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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-04-01 · 14 (1.4.1892) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
14 (1.4.1892)
Date
1892-04-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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©OU 252 Vrttrrretchl^chr Wochenschrift. ’Jlv. 14 Bevölkemng als wohlthätige anerkannte Frau Julie Ulsiniger geborene Mnstler zu Grabe getragen An ihrer Bahre trauerten nebst ihrem Gatten und Kindern Verwandte und Bekannte. Graz, den 28. März 1892. Der Obercantor und Secretär tulserer Gemeinde. Herr Josef Rosenbaum, der sich hier großer Beliebtheit erireut, gibt seinen bisherigen Berns auf und hat am 21. d. M. seine Kündigung eingereicht, welche von der Repräsentanz mit lebhaften! Bedauern zur Kenntniß genommen wurde. Lemberg, 28. März. Gestern fand in der hiesigen vorstadtischen Synagoge eine solenne Gedenkfeier als am Todeslage des vor 8 Jahren verstorbenen A b r a h a m L e i b B a ch. Der Verstorbene hatte einen Bettag von 12.000 fl. zurückgelassen, dessen Zinsenetträgniß jährlich zur Heirathsausstattung eines armen Mädchens dienen soll. Gestern fand zum ersten Male die Auszahlung dieser Stipendien an 3 arme Mädchen statt, aus welchem Anlasie eine östentliche Feier veranstaltet wurde, bei welcher der Herr Reichsrathsabg. Dr. Emil Byk als Vicepräsident der Cultusgemeinde eine ivürdige und erhebende Ansprache an die Versammlung hielt. Podgarze, 29. März, 1892. Bei der hierorts am 28. März l. I. in Gegenwatt des Bezirkshauptmannes aus Wieliczka durchgefühtten Ersatzwahl in den hiesigen Stadtrath, ivurde Landes- und Gerichts-Advokat Tr. Markus Peiper als erster Assessor des Stadtrathes gewählt. Lipkü-Srtt-Mikl6s, 20. März. In der heute stattgehabten außerordentlichen Generalversammlung der hiesigen israelitischen Cultnsgcmcindc, wurden als Repräsentanten für den Distritt Lipta ^rva- Turücz Dr. Adolf Roth, Tr. Ignaz Großmann, Dr. Nathan Schlesinger und Josef Kohn geivahtt. Groß-Becskerck. In der a>n 13. d. Ai. siattgesuudenen Plcnar-Bersammlung der israelitischen Cultusgemeinde wurden Oberrabbiner Dr. Klein, Gemeindepräses Schwarz und Bicepräses H. Mangold als Repräsentanten für den XXlI. Gemeindedistriet (Torontal, Csangrad und Esanad, gewählt. Bräun. Herr kaif. Rath Mandl, welcher durch viele Jahre als Obmann der Chevra-Kadischa dieses beschwerliche Amt opferwillig und unverdrossen versah, wurde zum Präses-Stellvertreter unserer Gemeinde und an seiner Stelle Herr Nordbahn-Jnspector Hermann Cp!er zum Obmann gewählt. Preßburg („D a s R e ch t und d a s L e b e n.") Aus Preßburg wird uns geschrieben: „Im hiesigen kau'männischen Club hielt ein hervorragender Vertreter der Wiener Publiciftik, Herr Dr. Gustav S t c i n b a ch, einen hochinteressanten und geistvollen Vortrag über „Das Recht und das Leben." Dr. Steinbach, ein Sohn unserer Stadt, war an diesem Abend, an weltfern ihm zu Ehren ein Bankett stattfand, Gegenstand lebhafter Ovationen. Budapest, am 28. März. Se. Majestät der Kaiser fuhr gestern in Begleitung eines Adjutanten vor das Atelier des Malers Julius Ben zur. Beim Eingänge erwartete der Maler den hohen Besuch. Se. Majestät erschien in Generalsuniform, verweilte nahezu fünf Viertelstunden im Atelier und reichte äußerst huldvoll beim Abschied dem Künstler die Hand. — Senegal. Ein ehemaliger franz. Schiffsarzt, welcher mehrere Reisen in die franz. Colonien untemommen hat, berichtet, daß er eine große Anzahl Juden in Senegal (West- Afrika) angetroffen habe, wo dieselben als Handelsagenten einen lebhaften Handel betreiben. Als reisende Agenten besuchen sie die Ufer des Niger kommen in die verschiedensten Districte und versorgen die Eingeborenen mit allen Arten von Waaren. < Jewisli (’ronicle.) Agram. 2 8. sUi ä v z 18 9 2. Cs wurden nachstehende Israeliten in den Magistrat als Gemcinderärhe gewählt: Herr Josef Siebcnschein, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde. Herr Milan Stern und Moriz Hirschl, die ebenfalls dem israelitischen Ausschüsse angehören; für den Letzteren sollen vom hiesigen Domcapitcl 5 Domherren ihre Stimmen abgegeben haben, gewiß ein erfreuliches Zeichen der Zusammengehörigkeit und Eintracht der Eonfeffionen. Sr, Exceüenz der Banns Graf Khucn Heenvarn gab in der Gruppe der Höchstbcsteuetten dem Israeliten Herrn Dr. Lildwig Schwarz seine Stimme. Berlin. Der Hosopernsängerin, Fräulein Therese Rothauser «.eine Pesterini, ist eine ganz ungewöhnliche Auszeichnung von Seite des .Kaisers, zu theil geworden. Die junge Künstlerin hatte in der vom Kaiser anbefohlenen Gala-Ausiührung der „Carmen" die Titelrolle