Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 4 (22.1.1892)
- Date
- 1892-01-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Orsterreichlfchr Wochenschrift. Sette 61 und etwas ernster zu fassen wäre. Unsere Zelt ist mit Parteien gesegnet, welche das confessionelle Moment zu den verwerflichsten Zwecken benützt, und wenn man Schlagworte dieser Parteien gebraucht, ihre Tonart nachahmt, so hat man eben auch den Bestrebungen solcher Parteien eine gewisse Unterstützung gewährt. Man macht die Mode mit, welche diese Parteien in Schwung gebracht, man zeigt, daß man dieser Mode eine sympathische Seite abzugewinnen vermag, die Mode wird dadurch stärker und mit einer Broschüre, die man ein fliegendes Inserat nennen könnte, begibt man sich, allerdings nur im Geschästseifer und ohne klaren Vorsatz, auf den Boden der socialen und politischen Propaganda. Man ist keine rechte Hexe, ist vom Generaldirektor der Walpurgisnacht nicht anerkannt, aber auf dem Besenstiel kann man dennoch reiten und aus dem Blocksberg wird mitgetanzt. Eine Versicherungsgesellschaft ist wie jede ähnliche Vereinigung ihrer Natur nach losgelöst von allen individuellen Ueberzeugungen, von aller Persönlichkeit in rein menschlichem Sinne — die juridische Person ist damit nicht zu verwechseln — und es ist auch bekannt, daß eine ^Versicherungsgesellschaft wohl ihren eigenen Arzt hat, niemals aber ihren eigenen Priester und daß sie ihre Clienten wohl durch den Arzt untersuchen läßt, geistliche Hilfe aber nicht in Anspruch nimmt. Wenn nun die kleine Broschüre unter Auspflanzung der Kirchenfahne mit lauten Posaunentönen ankündigt, daß Versicherungsgesellschaften, die wechselseitigen und die nicht wechselseitigen, der „Janus" ist für diesen Zweck mit besonderen Vorzügen ausgestattet, die Lösung der socialen Frage in die Hand genommen haben, so ist es fraglich, ob ein solches, von keiner persönlichen Ueberzeugung getragenes Glaubensbekenntniß, ein solcher anonymerCultus den consessionellen Empfindungen irgendwelche Genugthuung zu bieten vermag. Bei diesem Moment wollen wir jedoch nicht verweilen. Wichtiger ist es, auf die Erfahrung hinzuweisen, daß Unternehmungen, welche unter religiösem Aushängeschild ihre Thätigkeit entwickeln, welche die Frömmigkeit zu ihrem Gewerbe machen, regelmäßig Schiffbruch erlitten haben. Rächt sich hier die Religion, die man zu profanen Zwecken verwendet oder bestraft es sich, daß man Dinge vereinigen will, die ihrer Natur nach von einander getrennt bleiben müssen? Die Erfahrung ist gegeben und der causale Zusammenhang ist nicht schwer zu finden. Und was würde denn der „Janus" sagen, wenn plötzlich eine concuiTtmtbe Gesellschaft ohne besondere Vorzüge eine Broschüre heransgeben würde, auch mit Ouertiteln, auch mit figuralisch verzierten Dreiecken, und «mm der Titel etwa lauten würde: „Der Peterspfennig und die Lebensversicherung. Ein Mahnwort."? Nach der jüngsten Erfahrung, nachdem der Schatz des Papstes sogar, dessen Verwaltung nur aus das Moment der Sicherheit zu achten, nicht mit den Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, denen ein Geschäftsunternehmen ausgesetzt erscheint, der Peterspfennig verhängnisvollen Verlusten im Betrage von schweren Millionen nicht zu entgehen vermochte, wie soll denn da das Vertrauen sich gerade jenen Gesellschaften zrnvenden, welche mit frommen Sprüchlein arbeiten, welche nlit ihren Predigten mitten im tosenden Lärm, im fieberhaften Treiben des Marktes wie der Kapuzinerin „Wallenstein's Lager" erscheinen? „Sei nicht zu fromm" oder wörtlich übersetzt ^Frömmle nicht," das ist auch ein salomonischer^'Sp^tW-'ttndfter Mk namentlich für öffentliche und private Gesch^stsunternehsitungen: Die große Nützlichkeit,' fta 'die NothMiidigkeit der Versicherungsgesellschaften? soll-'mbn %-n&' keinen Augenblick in Abrede gestellt werden; ab^tz'wenü 'dasuBevstcherungswesen in der modernen Sozialreform mit Recht einey wichtigen Platz. behauptet, so scheint doch eine Versichwungsgesellschask aste Klarheit oes Urtheils verloren zu haben, wenn sie sichern - confessioneller Voreingenommenheit als s ozial-rsförmatorische Organisation bSttckhM'--„.