Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 15 (8.4.1892)
- Date
- 1892-04-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 268 Orsterrrtchifchr Wochrnfchrlst. Nr. 15 Wie» (Schulverein für B ea mten s t ö ch t er). Der C-ntralausschuß dieses unter dem hohen Protectorate der Erzherzogin Maria Theresia stehenden Vereins, hat den Beschluß gefaßt, einen Baufond zu gründen, um seine beiden In ftitute: „Beamten - Töchterheim" und die dreiclassige „Höhere Töchterschule" mit der Zeit in einem eigenen, für diese Zwecke zu errichtenden Hause unterbringen zu können. Für desen Baufond hat in hochherziger Weise Herr Moriz Freiherr von Königswarter den Betrag von 5000 fl. gewidmet; ferner spendeten die Herren Gebrüder G u t m a n n 200 fl. Bon Spenden der Feudalen, welche sich bei jeder Gelegenheit ostentativ als Beschützer, Gönner und Förderer der Beamtenschaft geriren, hat man jedoch nichts vernommen. Wien. Es ist die herzerhebende Thatsache zu constatiren, daß die Vereins-Volksschule „Talmud-Thora", welche vor zwei Jahren noch um eine Subvention bei der Commune betteln mußte, die ihr abgeschlagen wurde, im Bereinsjahre 1891, nach dem uns vorliegenden Jahresberichte einen Ueberschuß von 874 fl. hatte, trotzdem sie die Lehrergehalte um ein Bedeutendes aufbesserte. Sie dankt diese günstigere Lage der Erhöhung der Subvention der Cultusgemeinde, einem namhaften Legate von dem verstorbenen Bankier Anton Scheh, und insbesondere dem durch den Kampf im Gemeinderathe um diese Schule erwachten Jnterefle für dieselbe in weiteren jüdischen Kreisen, das sich durch Tempelspenden kundgibt. Und wie immer Satan das Böse will nnd das Gute schafft, so hat die Opposition im Gemeinderathe d'.ese Talmud-Thora-Schule noch gekräftigt. Eine Bürgschaft, daß das Interesse fiir diese Schule nie wieder erkalten wird, sind die Männer, die im Vorstande sitzen. Ihr Einfluß bei allen Parteien und ihr Eifer für die Sache werden stark genug sein, diese Schule nicht mehr in die Lage kommen zu lassen, daß sie fremde Hilfe auffuchen muß. Wien. Litcraturprosessor Tr. Guido Menasci, der Librettist der Mascagnischen Opern, hat Wien wieder verlassen. Meister Mascagni hat das Libretto Dr. Menasci's die Rantzau bereits com- Ponirt und dürfte diese vieractige Oper schon im November d. I. in Florenz zur ersten Ausführung gelangen. Gegenwärtig componirt Mascagni ein weiteres Libretto Dr. Menasci's „Rat Clisf", nach einer Bearbeitung der gleichnamigen Dichtung Heinrich Hein e's und später soll das Libretto Menasci's „Zanetto" an die Reihe kommen. Compositeur wie Dichter enttvickeln eine ebenso fruchtbare als erfolgreiche nnd ruhmvolle Thätigkeit. Wie« sE i n I a m i l i e n s e st i m H a u s e d e s Herrn David R i t t e r v. G u t m a n n.) Ein Enkel des Herrn David Ritter v. G u tmann wurde am 31. v. M. nach altjüdischer Titte in den Bund des Judenthums ausgenommen. Eine Tochter des Ritter v. Gutmann, die Gattin des Barons Maier v. K e t s ch e n d o r f, ist die glückliche Mutter eines Knaben geworden, und bei der Beschneidungsfeier, welche auf Schloß Ketschendorf, wo das freiherrliche Paar wohnt, vorgenommen wurde, war eine illustre Gesellschaft anwesend. Der Herzog von Coburg hatte telegraphisch seine Gratulation der Familie gesandt und die Herzogin von Coburg, welche derzeit in Nizza