Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 27 (1.7.1892)
- Date
- 1892-07-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Erik ui Kestrrrrlchtschr Wochenschrift. «r. « HauseS, wo sie mit ihrer Mutter ein rückwärtiges Stübchen bewohnte und gewöhnlich mit einer Handarbeit am Fenster saß. Auch sie sah ihn nicht ungern; aber sie hatten noch niemals ein Wort mtt einander gewechselt. Jetzt war sie im großen Hause des Vorstehers, in den vielen Stuben desselben beschäftigt, wie hätte er sie da sehen sollen? Bon dem Grabsteinstecher, für den er oft arbeitete, erfuhr er eines Tages, daß Rickele morgm Früh den Grabstein für ihre Mutter auf den „guten Ort" bringen lassen wolle: Berele war in aller Früh in der Werkstatt dieses „Künstlers". Rickele ü»m wirklich in ihrem schwarzen Kleide, mit dem schwarzen Tuche auf dem Kopfe. „Was zahl' ich Dir, Berele, wenn Du mir dm Grabstein hinaussührst und fetzest?" „Für eine solche Kleinigkeit nehm ich nichts, dazu brauch' ich nicht einmal einen Schubkarren." Und er hob den Stein, der zwar ganz klein war, mindestens aber doch seinen Zmtner wog, auf seine Schulter, nahm dann noch eine Schaufel in die Hand und ging weg. Rickele folgte ihm. So schritten sie schweigmd nebeneinander hinter den Häusern auf dem Weg zum „gutm Ort." Nur einmal blieb Berele stehen und changirte seine Last von der rechtm auf die linke Schulter. Rickele sah, wie ihm die Schweißtropfen von der Stirne perlten, sie nahm ihr Taschentuch und wischte sie ihm ab. Auf dem Friedhofe beim Grabe angelangt, machte-er sich mit der Schaufel an die Arbeit, den Stein zu setzen, während Rickele weinend im füllen Gebete an der heiligen Stätte stand. Als er fertig war und sie sich auf den Rückweg machten, sagte sie: „Besuchst du nicht deine Eltern?" „Ich habe sie im Leben nicht gekannt, es hat mich noch niemals hiehergezogen, ich weiß sogar nicht, wo sie liegen! „Ich bedaure Dich: „Du hast Niemanden, an den Du dmken kannst." „Ich denke, Riekele, an Dich!" Das Mädchen erröthete. „Dmkst Du zuweilen an mich?" fuhr er fort und faßte ihre Hand, die sie ihm nicht entzog. , „Auch ich denke oft an Dich ^Berele." (Fortsetzung folgt.) Wochrnkralender. Wochen- Julr 1892 Tamus 5652 Kalender Freitag 1 6 Samfkrg 2 7 ron Sonntag 3 8 Montag 4 9 Dienstag 5 10 Mittwoch 6 11 Donnerstag. 7 13 Freitag 8 13 Briefkasten. Gabriel Schwarz, Pozego: Das Rabbiner-Seminar in Wien wird nicht vor Jänner 1893 ins Leben treten. Erst dann wird über Aufnahmsbedingungen eine Verlautbarung erfolgen. E. Schick, Wien: Herr von Bleichröder ist Mitglied der jüdischeu Gemeinde in Berlin. W. E. in M. Wir sind leider außer Stande die gewünschten Auskünfte zu geben. _ Ignaz Fischer, Pollerskirchen: Abonnementsbetrag bis IS. Aprü 1893 echalten. Ein eifriger Leser, Prag: Graf Nigra ist arischer Abstammung. Ealom. PerÄles, Chodenschloß. Sie können in dem Locale beten lassen. Bon Herrn S. Steiner, I, Belariastraße 6, sind uns für den „Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien und dessen Vororten" p. 3.— zngekommen. Postrlb»g, Meseritsch, Prag. Für diese Woche zn spat. Zahlreiche Anfragen, die an uns von verschiedenen Seiten geangen. ob die bekannte Firma Ignaz Keßler Wien, Stadt, Stock-im- Eisen-Platz 7 nur Normalwäsche führt, sind wir m der Lage, dahin zu beantworten, daß Herr Keßler auch Wäsche jeder Art und das Allerneueste in Herren-Modeartikel, sowie Wirkwaaren in größter Auswahl auf Lager hält. Das Berkaufslokal dieser Firma mußte neuerdings vergrößert werden, um dem stets wachsenden Zuspruch seitens des Publikums zu genügen. Dieser Umstand spricht am deutlichsten für die Solidität dieser Firma und können wir dieselbe unseren Lesern ebenfalls bestens empfehlen. K. ft. Generaldirertion der österreichischen Skaatsbahnen. Der am 1. Juli 1892 fällige Coupon der Actien der k. k. pr- Erzherzog Albrecht-Bahn wird vom genannten Tage ab bei der Hauptcaffa der k. k. General-Direction der österr. Staatsbahnen in Wien, Fünfhaus, Schönbrunnerstraße 6 mit Zwei Gulden ö. W. Silber per Stück eingelöst. In der Zeit vom 1. bis inel. 14. Juli 1892 kann die Einlösung dieses Coupons auch: in Berlin bei der Deutschen Bank, in Frankfurt a./M. bei der Deutschen Bereinsbank und dm Herren von Erlanger & Söhne, in München bei der Bayerischen Vereinsbank in Reichsmark zu dem den Wiener Durchschnitts-Coursen entsprechenden Betrage erfolgen. Vom 1b. Juli 1892 ab wird dieser Coupon nur bei der Haupt- Caffa der k. k. General-Direction der österreichischen Staatsbahnen in Wien in österreichischer Währung Silber eingelöst. Zur Deckung einer Schuldforderung. Beispiel N. 46. Polizze Betrag: Ausgestellt: Alter Jahresprämie N. 258.088 Doll. 5000 1885 40 Jahre DolL 161 Besainmt-Präinienzahlung in 5 Jahren ........ Doll. 805 Baarer Rflckkaufswerth der Polizze nach 5 Jahren .... „516 Demnach waren die Kesten der Polizze von Doll. 5000 für 5 Jahre ..Doll. 289 oder Netioprämie pro Jahr für einen 40jährigen Mann 11.56 per Tausend. „The Mutnal“ die grösste und reichste Yerslcherangs - Gesellschaft der Veit. General-Direction für Oesterreich: Wien, I., Lobkowitzplatz 1. Gebnrtsscheme eventuell Altersuachveisungen zu Schulemschreibungen. Nachdem die Anforderungen um Ausfertigung von Geburtsscheinen eventuell Altersnachweisungen fttr schulpflichtig gewordene Kinder behufs Einschreibung in die Schulen vor Beginn des Schuljahres, von Jahr zn Jahr derart zahlreich sind, dass das Matrikenamt der hiesigen israelit. Cnltusgemeinde denselben nicht sofort Nachkommen kann, werden die P. T. Eltern etc. in ihrem eigenen Interesse erinnert, schon jetzt solche Dokumente zn bestellen and auch in Empfang zu nehmen. Vom 15. August ah würde wenigstens 48 Stunden Zeit zur Ausfertigung der erwähnten Documente gelassen werden müssen. In Anbetracht der heuer stattfindenden Volkszählung, wird die Beachtung dieser Kundmachung angelegentlichst empfohlen. WIEN, 30. Juni 1892. Die Seelsorge der israelitischen Cnltusgemeinde. Dr. Jellinek.