitag 23 n » Sab. Schub ah 3 Samstag 24 Eintrit d. Nacht Haasmu mrrn um 6»‘ 27’6m 4 Sonntag 25 Fasten Gedaljahl m: ma 5 Montag 26 6 Dienstag 27 7 Mittwoch 28 8 Donnerstag 29 9 Freitag 30 Vbd^d..Jom-Kip. TßBDY'B'iy October - 10 Samstag 1 Jom-Kippur "ID2 DT Seele« feier Eintritt d. Nacht | UM 6h 13*lm Berlos«tgs-8erl«st. Der durch die Verlosung am 1. October drohende Verlust infolge Auslosung mit dem kleinsten Treffer, beziehungsweise Nominalwerth beträgt bei Wiener Communal-Losen circa fl. 30.—, Theiß-Losen circa fl. 20.—, Rudolfs-Losen circa fl. 15.—, 5"/<,ige Staatsbahn Priorität cirla 9%. Die Versicherung gegen diesen Verlust übernahmen in Wien die Central-Devositencaffe und Wechselstube des Wiener Bankverein I., Herrengaffe 8, ferner die Depositen- Junger Mann wird von sehr achtbarer, jüdischer Familie in Pension genommen. Unter „Wien, II.,“ an die Expedition. Extra-streng Wein aus Palästina von der Colonie Rischon-le-Zion bei Jaffe. Nähere Erkundigungen bei H. BLOCH, Director der Colonie in Jaffe. Eine sehr schön erhaltene Buiideslade (DHIDn pIK) ganz aus Stein erbaut, ist sehr preiswürdig zu verkaufen. Adresse Cultusgemeinde Graz. I Im Verlage der Buchhandlung M. Breitenstein, Wien, ♦ IX., Währingerstrasse 5, ist erschienen und daselbst sowie J durch jede Buchhandlung zu beziehen: £ Acten und Gutachten | im Processe Rohling-Bloch. Dieses Werk ist eine Fund- # grübe tur alle auf das Gebiet des Talmuds bezughabenden X Fragen. Preis 3 fi. S

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.