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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-01-22 · 4 (22.1.1892) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
4 (22.1.1892)
Date
1892-01-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 4 Vesterrrichtfche Wochenschrift. Seite 65 Priester (sich erhebend und die Bildsäule umwandelnd): Osiris! Osiris! Licht! Licht! Gieb uns wieder Leben und Licht, erwache! Pharao fragt, warum der Sonnengott nicht helfe. „Warum verbirgt er sich? Ruft Moses her." Und es begibt sich nun nach der Bibel der Pakt, der den Israeliten die Freiheit und auf Moses Gebet den Aegyptern das Licht gibt. Dann weigert sich Pharao, die Weiber und Kinder mitziehen zu lassen, und nochmals wird Moses zornig über den Wortbruch, bis denn Alle ziehen dürfen. Bild V spielt am Gestade des Schilfmeeres, das Volk Israel um Moses gruppirt. Dieselben Personen wie im zweiten Bild. Einsetzung des Passah-Festes. Dann werden die Heere d's den Juden folgenden Pharao gemeldet. Die Juden verzweifeln. Moses (schmerzlich inbrünstig): O ew'ger Vater höre nicht Was dieses Volk im Wahne spricht. O laß sie deine Allmacht seh'n Und laß sie auf dem Rettungspfade Zum Lande der Verheißung gehn. (Moses hebt den Stab.) Hebe den Stab! So spricht zu mir Der Herr des Meeres und der Wellen, Auf daß das Meer zum Lande werde. Chor (sehr leise). Ein leises Säuseln weht;- Seht, o seht, seht das Wunder seht! Es theilt sich das Schilf dort an dem Meergestad, Wie Mauern steh'n die Wellen und trocken liegt der Ofad. Moses geht den Pfad des Meeres betretend vor, ihm folgt das Volk Israel. Dann hört man den kriegerischen Lärm der Verfolger. Pharao stürzt herein, begleitet von Hauvtleuten und Kriegern. Pharao: Mir nach! Ihr Mannen! Nicht laß' ich sie von dannen! Mit Sperren und Geschossen! Mit Wagen und mit Rossen Verfolge sie mein Herr.... Und das Meer schlägt, Alle verschlingend zusammen. Bild VI. Dasselbe ist eine Art Meditation der Miriam, des Moses und des Chores über das seither Geschehene. Die Ebräer kommen am andern Ufer des Rothen Meeres mit Schilf und Palmenzweigen. Moses: Erheb' die Augen, Israel, und sieh Was Gott der Herr an Dir gethan. Chor: Singet dem Herrn, denn er ist Held, Roß und Reiter versenkt er in's Meer. Miriam: Vor dem Hauch seines Mundes thürmt sich das Meer, Die Wellen starren wie Mauern. . . . Bild VII. Dieser Theil ist der gewaltigste, von erschütternder dramatischer Kraft. Enthält er doch dir Testirung der zehn Gebote! Die" Szene spielt am Sinai, man sieht das Lager der Israeliten. Frauen mit Gefäßen voll Manna. Auftretend kommen vor: Moses, Zipora. Aaron (Baß), Korah (Tenor), Miriam und große Chöre der Himmlischen, der Nacht und der Völker. Ueberdem des Herrn Stimme. Zart beginnt der Frauenchor: O Manna, Himmelsspeise, Gesät von Gottes Hand Als Labsal für die Reise Durch dürren Wüstensand. Dann folgt die feierliche Kündigung des Mose s: Höre mich, Israel, Durch mich spricht der Herr, dein Gott, In zwölf Stämme theile dich Nach den Söhnen Jakobs Und die Aeltesten des Stammes Sei'» dir Führer und Richter u. s. w. DieS Alles nach der biblischen Geschichte, dann Aarons Gebet, bis plötzlich der Donner rollt, Blitze zucken, das Volk erschüttert in den Staub sinkt und die Stimme des Herrn die Gebote kündet. Stimme (aus den Wolken): Höre Israel, der Ewige, dein Gott, ist der Einzige — Eine. Mose, Aaron und seine Söhne: Gepriesen sei der Name feiner Herrlichkeit In Ewigkeit. Stimme: Du sollst keine anderen Götter haben außer mir. Chor: Amen! Stimme: Du sollst den Namen Gottes nicht mißbrauchen. Mit dem letzten Gebot endet die Scene und es beginnt nach Moses Abgang