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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-01-08 · 2 (8.1.1892) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
2 (8.1.1892)
Date
1892-01-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Gc&3* OrstrLvelchCche MochrüfchrM. Nr 2 «tbiud ihn ein in daS sogenannte „Retzer Löchl" eine Abtheilung de8 zumeist von jüdischen Gästen besuchten Etablissement zu kommen. Schneider entsprach sofort dieser Einladung und äußerte sich gleichzeitig „hoffentlich ist's dort judenrein". Schon beim Eintritt in das Retzer-Löchl wurde er von den anwesenden Gefinnungsgenossen welche sich sonst als „Liberal" bezeichnen mit lauten Rufen „Hoch Schneider" begrüßt, diese Ovationen erreichten ihren Höhepunkt als der Restaurateur Hauswirch, sckbst, der wiederholt seinen jüdischen Gasten erftärte nie „antisemitische Alliirte" zu haben sein Glas ergriff und mit Schneider demonstrativ anstieß und dann das Glas Wein bis auf die Neige leerte. Ob Hauswirt) auch Schneider den üblichen Bruderkuß gab, berichtete unser verläßlicher Gewährsmann nicht. Preßburg. Ueber die Kleidervertheilung an arine Schulkinder in den Localitäten des kaufmännischen Clubs entnehmen wir einem Berichte der ,/streßburger Ztg.", daß dieser Feier außer einem zahlreichen dinstinguirten Publimm und dem StadthaMman, Kutsera noch Mt. Notar Künya sowie k. Rath Dchulinspector Josef v. Rbth anwohnten. Gleich zu Beginn der Feier überreichte Herr I. Weinen, die Seele des ganzen humanitären Unternehmens, der ob seines wohlthätigen Wirkens in Preßburg schon seit Jahren stadtbekannt geworden, dem anwesenden Stadchaupttnann den Betrag von 1000 fl. in ung. Rente, und bat den Vertreter des städtischen Magistrats, diese Summe, welche seine Söhne aus Anlaß seines 70. Geburtsfestes gespendet, in der Weise in Verwaltung nehmen zu wollen, daß deren Zinsen alljährlich zur Bekleidung der armen Schuljügmd verwendet werden. Nachdem Stadthauptmann Kutsera in warmen Worten für diesen neuerlichen Beweis echt humanen Wirkens seinen Dank ausgesprochen, echob sich k. Rach Schnlinspector Rüth, um als Vertreterder Regierung Herrn Weiner seinen verbindlichsten Dank für dessen segensreiches Wirken auf dem Gebiete der Förderung des Volksschulwesens, sowie seine Anerkennung für die neuerliche Stiftung auszusprechen. Narnens der Schuljugend sprach sodann der Direktor der Knabenschule, D. Hahn, worauf Frl. Ella Klein eine von der Mädchenschul-Directrice Frau A. Ehrenfeld verfaßte, gelungene Ansprache hielt, wahrend Frl. Eh. Weiß Namens der Mädchenschule im Aufträge des Direktors Ehrenfeld dem rüstigen Jubilar ein Blumenboquet über-reichte und unter den» sichtlichen Beifall aller Anwesenden deren Glückwünsche verdolmetschte. — Wir gönnen Herrn I. Weiner diese verdiente Ovation, denn sein menschenfreundliches Wirken verdient nicht nur Nachahmung, sondern auch vollste Anerkennung. Seiner rastlosen Bemühung allein ist es zu danken, wenn alljährlich 70—80 arme Schulkinder mit Winterkleidern becheilt werden, er war es, der nach rastloser Bemühung die ist. Volksküche ins Leben rief, er suchte derselben zahlreiche «btf Gönner zu erwerben, die gemeinsam mit ihm diese so segensreiche Institution zu erhalten und zu befestigen trachten; und nun setzt Herr Weiner wieder sein ganzes Können daran, um ein Bersorgungshaus, ein längst dringend gestähltes Bedürfniß erstchen zu machen. Wir wünschen, daß auch dieses edle Werk baldigst gelingen möge. Berlin, 27! Dec. Unter der Ueberschrift „Zur Ehrenrettung «ne§ Verstorbenen" veröffentlicht das Curatorium der „Zunz-Stiftung" folgende Kundgebung: Paul de Lagarde sagt in seinen „Mitcheilungen" IV (1891) 153« „Meine Frage (II 142 ff), wo rrnd wann „Dr." Zunz promovirt worden, harrt noch der Antwort. Israel würde gewiß die Facultät Md das Jahrnennen, wenn es dies vermöchte. Also —. Wäre „Dr." Zunz überhaupt jeinals und irgendwo promovirt worden, so würde ohne Frage ein Jubiläum dieser Promotion gefeiert worden sein. Dos ist nicht geschehen, so jubiläumssüchtig unsere Zeit ist. Also —. Siebenzig Jahre lang nannte sich Zunz„Doctor"ohne es zu sein. Unbehelligt." Die philosophische Facultät der Universität Halle hat Leopold Zunz am 2. Immer 1621 das Doctordiplom ertheilt wid dasselbe am 