ÄWn '^'-Mllsi'^-'Döeft 6 'MttdetWe 7'Be'riveHslung. ist'dM - Broschüre.''sä'kange' bfö"M'öveE WiMschMsfysttzkn ÜMHt/; Das"M'BrKschüre" mit' vMchMcheA Blicks'Weiftj'WnnÄl Ae Mffkcherün^sgksWchüsken' ihre Existenz behaupten; wenn aber das.System der Sözicrl-- reform das moderne Wirtschaftssystem ablöst, dann wird der Staat der Herr des Versicherungswesens. „Praktisches Christenthum" im Zusammenhang mit der Sozialreform; die „Janus"-Broschüre beruft sich, wie bereits erwähnt, auf diesen Ausspruch des Fürsten Bismarck. Wir wissen wie dieses Schlagwort verwerthet wurde, weniger zum Zwecke der Sozialreform, auch nicht im religiösem Sinne, sondern um Gegensätze in die Gesellschaft hinein zu tragen, die aller Religion widersprechen. Sozialreform im großen Style, echte und wahre Sozialreform, die findet man in der ältesten Gesetzgebung der Juden und es ist nicht zu ändern: Semiten waren die ersten Träger der Ideen, welche die Gegenwart unter dem Begriffe Sozialreform zusammengefaßt. Das Ideal ist heute noch nicht erreicht; aber wenn man den Enterbten, wenn man den ums Dasein Ringenden Hilfe gewahren will, dann muß man zu den Institutionen, zur praktischen Sozialreform des alten Testaments seine Zuflucht nehmen. Was hat den „Janus" veranlaßt, ein Schlagwort aufzufrischen das auf dem Wiener Boden mehr an den „Goldenen Luchsen" in Hernals, als an den Fürsten Bismarck erinnert? Wer hat „Janus" dieses Kukuksei in das Nest gelegt? Der Versuch, 'den „Janus" mit dem Papste und den Katholizismus in Verbindung zu bringen, hat für die Interessen der genannten Versicherungsanstalt etwas sehr Bedenkliches und die Broschüre entzieht sich jedem Berstandniß, wenn munden Gedanken ablehnt, daß der „Janus " die Frömmigkeit als Erwerbsquelle benützen will. Wirkungen in der Ferne. Von Zeit zu Zeit entsendet Asien seine bösen Geister nach Europa. Die Würgengel der Pest und Cholera, suchen das civilisirte Abendland heim, und auch die tückische Influenza, die gegenwärtig unseren Welttheil erschreckt, ist asiatischen Ursprungs. Asien ist die Brutstätte jener furchtbaren Seuchen, welche periodisch gleich Würgeengeln die Menschheit überziehen und sie dezimiren. Das gebildete Europa hat hiesür das Morgenland mit einer andern Seuche beglückt, einem ansteckenden Gifte, welches auf dem Boden deutscher Cultur erzeugt, sich nunmehr aus die zurückgebliebenen Völkerschaften des Ostens mittheilt. Die Fremdenhetze ist eine Seuche geworden, wie die Cholera und wie die Pest, sie verbreitet sich mit derselben Unaushaltsamkeit, nur ersaßt sie nicht die Leiber der Menschen, sondern die Geister, und nimnrt den umgekehrten Weg von West nach Ost. Das „Deutsche Volksbtatt" veröffentlichte in seiner Sonntagsnummer ausführliche Nachrichten über die Fremd enhetze in China. Es erzählte, daß die Fremdenversolgung daselbst ein Werk der Mandarinen sei, daß die letzteren eine ausgedehnte Verschwörung gegen die Christen angezettelt, daß der Gedanke, früher oder später alle Fremden aus Chince zü vertreiben, im Geiste aller chinesischen Beamten aM l'GetehiM eingewurzelt sei und daß der Plan - beftcheF dttrch Hinmordüsig aller Christen die Missionärs. M'FküWiz« MrngM'ftZÄ Aktschluß an diesö BMheiltttrg läßt' es sekbstverftäsidlich däs Organ-EhM-BepgäniS sM ^teilsMungSn 'kiefsterj sittlicher Empörung über das fstdveMfte 'ÄeM» - r>M': chinesischen Hetzer mchtß fühlen uM eS tmst Älle suröpNsWt RegierttnM Mr Abstellung "dieser' GruM ünft ' :? - '!v:; - ' 7 >•' Das arische LesepUdlikum * dS „DeMchen BölksblattH"' MÄ'ßch^M^ dieser-?menscherift-eündRchesi'Gesinnung bÄß er- Moderen!-' Se- WnKlch fett' Mer-'rgU^ - «{not neuen Tnümph; der! SchkaMüs/gHe^ dre HHopWn MkndMnen MW m dex ge* | sam'mtsn ärischett-WÄt "wiüstr-M) fts ist -eine^außerordentlich;w"lWnMölle ^^/-avkL UHerr ÄergMi' M derSpitze der'! eüröpNWll^EiviMion/' Me' chinesische -Möller em»whmW irim'f :r * ■ 7 - 7 8'-- Mär schM,'daßnicht " JeSerittanN ein- |o 'kmzS'M-' , däch^Whatj. wie der deutstWötnisch-itallentsihe gctämpftF! des echtestes^gerMmschell^Ghristenthtnns'k Es gM LüttesÄeWiisichi wcheflchch^deß ^sMereffers;^ dein das -,)Mutsche'B-lkMÄt^^