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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-03-04 · 10 (4.3.1892) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
10 (4.3.1892)
Date
1892-03-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10 Orstrrreichifchr Wochenschrifi. Sette 167 Fliege! mit Frl. Rosa Klausner; Herr Isidor Löwenbein mit Frl. Rosa Weißberger. Wien. Der Handelsminister hat den bekannten Kaufmann Herrn Adolf Bernfeld zum Mitglied? der Permanenz- Commission für die Handelswerthe ernannt. Wien. (Valuta-Commission.) Der vom Finanzminister einberufenen Commission zur Berathung der Währungsfrage gehören nachstehende Mitglieder an: Moriz Bauer, Moriz Benedict, Gottlieb Bondy, Dr. Carl Bunzl, Moriz Dub, Guido Elbogen, Samuel Ritter v. Hahn, Tr. Theodor Herzka, Richard Lieben, Gustav Ritter v. Mauthner, Eugen Minkus, Josef Ritter von Pfeifer, Moriz Pollak, Ritter v. Borckenau, Professor Dr. Emil Sar, Theodor Ritter v. Taussig, Philipp Thorsch. Wien. Der isr. Frauen-Wohlthätigkeitsverein für den VI. und VH. Bezirk veranstaltet am 7. März d. I. in den Sälen des Hotels zum gold. Kreuz, VI., Mariahilferstraße Nr. 99 ein Wohlthätigkeitskränzchen, welches mit einem sehr interessanten Programm ausgestattet, recht animirt zu werden verspricht. Wien. (Verein „Gemiles Chesed-* in Hernals.) Dienstag den 9. Februar fand in den festlich decorirten Hernalser Bräuhaus- Sälen ein Costume-Kränzchen statt. Dasselbe war sehr stark besucht und hat dem humanen Zweck des Vereines den Betrag von fl. 330.— zugefiihrt. Das größte Verdienst gebührt Herrn I. H. Menkes, welcher Schriftführer des Vereines, aber zugleich auch Dbmann des Ball-Comites war. — Wien. Bei der am 17. d. M. abgehaltenen 3. Plenarversammlung des humanitären Geselligkeitsoereines „Rudolfsbund";ur Bekleidttng ariner Schulkinder ohne Unterschied der Consession, wurden folgende Funktionäre gewählt: Obmann, Josef Pollak; Obmann-Stellvertreter, Moriz Landesmann; Cassier, Josef Fäßler; Schriftführer, Dr. Ludwig Pisk; Schriftführer-Stellvertreter, Nathan Pineles; 1. Controllor, Moriz Bondy: 2. Controllor, Ignaz Weiß. Engeres Comite: Josef Lichtenstein, Leopold Spielmann, Hermann Taus, Dr. Julius Bachrich. Ersatzmänner: Alfred F. Bock, Sigm. Grünberger, Dr. Jaques Schüller, S. Goldfarb. Der genannte Verein veranstaltet sein nächstes Coftüme- Kränzchen in Ronacher's Saallocalitäten am 20. März l. I. Wien. Der isr. Humanitätsverein im X. Bezirk veranstaltet am 14. März l. I. in R a p p e l s Rosen sälen in Favoriten einen Wohlthätigkeitsball. In Berücksichtigung des wohlthätigen Zweckes, welchem das Fest dienen soll, ist eine sehr zahlreiche Betheiligung an demselben dringend zu empfehlen. Wien. Am 18. d. M. fand die XI. Generalversammlung des Leopoldstädtcr Kranken-Untcrstützungsvereines „Nächstenliebe" statt. Nebst seinen Humanitären Zielen, die im Namen ausgedrückt liegen, verfolgt dieser Verein auch fromme Zwecke, wie die Beistellung einer „Schmira" bei feinen Krankenmitgliedern, das Verrichten des Kadisch-Gebetes und des Maskirs und das kostenfreie Aufstellen eines Grabdenünals für seine verstorbenen Mitglieder. Der Verein unterhält auch ein eigenes Bethaus mit geregeltem Gottesdienste. Als eine neue Hilfsquelle für sein Einkommen hat der Verein im verflossenen Jahre gesellige Abende seiner Mitglieder eingeführt. Trotz der von den Umstände gebotenen weitestg'henden Humanität wurden doch im letzten Jahre dem Reservefonde beinahe 1000 fl. zugeführt und repräsentirt das Pereinsvermögen die imposante Ziffer von 12.629*27 fl. Der Vorstand, an dessen Spitze Herr S. Neumann steht, verdient für sein aufrichtiges und selbstloses Wirken für die Vereinsinteressen die vollste Anerkennung, wie den Spendern und untersti'chcnden Mitgliedern der Dank im Namen der Religion und der Humanität. Wien. Der Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungsverein „Cliesed-scliel-Emes” in Wien hielt Sonntag den 21. Februar seine XX-IV. Generalversammlung ab. Der verdienstvolle Präses desselben, Herr Leopold Fried, Armenrath der Stadt Wien, ccmstatirte als Einleitung zu seinen: Rechenschaftsberichte, daß das abgelaufene Vereinsjahr mehr als gewöhnliche Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Vereines