Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 4 (22.1.1892)
- Date
- 1892-01-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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jßt. 4 Oryrrrrichischr Wochenschrift. Sette 69 Bloch, Baurath Stiaßny, Director Heller und Fischer, Obercantor Goldftein und Obercantor Kartschmarosj aus Kanisza als Vertreter der Eantoren Ungarns. Schriftliche Gratulationen kamen von: Sophie von Guttmann, Freiherr von Stetten, Ritter von Wertheimstein, Hofrath v. Pfeiffer, Hofschanspieler von Sounenthal, Familie Rcillinger, kais. Rath Wilhelm, Hofquartiermeister M. v. Vukobrankovis;, Regierungsrath Zellner, Regierungsrath Prof. Kämpf, Ritter v. Goldschmidt, Director Bauer, Vc rstandsobmann Karpeles etc etc. Unter den vielen Hundert Telegrammen, Briefen und Karten aus aller Herren Länder sei folgendes Gedicht von dem greisen Dichter L. A. Frankl v. Hochwart erwähnt: Roch ist die Kunst der Alchymie Auf uns'rer Erde nicht vergessen Das Silbererz in Gold verwandelt sic Geheimnißvoll in Feueressen Auch du wirst bei dem Zauber deiner Töne Der heute sich noch silbern kränzt Den Kranz verwandeln bis er golden glänzt Und dich und die geliebte Gattin kröne. Vom Prediger Dr. L.eimdörfer aus Hamburg kam gleichfalls ein sehr gelungenes Gedicht, gewidmete Eompositionen sandten Obercantor Kirschner, Musikmeister Grünzweig und Prof. Jos. Sulzer. Obercantor Kläger verlas einen von ihm schön verfaßten hebräischen Hymnus. Die mit prachtvollen Blumenspenden und kostbaren Geschenken ausgestattete Wohnung bot eineir seh.uswerthen Anblick und bekundete die große Sympathie, deren sich das Jubelpaar allerseits erfreut. L. F. Wien. Wir erhalten folgende Zuschrift: Löbliche Redaction! Ich bitte um Aufnahme folgender Zeilen: In der letzten Nummer wurde ein Schreiben eines Herrn Carl Seebold aus Zittau veröffentlicht. Da Alles, was derselbe schreibt, vollständig erlogen ist, habe ich an denselben durch meinen Vertreter ein Schreiben, mit der Auffordenmg, seine unwahren Angaben zu widerrufen, recommandirt, mit Retourrecepisse abgehen lassen. Nun kam dieses Schreiben mit dem postämtlichen Vermerke „In Zittyu gänzlich unbekannt" und mit dem polizeilichen Vermerke: „Polizeilich nicht gemeldet", zurück, woraus zur Evidenz hervorgeht, daß der Anonymus sich einer böswilligen Mystifikation schuldig gemacht hat. Indem ich mich auf die volle Wahrheit meiner in der letzten Nrimmer erschienenen Berichtigung berufe, halte ich nunmehr diese Angelegenheit definitiv für abgeschlossen und zeichne mich Hochachtungsvoll ergebener Johann Hauswirth. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Am 13. d. M. hielt dieser Verein in Khuner's Restauration seine Monatsversammlung bei gefülltem Saale ab. Der Vorsitzende Herr Brod begrüßte die Anwesenden, insbesondere die Herren Mitglieder Stadtrath Ritter von Goldschmrdt, Gemeinderath Stiaßny, die Architekten und Baumeister Strann, Mayer, Midel, Lehan, Zerkowitz, den Präsidenten der' Union Dr. Grünfeld, das Vorstandsmitglied der Union Rosenbaum, den Bezirksausschuß Waldstein, den Redakteur Klebinder, den Herren O.uirtner, Bettelheim, Zolles, die Vertreter der demokratischen Vereine des II. und IH. Bezirkes Neustadt! und Grieger rc. Sodann hielt k. k. Bau- und Gemeinderath Herr Wilhelm Stiaßny unter großen! Beifalle der Versammlung einen glänzenden Vortrag über „die öffentlichen Bauten in Wien". Zu der musterhaften Ausstellung des bgl. Steinmetzmristers Herrn M. Sonnenschein sprach Herr Architekt Flischer in so hervorragender Weise über die Kunst des Steinmetzgewerbes, daß die Anwesenden denselben herzlich beglückwünschten. Sodanrr folgte der Maschinenschlosser Herr Blankenberg, der über seine ausgestellten „neuen Schutzvorrichtungen" sehr animirend sprach und gleichfalls den Beifall aller Fachmänner erhielt. Nachdem noch die Herren Waldstein, Neustadt!, Schar, letzterer in erhebender Weise zur Tagesordnung gesprochen, schloß der Vorsitzende Herr Brod gegen 11 Uhr die Versammlung. Wien. (Der Verein „A d m a t h Ieschuru r" in Wien veranstaltet am Samstag den 23. d. M., J/28 Uhr- Abends in Robitschek's Restauration I., Wipplingerstrasse 47, einen Discussionsabend, an welchem