Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 2 (8.1.1892)
- Date
- 1892-01-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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LrSerrrichtschr W»ch«lschM. «dte M ' Ar. i orte des Verblichenen) 10.000 fl., den Armen der Stadt Wien 1000 fl., an verschämte Hausarme in Wien 1000 fl., der Wiener freiwilligen Rettungsgesellschaft 500 fl., dem Wiener Jsraelitmspital 500 fl. und 70 verschiedenen Wiener Wohlthätigkeitsvereinen und Instituten je 100 fl. Wien. (Antisemitischer Neujahrsgruß.) Die Antisemiten Währings können es dem Bezirksvorsteher-Stellvertreter Johann Kahlig nicht verzechen, daß er bei der Vorsteherwahl seine Stimme für den Vorsteher Jacob Ger lach abgegeben und dadurch beigetragen hat, daß derselbe zum Vorsteher uvd er selbst deshalb zum Vorsteher-Stellvertreter gewählt wurde. Fortwährend wird Herr Kahlig mit Schmähungen und Drohungen in Wort und Schrift überhäuft. Zum neuen Jahre jedoch gingen die antisemitischen Helden sogar zu Thätlichkeiten über und bombardirten in der Nacht das Haus Kahlig's mit mehr als faustgroßen Schottersteinen derart, daß die Mauer des Hauses große Löcher erhielt, ein Fensterrahmen zertrümmert und die Fensterscheiben zerbrochen wurden. Eine 83jährige Frau, die Mutter der Frau Kahlig, kann von Glück erzählen, daß sie heil davonkam, da ihr Bett neben dem zertrümmerten Fenster steht. Die Steine — ein ganzes Tuch voll — hat Herr Kahlig gesammelt und aufbewahrt zum Andenken an diese Neujahrsgratulation. Wie». Banquiers O. Chajes, Börsen-, Handelskammer- und Gemeinderath zu Odessa (Schwiegervater des Kammerrathes Ernst Ritter von Bo sch an) ist als Ritter des Kaiserlich Russischen Stanislaus-Ordens irr den erblichen Ehrenbürgerstand. erhoben worden. E.B. Wien. (Hochzeitsfe st). Der in weitesten Kreisen renommirte großindustrielle Herr Heinrich Kling er, kaiserlicher Rath, Handelskammerrath und Cultus-Vorstand hier, feierte am 10. December die Vermählung seiner Tochter Marie mit Herm Moritz Engel äs Janosi. Die Trauung fand im Tempel der Seitenstettengasse um 5 Uhr Abends statt. Herrn Klinger, welcher sich in allen Bevölkerungsschichten der Residenz, insbesondere aber in industriellen Kreisen der lebhaftesten Sympathien erfreut, sind schon vor der Familienfeier zahreiche Gratulationen zugekommen. Wien. Dr. Lueger hat unlängst wieder bei dm Tramway-Bediensteterr sein Licht leuchten lassen. Er hat dm Leuten gesagt, was er in ihrem Interesse alles nicht erreicht hat. Der schöne Bericht enthätt die bekannte Phrase,' daß die Bediensteten wenn er — der Lueger — nichts durchsetze, selbst werden handeln müssen. Und die „Stufen des Thrones", Herr Doktor? Was ist's mit den „Stufm des Thrones", von denen Sie beim Elterlein so schön gesprochen und sich bis zur Denunziaüon eines socialdemokrattschen Redners ereifert haben? Sie haben damals wie bis heute leeres Sttoh gedroschm, ein Geschäft, welches einige Zeit lang gut geht, bei dem man aber früher oder später „umwirft". Wer weiß, wie bald! —o. Wien. (Habet Acht.) Wie bekannt, veröffentlichte die Mifsionsgesellschaft in England auch eine hebräische Bibel, welche von dem bekannten Hebraisten M. Lettens corrigitt wurde, wie dies auf dem TiteMatte zu. lesm ist. Thatsächlich entspricht diese-Ausgabe auch allen berechtigten Anforderungen. So weit wäre die Sache in Ordnung. Diese Bibel ist aber auch mit deutscher Uebersetzung zu haben, in der liegt die Täuschung. Die meisten Käufer, die nur oberflächlich das Buch ansehen, nieinen, die Uebersetzung sei von Lettens. Dieselbe ist jedoch von Luther. Abgesehen nun davon, daß die Uebersetzung Luthers nicht im Sinne und Geiste des Judenthums ist, kommen Ausdrücke vor, die heute in anständiger Gesellschaft nicht gebraucht werden können und noch weniger kann man sie Kindem in die Hand geben. Jüngst sah ich eine drastische Uebersetzung mit hebräischen Lettern. Man scheint also darauf zu speculiren, diese Bibel auch den Juden in Galizien, in Rußland rc. in die Hand spielm zu wollm. Ich glaube daher auf diese Irreleitung aufmerksam machen zu sollen. G. W. Wie». Die „U. D. W." melden: Herr Fried, v. Scheib, der die Börsenberichte des „Deutschen Volksblattes" schreibt, ist auch Mitarbeiter der von dem Judm B. Spitzer verlegten Wiener Zeitschrift „Reue Fliegende". Bettachtm Sie Nr. 7 dieses jüdischen Witzblattes. Wie». In der Notiz „Adelsjubiläum" in Nr. 1 -«.'