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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-01-15 · 3 (15.1.1892) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
3 (15.1.1892)
Date
1892-01-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Svk 42 Orftrrrrichi^chr Wochenschrift. Nr. 3 heit der große Bort'eil, sofort statistisch Nachweisen zu können, ob ein Affociationsunternehmen lebensfähig ist oder nicht. Der Einzelne, der die größte Freiheit hat, sich an welchem Unternchmen immer zu betheiligen, wird dadurch vor großen Krisen bester bewahrt, als bei einem Unternehmen auf eigene Gefahr. Freilich wird auf der anderen Seite für den Einzelnen auch jü>e Mögüchkeit fern gehalten, sich durch Betrug oder Schwindeleien einen Vortheil zum Schaden der Anderen zuzuwenden. Selbst das Patent auf irgend eine neue Erfindung und Enüreckung und das damit verbunden.' Geheim aß verliert jeden Werch in Frriland. Denn will man Theilnahme für dm neuen Arbeitszweig gewinnen, so wird man es einzig und alkin durch die Darlegung der Nützlichkeit seiner neuen Idee. Iemchr sie dem andren einleuchtet und je mehreren sie einleuchtet, desto schneller wird sie ins Leben treten und Erfolg hocken. Und an diesem Erfolge wird der Ersinder ebenso reichen Ancheil habm als diejenigen, die bei der Ausführung helfen. Brütet sich die Erfindung weiter aus, so wird auch der Antheil des EHrckers durch süne Theilnahme an der neuen Astociation oder durch Tantiemen erhöht. Scheitert sein Plan, so trügt die Astociation den Verlust mit und verhindert am sichersten dm Ruin des Einzelnen. — Auf dem Gebiete der Industrie, wie auf allm ander« Gebieten, empfiehlt sich deshalb die grvßmöglichste Oeffentlichkeit. Da die Interessen gemeinsame sind, so ist es gut, alle derüber aufzuklären, und Jedem ist es vorthellhast, sich darüber aufklären zu lasten. Durch diesen regen Ancheil am öffentlichen Leben entwickelt sich natürlich ein lebhaftes .polnisches Leben. Freiland hat ein Parlament, das durch Wahl zusammentntt. Da dieses Parlament nicht nur die auswärtigen Angüegenheiten Freilands beräth, sondern wie jedes Andere, über die Verwmdung der Steuern, die nebenbei bemerkt stets von der Bank so echoben werden, daß sie von dem Vermögen eines Jeden stillschweigend abgezogen werden, berachen muß, so ist Es nöchig, sachverständige Männer ins Parlament zu schicken. Darum werden die Wahlen in Freiland für Ackerbau, Handel, Gewerbe u. s. w. nach Berufen, die Wahlen für Vertreter der Künste und Wistenschaften nach Districten vorgenommen. Dadurch ergibt sich in der That eine Versammlung von Männern, die in den einzelnen Bemfen Fachmänner sind und die in diesem Fache das Vertrauen chrer Nation besitzen. Ein Herandrängm an Stellungen, die in der alten Gesellschaft für chrenhast gellen, gibt es in der neuen Gesellschaft aus verschieden« Gründen nicht. Alle betrachten sich als Arbeiter auf vmschiederren Gebieten, Keiner fühlt sich als Knecht. Knechte sind nur die Maschinm. Thatsache aber ist, daß man auch bisher im Grunde nicht wirklich die Menschen nm ihre Stellung, sondern um ihr Einkommm beneidet. Besonders wenn alle Einrichtungen so getroffen sind, daß nirgends ein Unterschied zwischen vornehm und gering sich fühlbar macht. Es gibt keine verschiedenen Elasten in Freiland wü>er auf der Eisenbahn, dem Dampfschiff noch im persönlich« Verkehre. Jede Stellung steht Jü>em frei, ist Jedem erreichbar. Nur verursacht der Andrang zu einer nach unserer Meinung hohen Stellung rin Zurückgehen ihres Einkonrmens und ein Fernbleiben von schwerer Arbeit, eine bedeutende Erhöhung der Gehälter Derjenigen, die sich ihr unterziehen. Die vorher erwähnte Gleichstellung der Menschen im Allgemeinen, erleichtert dunhaus nicht, wie es auf den ersten Blick erscheint, denr Müßigen oder Unbegabten den Lebensweg. Es ist wahr, Freiland bietet Allen alle Arten der Bildungsanstalten, Schulen, Gymnasien, Universitäten, Akademien. Aber, wenn die Gefahr nahe liegt, daß sich alle Welt zum Studium drängen wird, weil es eben nichts kostet, so wird doch die Gesellschaft nur um so wählerischer sein können, bei der Wahl von Lehrern, Prozessoren, Aerzten, Künstlern u. s. w. Die alle Gesellschaft verzeichnet in Folge dieser Mißstände ein bedauerliches Proletariat der gebildeteil Stände. Ein falsches Ehrgeftrhl hindert die jungen Leute bei uns — selbst wenn sie üngesehen haben, daß sie ihren Beruf verfehlten — sich einem anderen zuzuwenden. Sie mögen nicht