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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-06-17 · 25 (17.6.1892) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
25 (17.6.1892)
Date
1892-06-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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«dfc 436 Vrstrrrrichischr WvchrnschrW. Nr. 25 aussprach. Ich weiß nicht, ob in Süd-Australien oder in irgend einer andern australischen Colonie Aehnliches geschehen ist, habe aber die Ueberzeugung, daß, je weiter sich diese Meinungsäußerung verbreitet, eS desto wahrscheinlicher ist, daß die Machthaber Rußlands einsehen werden, daß es schon wegen der Schädigung ihres eigenen'Jnteresies die höchste T h o r h e i t ist, die Verfolgungspolitik noch weiter fortzuführen." VmmMes. Wien. (Trauungen.) Sonntag den 12. Juni 1892 wurden getraut: Herr Adolf Bruckner mit Frl. Jfabella Grün, Herr Adolf Herdan mit Frl. Anna Pekel, Herr Wilhelm Spitzer mit Frl. Gisela Schmeichler, Herr Salomon Lermann mit Frl. Therese Kraus, Herr M. Wolf Spondre mit Frl. Marjem Lanzet, Herr Ludwig Bermann mit Frl. Pauline Apfel. — Donnerstag den 16. Juni 1892 wurden getraut: Herr Isidor Popper mit Frl. Caroline Pollak, Herr Dr. Josef Braun mit Frl. Bertha Sonnenschein, Herr Arthur Ehrenfest mit Frl. Regine Egger, Herr Ludwig Krauß mit Frl. Louise Weiner. Wie«. (Unverfälschte Patrioten.) In Nr. 11 der „Unverfälschten Deutschen Worte" 1892 heißt es im „Briefkasten": „Ho schütz. Für die am 150. Ge denk tage der Bereinigung eines Theiles von Schlesien mit dem Deutschen R e i ch e an mich gerichteten Grüße sage ich den Genoffen besten Dank. 11. d. Gr. Sch " Es würde uns nicht überraschen, wenn dem Patrioten Schönerer auch an dem nächsten Gedenktage der Schlacht von Königgräp aus irgend einem preußisch,» — Wiithshause ein Begrüßungs¬ und Beglückwünschungstelegramm zukäme. Aber auch in der „Ostlnark" gilt das altdeutsche Sprüchlein : Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Wien. (Das Urtheil eines Antisemiten über seine Parteigenossen.) Das „Deutsche Bolksblatt" vom 15. Juni 1892 bringt einen ausführlichen Baucht über den „Parteitag der Conservativen Sachsens". Bei Behandlung der „Judeufrage" erklärte Referent Freiherr v. Friesen: „Die Agitation der Antisemiten sei weder christlich noch conservativ. Einen auffällig großen Raum in seinen Ausführungen nahm die Polemik gegen die antisemitischen Parteien ein. Deren Führer, sagte er, sind theils aurüchige Personen, theils verfehlte Existenzen, feinfühlige Leute wendeten sich mit Eckel von dem Treiben der Antisemiten'ab)" „Wir »mßten mit Betrübuiß sehen, fügt der Berichterstatter des „D. B." hinzu, daß ein Mann der bei den Conservativen als scharfer Antisemit gilt, dem hohen sittlichen Kern, der im Antisemitismus schlummert, absolut kein Berständniß entgegenbringt." Was würde Herr von Friesen erst sagen, wenn er das Vergnügen hätte, Ernst Schneider und Ernst Berg an i persönlich zu kennen. Wie«. (Ein arbeitsloser Arbeiter). Geehrter Herr Redakteur! Wollen Sie wohl der Beschwerde eines armen Arbeiters zum Ausdruck verhelfen, der mit einem schweren Geburtsfehler behaftet und durch diesen behindert ist, sich sein Brod durch ehrliche Arbeit