Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 6 (5.2.1892)
- Date
- 1892-02-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Srttc 104 _ Orsterrrichischr Wochenschrift. Nr. 6 und gegen Regierung, gegm Thron und Mar zu richten. Das deutsche Recht ist oerjudet Und die Grundlagen der deutschen Rechtsprechung erschüttert. Es ist für jeden Deutschen tief beschämend, sich sein Recht von den Angehörigen eines fremden Stammes sprechen zu lassen. Religion und Sittlichkeit, Vaterlandsliebe und jede deutsche Tugend werden von der jüdischen Presse planmäßig verhöhnt und aus den Herzen des Volkes verdrängt. Die Juden haben die ihnen verliehenen Rechte nur benutzt, das Deutschthum von Grund aus zu verderben; das war von Anfang an ihr Ziel. Daß den Juden dieselben Rechte eingeräumt werden, wie allen Andern, erscheint verfehlt, da die Juden schon durch ihre religiösen Vorschriften verpflichtet sind, die anderen Volker zu unterdrücken. Es sind das Vorschriften, die aller Sitte und allen Gesetzen Hohn sprechen. Daher haben denn auch die letzten 45 Jahre bewiesen, daß die Emanzipation der Juden fast zum Ruin des deutschen Volkes geworden ist. Gestützt auf ihren Talmud, streben die Juden nach der Weltherrschaft, und das Mederwerfen aller anderen Völker ist ein Schritt auf diesem Wege. Das deutsche Volk hat bas lange genug geduldet. Jetzt geht es nicht länger, und deshalb wenden sich die Unterzeichneten an Ew. Dsajestät mit der Bitte, daß das deutsche Volk aus den Händen der Juden befrett werde. Jeder der großen Vorfahren Ew. Majestät hat weltgeschichtliche Aufgaben gelöst; so der Große Kurfürst, Friedrich der Große, Wilhelm I. Die schwierigste aller Aufgaben, die Befreiung des deutschen Volkes von seinen bösartigsten Feinden anzustreben, hat die Weltgeschichte Ew. Majestät zugedacht. Welche Wege Ew. Majestät auch hierbei einschlagen, der Dank des Volkes wird groß sein. Denn jeder andere Zustand ist dem jetzt drückende» der drohenden Knechtschaft vorzuziehen." So lautet also der Adreßentwurf, der übrigens noch von einer Delegirtenversammlung endgiltig redigirt werden soll. Hoffentlich begehr diese Delegirtenversammlung wenigstens nicht die Geschmacklosigkeit, im Schlußpassus die Berufung auf den Großen Kurfürsten in einer Petition um Vertreibung der Juden stehen zu lassen. Doch das ist am Ende Nebensache. Die Hauptsache ist für uns die neue Bewegung im Antisemitenlager, auf die übrigens schon Herr Stöcker in seiner letzten Rede im Reichstag vorbereitet hat. Was wird nun der Äfolg sein? Zunächst möchten wir nicht daran zweifeln, daß es bei energischer Arbeit und bei entsprechenden Mitteln (nach der Versicherung des Hauptredners in jener Versammlung haben wieder sich „opferfreudige reiche Leute gefunden, die der Partei mit beträchtlichen Geldmitteln vorwärts helfen wollen") gelingen dürste, etwa eine Million Unterschriften im ganzen deutschen Reiche auch selbst für diese Adresse, auf deren Inhalt einzugehen ein ebenso thörichtes wie strafwürdiges Beginnen wäre, zusammenzubetteln. Eine Million von prrncipiellen Gegnern, von Unzufriedenen, von neidischen Concurrenten, von Müßiggängern, ist am Ende nicht schwer aufzutteiben. Und dann? Nun dann dürfte die Adresse dasselbe, wo nicht ein schlimmeres Schicksal haben, wie die an den Fürsten Bismark seiner Zeit gerichtete. Es ist ein vermessenes Beginnen, das die Antisemiten da übernommen haben. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß ihnen darauf die gebührende Antwort zu Theil werden wird, dieselbe Antwort, die bisher alle ihre Petitionen, Adreffen, Depeschen, Briefe und — Denumürtionerr seitens der Reichsregierung gefunden haben. VemWes. Wie«. In der abgelaufenen Woche wurden in Wien nachstehende Paare getraut: Am 24. Jänner 1892: Im Tempel der inneren Stadt: Herr Josef Bergl mit Frl. Jeanette Braun; Herr Moritz Schubert mit Frl. Charlotte Freund. Im Tempel der Leopoldstadt: Herr Dr. Emil Raab mit Frl. Rudolfine Wasservogel; Herr Gabriel Rosenberg mit Frl. Mariaima Rosenberg. Im Tempel