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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-07-15 · 29 (15.7.1892) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
29 (15.7.1892)
Date
1892-07-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3S Orsterreichi-rtze Wochenschrift. Sette 501 Ist es scholl an sich auffallend, daß derlei Anerbietungen täglich und in großer Zahl erscheinen, so muß für Jedermann, der auch nur halbwegs fachniännische Kenntnisse bezüglich der Voraussetzungen eines brauchbaren Musik-Instrumentes besitzt, bei Besichtigung dieser „gelegentlich" zum Kaufe angebotenen Klaviere klar werden, daß ein unlauteres Manöver vorliegt. Die gefertigte Genoffenschaft hat diesfalls unter behördlicher Intervention Erhebungen gepflogen und konstatirt, daß ein Klavierhändler sich verschiedener Persönlichkeiten bedient, bei denen er Klaviere und Pianinos der schlechtesten Sorte deponirt und im Jnseratenwege als diesen Personen gehörig, als Gelegenheitskäufe offerirt. Hiebei werden, um das Publikum über die Qualität dieser Instrumente zu täuschen, dieselben mit falschen, nicht existirenden Firmen: „Charles Dubois ä Paris“. „Cloches de Paris“ u. fl. versehen, während in Wahrheit Instrumente schlechtester Sorte auf diesem Wege an Mann gebracht werden. Die gefertigte Genossenschaft sieht sich im Interesse des Publikums verpflichtet, vor solchen „Gelegenheitskäufen" zu warnen, und behält sich vor, das Resultat des eingeleiteten Strafverfahrens zu veröffentlichen. Gleichzeitig wird das p. T. Publikum, welches bereits im Besitze von solchen Klavieren sich befindet, ersucht, bei der gefertigten Genossenschaft hierüber mündlich oder schriftlich Mittheilung zu machen. Genossenschaft der Clavier- und Orgelbauer in Wien: Carl Kutschern m. p. als Vorsteher." Nicht der Umstand, daß der gebrandmarkte Schwindler ein Arier und zum größten Bedauern aller gesinnungstreuen Antisemiten kein Jude ist, veranlaßt uns zur Aufnahme des Vorstehenden, vielmehr ist es die Thatsache, daß, wie uns von glaubhafter Seite versichert wird, zum großen Theil Juden Opfer dieses Betruges sind. Zumal sind es unsere Glaubensbrüder aus der Provinz, welche, in Unkenntniß solcher Manöver und aus unbegreiflicher Neigung, unbekannten Privatleuten eher Vertrauen zu schenken, als altrenommirten, offenen Geschäftsfirmen, derartigen Schwindlern ins Garn laufen. Wien. Mittelst Statthalterei-Erlasses tvurden mit dem gestrigen Tage, wie gemeldet, folgende sechzehn Studentenkorporationen aufgelöst: „Ostmark", akademische Verbindung ehemaliger Seitenstettener Studenten, Bereinslokal Lazarethgasse Nr. 6. „F r a n c o n i a" .Verein deutscher Hochschüler. Josefstädterstraße Nr. 1. „Philadelphia", Verein deutscher Hochschüler. Neulerchenfeld, Hauptstraße 9h\ 40. ,.Oppavi a", Verein deutscher Studenten aus Schlesien, Kochgasse 19. Verein deutscher Studenten aus Böhmen. Verein deutscher Studenten aus Ostschlesien, Siebensterngasie Nr. 48. Verein deutscher Studenten aus Nord mähren, Burggasse Nr. 7. „Rab enstein", deutsch-akademischer Verein, Lange Gaffe Nr. 10, „Hilaritas", deutsch-akademischer Verein, Lazarethgasse Nr. 2. „Gothia", Verein deutscher technischer Hochschüler, Gumpendorferstraße Nr. 25. „Germania", Burschenschaft, Nibelungengasse Nr. 9. „Lentia", akademischer Verein, Hernals, Hauptstraße Nr. 1. „N e o st o d i fl", akademischer Verein ehemaliger Neustädter Studenten, Skodagasse Nr. 5. „Wartburg", Verein deutscher evangelischer Theologen in Wien, Pelikangaffe 4. Verein der Salzburger Studenten, Langegasse 10. „Kremsirerburse", deutsch-akademischer Verein, Universität. Die erwähnten sechzehn Vereine bildeten den sogenannten „Waidhofener Verband wehrhafter studentischer Verbindungen", dessen Tendenz eine antisemitische und landesverrätherische war. Bei den Bim arck-Demonstrationen haben sich diese Vereinigungen in auffallender Weise betheiligt. Bekanntermaßen kam es nach der Ankunft des Fürsten Bismarck in der Wallnerstraße zu einem blutigen Renkontre mit der Polizei, bei welchem Studenten mit Kornblumen in den Knopflochern die hervorragendste Rolle spielten. Eine bezeichnende Episode, welche dafür zeugt, daß Wiener Korpsverbindungen Bismarck-Demonstrationen in sinnloser Weise veranstalten, spielte sich — wie uns mitgetheilt wird — Sonntag in dem Ausflugsorte Hinter-Hainbach ab. Nachmittags trafen mit Kornblumen geschmückte Mitglieder eines Gesangsvereines und eine Burschenschaft im Orte ein, wo