zu verdienen. Ich bin Tischler und ftagte mich dieser Tage unter Vorweisung meiner guten Zeugnisse in der Mühlenbaufabrik Hörde u. Comp, in der Taborstraße um Arbeit an. Der Werkführer der Tischlerei, ein freundlicher Mann, afzeptirte meine Dienste, ohne sich an meine jüdische Geburt zu stoßen. Als ich mich aber zum Arbeitsantritt ineldete, bekam ich von dem Ober-Werkführer den Bescheid: „Ich kann Sie nicht nehmen, well Sie jüdisch sind." — Gestatten Sie, geehrter Herr Redakteur, daß ich vor der Oeffentlichkeit mein Schicksal beklage. Ich möchte daher die geehrten Leser ersuchen, mir zu einem Posten als Haustifchler oder in einer Fabrik zu verhelfen. Ich bin tüchtig in meinem Fach. Leopold Schotten, Tischler, 6. Bezirk, Matrosengaffe 6. Wie». (Zu den Ferien-Colonien.) Die Idee der Frau Dr. Grünfeld ist lobenswerth und wünscht jeder Kinderfteund, daß sie sobald als möglich zur Ausführung gelangen möchte. Eures ist bedenklich, daß bis jetzt noch so wenig Geld eingegangen ist, da zu diesem Unternehmen viel Geld gehört. Es gibt aber eine Claffe armer Eltern, die gerne ihre Kinder aufs Land schicken möchten, sie würden die Kosten bestreite«, wenn es mögüch wäre das Kind allein zu schicken, denn «n Kind allein koM nicht viel, es muß aber ein Erwachsener es begleiten, der Begleiter muß eines von den Eltern sein. Dieses allein bildet das größte Hinderniß. Denn so' viel kann die Familie nicht ausgeben, well, außerdem daß zwei fahren müffen. noch der Begleiter des Kindes im Hause wo derselbe zum Erwerb behilflich ist, fehlt. Und wie gerne möchten doch manche Eltern ein kleines Opfer für das Kind bringen, das die Landluft benöthigt. Wie wäre es, wenn die Ferien- Colonie auch zahlende Zöglinge aufnehmen möchte, so zwar, daß die zahlenden Kinder einen Theil der Kosten der Nichtzahlenden decken sollen. Es werden sich auch noch Lehrer, Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen finden, die für den Aufenthalt und Kost, die Aufsicht über die Kinder übernehmen werden. Es wäre eine doppelte Wohlthat an den Armen, und an den im Mittelstand lebenden Familien, die gerne die Kosten für das Kind bezahlen, wenn es in guten Händen untergebracht ist. Ein Kinderfteund. Wien. Neuntes Verzeichniß der in Folge des Aufrufs der Frau Dr. Grüufeld I., Schottenring Nr. 2 (Ferieuaufenthalt betreffend) eingelangteu Spenden: Frau Philippine Bauer fl. 5. Frau Bertha Lederer fl. 2 Frau General-Sekretär Leinkauf fl. 5, Frau Louise Nettel fl. 1, Gebr. Blaü fl. 2, Frau Rappaport fl. 2, Frau Dr. Wittmeter fl. 2, Frau Clara Weiß fl. 1, Frau M. D. Roth fl. 5, Frau Dr. Ehrenhaft, Nußdorf. fl. 5, Sammlung der Frau Dr. Landesberg, Frau Rosa Joelsohn fl. 2. Frau Clara Krasnvpolski fl. 2, Frau Dr. Louise Rappaport fl. 2, Frau Amalie Rappaport fl. 5, Frau Rosenstock fl. 2, A. W. fl. 3, Frau Julie Wechsler fl. 3. Mit dem früher ausgewiesenen Bettage zusammen 2818 fl. Herr Gustav Marburg spendete ein Stück Leinwand auf Leintücher. Karlsbad. Am 12. d. M. verschied hier Frau Eva Benedict, Bankierswitwe im hohen Alter von 80 Jahren. Die Berewiate war eine gottessürchtige Frau und Mutter des Herrn Filipp Benedict, Bankhausbesitzer hier. Leitmeritz, 10. Juni. Unsere Cultusgemeinde ist unter der Leitung des