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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-03-11 · 11 (11.3.1892) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
11 (11.3.1892)
Date
1892-03-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 11 Oeyerrrichische Wochenschrift Sekte 191 wo jte sich befinden, versteckt und Antonio wüßte nichts von dem ganzen Handel. Wollt Ihr? Oder nicht?" „Es kostet mich mein Leben", sagte der Greis bleich. „Und es ist die erste Lüge, welche ich spreche." „Und Euer Sohn?" „Mein Sohn?! Ich Ihn' es. Meine erste Lüge! Nun, Gott wird sich meiner erbarmen!" Nachdem sie sich verabredet, entfernte sich Fernando, froh, daß der „tolle Jude" auf seinen Vorschlag cingcgangen und Antonio gerettet sei. Der Greis aber seufzte kies auf, betete und schlug den Weg zum Gebäude der Inquisition ein. Vorher aber küßte er das theuer erworbene Lösegeld. III. Es nabte bereits der Abend und die Hauser waren schon in graues Dunkel gehüllt, als Baruch vor dem Untersuchungsrichter stand. Dieser halte ihm gegenüber leichtes Spiel. Nachdem er nicht anuehmen konnte, daß Baruch sich selbst e.was Unwahres zur Last legte, wurde er sofort zur Verbrennung verurtheilt; Antonio aber auf freien Fuß gefegt. Schwarz und traurig war der Kerker, welcher zur Aufbewahrung Baruch's diente. In den einzelner: Ecken der schwärzlich grauen Mauer hatten fleißige Spinnen arr ihren Geweben gearbeitet, ohne sich dadurch stören zn lassen, daß seit Jahrhunderten hier in ununt.rbrochener Reihenfolge dem Fanatismus einer herrschsüchtigen Priesterschaft Opfer gebracht wurden. Wie vieles menschliche Elena haltnr diese Räume schon gesehen! Die Nachkommen edler Geschlechter waren ebenso wie zahllose Arme der Berläumdung niedriger Neider hingemordet worden. Wieviel ohnmächtige Flüche und leidenschaftliche Schmähungen mochten diese Räume wohl gehört haben? Stunde auf Stunde verrann! Der morgige Tag sollte das Opfer besiegeln, welches Baruch gebracht hatte. Der Mond war bereits aufgegangen und warf seine Strahlen auch euf diesen Tempel der menschlichen Schmach. Ein Strahl fiel durch die ganz kleine, vergitt'rte Oeffnung in das blasse Gesicht des Inden. Er saß ruhig da. Uud wiederum eine Stunde! Es schien, als ob die Zeit absichtlich lartgsamer ginge, um die Qualerr dieser Nacht zn verlängern und die Martern zu'erhöhen. Nur zö-crnd vergiengen die Minuten. Sein ganzes Leben zog an ihm vorüber wie in einem Spiegel. Wie er noch jung gewesen und sich das erste Geld erworben, wie er ein Weib genommen und dann Spanien, wo er und sein Volk mißhandelt und mit Füßen getreten worden war, im Vertrauen aus sein Glück verlassen. Da war sie ihm auf der Reise gestorben, in seinen Armen ... Sie hatte ihm nichts hinterlassen, als seinen Sohn, welchen er heiß liebte. Sein ganzes Leben hatte für ihn jetzt nur einen Zweck: das Glück seines Kindes. Und der war jetzt frei! Was lag an ihm? Der Morgen war herarrgekommen und Baruch wurde aus seiner Zelle geholt. Der Zug der Verdammten setzte sich unter dem Hohngelächter des Pöbels in Bewegung. Kaum, daß Bessere ab und zu mitleidig mit den Achseln zuckten. Bald waren sie zum