die Principien des Zionismus zur ausführlichen Erörterung gelangen. Der Zutritt ist jedem Juden, der für diese Frage Interesse hat, gestattet. Wien. (Neue Conces si onserlheilung.» Dem in Interessenkreisen bestbekannten und geachteten Herrn Albert Jellinek, einem bei Credit-Jnstituten, Sparcassen, und Kapitalisten wohlcreditirten und als tüchtig, sowie vertrauenswenh geschätzten Fachmanne für reelle Hypothekar-Belehnungen und einschlägige Transactionen, wurde in dessen Würdigung, als Theilhaber des vom hohen k. k. Ministerium des Innern antorisirten Hypotheken-Eomproir Jellinek & Eo. (I. Schottenring 33> laut Erlaß der hohen k. k. nö. Statlhalterei ddto. 23. December a. p. Z. 77618 nunmehr auch die persönliche Eoncession zum Betriebe des Bank- Hypotheken- (& Realitäten-) Geschäftes verliehen. Wien. Die großherz, hessische Kammersängerin Art. Finkenstein veranstaltete am 18. Januar im Bösendorfersaate ein Concert; die treffliche Sängerin hatte bei dem zahlreich distin uinen Publikum einen großen Erfolg, dank ihrer schönen Mittel und vorzüglichen Vortrag mehreren Arien und Lieder. Döbling, 17. Jänner. Unter Vorsitz des Herrn Dr. Franz Billitzer fand die diesjährige III. ordentliche Generalversammlung unserer „Chewra Kndischa" statt. Der Verein, derzeit aus 90 Mitgliedern bestehend erfüllt beinahe die Pflichten einer Cultusgemeinde; denn er besorgt den Religionsunterricht, und den Gottesdienst, und leistet im Wohlthun und in Humanität recht Ersprießliches. Laut Rechenschaftsbericht beträgt das Vereinsvermögen fl. 3831 12. Im Vorjahre wurden vorn Vereine 24 Bestattungen besorgt, und zwar 19 bezahlte und 5 gratis. An haaren Unter-stützungen wurden fl. 253 20 geleistet. Für die nächste Zeit wird die Anschaffung eines Leichenwagens, die Äquirirung eines geeigneten Locales zur Abhaltung des Gottesdienstes und die möglichst baldige Einführung eines Jugend-Gottesdienstes in Aussicht genommen. Angesichts solcher Ziele und Leistungen ist es geradezu unverzeihlich, wenn von gewisser Seite aus purer Opposuionslusr — Opposition getrieben wird. Zum Glück besteht die überwiegende Majorität der Vereinsmitglieder und namentlich der Vorstand aus hochgebildeten und edeldenkenden Männern, die den Anstand zu wahren und aller Krakehlerei zu begegnen wissen .... Den Schluß der Tagesordnung bildete die Wahl des Vorstandes und der Revisoren und cs wurde mit Einstimmigkeit der bisherige Vorstand wiedergewählt und zwar die Herren:. Dr. Billitzer, Präsident; Wilh. Herzog, Schriftführer; Sigm. Friedl, Cassier; Rich. R. Königsberger, Controllor; ferner als Ausschuß die Herren: Bürgerschullehrer und Schriftsteller Ph. Brunner, Ad. Frankl, Jgn. Furcht, Ed. Gut mann, Dir. S. Heller, Wilhelm Herzog, Dr. K. Kohn, Sigm. Kurz, Jos. Oppenheim, Ludw. Pekarek, Sal. Ted es ko, Leop. Wollstein und als Revisoren die Herren Joh. Kotünyi und Edm. Kr esler. Dobrisch. (Böhmen.) Die hiesige Judenschaft hat einen schweren Verlust erlitten. Herr Jacob Rotter, Chef der Firma Rotter & Wiener, langjähriger Vorsteher der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, Vorsteher dcs Beerdigungs-Wohlthätigkeitsvereincs, Mitglied der Sladtverordnung und vieler Vereine starb im 68. Lebensjahre. Der Heimgegangene hat sich großer Sympathien in allen Kreisen der Bevölkerung ersteut, davon die zahlreiche Betheiligung an der am Freitag, den 15. d. M. stattgehabten Beerdigung, Zeugniß gab. Friede seiner Asche. - Patza«, den 15. Jänner, («sterbefall.) Mittwoch, am 13. d. M. wurde hier Frau Katharina Real, eine Dame die wcgen ihrer Wohlthätigkeit und Frömmigkeit allgemeine Verehrung genossen, unter zahlreicher Betheiligung der jüdischen und christlichen Bevölkerung zu Grabe getragen. Jmrgbnnzla«. Die hiesige Cultusgemeinde verdankt ihrem Mitgliede Herrn Hermann Pollak, ein Werkchen, um das sie wohl von mancher alten und großen Gemeinde beneidet werden dürfte. Es ist dies ein genau nach den Regeln der Meßkunst ausgeführter Gräberplan ihres alten Friedhofes. Dilrch denselben werden mehr als 1000 Gräber dem Vergessenwerden entrissen, da sie nunmehr für alle Zeiten in Evidenz erhalten werden können. Der älteste daselbst verzeichnete Grabstein trägt die Jahreszahl 5363 — 1602.