sie sich in einem Gartenrestaurant niederließen und eine Reihe von Gesangsnummern unter dem Beifalle der zahlreichen anwesenden Ausflügler zum Vortrage brachten. Als sie jedoch ein „B i s m a r ck - H u l d i g u n g s l i e d" anstimmten und die Studenten demonstrativ in Rufe „Heil Bismarck!" ausbrachen, erhob sich eine stürmische Opposition seitens der Wiener Ausflügler. Ein älterer Herr brachte mit lauter Stimme ein „Hoch auf Oesterreich und unseren K a i s e r" aus, in welches die Mehrheit der Anwesenden mit einstimmte, welcher Act der Loyalität jedoch nicht den Beifall der Burschenschafter und Gesangsvereinsmitglieder fand. Die berechtigte Auftegnng der patriotischen Wiener war so groß, daß blos die Einwirkung einzelner besonnener Herren einen Atsammenstoß verhinderte. Unter dem Publikum, das sich von den Burschenschaftern und Sängern fernhielt, befanden sich auch einige fteisinnige Studenten. Diese stimmten die Bolkshymne an und bald sangen die Wiener Bürger sammt Frauen und Kinder im schönen Chore mit. Jetzt hielten die Bismarck-Schwärmer, zumal sie in der Minderheit waren, den Zeitpunkt für gekommen, um den Schauplatz ihrer sinnlosen und lächerlichen Demonstrationen zu räumen und erst als sie außer Krügelweite waren, gaben sie nebst dem üblichen Fersengeld auch noch „Die Wacht am Rhein" zum Besten. Bemerkenswerth ist, daß der Wort führ er der Bismarckianer die Kühnheit hatte, sich für einen k. k. Staat sbeamten auszugeben und zu erklären, daß er jede Verantwortung für sich und seine Mitkrakehler übernehme. Wien. (Abgrenzung der isr. Cultusgemeinde- Sp rengel.) Die Landesregierung von Salzburg hat eine Verordnung des Ministeriums für Cultus und Unterricht, betreffend die Feststellung und Abgrenzung der isr. Cultusgenieinde-Sprengel in Oesterreich sowie dre Zuweisung der im Lande Salzburg jeweilig wohnenden Israeliten zur isr. Cultusgemeinde in Linz, zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Demnach haben im Erzherzogthume Oesterreich ob der Enns zwei isr. Cultusgemeiuden zu bestehen, und zwar: 1. In Linz für jene Israeliten, welche in den politischen Bezirken Braunau, Freistadt, Gmunden, Linz Stadt- und Landbezirk), Perg, Ried, Rohrbach. Schärding, Vöcklabrück und Wels, dann 2. in Steyr für jene Israeliten, welche in den politischen Bezirken Kirchdorf und Steyr (Stadt- und Landbezirk), ihren ordentlichen Wohnsitz haben. Die im Herzogthume Salzburg jeweilig wohnenden Israeliten werden der isr. Cultusgemeinde in Linz zugewiesen. Wien. Am 12. dieses Monates versammelte sich der gesammte Lehrkörper des k. k. Staatsgymnasiums zu Meidling im Bureau des k. k. Gymnasial-Directors Herrn Johann Dr. M. Wastl, und dieser verlas die nachfolgende, an den an diesem Tage von dieser Lehranstalt scheidenden allgemein verehrten Herrn Dr. Schmiedl gerichtete, kalligraphisch ausgestattete und von sämmtlichen Professoren gezeichnete Adresse: Euer Ehrwürdenl Hochgeehrter Herr Doctor! Durch die pstichtgetreue und erfolgreiche Erfüllung der schonen Aufgabe Ihres Berufes, die Jugend mit den Lehrsätzen der Religion geistig zu durchdringen, sind Euer Ehrwürden mit unserem Gymnasium schon seit seiner Gründung in fortwährende Berührung getreten, seit sechs Jahren aber unser allverehrter College geworden. Das Verhältniß herzlicher Freundlichkeit, das all die Jahre hindurch ohne die leiseste Trübung zwischen Ihnen und uns gepflegt wurde, das väterliche Wohlwollen, das Sie den Schülern so liebevoll entgegenbrachten, und der edle Klang» den Ihr Ehrenname in der Wissenschaft gewonnen hat, erregen in uns das aufrichtige Bedauern über Ihr Scheiden aus unserer Mitte und entlocken unfern Herzen besonders am letzten Tage, an dem Sie unter uns weilen, den inniggefühlten Wunsch, daß die gütige Vorsehung Sie noch recht viele Jahre hindurch in kräftiger Gesundheit und ftischer Lebenslust der reichen Früchte Ihrer unermüdlichen Lebensarbeit sich erfreuen und so recht ein wohlverdientes otium cum dignitate genießen lasse. Und indem wir Ihnen so ans voller Seele Lebewohl sagen, bleiben wir immerdar Ihre in cvllegialer Verehrung ergebenen (Folgen die Unterschriften.) Briirm. Bon den beim IV. Oesterr. Bundesschießen mit hervorragenden Preisen Prämiirten sind unter Andern hervorzuheben: Auf der Pistole nmeister scheibe: Leopold Bloch aus Brünn, Cassette mit Frcs 300, Otto Kuhn aus Brünn, Cassette mit Frcs. 200. Auf der Piftolen-Ehrenfcheibe

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