Scheiterhaufen gelangt. Hoch schlugen die Flammen empor! .... Ludwig Brirger. Briefkasten. Colarafi: Der 6- Mai 1856 war der 2. Tag Neumond Jjar 5616 der jüdischen Zeitrechnung. I. in S. Franz Zulegcr ist eine notorisch antisemit. Finna, zählte zu den Hauptinteressenten des „Deutschen Vvlksblattes". Das hätten Sie wissen sollen. Troppau: Wir haben bereits in dieser Woche einen Nekrolog. Wochrnkalender. Wachen- März 1892 Adar 5652! Kalender Freitag 11 12 Samstag 13 13 Sonntag 13 14 Purim. Montag 14 15 Schuschan-Purim. Dienstag 15 Mittwoch 16 17 Donnerstag 17 18 Freitag 18 19 2. Liste. ]jf Interessante Bücherei!! zu tief herabgesetzten Preisen!! Die Eutet hui>g «!er Bibel, von Dr. theol. Emil Zittel, 224 Seiten, 24 kr , geb.48 kr Briefe berühmter christlicher Zeitgenossen über die Judcnfia^e, herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von J. Singer, 200 Seiten, gebunden (1.80) nur .fl. I.— (Briefe voii Ametl 1, Bodenstedt, Büchner, Gregorovius, Ed. Herbst, B. von Ihering, F. Liszt, Max Müller, Lorenz .-t in, Holzeudorft etc.) Dr.' Anr. 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N., Babbiner: Gif es dienstliche Vorträge gehalten im israelitischen Bethause in Wien, 2 Theile, (Statt tl. 4.—) nur.fl. 1.80 (Mannbeimcr’s Predigten sind weltberühmt, neu gar nicht mehr zu haben.) Moses 1 ende ssohn’s Schriften zur Philosophie, Aesthetik uud Apo ogie, mit Einleitung, Anmerkungi-n und Biographie von Dr. M. Brasch, 2 starke Bände, unaafgeschnitten (statt fl. 7.50) für nur . .fl. 3 80 Re , n Ernst: Das Leben Jesu, (neue Ausgabe) brochirt (statt fl. 1.20). 65 kr. Derselbe: Die Apos'ei, gebunden (statt fl. 3.—) nur ... fl. 1.20 Derselbe: Der Atiehrist, gebunden (statt fl. 3.—) n ir .fl. 1.20 Talmud Schutt, (Fragmente aus dem babylonischen Talmud). Ein Familienbuch f. d. jüdische Hans, von Moriz Geller, (statt fl. 3.—) nur.fl. 1.50 Lichtstrahlen aus dem Talmud, gesammelt von Dr. Stern 12 kr. Talmudisehe Chrestomathie mit Anmerkungen Scholien und Glossar, bearbeitet von Dr. B. Fischer, Rabbiner, (wie neu, nnaufgeschnitten) statt fl. 3.60 nur.fl. 2.— §0T~ Heinrieh Heines Autobiographie nach seinen Werken, Briefen und Gesprächen von Gust. Earpeles, ein ausserordentlich prächtiges Buch zum I. Male zu diesem billigen Preise 586 Leiten, statt fl. 4.80 nur... fl. 1.30 Vorstehende Bücher nur zn beziehen von ß. Löwit, Wien, Rothenthurmstrasse 22. Geehrte Glaubensgenossen! Als Bevollmächtigte der österreichischen Glaubensgenossen in Jerusalem erlauben wir uns, in Anbetracht der dortigen traurigen Verhältnisse, Sie um milde Gaben zu bitten, um die Noth unserer Glaubensgenossen und Landsleute zu lindern. Dieselben sind durch die jetzige Theuerung, Contumaz und den Zuzug der russischen Flüchtlinge in die äusserste Bedrängniss gerathen und richten wahrhafte Jammerbriefe und Nothschreie an uns. Wir hoffen uns nicht vergebens an Ihre edlen Herzen zu wenden. Gütige Beiträge bitten wir an einen der Unterzeichneten ge langen zu lassen. Br. M. Güdemann, Rabbiner Anton Bing II., Ferdinandstrasse 23. L, Rudolfsplatz «. Heinrich Berger I., Gonzagagasse i.

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