ge. sungen und Kaiser Wilhelm beauftragte nach der Vorstellung den Inten dan'ten Grasen .Hochberg, der Sängerin seine besondere Zufriedenheir cmszusprcchen und ihr seine Worte zü wiederholen. „Fräulein Rorhausc ist die beste ..Carmen", die ich gesehen." Die begabte Künstlerin ist für weitere drei Jahre der königlichen Oper verpflichtet worden. Franfurt a. 9)1., 27. März. Vergangene Woche fand an der Realschule der israel. Religionsgenossenschaft die Abiturientenprüfung statt. Vor: dem mündlichen Examen dispensirt wurde der Abiturient Joseph Hackenbroch. Als königlicher Prüsungs Commiffär fuugirte Herr Direktor Dr. M. Hirsch. Frankfurt a. 8)1. (Leichenbegängnis; des Freifrau lein s Luise von Rothschild.) Sonntag Vormittags vollzog sich in schlichten äußeren Formen die Beerdigung des Freifräuleins Hannah Louise v. Rothschild in Frankfurt a. M. Die „Franks. Zeitg." berichtet darüber: „Nach 10 Uhr setzte sich der Trauerzug vom Untermainquai aus in Bewegung. Voraus schritten Mädchen aus dem israelitischen Waisenhause, ferner der Israelitische Frauenverein in Trauergewand von eigenartigem, antikem Schnitte, Palmzweige tragend, sodann die Zöglinge der Kinderhorte, die in der Verstorbenen sämmtlich eine gütige Wohlthäterin verlieren. Hinter dem Todtentvagen folgten Lord Rothschild aus London, zur Rechten Rabbiner Dr Plaut, zur Linken der Frankfurter Freiherr Wilhelm Carl v. Rothschild, dahinter der Herzog von Grammont, der Prinz von Wagram, Schwäger der Verstorbenen und Baron Henri. Daran schloß sich das übrige Trauergefolge, unter Anderem die Vorstände vieler milder Stiftungen und 'Deputationen zahlreicher Vereine. Zum Schluß eure lange Wagenreihe. In der Eingangshalle des israelitischen Begräbnißplatzes wurde der Sarg auf das steinerne Postament niedergesetzt und mit einer schwarzen Decke verhüllt. Herr Rabbiner Tr. Plaut hielt die bewegliche Trauerrede, wies auf die Schöpfungen hin, die von der Verstorbenen geschaffen worden und pries ihr Vorbild, dessen Andenken nicht nur in ihrer Familie, nicht nur in ganz Frankfurt, sondern überall da, wo Menschenherzen schlagen für das Gute, für das Schöne mid für selbstloses Wirken, unvergänglich, unvergeßlich bleiben wird. Dann wurde der Sarg aufgehoben und zur Gruft getragen, die neben dem Grabe des Freiherrn Kerl v. Rothschild bereitet war. Dr. Plaut sprach ein letztes Gebet, und um halb 12 Uhr begannen die Todtengräber ihr Werk, Paris. Dr umon t hat seine literarische Laufbahn damit besonnen, daß er in dem'Herrn Pereira gehörenden Journal ,.La Liberte“ Kunstkritiken schrieb. Nach dem Erscheinen seiner Schmähschrift „La France juive'4 traf ihn Albert S e c o n d bei einem Essen der Journalisten und sagte zu ihm: „Ich beglückwünsche Sie, zuerst aßen Sie das Brod eines Juden und das hat Ihnen so gut gemundet, daß Sie jetzt alle Juden auffressen wollen." Melbourne. Hierselbst ist ein B e t h -H a m i d r a s ch errichtet worden, in welchem Rabbi A. Hirsch ow itz, früher Superintendent des Poor Jews' Temporary Shelter (Heimstätte für jüdische Obdachlose), in London, rabbinische Vorträge halten wird. Brasilien. Rach amtlichen Berichten sind im Jahre 1891 nach dem Staate Rio Grand da Snl 2190 Russen eingewandert. Es scheint also die Einwanderung russischer Inden in Brasilien bereits im Gange zu sein. Feuilleton. Ihr Vater. Es ivar just keine orthodoxe Familie, war aber dennoch verstiuunk darüber, daß eilt Sohn jüngst eine Eivilehe mit einer Christin cingegangen. Isidor hatte sich bei dem vorjährigen Aufenthalte der Familie in einer Sommerfrische bei Wien, die als antisemitisch verrufen ist, in die Tochter des Hausherrn, bei dem die Familie eingemiethet »var, verliebt und sie geheirathet. Die Mutter ist sogar vor Aerger darüber erkrankt und es sind gerade mehrere Anverwandte und der Hausarzt auf Besuch bei ihr. Selbstverständlich wird von diesem Ereignis; in der Familie gesprochen. Ein junger Mann trat lebhaft der Meinung entgegen, daß die Familie mit dem jungen Paar nicht verkehren solle. „Isidor ist eben idea! angelegt." sagte er; „es gehött etwas dazu, sich aus Liebe über alle Vorurtheile hinwegzusetzen; deshalb muß man ihm auch entgegenkommen. „Es wäre aber idealer gewesen, sie nicht zu heirathen," sagte der Doetor, der wie ein Hausfreund betrachtet wurde. ► „Das ist paradox", meinte der junge Mann. „Nichts weniger als das. Ich null mich nicht auf den religiösen Standpunkt stellen, auch nicht auf den gesellschaftlichen, daß man mit dem Mädchen doch auch ihre Umgebung heirathet und der Mann die Ettern der Frau auch als die feinigen ehren und ihre Geschwister wie

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