die Aufwiegelung und Empörung gegen Moses durch Korah. — Hört ihr's, Brüder, eben jetzt Trotz des Donners und der Flamme Ward ein König uns gesetzt. Aaron ist ails Levi'S Stamme! Ergebietet Euch allein, Er zieht Eure Zehnten ein. Sind wir nicht vom selben Blute? Haben wir nicht gleiches Recht? Die Erregung der sich verlassen wähnenden Juden wächst. Sie rufen den Apis an. Dein ist die Fülle, Dein ist das Glück, Führ' uns nach Gosen, führ' uns zurück. Schlaget die Becken» die Cymbeln schüttelt wild, Heil dir, Apis! goldenes Bild! Da naht Moses. Er kehrt mit den Gesetzlafeln zurück vom Herrn. — Moses: Was seh' ich! Das Volk, zu dem mich Gott gesendet. Dem er sein Antlitz zugewendet. Tanzt um ein golden Götzenbild! Verflucht sei er, der dich verleitet . . . Hör' Israel, so spricht des Ew'gen Stimme: Weil du von mir erwählt von Allen, Dich sündhaft von mir abgewandt. So sollst du irren und verfallen Du ch vierzig Jahr' im Wüstensand. Erst deine Enkel werden wallen Entsühnt in das gelobte Land. ... Die Erde öffnet sich und verschlingt die Rotte. Korah mit dem gold'nen Apis und getheilte Chore preisen den Herrn, empfangen die Verurtheilten und beten renmüthig. Bild VIH ist als Epilog gedacht. Moses, Kur, Josua, Balak' Bileam und Chöre. Hügel am Jordan, Rebengelände, lachende Landschaft. Balak, König von Moab und seine Hanylleute, sowie Bileam, der Scher. Balak begehrt den Fluch Bileam's gegen die Israeliten, aber in des Sehers Munde wandelt sich der Fluch in Segen. Statt zu Baal fleht er zu Gott. Die Israeliten nahen kriegerisch. Mose (mit erhobenen Armen): Du bist durch Meereswogen, Durch dürren Wüstensand Vor Deinem Volk gezogen. Mit wunderbarer Hand! Laß' es nicht unterliegen Am Ziele seiner Bahn; Hilf Du ihm streiten, siegen; Dich, Herr! dich ruf' ich an! Und Gott erhört die Israeliten. Josua, der glänzende Held, sühn sie zum Sieg. Und nun folgt der ergreifende Schluß, Moses Abschied. Moses (zu Josua): Mein Held, mein theurer Sohn, Der Geist des Herrn sei mit Dir, für und für. Ein neu' Geschlecht, geläutert und erstarkt. Treu seinem Gott, seh' ich um Dich geschaart, Du führe sie in das verheiß'ne Erbe. Sei Jacob's Führer — wenn ich sterbe! Josua. Chor: Moses! Moses! Du wendest Dich von Israel? Moses (innig): Ich darf es nur von Weitem seh'n. Das Land, verheißen durch des Ew'gen Gnade. Nie wird mein Fuß hinüber gehn. Hier enden meines Lebens Pfade. . Wir sind am Ziel, vollendet ist mein Lauf, Mein Vater ruft — es nimmt sein Schooß mich auf. Me: Moses! Moses! Du willst uns verlassen? Moses: Bott Israel, Volk meiner Liebe! Die Hände streck' ich scheidend Dir entgegen, Empfange, Jacob, meinen letzten Segen . . . Moses (sich nochmals zu ihnen wendend): Gedenke des Bundes, Den der Herr mit Dir schloß Auf Sinai's flammenumzucktem Gipfel: Höre Israel! Der Ewige, Dein Gott ist der Einzige — Eine! (mit immer mächtiger gesteigerter Stimme.) Der Ewige ist Dein Gott! (Moses entschwebt. Alle stürzen auf die Knie.) Stimmen von oben: Zieh' hinauf auf Nebo's Hohen, - Gottes Engel sind Dir nah', Kein Prophet gleich Moses wird erstehen. Der des Ew'gen Antlitz sah! Unleugbar wandelt dieses neue große Werk Rubinsteins alte Bahnen. Es wendet sich ab von der modernen Leidenschasillchkett und Actuellität. Es strebt nach Plastik und idealer Schönheit. In der Darstellung soll das Bild wichtiger sein, als die Bewegung und ernste-.vuroe soll jede Unruhe bannen. Der ungewöhnlichen Dichtung, dre Rubmstem vor langer Zeit von dem (1877 verstorbenen) Ritter von Mojenthal erhielt und die ihn mächttg anzog, entspricht die sormvolle, bedeutende, schöne MufiL

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