neuen Vorstandes, an dessen Spitze Herr Jur. Dr. Heinrich Töpfer steht, im regsten Auffchwunge begriffen. Der hiesige Frauenverein spendete vor Kurzem ein neues Harmonium im We'rthe von 250 fl. der Gemeinde, und wurde am diesjährigen Wochenfeste der Gottesdienst zum ersten Male mit Chor und Harmonium-Begleitung in erhebender Weise abgehalten. Am ersten Festtage hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner I. Wittenberg eine schwungvolle, geistreiche Festpredigt, welche auf die zahlreichen Zuhörer d^n besten Eindruck machte. Derselbe wurde auch zu seinem erzielten, überaus günstigen Erfolge vom Vorstände und von den Gemeindemitgliedern beglückwünscht. Möge das schön begonnene Werk auch ferner gedeihen. Zwittau, am 12. Juni 1892. Am 8. d. M. starb Frau Josefine Hatschek, Gattin unseres allgemein geachteten ehemaligen Cultusrathes Herrn Samuel Hatschek, im Alter von 34 Jahren. Das Leichenbegängniß, an welchem sich außer der ganzen Cultusgemeinde auch die geachtetsten Bürger und Bürgerinnen, darunter der Herr Bürgermeister Sander nebst einigen Stadträthen betheiligten, bewies, welche großer Achtung und Verehrung die Verblichene bei allen Einwohnern dieser Stadt ohne Unterschied der Confession sich erfreute. Auf dem Friedhofe sprach Herr Isidor Hirsch aus Boskowitz, Sohn des bekannten Hamburger Obeirabbiners, eine ergreifende Trauerrede, und zeigte sich bei dieser Gelegenheit als würdiger Sohn seines redebegabten Vaters. Es blieb kein Auge trocken, so wirkten seine ergreifenden Worte. Treucsöu Baa«. Am 8. e. fand hier in der reich decorirten Synagoge in Anwesenheit aller Behörden des Stuhlgerichtes des k. Bezirksgerichtes, der Stadtvertretung u. s. w. unter zahlreichster Betheiligung der Glaubensgenossen des Ortes und Bezirkes die erhebende Jubiläumsfeier der Krönung Seiner Majestät des Königs statt. Den Glanzpunkt derselben bildete unstreitig die in vorzüglicher ungarischer Sprache gehaltene Festrede des Herrn Bezirksrabbiners M. Reich, an welche eine ebensolche deutsche Festrede sich anfügte, die mit.einem Gebete in ungarischer Sprache schloß, welches die ganze Versammlung stehend anhörte. Den Vortrag des Minchagebetes und des Psalms 21 besorgte. Herr Cantor Ente. Das Schlußlied „Szözat” die Schuljugend. Malaezka, 8. Juni. Die Krönungs-Jubiläums-Feierlichkeiten wurden auch in unserer Stadt festlichst begangen. Bei der gestern als am Vorabende der Jubiläumsfeier veranstalteten allgemeinen Jlluminatton erregte die mit seltenem Geschmacke ausgeführte Decorirung des vor vier Jahren durch Baurath Stiaßny in maurischem Style aufgeführten Gotteshauses allgemeines Auffehen und die an dem Tempelgebäude angebrachten Transparente mit ihren sinnigen Inschriften boten bei der herrlich angebrachten Beleuchtung einen prachtvollen Anblick. Heute am 8. d. M. Vormittags versammelten sich alle Israeliten unseres Ortes und der benachbarten Ortschaften zu einem solennen Festgottesdienste, bei welchem die Synagoge in prachtvollem Lichterglanze erstrahlte. Unser Bezirksrabbiner Herr Dr. Heinrich Pisko feierte in schwungvollen Worten die Bedeutung des Tages. An den Text unseres dieswöchentlichen Wochenabschnittes anknüpfend,

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