weilt hatte ihren innigen Wünschen noch prachtvolle Blumen beigeslellt. Die Operation hatte Herr Dr. Herzfeld versehen, der von der Familie eigens aus Wien nach Schloß Ketschendorf berufen wurde. Wie«. Donnerstag den 31. März tvurde unter allgemeiner Theilnahme Frau Rosalia Freund geb. Wien zu Grabe getragen. Die Berstorbene, welche das hohe Alter von 71 Jahren erreichte, war durch lange Jahre eine Wohlthäterin für die Annen unserer Gemeinde. Einer durch besondere Frömmigkeit und regen Wohlthätigkeitssinn ausgezeichneten Prager Familie entsprossen, erfreute sich die Verstorbene sowohl in ihrer Heimatsstadt als auch in Wien in allen Kreisen besonderer Sympathien, welche durch die zahlreiche Theilnahme am Leichenbegängniffe Ausdruck fand. Herr Oberrabbiner Dr. G ü d c m a u n hielt die Trauerrede, welche auf die zahlreichen Anwesenden , unter welchen sich eine Abordung der hiesigen Cultusgemeinde und mehrere Verwandte, welche in der Frankfurter Gemeinde Ehrrnstellen bekleiden, einen ergreifenden Eindnick macht. — Ein Sohn der Verblichenen, Herr Ban quier Moriz Freund, wirkt seit mehreren Jahren als Vorstands- Mitglied im Bethausoerein des IX. Wiener Bezirkes „Beth-Hatfila". Wien, iDer Verein „Admath Jeschuruw'j in Wien veranstaltet am Samstag den 9. April d. I. uni 8 Uhr Abends iir Nvbiffchek's Restauration (1. Bez. Wipplingerstraße 47) einen Vortragsabend, in welchen, Herr Dr. H. Langbank über „das soziale Leben im allen Judäa" sprechen wird Gäste willkommen. Wie«. Der Kranken - Unterstützungs- und Humanitätsvercin „domile Oüeseä" (Wohllhätigkeit aus Pietätj hält Sonntag, den 10. April l. I. präcise 3 Uhr Nachmittags, im kleinen Saale der Niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer (I., Wipplingerstraße) die diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Tagesordnung: I. Rechenschaftsbericht für das Jahr 1891; II. Bericht der Herren Revisoren; III. Wahl von 9 Mitgliedern des Ausschusses für die statutenmäßig zum Austritte bestimmten Herren: Leopold Baumwald, Dr. Leo Ehrentheil, Bernhard Fischer, Dr. Josef Grünfeld, Hermann Haber, I. Jeiteles, B. Kanitz, David Kornfeld, Michael Neurath und eines neuen Ausschuß-Mitgliedes; IV. Wahl von zwei Revisoren und zwei Ersatz-Revisoren. Die Herren Mitglieder werden dringendst ersucht, in der Generalversammlung zu erscheinen, um die Kosten einer neuerlichen Einberufung zu ersparen. Für die verstorbenen Vereins-Mitglieder wird am letzten Tage des „Pesach" das Maskir-Neschomos (Seelen-Gedächtnißfeier)- abgehalten, wozu spezielle Einladungen seinerzeit erfolgen werden. Lundenburg. (Ehrenbürgerrecht.) Die Gemeindevertretung von Kostitz( Bezirk Lundenburg) hat dem Großindustriellen und Bürger Meister Herman H. Kuffner in Lunden bürg in Würdigung seiner Verdienste um-Hebung der Landwirthschaft, seiner stets schulfreundlichen Gesinnung und seines jederzeit bekundeten Wohlthätigkeitssinnes mit Stimmeneinhelligkeit das Ehrenbürgerrecht dieser Gemeinde verliehen. Neunkirchen. In der am 3. d. M. stattgefundenen Generalversammlung der israelitischen Kultusqemeinde wurden gewählt: Herr Gutmann Knepler, Stationschef in Neunkirchen (als Vorstand); Herr Dr. Adolf Grüner, Advocat (Stellvertreter); Herr Heinrich Mose, Bolksschullehrer, Herr Samuel Pam, Fabrikant, Herr Dr. Salomo» Schüler, Advokaturs-Concipient. Holies, 30. März. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner A. Pollack feierte sein 40jähriges Amtsjubiläum als Seelsorger der Gemeinden Holics und Göding. An herzlichen Glückwünschen und Ehrenspenden fehlte es nicht. Wie sein Sprenge! ist auch sein rabbinisches Wirken stets ein dualistisches, indem ihm der Ausspruch unserer Weisen: „Tov tora im dereeh erez-, zur Richtschnur diente. Mähr-Lstrau. Ein glänzendes Zeugniß seines warmen Interesses für das Wohl seiner Angestellten gab der Vorstand der hiesigen Cultusgemeinde durch den hochherzigen Beschluß, angesichts der herrschenden Theuernng allen Beamten und Dienern einen Theuerungsbeitrag von insgesammt 550 st. zu gewähren. Czernowitz. Im Nachtrag zu «keinem Berichte in voriger Nummer der „Oesterreichischen Wochenschrift" über die Beerdigungsfeier unseres verstorbenen Landesrabbiners mögen noch nachstehende Einzelheiten erwähnt lverden. Es machte einen ergreifenden Eindruck als der Metropolit und Erzbischof Herr Dr. Sylvester Morariu A n d r i e w i c z an der Bahre des Todten erschienen und an derselben bewegten Gemüthes ein Gebet verrichtete. Hervorzuheben ist ferner der schlichte aber ergreifende Nachruf, welchen der Cultnspräsident Herr Naftali T i t t i n g e r dem Seelsorger, welcher 40 Jahre an der Spitze der Gemeinde wirkte, hielt und im Namen der Gemeinde von ihm Abschied nahm. Beileidstelegramme sind eingelangt von den isr. Cultusgemeinden Wien, Prag, Lemberg, Krakau, Stanislau, Kolomea. Suczawa, Radautz, Sereth, Bojan, Wiznitz, Storozynetz, Dornawatra, ferner von der isr. Allianz in Wien, vom Curatorium der Baron Hirsch-Stiftung, von Rabbi Hager aus Wirnitz, Rabbiner Dr. Caro aus Lemberg, Kunstadt aus Radautz und Burstyn aus Sereth. Deputationen entsandten die Cultusgemeinden Dornawatra, Kympolung, Suczawa, Radautz, Sereth, Storozynetz, Sadagura, Gurahumora und Bojan. Horitz in Böhmen (Todesfall.). Ende v. M. verschied hier Frau Eva Hirsch eine ehrwürdige, wohlthätige, gottergebene Frau deren" Ruf als Wohlthäterin weit über die Grenzen ihrer Heimat "gemeinde, welcher sie mit pietätsvoller Liebe ergeben war, reichte. Au ihrer Bahre trauerten fünf Söhne die Großindustriellen Ernst, Carl, Wilhelm, Rudolf nnd Julius Hirsch und die Schwiegersöhne, die Herren Emanuel Feuerst ein, Friedrich Strauß und Josef G o l d s ch m i d. Friede ihrer Asche! Budapest, 1. April 1892. Am 29. v. M. feierte der hoch - verehrte Rabbiner L. P o l l a k, Prediger an der Synagoge in der Rombachgasse und Mitglied des Rabbinates der Pester isr. Religionsgemeinde, seinen siebzigsten Geburtstag. Aus diesem Anlaffe sprach an jenem Tage bei dem noch in körperlicher Rüstigkeit und jugendlicher Geistesfrische stehenden Jubilanten eine lange Reihe von gratulirenden Deputationen vor und aus allen Theilen des In- und Auslandes liefen in Form von Glückwunsch-Adressen und sinnigen Geschenken zahllose Beweise der allgemeinen Hochachtung und Verehrung bei ihm ein. Im Befinden des erkrankten Rabbinerseminar-Professors Dr. David Kaufmann ist Gottlob eine erfreuliche Besserung eingetreten, welche stetig anhält und den ausgezeichneten Polyhistor hoffentlich bald tvieder seinem Berufe zuführen wird. öl. Budapest. (AdelsVerleihung.) Durch allerhöchste Entschließung wurde dem Budapests Großindustriellen Ignaz