2. Jänner 1871 erneuert. Beide Urkunden «erden m unserem Zunzarchive aufbewcchrt. Ein merkwürdiges Zusammentreffen hat es gefügt, daß an demselben Tage, an welchem diese Kundgebung erschien, derjenige, gegen den sie gerichtet wurde, Paul deLagarde, der Influenza erlegen ist. Leipzig, 25. December. Die Hetzereien des Antisemitismus sind in den Kreisen des Börsenvereins deutscher Buchhändler insofern auf entschiedenen Widerspruch gestoßen, als man sich kürzlich geweigett hat, im „Börsenblatt für den deutschem Buchhandel" eine Annonce aufzünehmen, welche die im Verlage von H. Lüstenöder in Berlin erschienene Brochüre: „Die Mischpoke im Berliner Buchhandel" zu empfehlen bestimmt war. Diese Brochüre ist ein Separatabdruck aus der von Dr. E. Bauer redigirten Zeitschrift „Das zwanzigste Jahrhundert" und ergeht sich in den beleidigendsten Ausdrücken über einige jüdische Berlagsbuchhändler. Die Ablehnung der erwähnten Annonce erfolgte mit der.Begründung, die Lectüre des Schriftchens habe ergeben, daß es recht heftige Angriffe gegen eine ganze Reihe von Börsen-Mitgliedern und zum Theil Beleidigungen enthalte, so daß die Redaction des „Börsenblatt" sich der Hineintragung einer starken anttsemitischen Richtung in das „Börsenblatt" schuldig machen würde, wenn sie die Annonce aufnähme. VmmMes. Wien.(JaauuitgmJ A m 3. Ianne r 1892 w u r d en g er r a ut - Im Tem pe l in der inneren Stadt: Herr Eduard Cohn mit Frl. Fanny Forchheimer; Herr Dr Johann Pollak mit Frl. Ernestine Bamberger; Herr Hermann Cohn mit Frl. Henriette Glanz; Herr Ignatz Eisler mit Frl. Fanny Löwy. Am 6. I an er wu rd en getraut: Im Tempel der inneren Stadt: Herr Isidor Zucker mit Frl. Gisela Frank; Herr Emil Tauber mit Frl. Marie Stern; Herr Eantor Serebrenik mit Frl. Wilhelmine Beck. Wie». (Oesterreichisch-Jsrael. Union.) Di: nächste.Vereinsoersammlung findet Samstag, den 9. Jänner d. I. im Restaurant Kh un er präcise 7 Uhr statt. Tagesordnung: 1. Mittheilungen des Vorstandes. 2. Vortrag des Herrn Magisttatsrathes Dr. Ferdinand Kro naiv e t ter: „Die Aufgabe der Demokratie in Oesterreich." 3. Anttäge und Interpellationen. Wie». Der Obercantor der isr. Cultlisgemeinde, Herr Josef Singer, feiert am 16. Jänner mit seiner Gattin Frau Ottilie Singer das Fest seiner silbernen Hochzeit; für Herrn Singer, der in allen Kreisen unserer Residenz sich einer großen Beliebthett und vieler Sympathien erfreut, werden an diesem Tage von seinen Verehrern viele Ovationen vorbereitet. Wien. Für die Familie des unglücklichen Jsak 8 u b i n g e r sind nachstehende Spenden eingegangen: Bon Salo Cohn fl. 35, Johanna H. 2, Anomyn 1, Alois Pollak 10, Herr u. Frau Mar Holzer 5, Anonym a. Nachod 10, Laura Jlostowsky a. Hrovow 2, Moritz Picker a. Barcstelep 5, I. M. a. Kemmelbach 2, Mar Ehrenpreis Krakau 2, Ledee u. Sohn Adlerkosteletz I, Wechsberg a. Friedland 1, Sammlung Josef Fuchs: Jg. Kamor 2, B. Hoffmann 1, M. H. I. zusammen 4, Anonym- 5, Hugo Reiner 1.20, M. Herzog 1, Bruckner Dberlieutenant a. Olmütz 3, Leopold Telatka a. Saaz 5, Jos. Fuchs 1, D. B. a. Teplitz I, Josef Taussig 5, A. Stern u. Sohn 5, Adolf Pächter a. Bodenbach 5. Sammlung der Kinder aus dem „Mühsameum" Graz I. F. Popper Maria Kulm 2, eine Collecte durch Jacob Schiller bei den Beamter der Firma Mr. I. Mandel 8.36, Anonym 2, Dr. Alfred Stern 5, Anonym a. Saaz 1, Klüger Wien 2. Straffer u. Jeiteles 5, Rosa u. Hoffmann 3, Anton Lili und Gerta Lieben aus. ihrer Sparkasse. 3, Hans. Alfred und Stefan Marans 3, E. P. 3, Manu Maranz 1, aus ihrer Sparkasse: Sophie Lieben 2, Salo Maranz 3, Salomon Frankel 5, Louise Bloch 2. Bon Herrn P. L. Lichtschein als Ergebniß einer Sammlung fl. 67 — Bost Herrn Riemcrmeister M. Brill als Resultat einer Sammlung fi. 8-03. Weitere Spenden werden dankend entgegengenommen bei Frau Dr. Th. Lieben, I. Seitenstettengaffe 4. Wie». (Wohlthätigkeitsacte.) Frau Dr. Antonie Passauer, Arztensgattin hier, hat aus Anlaß, des Ablebens ihres Onkels, des seligen Herrn Ignaz Leidesdorf, zur Ehre seines Andenkens dm Betrag von 50.000 fl. zu wohlthätigen Zweckm gewidmet, die wie folgt vettheilt wurde: Dem israelttischen Armenhause in Wien 30.000 fl., zur Gründung es einisraelitischm Waismhauses in Preßburg (dem^Geburts-

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