des IX. Bezirkes: Herr Emil Polatschek mit Frl. Rosa Goldwasser. Am 2. Februar: Im Tempel der inneren Stadt; Herr- Adolf Liebmann mit Frl. Selma Samuely; Herr Armin Boschan mit Frl. lllliee Rosenbanm; Herr Emanuel Hohenberg mit Frl. Katharina Rocher. Im Tempel der Leopoldstadt: Herr Sigmund Roger mit Frl. Gabriele Rabbinek: Herr Richard Neumann mtt Frl. Louise Kellner. Im Bethause des HI. Bezirkes; Herr Chune Weiß mit Frl. Bertha Kohner. Wien, am 1. Februar 1892. (Israelitische Allianz.) Löbliche Redaction! Ein hier etablirtes „Literarisch-Artistisches Bureau", welches sich mit dem Vertriebe vom Portraits des Herrn Baron Hirsch befaßt, versendet Prospecte und veröffentlicht in Blättern Ankündigungen, in welchen die „Israelitische Allianz zu Wien" mit diesem Unternehmen in Zusammenhang gebracht wird. Im Interesse der Aufklärung des Publikums ersuchen wir Sie, in Ihrem geschätzten Blatte unserer Erklärung Raum geben zu wollen, daß die „Israelitische Allianz zu Wien" diesem Unternehmen vollständig fern steht. Hochachtungsvoll Die israelitische Allianz zu Wien. Wien, (öeftcrv. isr. Union). Samstag den 6. Februar 1892 Abends 7 Uhr findet in der Restauration Khuner I., Schottenring 19 eine Vereins-Versammlung statt. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Hof- und Gerichts-Advocaten Dr. Moriz Frankl „Das Weib im Judenthum. Vorttag des Herrn Reichsraths - Abgeordneten Carl Wrabetz: „Ueber die Reform der gewerblichen Gesetzgebung. Wie« (Verlobung). Der Wiener Hof- und Gerichtsadvocät Herr Dr. Oscar Reumann, Sohn des Brauereibesitzers Henn Em. Neumann, hat sich mit Frl. Jda Hofmann aus Lundenburg, Tochter des dortigen kürzlich verstorbenen Großindustriellen, verlobt. Wien. (Todesfälle.) Montag, den 1. Februar starb in Wien Herr Jgn. Au sch nach kurzem Leiden im 78. Lebensjahre. Der Heimgegangene erstellte sich einer hohen Achtung und zahlreicher Sympathien in allen Kreisen der Gesellschaft. — In Hohenbruck starb Herr David Kreitner, Chef der Firma David Kreitner L S ö h n e, im 76. Lebensjahre. Der Verblichene war ein Mann von strenger Rechtlichkeit, von stommen und menschensteundlichem Sinn. Er hinterläßt 4 Söhne und 2 Töchter, welche sämmtlich eines verdienten Ansehens sich erfreuen. Wien. (Vom Schlage gerührt.) In einem Kaffee- Hause in der Praterstraße wurde Sonntag Nachmittags der Privatier Herr Masco Israeli vom Schlage gerührt und an der rechten Seite gelähmt. Herr Israeli der vom Sessel gestürzt war, hat sich auch eine Rißquetschwunde oberhalb des rechten Auges zugezogen. Funktionäre der Freiwilligen Rettungsgesellschaft leisteten ihm Hilfe und brachten ihn dann in seine Wohnung Czerningassc Nr. 17. Herr Mosco Israeli, ein geachtetes Mitglied der Wiener Türkenkolonie, gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten des zweiten Bezirkes. In angenehmen Verhältnissen lebend, bewegte er sich mit Vorliebe in Künstlerkreisen und erstente sich auch als feinstchliger Musiker eines gewissen Ansehens. Wien. Der Schneidermeister Johann S ko da, VI.Gmnpendorferstraße 35 dessen Kunden ihrer überwiegenden Anzahl nach Juden sind, hat einem jüdischen Gesellen, der Arbeit verlangte erklärt: „In meiner Werkstätte findet kein Jude eine Arbeit." Da diese Thatsache uns sogar von chrisüichen Arbeitern bestätigt wird, so bringen wir sie den jüdischen Kunden des Schneidermeisters Johann Skoda zur Kenntnis;. Wien, 22. Jänner. Heute vormittags wurde Frau Anna Ernesttne Cohn, geb. Kohn, im 78. Lebensjahre bestattet. Sie war die wackere Frau des unvergeßlichen Präses der israelitischen Cullusgemeinde, des kaiserlichen Rathes Herrn Arminio Cohn, der die Angelegenheiten der Wiener Cultusgemeinde mit Ruhe und Würde leitete und besttebt war, den Frieden in der Gemeinde austechtzuerhalten und der im Stillen sehr viel Einfluß aus die Gestaltung des Gemeindewesens ausübte. Der Jugend-Gottesdienst war es, dem er viel Aufmerksamkeit widmete. Frau Anna Emestine Cohn hat durch ihre Hausführung, ihre Klugheit und ihre Festigkeit viel zur Erhaltung