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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-06-10 · 24 (10.6.1892) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
24 (10.6.1892)
Date
1892-06-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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EM 480 Oeftrrrrktztfrtzr MochrnlÄrrtft. Nr. 24 weiten Kreisen bekannter, sehr geachteter Mann, war bis zum Jahre 1864 als Kreisrabbiner in Oswiecin thätiq, gab dann die Stellung auf und widmete sich in Wien juridischen Studien. Nachdem er das Doctorat der Rechte erlangt hatte, wurde er hier Advokat. Dr. Kranz, der zwei Söhne hinterläßt, genotz allseitig den Ruf eines Charakters von seltener Biederkeit und Ehrenhaftigkeit. Wie«. (Gastpredigt.) Herr Rabbiner Dr. Ziegler aus Karlsbad wird Samstag, am 11. Juni 1892, 9 Uhr Vormittags im Leopoldstadter Tempel und um 3 Uhr Nachmittags im Stadttempel eine Gastpredigt abhalten. Mar. Achtes Berzeichuiß der in Folge des Aufrufs der Fra« Dr. Grünfeld, I., Schottenriug Nr 2 (Ferienaufenthalt betreffend) eiugelangten Spende«: Israelitische Cuttusgemeinde 50 st., Gebrüder Guttmann 100 fl.. Herr Josef Toffler 3 fl., Frau Pauline Elias 15 fl., Frau Rachel Elias 15 fl., Frau Regine Bettclheim '10 fl., Frau Dr. Jakob Engel 5 fl., Herr Philipp Thorsch 10 fl., Herr Max Baum, Debreczin 5 fl.. Frau Chorlotte Cohn 5 fl., Frau Helene Klein 2 fl., Frau Bertha Lebel 5 sl., Frau Gabriele Hofmann 2 fl., Frau Dr. I- Hoffmam» 5 fl., Frau Babette Eiscnstädter 2 fl., Frau Philippine Bauer 5 fl., Sammlung der Frau Hulda Joseph : Frau Marie Markovits 1 fl. Dr. Domcny 1 fl., Frau Lucie Fischer 1 fl., Frau Regine Rumpler 3 fl.. Frau Rosa Fischer 1 fl., Frau Rudolf Foges 3 fl., Frau Sarah Bernstein 3 fl., Frau Hulda Joseph 3 fl.'. Sammlung der Frau Antonie Graf: Frau Softe Basch 3 fl., Herr Moriz Eltbogen 2 fl., Herr David Fanto 5 fl., Frau Friedr. Fanto 1 fl., Frau Hermine Geiringer 1 fl., Frau Therese von Leon 5 fl., Frau Helene Reichart 1, fl., Frlu. Therese Schlesinger 1 fl., Frau Antonie Graf 2 fl. Hiezu die ausgetviesenen fl. 2399, zusammen fl. 2776. Ferner spendeten: N N., ein Garten Croquettspiel, 36 Stück Wurfreifen und Wurfstäbe nebst einer größeren Anzahl Gummibälle. Frau Thiring spendete 1 Kinderbett mit Eiseneinsatz, Roßhaarmatratze, 2 Decken, 1 Einlage, 2 Polster mit Ueberzügen und Kinderwäsche. Wie«. (Was die Rumänen daheim erzählen.) Aus Muszka im Arader Komitate wird uns unterm 3. Juni geschrieben: Gestern langte der hiesige Ortsrichter Kilb Juon, welcher an der rumänischen Deputation in Wien als Mitglied theilnahm, hier an und referirte im Gemeindehause über seine Erlebnisse. Er begann damit, daß er erzählte, was er in Schönbrunn, im Prater und in der Botivkirche gesehen, und beschrieb auch das „Hotel Frankfurt", in welchem er gewohnt hatte. Da erüang eine Stimme: „Haben Sie den Kaiser gesehen? — „Nein," antwortete er, „denn Se. Majestät erschien nicht selbst, sondern sandte seinen Stellvertreter, den Schneider — er ist Minister oder so etwas, ich weis das nicht bestimmt, aber er ist auch Ablegat von Wien—und der hielt eine Predigt, in welcher er uns seiner sowie der Sympathie der Dentschen, der Czechen, der Slovaken und Kroaten für die rumänische Nation und ihre Sache versicherte." Wie«. (Das neueste Anpumpungs-Kunststüch: Wir lesen im Briefkasten der „Unverfälschten Deutschen Worte": „G. L. — y HX Wir wissen bereits von dem neuesten Anpumpungs Kunststücke Ehren-Bergani's, und werden wir bei den Verwandten des Benachtheiligten nähere Erkundigungen einziehe». Bergani mußte wiffen, daß der Mann krank ist. Wir haben sofort wieder ein neues Manöver vermnthet, als wir jenes ekelhaste, die bezahlte Lobhudelei an der Stirne tragende Feuilleton gelesen hatten. Wir können nur unseren alten Ausspruch wiederholen: Aus der linken Bahngaffe wird es einmal noch fürchterlich zum Himmel stinken. Die Geschichte dürste übrigens noch ein recht eigenthümliches Nachspiel haben. Wir w«cken ja noch darauf zurückkommen. Für die beiden anderen Sachen müßten Sie uns Beweise in die Hände geben. U. d. G. J." Tesche», am 7. Juni 1892. Am zweiten Tage des Wochensestes fand in der hierortigen Synagoge zum erstenmalc eine Mädchen- Confirmation statt. Diese schöne und erhebende Feier, mit welcher uns die neuere Zeit erfreulich beschenkt hat, wurde von unserem Rabbiner Dr. Heinrich Berger angeordnet. Der Vorstand war bei der Feier vollzählig vertreten, und die Synagoge, welche zu den größten und schönsten Synagogen der österr. Monarchie gehört, konnte kaum die Zahl der Besucher saften. In gehobener Stimmung verließ die ansehnliche Versammlung nach Ablauf der Feier das Gotteshaus. Erwähnenswerth ist noch, daß die Professoren des Gymnasiums, der Real- und Mädchenbürgerschule durch ihre Anwesenheit und freundliche Unterstützung den Beweis erbrachten, daß sie jedem antisemitischen Treiben ferne stehen und fleißigen, jüdischen Schülern und Schülerinnen die selbe Liebe entgegenbringeu,. wie den braven Zöglingen anderer Religionen. Prosturtz. (Spende). Anläßlich der Bermälung seiner Tochter, hat der Großindustrielle Herr Ignaz M a n d l in Wien (M. & I. Mandl) zur Bercheilung an israeliitsche Arme seiner Heimatsgemeinde Proßnitz den Betrag von 50 fl. gespendet. Marie«bad. Am Wochenfeste fand die Installation unseres neuen Rabbiners Herrn Dr. E. G o i t e i n statt. Derselbe entstammt einer berühmten Gelehrten-Familie und hat seine Studien am Rabbinerseminar zu Berlin absolvirt. In seiner Antrittsrede zeichnete der Prediger die Toleranzidee des Judenthums, und erntete gerechten Beifall. Aber auch die Seelenfeier am zweiten Festtage und insbesondere die herzliche Ansprache an die Schuljugend am darauffolgenden Sabbath übten einen nachhaltigen Eindruck. Der Jnstallationsfeier wohnten eine große Anzahl hervorragender Männer bei und beglückwünschten den Redner und den Gemeindevorstand, so unter Anderen Herr Wilhelm Ritter von Gutmann, Präses der Wiener Cultusgemeinde, Borsteher und Repräsentanten aus Berlin, München rc. Mmburg, 3. Juni 1882. Sr. Ehrwürden Herr Jac. Goldjiein wurde mittelst Erlaß der hohen k. k. Statthalterei in Prag, dto. 9. Mai 1892, Z. 51353 zum aut. Rabbiner ernannt. Budapest. (Bischof und Rabbiner.) Gelegentlich der jüngsten Anwesenheit des Bischofs Dr. Schlauch in S z a r v a s machten Deputationen aller Kirchengemeinden, auch der israelitischen, ihre Aufwartung. Auf die Ansprache des Rabbiners Dr. R e i ch h a r d t erwiderte der Kirchenfürst, daß er während seines ganzen Lebens die Liebe ohne Unterschied der Confessio» verkündigt habe. Breslau, 29. Mai. Herr Obercantor Birnbaum aus Königsberg hat durch seinen