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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-08-05 · 32 (5.8.1892) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
32 (5.8.1892)
Date
1892-08-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 32 Oestrrrrichtsche Wortzvnschrist Seüe 595 durch des Erzbischofs Grafen Schönborn Gnaden unlängst Kanonikus geworden, ein Mann ist, bei dem man nur zweifeln kann, ob sein blinder Judenhaß größer ist oder seine Unwissenheit. Erst in der Osternummer des Evangelisch-Kirchlichen Anzeigers (15. April 1892) habe ich seine grobe Mißdeutung der Talmudstelle Kethuboth 102,- Seite 2 nachgewiesen. Um also eine solche äußere Norm zu haben, forderte ich, daß der „Offervatore tattolico" die Schiedsrichter aus der Gesammtzahl Derer wähle, welche an irgend einer Universität des Deutschen Reiches oder an der gleichgestellten Akademie zu Münster Theologie oder Orientalia lehren. Zwei der Richter, gestand ich weiter zu, können Katholiken sein. An den genannten Anstalten lehren ja nicht nur berühmte Leute, aber Jeder wird sich scheuen, ein Urtheil abzugeben, welches die Erhaltung oder Gewinnung eines wissenschaftlichen Namens schädigen könnte. Und nun kommt der „Offervatore c attolico" in seiner Nummer vom 25./26. Juli und stellt eine Liste auf, in der kein einziger Name der von mir als unerläßlich bezeichneten Bedingung entspricht! Bon Rohling habe ich schon gesprochen. Und dessen Aufnahme in das Richtercollegium bezeichnet der .Osservatore cattolico" als conrtitio sine qua non. Zweitens: Bibliothekar Franz Weißbach in Leipzig, vermuthlich ein Korrespondent, jedenfalls ein Gesinnungsgenosse des „Offervatore cattolico", und daher von ihm als „sehr bekannter Orientalist" bezeichnet, der aber in wissenschaftlichen Kreisen keinen Namen hat. Auch dessen Aufnahme wird zur Bedingung gemacht. Drittens: Professor Jakob Eckert in Trier. Dieser Mann hat eine Schrift „Judenspiegel im Lichte der Wahrheit" unter seinem Namen veröffentlicht, zu welcher den Hauptstoff der erst evangelisch getaufte, dann katholisch gewordene Ahron Briman geliefert hat, und welche außerdem zahlreiche Beweise von der Unwissenheit und Unehrlichkeit Eckerts enthält. Professor Wahrmund in Wien kennt das Arabische, Persische und Türkische wohl recht gut, hat aber die wenigen Talmudcitate in seinen Büchern, wie er selbst sagt, aus Rohling und anderen Schriften, nicht aus der Quelle entnommen! Dr. Erich Bischoff in Görlitz ist zweifelsohne ein wackerer Mann, wird aber überrascht darüber sein, daß der „Offervatore Cattolico" ihn für einen Kenner hält, da -er von der jüdischen Literatur gar nichts weiß. Theotakis, früher Syndikus in Corfu! Was weiß der Mann von jüdischer Literatur und jüdischem Ritus?! Außerdem will der „Offervatore cattolico" noch einige italienische „Capacitäten" namhaft machen, aus denen ich wählen soll. Welcher Art diese sein werden, kann der unbefangene Leser nach dem hier Bemerkten sich leicht vorstellen. Daß ich auf ein derartig parteiisch zusammengesetztes Schiedsrichtercollegium mich nicht einlaffe, ist selbstverständlich. Damit aber der „Offervatore cattolico" seinen Anhängern nicht weiß machen könne, Professor Strack fürchte sich, will ich hier mittheilen, daß im August eine Neubearbeitung meiner im vorigen Jahre erschienenen Schrift über den Blutaberglauben zum Druck gelangt. Sie wird den Titel führen: „Der Blutaberglaube in der Menschheit, Blutmorde und Blutritus." (München, C. H. Beck.) In dieser Schrift werde ich auch auf die „Beweise" des „Offervatore cattolico" eingehen. In ihr wird auch klar gemacht werden, was ..Blutmorde" sind. Der „Offervatore cattolico" mag seine 10.000 Lire (wenn er überhaupt übdr einen solchen Betrag verfilzen kann) für sich behalten. Ich werde ihm meinerseits eine angemessene Belohnung zahlen, wenn er drei an ^Universitäten des deutschen Reiches lvirkende Gelehrte findet, welche seine Darlegungen für beweisend erklären. Groß-Lichterfelde bei Berlin. 0r. theoi. Hermann L. Strack, außerord. Prof. d. Theol. Aurich (Hannover). Sie haben in Nr. 29 der „Oesterr. Wochenschrift" von dem Auftreten des Lügenboldes Dr. Danneil aus Bielefeld in unserer Stadt des Ausführlichen berichtet. Derselbe erzählte hier seinen Zuhörern: „Der Rabbiner Dr. Adler in Wien ist das Oberhaupt der Anarchisten in Oesterreich". Der Biedermann hat nämlich den Umstand, daß der Socialistenführer „Dr. Adler" heißt, dazu benützt, um ihn zum „Rabbiner" zu machen, während er doch der katholischen Religion angehört. Glaubwürdige Blätter in Deutschland reproduzirten ein Schreiben, in welchem der antisemitische Wanderredner Dr. Danneil als „ein wegen Trunksucht abgesetzter evangelischer