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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-04-22 · 17 (22.4.1892) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
17 (22.4.1892)
Date
1892-04-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 298 Vrstrrrrtchtfchr Wochenschrift. Nr. 17 offenbarte sich der Edelsinn des Besitzers der Villa, der sein dem Verstorbenen gegebenes Wort mit soviel Liebe einlöste. Die jungen, durch Liebreiz und Anmuth ausgezeichneten Ehegatten, wurden von der Mutter und Schwester der Braut, sowie von dem Vater des Bräutigams und dem Herrn Baron Springer unter den Trauhimmel geleitet und von dem Herrn Ober-Rabbiner Dr. Güdemann unter Assistenz des Herrn Ober- Cantors Singer gettaut. Man kann nicht leicht unter besseren Auspicien in die Ehe treten als an diesem herrlichen, in frischestem Frühlingsgrün prangendem Aussichtspunkte der Wiener Umgebung und unter den: Patronate eines so treuen, von edelster Humanität und zuvorkommendster Gastlichkeit er- Mten Freundes. Wie« (Oesterr. isr. Union'.). Dienstag den 26. April 1892 7 Uhr Abends findet im Restaurant Khnner, 1. Bezirk, Schottenring 19, die General-Versammlung statt. — Tagesordnung: 1. Mittheilungen des Vorstandes. 2. Rechenschaftsbericht. 3. Caffabericht. 4. Neuwahl des Vorstandes. Wie». Der „Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien rc.", I., Wipplingerstraße 26, hält Montag den 25. d. M., um halb 8 Uhr Abends, in Kh u n e r's Restaurant, I., Schottenring Nr. 19, die II. ordentlicheGenera l-V e r s am mlu n g (letzte Versammlung der Saison). Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Caffabericht. 3. Wahl von 5 Schiedsrichtern und 2 Revisoren. 4. Discusionen. Damen und Gäste willtt>mmen. Wie». Frl. Rosa Neurath, eine Tochter des verstorbenen Industriellen. Herrn Jacob Neurath, s. A. hat lich mit Herrn Lud. Ullmann aus Wien verlobt. Herr Ferry von Gotthilf-Miskolczy, Holzindustrieller in Temesvar, hat sich mit Fräulein Adele Gartenberg aus Drohobycz verlobt, Wien. Am 24. April d. I. findet im Tempel der Seitenstettengaffe die Trauung des Herrn Ignaz Paschka mit Frl. Hermine Wert he im statt. Die Braut stammt väterlicherseits aus der unter Kaiser Josef II. geadelten Familie Wert he imstein, mütterlicherseits aus der angesehenen Familie Subak in Trebiffch. — Sonntag, dm 54. April 12 Uhr Mittag findet im istael. Tempel, I. Seitenstettengaffe, die Trauung des Herrn Alexander Koch mit Frl. Irene Zirner; um 1 Uhr Nachmittag die Trauung des Herrn Dr. Jacob Ornstein mit Frl. Alice Krön statt. Wie«, 17. April 1892. (Verein zur Errichtung^von Volksküchen snach isr. Ritusj). Ein großer Theil unserer Glaubensgenoffen dürste von der außerordentlichen Leistungsfähigkeit der israel. VolMüche während der jüdischen Osterfeiertage keinen Begriff haben. Während der 9 Tage des „Passah-Festes" wurden in der Küche täglich 6 — 800 Personen ausgespeist und war der Andrang an den ersten zwei Tagen ein solch starker, daß die Cassa in kurzen Intervallen stets geöffnet und geschloffen werden mußte. Den Jnstitutsvorsteherinnen: Frau Ann ica B e n v e n i st i, Frau Flora Bermann, Frau Julie Trebitsch und Frau Regina Kur an da, welche sich täglich über 3 Stunden der mühevollen Aufgabe des Verabreichens von Speisen unterzogen, gebührt die vollste Anerkennung. An den ersten beiden Abenden wurden ferner zweihundert jüdische Soldaten mit gutem Essen und Wein gespeist. — Die Leitung hat in exaktester Weise chre Pflichten erfüllt und ist auch nicht die geringste Störung eingetreten. Die Speisen waren während der ganzen Zeit besonders gut und gewähtt. — Große Verdienste um den Verein und deffen treffliche Leitung während des Osterfestes hat sich insbesondere der Vereinsvorsteher Adolf Singer erworben, der in selbstlosester Weise Zeit, Mühe und Fleiß den Agenden widmet. Wie«, Seit dem 10. April, erscheint hier unter der Redactton des Schriftstellers Ernst Victor Zenker ein Wochen- * blatt, welches den Tttel „Freies Blatt, Organ zur Abwehr des Antisemitismus" führt. Das „Freie Blatt" setzt sich zur Aufgabe, dm Vorgängen im anüsemitischen Lager aufmerksam zu zu folgm, die Unlauterkeit der anüsemitischen Tendenzen darzulegen * « * und die falschen Angaben und Entstellungen des Sachverhaltes' von denen die antisemitische Presse erfüllt ist, zu berichtigen' Das neue Unternehmen hat einen ausschließlich Humanitären Charakter und steht in engster Fühlung mit dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus, ohne jedoch ein Organ desselben zu sein. Inserate bringt das „Freie Blatt" nicht und