am gestrigen Sabbath und am vorhergehenden Freitagabendgottesdienst hier gehaltenen cantoralen Probevortrag alle Zuhörer für sich eingenommell. Seine mächtige Stimme, seine würdige, von jeder Effecthascherei entfernte Vortragsweise, sein tiefes Berständniß der hebr. Gebete, seine gute Schulung — er sucht die Vorzüge Sulzer's und Deutsch's, seiner Meister, zu vereinigen — haben ihn längst zu einem der bedeutendsten Cantoren der Gegenwart emporgehoben; daß er nicht bloßer Nachbeter seiner großen Meister ist, sondern auch ein schöpferischer Fortbildner des jüd. Synagogengesanges, das zeigen seine vielfachen Compositionen und seine wissenschaftlichen Auffätze auf diesem Gebiete in den Fachblättern. Aus Xanten meldet die „Kölnische Volkszeitung": Die Frau und Tochter des Schlächters Buschoff sind außer Anklage gesetzt und das Hauptverfahren nur gegen Buschoff eingeleitet worden. Der Verhandlungsort ist noch nicht bestimmt, darüber hat das Oberlandesgericht in Köln zu entscheiden. Gleiwitz. 30. Mai 1892. Am 12. Juni wird hier eine vom oberschlesischen Gemeindebund einberufene größere Versammlung tagen, zu welker sämmtliche Rabbiner Oberschlesiens als Ehrengäste geladen sind. Es liegen wichtige Vorlagen zur Berathung vor, über welche wir z. Z. in diesem Blatte berichten werden. Thor«. Zu Probepredigten sind von den Candidaten um die hiesige Rabbinerstelle berufen: die DDr. Rabbiner Chodowski-Oels, Cohn-Wreschen und Rose nberg- Brandenburg. Bielefeld. Der außerordentlich rührige Verband der Synagogen-Gemeinden Westphalens hält seine diesjährige Versammlung am 19. Juni d. I. ab. Unter anderen Vorlagen liegt auch-der „Entwurf eines Normal-Lehrplanes für den jüdischen Religionsunterricht an Volks- und höheren Schulen bis zur Obertertia einschließlich" zur Berathung vor, aus welchen wir in der nächsten Nummer znrückkommen werden. Crefeld. Die „Crefelder Zeitung" enthielt jüngst folgende Erklärung: Aus Anlaß der Hetzrede, welche der hierorts sattsam bekannte antisemitische Agitator Dr. Danneil am 12. Maid.I. in der Centralhalle Hierselbst gehalten, hat die von demselben in maßlosester Weise angegriffene Firma: Carl Mayer jun. in Linz a. Rhein Privatklage gegen Dr. Danneil erhoben und wird die öffentliche Gerichtsverhandlung zeigen, ob die Beschuldigungen des Herrn Danneil zutreffen oder aber, wie dies bei derartigen Hetzreden der Fall, tendenziöse Erfindungen sind. Die Lorbeeren des Gesinnungsgenoffen Ahlwardt scheinen Dr. Danneil nicht ruhig schlafen zu laffen. Paris, 27. Mai. Im israelitischen Tempel der Rue de la Bictoire wurde gestern mit großem Pomp die Bermälung einer Tochter des Baron Gustav Rothschild mit dem Mienen-Jngenieur Baron Leonino gefeiert. Wie es bei großen Hochzeiten immer vorkommt stand eine dichte Menge auf der Straße, um die Gäste herauskommen zu sehen. Zwischen diesen drängte sich Camelots und riefen kreischend die antisemitischen Blätter „La Libre Parole" und L' Anti-Ioutre" mrs. Die Polizei nahm einige derselben fest und schaffte sie nach deur nächsten Bureau, wo Alle bis aus Einen des Abends wieder steigelassen wurden. Auch der Marquis de M or es hatte sich eingefunden und dem Eingänge des Tempels gegenüber aufgestellt, wo er laut zu seiner gleichgesinnten Umgebung über das Familienfest der Rothschild

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