Geistlicher" charaktensirt wurde, der bereits Pflegling der v. Bodelschwingh'schen Anstalt gewesen ist. Dr. Danneil, welchem mit diesem Schreiben in Ostfriesland entgegengewickt werden sollte, bezeichnete in seinen Versammlungen diese Behauptungen als Verleumdungen. Er verflieg fich sogar nach einem Bericht des „Ostfriefischen Anzeigeblattes" vom 20. Juli zu folgenden Auslastungen: Der betreffende Brief enthalte nur Unwahrheiten; er (Dr. Danneil) sei als Pastor nicht abgesetzt, sondern nur zuin Zwecke seiner jetzigen Agitationsreisen vorübergehend» aus dem Amte getreten. Nach Beendigung seiner Reisetouren wurde er jedoch in der Provinz Sachsen als Pastor wieder angestellt. In der' Anstalt Bethel des Herrn v. Bodelschwingh sei er n i ch t, wie der Brief behaupte, als P f l e g l i n g, sondern als besoldeter Beamter thätig gewesen, habe aber wegen Zwistigkeiten^ unter den dortigen Beamte» seinen Posten niedergelegt. Zur Beglaubigung dieser Aussage präsentirte Dr. Danneil einen Brief des Herrn v. Bodelschwingh, mit dem er als Freund und College noch täglich im Briefwechsel stehe u. s. w. u. s. w. Herr Pastor von Bodelschwingh hat, hierüber beftagt, auf das Bestimmteste erklärt, daß Dr. Dann eil alle diese Behauptungen erfunden habe. In einem Schreiben des Herrn v. Bodelschwingh vom 22. Juli d. I. heißt es wörtlich: „Sollte der Betreffende wirklich diese A u s s a g e gemacht haben, so muß ich sie von Anfang bis zum Ende als falsch bezeichnen! Dr. D. ist Pflegling unserer Anstalt gewesen, von seinem Bater hier unter gebracht, der auch für ihn b ezahlt hat! Bon Zwistigkeiten unter den hiesigen Beamten, um deretwillen er seinen Posten hier niedergelegt haben will, ist mir nichts bekannt, wohl aber, daß er sich nicht entschließen konnte, die Wege in die Stadt und in die Versammlungen aufzugeben, und daß dies ihm zur Bedingung seines Bleibens in der Anstalt gemacht war! Es ist mir nicht erinnerlich, jemals einen Brief von Herrn Dr Danneil empfangen zu haben, jedenfalls habe ich einen solchen nicht beantwortet, es müßte denn sein, daß ich, während er hier uns heimlich verlassen hatte, ihn» die Bediungugen geschrieben, unter denen allein wir ihn wieder als Pflegling aufnehmen könirten, aber auch dessen entsinne ich mich nicht!" Die Veröffentlichung dieses Schreibens erscheint um so mehr geboten, als Dr. Danneil sich bei seinem schändlichen Treiben gewissermaßen mit dem Namen des hochgeachteten Herrn v. Bodelschwingh zu decke» sucht. Wer jetzt noch dem Herrn Danneil Geld für seine Borträge bezahlt, weiß wenigstens, daß er lediglich dazu gut genug ist, die Trunksucht des Herrn zu befördern. _ VmlliMes. Wien. (Frau Rosa Je!linek.) Der Prediger der Wiener isr. Cultusgemeinde, Herr Dr. Adolf Jellinek, wurde vou einem schmerzlicheu Verluste betroffen. Dienstag Morgens ist in Baden seine Gattin, Frau Rosalia Jellinek. im Älter von 60 Jahren plötzlich gestorben. Frau Jellinek, geborene Bettclheim. zu Budapest geboren, war eine Dame von reicher Herzens- und Geistesbildung. Es machte ihr stets Freude, Armen Gut^s zu thun, und im Stillen hat sie vielfach wohlthätig gewirkt. Drei Söhne und zwei Töchter, in deren Erziehung sie ihre Lebensaufgabe erblickt hat, trauern nebst dem Galten, mit dem sie in 40 jähriger Ehe vereint war, an ihrer Bahre. Wien. Vorige Woche feierte Herr Paul Lemberger, Gesellschafter der Firma H. Kling er, Wien, das Jubiläum seiner fünfundzwanzigjährigen Thätigkeit in diesem Hause und wurden ihm aus diesem Anlässe vom gesammten Personale der hiesigen Centrale und auch der übrigen Etablissements die herzlichsten Ovationen bereitet. Wien. (Auszeichnung.) Dr. Gustav Tiring wurde vom König von Italien mit dem Officierskreuz des italienischen Kronen- Ordens ausgezeichnet. Wie«. (Personalnachrichten.) Der neugewählte Rabbi» e vonRikolsburg, Herr Dr. Feucht»»ang, hat sich mit Frl. Jeanette Dünner aus Köln verlobt. — Sonntag, den 7. August; findet im isr. Tempel, III., Untere Biaductgasse 13, die Trauung des Herrn Bernhard Jellinek. Sohn des Herr»» Samuel Jellinek, mit Frl. Hedwig Abel es, Tochter des Herrn Sigmund Abel es, statt. Wie«. tRedwitz-Denkmal.) Am 7. d. M. findet in Gossensatz am Brenner die feierliche Einweihung des Redwitz- Denkmals statt. Um 3 Uhr Nachmittags wird die von dem Bildhauer Beer angeferiigte treffliche Porträtbüste des verstorbenen Dichters enthüllt werden. Zwei Festreden, der Bortrag des Redwitz'schen Gedichtes „An den Redwitzplatz", dann ein Waldfest mit Commers, Fackelzug und Feuerwerk stehen auf dem Programme des Comites,! tvelchem die Herren Hosrath Professor Dittel, Hosrath v. Zeidler. ' Bildhauer Kopf, Oberstlieutenant v. Tr«stell, Tobias Markus i

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