stellte, indem hie Arinuth und Bedrängnis; der Mitglieder zugenommen, die Krankheitsfälle abnorme gewesen und durch vier Sterbefälle 200 fl. an die Witwen zur Auszahlung kamen. Wenn der Verein trotzdem armen Mitgliedern noch außergewöhnliche Unterstützungen angedeihen ließ, so war dies nur einigen Wohlthätern und Spendern zu verdanken. Der Verein besitzt an Werthpapieren einen R gervefond von über 12.000 fl. und bei dem wohlthätigen und vom jüdischem Geiste erfüllt-n Wirken dieses Vereines wäre ihm zu wünschen, daß er nie in die Lage kommen wöge, diesen Reservefond angreifen zumüssen. Wien. Die „U. D. W." Nr. 4 enthalten nachstehende Ankündigung: „Gcrmanen-Berband „Alsergrund" und „Bruderbund". Donnerstag, den 18. b. M. 8 Uhr Abends findet in Gabriel Wenesch's Gastwirthschast, I. Wipplingerstraße 43, Halbstock (gegenüber der Börse) eine gemeinsame Mitglieder-Zusammenkunft dieser beiden Verbände statt und werden die Mitglieder derselben um sicheres Erscheinen gebeten. Dentschnationale Gäste willkommen." Wien. (Spende.) Zur Unterstützung des israelitischen Taubstummetl-Jnstltntes hat nns Herr Samuel Schäfer in Basmok 30 fl. eingesendet. Tulln, 20. Februar. Die Vorbereitungen zu hen Wahlen für die Ctllttlsgemeinde Tulln schreiten rüstig vorwärts; es wurden vor circa 5 Wochen die drei Herren Delegirten vom Herrn Bez'rkshanptminn Baron Sieber ernannt, welchen es obliegt/ die Wählerliste für die 4 Bezirke Tulln, Klosterneuburg, Kirchberg, Atzenbrnck, welche der politischen Bezirkshauptmannfchaft Tulln unterstehen, und wo bereits seit circa 30 Jahren Cultlrsoereine resp. Minjans bestanden, auszuarbeiten. Die Wählerlisten lagen durch acht Tage zu Jedermann's Einsicht auf und wurde während dieser gesetzlichen Frist kein Protest eingebrachi. So sehen wir schon in kurzer Zeit der Wahl des provisorischen Cullusvorstandes entgegen, welchem auch die Ausarbeitung des Statutes, sowie die Herstellung nöthiger Einrichtungen obliegt. Zu wünschen wäre es nur, daß die Herren Wähler voll' zählig an der Wahlurne erscheinen und ihre Stimmen nur Würdigen zukommen lassen. Wenn solche Männer gewählt werden, welche bis nun den einzelnen Cultusvereinen der vier Bezirke vorstanden, so wird auch unsere neue Cultusgemeinde zum Wohle unserer aller vereinigten Mitglieder bestehen, Männer, welche sich nicht schämen, Jude zu sein und dabei Verständniß haben, eine geregelte Verwaltung zu führen, da die neue Cultusgemeinde vier Bezirke umfaßt. Brünn. (T e m p e l b e s u ch der Soldaten.) Kürzlich erschien ein an sämmtliche Militär-Territorial-Commandanten gerichteter Erlaß des Reichskriegsministeriüms bezüglich der Pflege des religiösen Geistes im Heere, worin insbesondere betont wird, daß nach dem zweiten Absätze des 58 des Dienstreglements für das k. u. k. Heer die Mannschaft mindestens allmonatlich einmal zur Kirche zu führen ist. In Folge eines Stationscommando-Besehles erschien am Samstag den 28. Feber um 10 Uhr vormittags im jüdischen Tempel zum ersten Male die d i e n st s r e i e, d e r j ü d ischen Consession an gehörige Mannschaft unserer Garnison unter Führung eines Corporals. Die Soldaten, 3 7 an der Zahl, unter denen sich solche fast aller Truppenkörper befanden, nahmen in den letzten Bänken Platz und wohnten dem Gottesdienste und der Predigt bei. Brünn. (Spende.) Der hiesige Bankier Herr Sigmund Spitz hat anläßlich des Ablebens seines Sohnes. Gustav den Betrag von 100 fl. zur Betheilung an Arme gespendet. > Prag. (Todesfall.) Am 22. Februar verschied in Dlmütz wo sie zu Besuch bei Verwandten weilte, Frau Fanny K o h n im hohen Alter von 83 Jahren nach kurzer Krankheit. Die Verblichene war eien Enkelin des berühmten Eleaza Flekeles in Prag und Schwester des bekannten Rabbiners Hamburger in Emden, erfreute sich bis an'S Lebensende seltener geistiger und körperlicher Frische, stand im hohen Ansehen und war verehrt und geliebt von denen, die sie kannten. Das Begräbniß fand hier statt unter lebhafter Betheiligüng der weitesten Bevölkerungskreise. Am ossenen Grabe hielt der Schwiegersohn der Verewigte.', der bekannte Gelehrte und Philosoph, Herr Med. Dr. Adolf' Bücher ans Olmütz eine ergreifende Rede, welche auf die Anwesenden mächtig einwirkre.

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