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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-09-02 · 36 (2.9.1892) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
36 (2.9.1892)
Date
1892-09-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 656 Vrstrrrrichtschr Wochenschrist Nr. 36 VenmMes. Wien. (Trauungen.) Sonntag, den 2s. August 1892 wurden getraut; Herr Israel Altkorn mit Frl. Sara Kiwe Berger; Herr Roman Grünwald mit Frl. Lotti Schwarz; Herr Arnold Groner mit Frl. Karoline Bretsch»eider; Herr Isaak Kleiner mit Frl. Henriette Scholz. Wien. Sonntag, den 4. September 1892, Nachmittag 12'/z Uhr findet im isr. Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Hof- und Gerichts-Advokaten Dr. Moritz Ascher mit Frl. Paula Fluß, Tochter des Großindustriellen Ignaz Fluß aus Freiberg statt. Donnerstag, am 8. September 21/2 Uhr Nachmittags findet im israel. Tempel in der Seitenstettengasse, die Trauung des Frl. Friederike Kulka, Tochter des bekannten Schriftstellers und Redactcurs Herr Adolf Kulka, mit Herrn Kaufmann Theodor Breuer in Wien, statt. Wien. Frl. Margarethe Schwab, Tochter des Reichsraths- Abgeordneten Adolf Schwab, hat sich mit dem Großindustriellen Dr. Hugo Fürth aus Strakonitz verlobt. Wien. Am 24. v. M. verschied um 10 Uhr Nachts in Ob. St.-Veit, der in Schriftsteller- und Jvurnalisten-Kreisen. durch seine humoristischen Arbeiten bestbekannte Herr M. S. Ghon (Moritz M. Kohn). Das Leichenbegängnis fand unter großer BecheÜigung, Freitag, d. 26. v. M um 3 Uhr Nachmittag, vom Central-Friedhof (isr. Abth.) statt. Jedermann, der Herrn Ghon kannte, wird ihm ein treues Andenken bewahren. E. B. Wien. (Krach des Elterlein'schen Etablissements.) Ein eigenes Berhängniß waltet über die antisemitischen Hetzer und alles, „was drum und dran hängt." Gottes Fluch lastet schwer auf den „Subjecten" des Antisemitismus und den „Objecten", der sie sich zu ihren Schandthaten bedienen. Zu der langen Reihe der von früher her verkrachten antisemitischen Restaurants zählt nun auch Elterleins Casino, die Stätte, wo der r o t h e Prinz Liechtenstein, der Stampiglienfälscher Schneider, der Beuschel doctor Lueger et tuttl quanti, wegen ihrer verlogener Verleumdungen und Beschimpfungen des Judenthums Gotte« Zorn herausforderten. 8ie transit gloria mundi! Allein, „fäll der Mantel, muß der Herzog nach" und es tvird hoffentlich ir nicht allzuferner Zeit auch die „Subjecte", denen die Object« zum Opfer fielen, die strafende Gerechtigkeit ereilen. Wie«. Der hiesige isr. Culttrsvorstand gibt bekannt, das die vacanten Sitze des Leopoldstädter Tempels vom 7. September an, täglich von 3—6 Uhr Nachmittags in der Kanzlei der Bethausverwaltung: I., Seitenstettengasse 4, ebener Erde ausgegeben werden. Wie«. An Stelle des in Pension gegangenen Hofrathes Schreiner, ist der langjährige Rechtsconsulent der Südbahn Dr. Schiff zum Generalsecretär dieser Gesellschaft ernannt worden. Wie«. Am 18. August d. I. starb in Hietzing Frau Karoline Bauer, Witwe nach dem hochgeachteten seinerzeitigen Vertreter der Creditanstalt, Herrn Benedict Bauer, im Alter von 71 Jahren. Dieselbe war das Muster einer echt jüdischen Frau, gottesfürchtig, edelmüthig und überaus wohltätig. Sie nahm sich armer verwaister Mädchen wie eine Mutter an und verheirathete mehrere derselben, indem sie ihnm außer einer schönen Ausstattung auch eine Mitgift gab und sie thalsächlich versorgte. Den Armen spendete sie im Stillen in reichlichem Maße, und den Gottesdienst (im VIll. Bezirke) unterstützte sie durch milde Gaben. Am 21. August d. I. wurde diese edle Frau auf dem Centtalfriedhofe zur ewigen Ruhe bestattet, und nicht nur ihre Familienangehörigen, Bekannten und Freunde, sondern auch viele Arme gaben ihr das letzte Geleite und ttauern tiefbettübt um sie. Möge ihr die Erde leicht sein! Br«v«. Hieronymus L o r m. (Heinrich Ladesmann), unser berühmter Landsmann, ist mittels eines Schreibens, welches die Deutschen in Louisville im Staate Kentucky (Vereinigte Staaten von Nordamerika) am 1. August an ihn absendeten, und welches am 13. d. M. bei dem Adressaten in Brünn eintraf, zu einer besouderu Feier eingeladen worden. Die Deutschen im Staate Kentucky begehen nämlich in der Hauptstadt Louisville nicht blos eine Columbus-Feier hinsichtlich der vierhundertjährigen Entdeckung Amerikas, sondern an demselben Tage (12. October d. I.) auch eine Gedenkfeier des Eintreffens der ersten deutschen Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Die Einladung geht von der Literarischen Abtheilurrg der Festbehörde der deutschen Columbus- und Gedenkfeier aus und wird in einer Weise begründet, die für die deutsche