heruntersteigen. In Freiland, bei der Gleichwerthigkeit Mer, vergibt sich der junge Gehri'h'i, v-;r »Irrkr wird; urd Diritn vollzieht sich dieser Uebergang leicht und glücklich. Ja es kann passiren, und wäre für die Gesundheitspflege vielleicht recht zu empfehlen, daß man mit seinen Berufsgeschaften abwehselt, ein gelehrtes Studium durch mechanische Arbeitest, ermüdenden, zu langem Sitzen zwingenden Poftdienst durch Gärtnerei ablößt. Es ist natürlich, daß in Freiland bei der Einrichtung der Häuser und Fabriken und aller sonstigen Insti ut'onen, bei der Erziehung der Kinder immer in erster Reihe auf die Gesundheitspflege der Menschen geachtet, wird. Die großartigen Mittel, die dem Staate für alle praktischen idealen Zwecke zu Gebote stehen, zersplittem sich in der alten Gesellschaft zu sehr durch die Pflichten für das Militärwesen. Der Verfasser will Nachweisen, daß tüchtige, körperliche Uebung von Jugend auf, ganz besonders die außerordentliche Schärfung des Auges, richtige Disciplin, vernünftige Lebensauffassung, gute Kenntmffe, auch dann einen tüchtigen Soldaten machen, wenn er keine Paraden und Manöver, sondern nur richtige Handhabung der Waffen gelernt hat. Und nicht nur die Handhabung, sondern die Vervollkommnung der Waffen, soviel sie nur möglich und erreichbar ist, gibt das Uebergewicht im Kriege. Das ist ein Gebiet, wohin wir ihm nicht folgen können. Dafür lieber auf ein anderes, das ebenfalls zur brennendenden Frage in der alten Welt geworden ist — nämlich der Frauenerziehung. Es ist natürlich, daß die Stellung der Frauen in Frei' land auch jener Idee der Freiheit und Gerechtigkeit entspricht, die sich in allen Institutionen kundzibt. Die Frau ist frei; denn kein harter Zwang treibt sie zu einer Arbeit oder zu einem Bemfe, der ihre Kräfte übersteigt oder sie entwürdigt. In Freiland ist von Frauen- und Kinderarbeiten überhaupt nicht die Rede. Als Norm für den Frauenberuf wird Hausfrauen- und Mutterpflicht angesehen. Dafür wird auch das höchste Maß der Forderung gestellt. Die Frau steht dem Manne an Bildung gleich; sie theilt seine Interessen, nichweil sie seine Mitarbeiterin ist und weil die Noth sie zwingt, sondern weil ihr Gesichtskreis ebensoweit wie der seinige ist. Denn ihre Schulbildung unterscheidet sich in nichts von der ihres Mannes. Jede Art der Schule steht beiden Geschtechtem zu gemeinsamen Gebrauche offen; auch die höheren Lehranstalten sind Frauen zugängig und jedes Recht, das nicht durch Körperstärke, sondern durch Bildung erworben wird, darf von der Frau ebensogut geübt werden, wie vom Manne. Aber da sie die volle Frecheit habm, so beschränken sich die Frauen gern auf diejenigen Tätigkeiten, in denen sie Meister sind. - Sie suchen ihren Stolz darin, dem Gatten das Haus durch ihre Reize und ihre Anmuth zu schmücken. Sie unterziehen sich der Erziehung der Kinder und haben sie nicht Eigene zu erziehen, so unterweisen sie fremde. Daher wählen die Frauen hauptsächlich, wenn sie nicht in die Ehe tretm, oder wenn die Besorgung ihres Hausstandes ihnen noch zu einem Berufe Zeit läßt, denjenigen der Lehrerin. In Kindergärten, die allerdings auch anders organisirt sind, wie in der alten Gesellschaft, in den Volksschulen, besonders in den unteren Claffen, findet die Frau ihren Platz. Und selbst in ihrem eigenen Hause übernimmt sie die Leitung und Erziehung von einigen jungen Mädchen, die, aus geringem Stande, d. h. von weniger gebildeten Eltern, im Umgänge mit der feingebildeten Frau ein höheres Niveau ihres geringeren Standes erstreben sollen. Diese Ziehtöchter, wie sie der Verfasser nennt, werden natürlich nicht als Untergeordnete behandelt, obwohl sie der Hausfrau in allen kleinen Diensten zur Hand gehen. Denn fteilich von grober Arbeit kann in Freiland nicht die Rede sein. Wieder sind es die Maschinen, die selbe vernchten, und die Associationen geben die menschlichen Kräfte her, die Maschinen zu handhaben. So bleibt den Frauen Zeit, sich alle Künste, die dem Leben höherm Reiz gewähren, anzueignen. Musik und Gesang wird geübt und keineswegs der äußere Mensch vernachläßigt. Nur gibt es auch hier keinen Zwang; nicht die Mode herrscht, sondern der Geschmack, nicht der Schneider bestimmt Schnitt und Farbe, sondern der Künstler in vollster Uebe.Einstimmung mit der Individualität. Auch die Art des .Schmackes hängt nur vom GesHmack urd nicht mehr von Rang und Reichthum ab. Die Frau wird niemals made, Sorgfalt

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