der ganzjährige Abonnementspreis beträgt fl. 2, mit Post-Zusendung fl. 2.50. Die Redaction und Administration des neuen Wochenblattes befindet sich I., Seilerstätte 10. Wien, (Psenner für Wiesinger.). Der bekannteJudenfteffer Dr. P senner ließ für seinen, was den Judenftaß betrifft, ebenbürtigen Commilitonen, Dr. Wiesinger, einen Stoßseufzer los. Im „Bolksfreund", dem Organe Psenner's jammert nämlich Letzterer, natürlich nicht für sich, sondern für seinen Freund Wiesinger, daß die Zahl der Taufen und Trauungen in der Parochie von St. Peter vom Jahre 1860 bis 1891 von 85 resp. 60, auf 18 resp. 26 gesunken sind. Bekanntlich ist Dr. Wiesinger Pfarrer von St. Peter und scheint es Dr. Psenner bei Anführung dieser Daten hauptsächlich darauf abgesehen zu haben, auf das durch den Rückbang der Taufen und Trauungen reducirte Stolaeinkommen hmzuweisen, um das Terrain für Erwirkung einer Subvention für seinen treuen Freund und Mitstreiter gegen die Juden zu ebnen. Natürlich schiebt Psenner den Juden die Schuld an den verminderten Einnahmsquellen der St. Peter Pfarre in die Schuhe. Das St. Peter Viertel ist jedoch judenrein. Ganze Häuserblocks nimmt daselbst die Sparkaffe ein, die bekanntlich keinen Semiten anstellt und ihren großen Beamtenkörper mit aller Hartnäckigkeit von jüdischen Elementen freihält, trotzdem ein namhafter Theil ihrer Clienten Juden sind. Die Lamentationen Psenner's sind jedoch so rührend, daß wir gerne bereit sind, dem Pfarrer von St. Peter, Prälaten Wiesinger, mit gutem Rath, wie dessen Stolaeinkünfte wieder zu heben wären, an die Hand zu gehen. Möge derselbe weniger eifrig den religionsfeindlichen Antisemitismus pflegen und ein relativer Erfolg dürfte kaum ausbleiben, denn schöne Seelen finden sich. Wien (Redwitz-Büste von Friedrich Beer.). Der in Paris domicilirende bekannte österreichische Bildhauer Friedrich Beer hat eine Büste Oscar v. Redwitz modellirt, welche im Juli d. I. in Goffensaß an der Brennerbahn, dem Lieblingsaufenthalte dieses Dichters, enthüllt werden wird. Ein Monument für einen liberalen Poeten im glaubenseinheitlichen Tirol, modellirt von einem Juden — die Extreme berühren sich! Wien. Der Krankenunterstütznngsverein „Livias Chen" beschloß. Donnerstag, 28. April 1892, Abends 7 Uhr im Bereinslocal. II., obere Donaustraße 89, für die verblichene Bettina Freifrau von Rothschild einen feierlichen Gottesdienst abzuhalten. Wien. Der akademische Verein „Kadimah" hat in der Plenarversammlung vom 2. April folgende Herren;u Vereinsfunctionären gewählt: Zum Präses i>tuä.' weä. K. Pollak.;um Bicepräses vr. weä. I. C a l c b, zum I. Schriftführer etuä. weä. I. S ch a l i t, zum II. Schriftführer Dr. weä. R. Nadel, zum Cassier oanä. jur. O. Marian, zum Bibliothekar Dr. weä. L. Liebster, zum Hausverweser otuä. weä I. G a ch. Wien. Verzeichn iß der infolge Aufrufs der Frau Dr. Grünfeld, I.. Schottenring 2, (Ferienaufenthalt betreffend) eingelangten Spenden (Fortsetzung). Frau Direktor Heller fl. 2, Frau Pros. Schnitzler fl. 5, ,vran Reg. R. M. Frydmann fl. 5, Frau Ob.-Rabb. Dr. Güdemann fl. 10. Frau Eduard Wiener fl. 10, Frau Marie Hirschl fl. 2, Frau Adolf Fleischmann fl. 3, Frau Sofie Abeles fl. 5, Frau Auguste Heller fl. 5. Carl Heller fl. 3, R. Heller & Sohn fl. 2, Anton König fl. 3, Baron Coloman König fl. 5. Frau Jaiteles fl. 3. Frau Dr. Marcus Spitzer fl. 5, Frau Benno Schefftel fl. 5. Frau Regine Landeis fl. 10. stud. real. C. L. fl. 1, Sigm. Mandl fl. 10. Frau Eleonore Pechkranz fl. 10. Frau Eleonore Fluß fl. 10. Ignaz Kantor fl. 10. Frau Prof. Mauthner fl. 2',. Frau Dr. Charte Schneid fl. 5. Frau Pauline Halberstam f. 10. Sammlung der Frau Baumeister Zerkowitz: Adolf Abeles fl. 1. Frau Dr. Therese Bars fl. 2. Frau Emilie Khuner fl. 2. Frau Cäcilie Löwenbein fl. 2. Frau Marie Oesterreicher fl. —.50. Frau Carolina Boehm fl. —.50, Frau Henriette Herz fl. 1. Jacob Marchfeld fl. 1. Jacob Reiß fl. —.50. Jac. Schick & Bruder fl. 1, M. Hirsch tl. 1. Frau Elisabeth Kohn fl. 1. Frau Amalie Schick fl. 1. Eichberg fl. —.50, Frau Pauline Kohner fl. 1, Frau Fanny Ehrenstein fl. 1, Frau Johanna Schwarz fl. 1. Frau Rosa Kantor fl. 1. Frau Amalie Szamer fl. 1, Frau Hermine Neurath fl. 1 zusammen fl. 185, dazu die bereits ausgewiesenen fl. 424, zusammen fl. 609. Floridsdorf. (Frühlingskränzchen.) Hier hat sich der „Oesterreichische Turnverein Floridsdorf" gebildet, welcher in der kurzen Zeit seines Bestandes einen relattv bedeutenden Aufschwung verzeichnen kann, so daß er sich in turnerischen Kreisen Anspruch * < *

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