„Oester. Wochenschrift" bitte ich zwei Druckfehler gefälligst zu berichtigen. Statt Großneffe des Israel von Königsberg muß es heißen Hönigsberg und statt Friedrich von Wettheimstein Heinrich. Der Sohn des Adolf von Wertheimstein, Wilhelm, wurde rat Jahre 1845 in Wien geboren und ist die rituelle Eircumcision _ von dem bekannten Dr. Ignaz Lemberger vollzogen worden. Erst als er sich taufen ließ, nahm er statt des Prädicates von Wertheimstein das von Wartenegg an. W . . . Wie«. (Berichtigung.) In unserem Berichte vom 38. Dezember 1891, betreffend die Einweihung des Waisenhauses, wurde der Styl des neu erbauten Gebäudes als maurisch bezeichnet. Das beruht auf einem Jrrthum. Das Gebäude ist ein Ziegelrohbau im g o t h i s ch e n Style. Wie». Herr- Adolf R e i ch l, Chef der Geschäftsbücherfabrik Laub «L Reicht, hat sich mit Frl. Frida Strauß einer Tochter des Großindustriellen I. Strauß in Fürth in Bayern verlobt. U» g.-Brod. Auf Einladung des Obmannes Herrn Dr M. Jung, hielt im Vereine „Chorebh" Herr Dr. M. G r ü n w r I b aus Jungbunzlau einen mit großem Beifaüe aufgenommenen Vortrag über die Ethik des Talmud. ' Der Verein zahlt bereits 108 Mitglieder. Weitere Vorträce find in Aussicht gestellt von Herrn Dr. Groß in Lundenburg und Herrn Dr. Taglicht in Ung.-Ostra. Hmnpoleh, dm 30 December (C h a n u k a fe k e r.) Ueber Anregung eines Dammcomitss fand am 37. d. M. im festlich geschmückten Schulzimmer der israel. Schule eine Chanukafeier statt, welche die religiösm Gesinnungen und Gefühle einerseits, anderseits aber dm Wohlthätigkeitsfinn der hiesigen Gemeinde bethätigte. Nach dem weihevollen Eingamschorale, erüffnete der Schulleiter Herr Jedlinsky die Feier mit einer schwungvollen patriottschen Rede. Erhebmd waren die Schlußwotte, mit welchen der Herr Schulleiter dem Dammcomit« und dm Gemeindemitgliedem im Namen der armen Schulkinder, die mit. completer Winterkleidung, Beschuhuug und Wäsche betheilt wurden, dm innigstm Dank aussprach. Das Damencomits bestand aus dm Damm Frau Dr. Frank, Frau Elise Schneider, Sophie Mandler, Jeanette" Bondy, Malvine Steiner, Therese Stettel, Machilde Spitzer, Kamilla Reich, Sophie Klein und Frau I. Süasny. Bise»z (Mähren). Die Chewra Kadischäh feierte am 37 December v. I. ihr 35jähriges Jubiläum. Der Gründer dieses Vereines war der verewigte Bisenzer Rabbiner Tofi, dessen Nachfolger. der unvergeßliche Rabbiner Dr. Nehemias Brüll war. Auch der Jungbunzlauer Rabbiner, Herr Dr. M. Grünwald, wurde vom Chewra - Kadischah - Vorstände in Bisenz zur Festesfeier geladen und hieü bei dem Mahle eine Ansprache über die unvergleichliche Institution der Chewra-Kadischah, die nicht nur für die Sterbenden, sondern auch für die Lebenden Sorge ttägt, damit deren Leben ein lebmswetthes sei. Kirntzolung. Bei der Wahl in dm israelitischen Crchtusvorstand wurde Herr David G ot tesmann, ein geachteter Bürger unserer Stadt, e i n st i m m i g zum Präsidenten gewählt Znaim. Bei der am 3. Jännerd. I. abgehaltenen Generalversammlung wurden in den Vorstand gewählt die Herren: Hermann Steiner, Cultusvorsteher. JUDr. Ludwig Hupka, 1. Beirach. Johann Much, 3. Beirath. Bart S. I., Ko h » Leo, Löwi Leopold, S chidlof Jäkob, MUDr. U l l m a n n Eman., W o t z i l k a Rud. in dm Ausschuß Die Generalversammlung vom 37. Dezember 1891 hat die Herren: Cultusvorsteher Hermann Steiner, L Beirach Dr. Ludwig Hupka und Ausschußmitglied MNDr.Em.Ullm a n n in würdiger Anerkennung ihrer Verdimste um daS Blühen,und Bedeihen der Culttrsgemeinde, einstimmig zu Ehrenmitgliedern derselbm ernannt.;