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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-07-22 · 30 (22.7.1892) · page 59

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
30 (22.7.1892)
Date
1892-07-22
Page
– (sequence 59)
Language
German
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Nr. SG' Oestrrrirhifrhx Worhensthrist Seite 687 -für nöthig, dies hervorzuheben, um damit gleichzeitig den Stand-! Punkt des Gerichtshofes kundzugeben. Der Präsident schließt die Rechtsbelehrung mit den Worten: Nun lege ich das Schicksal -er Anklage und des Angeklagten vertrauensvoll in Ihre Hände. Der Geschworene Graf von Loe fragt: ob die Geschworenen eventuell die Frage wegen Beihilfe oder Mitwissenschaft konstruiren können. Der Präsident bemerkt, daß die Geschworenen lediglich die ihnen vorliegende Schuldfrage zu beantworten haben. Die Geschworenen ziehen sich hierauf zur Berathung zurück. Nach etwa einer halben Stunde kehren die Geschworenen zurück und es verkündet der Obmann, Graf von 8oe unter gespanntester Aufmerksamkeit des zahlreichen Publikums: Auf Ehre und Gewissen bezeuge ich vor Gott nnd den Menschen: Der Wahrspruch der Geschworenen lautet auf die Frage: Ist Ver Angeklagte Adolf Buschhoff schuldig, am 28. Juni 1881 den Knaben Johann Hegmann z« Lauten vorsätzlich getödtet zu hecken und zwar, indem er die Tödtung mit Ueberlegnng ausführte: Nein. Nunmehr wird Buschhoff wiederum auf die Anklagebank geführt und diesem vom Gerichtsschreiber der Wahrspruch vorgelesen. Die Vertreter der Staatsanwaltschaft erklären, daß sie keine Anträge zu stellen haben. Hierauf verkündet der Präsident, Landgerichtsdirector Kluth : Im Namen seiner Majestät des Königs hat der Gerichtshof für Recht erkannt, daß, nachdem die Herren Geschworenen die Schuldfrage verneint haben, der Angeklagte Buschhoff von der Anklage des Mordes freizusprechen, und die Kosten des Verfahrens der Staatskasse aufzuerlegen seien. Außerdem hat der Gerichtshof beschloffen, den Angeklagten sofort aus der Haft zu entlassen. Die Sitzung ist geschloffen. Das Publikum begleitet das fteisprechende Urtheil mit einem stürmischen Bravo. Buschhoff weint heftig. 2 Ich erlaube mir, hierdurch auf mein am 1. September d.J. 4} in Bielitz, österr. Schlesien, zu eröffnendes | Muster-Pensionat j 2 für Knaben und Mädchen aufmerksam zu machen. Gegen massiges Honorar beste streng koschere Verpfle- ■ |> gung, Unterricht in Sprachen, Stenographie, Clavier und Hand- arbeit. Schulbesuchenden Nachhilfe in allen Gegenständen. 4^ Anmeldungen an meine Adresse oder an: Frau Mandowska, Bielitz. < |> | MARIE MORGENSTERN, Stauding, öst. Schlesien. £ Nach dem allbekannten Aussprache des Kaisers Friedrich, „Der Antisemitismus ist die Schmach des Jahrhunderts“, erscheint seit Anfang dieses Jahres in unserem Verlage eine Zeitschrift unter <lem Titel: „Die Schmach des. tialbmonatschrift zur Bekämpfung das Antisemitismus. Preis vierteljährlich Mark 2 50 (fl. 1.50) Die gesummte jüdische Presse hat die „Vorzüglichkeit“ unserer Zeitschrift anerkannt nnd nachdrücklich^; die Unterstützung derselben durch Abonnement empfohlen.!! Probe-Nummern gratis!! Moderner Verlag (E. Hagendorn) Berlin 8. W. 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