Literatur im Allgemeinen nicht ohne Interesse ist. In dem bezüglichen Einladungsschreiben an Hieronymus Lorm heißt es nämlich: „Es ist beschlossen worden, zur Theilnahme an dieser zur Erhaltung deuffcher Sprache und deutscher Gesittung in Amerika stattfindenden Doppelfeier diejenigen Schriftsteller des deutschen Vaterlandes einzuladen, welche durch ihre Werke in jeder gebildeten deutsch - amerikanischen Familie seit Jahren schon zu Gaste gewesen sind und dem geistigen Leben des deutschen Elementes in den Vereinigten Staaten dergestalt Vorschub geleistet haben." Dieser Brief der Festbehörde ist ein an Hieronymus Lorm persönlich gerichtetes Handschreiben, was den Beweis liefert, daß die literarische Abtheilung der amerikanischen Festbehörde nur diejenigen deutschen Autoren zuziehen will, welche thatsächlich in den Culturgang der amerikanischen Deutschen eingegriffen haben. Brünn. (T o d e s f a l l.) Der Begründer der Firma „Moriz Schnabl" in Brünn, Moriz Schnabl, ist einem längeren schmerzvollen Leiden erlegen. In Andersdorf 1814 geboren, etablirte er sich 1833 in Heidenpiltsch als Kaufmann und wurde zugleich erzherzoglicher Brennereipächter. Durch seine rastlose Thätigkeit und geschickte Geschäftsführung brachte es derselbe zur Wohlhabenheit. Schnabl übersiedelte 1836 nach Brünn, wo er sich als Kaufmann etablirte und außer dem Gastwirtgeschäfte die Liqueur-Erzeugung in größerer Ausdehnnng betrieb. Schnabl war außerdem noch vielseitig thätig. Er war einige Zeit k. k. Postmeister und besorgte, nachdem er eine eigene Bäckerei errichtet hatte, nebst der Bespeisung der Häftlinge auch die Brodlieferung für das Brünner Landesgericht bis. zur Einführung der eigenen Regie. Er war auch Lieferant für die Landesanstalten. Dabei bethätigte er auch seinen Sinn für Wohlthätigkeit und öffentliche Anstalten. Er spendete der Gefangenschule Lehrmittel und Instrumente. Auch Armenhaus in der Zeile besaß in Schnabl einen Wohlthäter. Für das mähr.-schles. Blincen-Jnstitut hat er Stipendien errichtet und es besteht auch ein von ihm aus Anlaß des Geburtsfestes des Kaisers errichtetes Stipendium für arme Schulmädchen Brünns ohne Unterschied der Confession, deren Betheilung alljährlich am 18. August vorgenommen wird. Moriz Schnabl war Ehren- und Vorstandsmitglied verschiedener humanitärer Vereine, viele Jahre Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinve und Censor einiger Bankinstitute. Im Jahre 1877 verlieh ihm der Kaiser das goldene Verdienstkreuz mit der Krone. Am 17. März 1889 feierte er das goldene Hochzeitsfest. Vor einigen Zähren zog er sich ins Privatleben zurück und übergab die Geschäftsführung seinem jüngsten Sohne.! Bei dem Leichenbegängnisse hielt Landesrabbiner Dr. Placzek im Trauerhanfe sowie am Friedhofe Trauerreden, in welchen er die Eigenschaften des Verstorbenen und insbesondere seinen Wohlthätigkeitssinn hervorhob. Nach Absingen der Trauerchöre wurde der Sarg, auf welchem das dem Verstorbenen verliehene goldene Verdienstkreuz lag, nach dem Friedhofe überführt, lvohin nebst den Trauernden eine große Anzahl Freunde der Familie in einer langen Wagenreihe folgten. Bei der Trauerfeier hatten sich nebst den Trauernden unter Anderen eingesunden: Vertreter der Stadtgemeinde und der israelitischen Cultusgemeinde, Vertreter der Genossenschaften und Wohlthätigkeitsvereine, denen der Verstorbene angehörte, dann Oberlandesgerichtsrath Schilder, die kais. Räthe Bohatsch und Mandl, Landesoberbuchhalter v. I a n e c z e k, Inspektor E P l e r u. s. w. Der Familie condolirten unter Anderen: Bürgermeister Winterholler, Landesgerichts-Präsident Scharrer, Ritter v. Gomperz und Oberlandesgerichtsrath Wessely. Limdenburg, 15. August. (Zum Doppeljubiläum des Altbürgermeisters Kuffner wird berichtet: Der Jubilar, unter dessen Aegide die Stadt einen sehr gedeihlichen Aufschwung genommen hat und der sich ob seiner ersprießlichen Thätigkeit und seines Wohlthätigkeitssinnes allgemeiner Beliebtheit erfteut, nahm in den ersten Vormittagsstunden die Beglückwünschungen der Gemeindevertretung mit dem Vicebürgermeister Kafka an der Spitze, sowie der städtischen Behörden und zahlreicher Deputationen entgegen. Auch die Arbeiter begingen das Jubiläum ihres Chefs, den sie als humanen Arbeiterfreund feierten, in festlicher Weise. In zahlreichen Beglückwünschungskundgebungen mährischer Gemeinden, darunter einer der Landeshauptstadt Brünn, sowie in Adressen industrieller Corporationen wurden die hervorragenden Verdienste Kuffner's um die Hebung der Zuckerindusttie in Oesterreich in ehrenden Worten gewürdigt. Zur Feier hatten

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