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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1892-01-08 · 2 (8.1.1892) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
9 (1892)
Issue
2 (8.1.1892)
Date
1892-01-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Nr. 2 ^*.^-** -• * *- - MMM. - M. J t^t nrifBnTiBniiHr jbqmDsrbwRwK» Eine festgefügte, zeitrichtige Folge von UebeEeferungen sibt uns so richtigen Anhalt für untrügliche Rückschau in älteste Zeiten und wir wissen mit Sicherheit, daß alle Höllenfogm im Grundkeime bis auf Weiters in Babylonien wurzeln.*) Würdig recht sich an Vortrefflichkeit diesen: Capitel üb« Josua ben Levi das über -@imon ben Lalisch an. Zur Bemerkung, daß Simon's Einfluß besonders groß in Bosra gewesen sei, macht Bacher eine Notiz, die sprachwissenschaftlich viel Anregung gibt. Bosra war der ehemalige Sitz nabatäischer Könige. S. B Lakrsch macht gelegentlich Gebrauch von seiner Kenntnis des Nabatäischen DialeW. Die Nabatüer sprechen chaspa (mit chet) wie Kaspa (mit Kaf), [b. h. Wechsel von ff und 2-s Das schien mir immer höchst interessant. Dazu ist Fotzendes zu erwähnen; Der Wechsel von p und ff ist (Bacher, S. 465) in dm Worterklarungm jaib-jeebslb! von 2 und p in (Bacher S. 508) den Worten eba-keba; von |C und ff in amnah-heman (S. 517) von |C und ff in Ilfo-Chilfa. Daraus ergibt sich ein gegenseitiger Austausch von |C, H, V, 2, Hj bas ist eine, aus agadischen Ueberliefeningen nachgewiesene philologische Thatsache, aus der die Sprachwissenschaft Resultate zieht. Wir haben es hier mit dialectischm Unterschieden zu chun. (Bacher weist richtig auf das Samantanische hin.) Diese Unterschiede geltm für, in Palästina gesprochene, MuÄartm des Hebräisch-Aramäischen. — Ich darf ein hochintereffantes Zusammentreffen nicht unterdrückm Zn, erst seit wmtzen Monaten bekanntm „Keilschriftbriefm auS Jemsalem" welche allerdings aus dem vierzehnten Jechchmrdack v. d. gew. Zeitrechnung stammen, findet sich auffälltzer Weise für Lanaav: Lwaebi: für tsara: t«areba: für eprfi (efer): chaprn, für Jwri! chabrai.**) Es ist keine Frage, daß in diesen aus Nord- und Südpalästina rührenden Briefen derselbe dialectische Wechsel, wie oben vorliegt. Die welthistorisch bedeutsamen Thatsachen, die sich aus diesen geradezu wunderbarm Urkunden ergeben, hoffe ich ein andermal beleuchten zu können. Doch kehren wir zu Bachers Buch, das uns so reichliche« Stoff zu Erörterungen gab, zumck. Um einen Begriff von der systematischen Anordnung des Werkes zu geben, will ich aus dem Capitel über S i m o n b e n Lakisch die Titel der Abschnitte aufführm. 1. Sentenzen und Sprüche. Auch hier herrscht wieder eine wohldmchdachte Stoffordnung, ückem die gedanklich zusammengehörigen Sentenzen auch wirklich aneinwckergerecht sind. 3. Das Studium der Lehre. Gebet. Gebote. 3. Israel. 4. Exegetisches. Diese Abschnitte, welchen ich besondere Gründlichkeit gewidmet habe, find von Bacher mit größter Sorgfalt und Akribie ausgearbeitet. Bei der Anordnung ist die conventionelle Folge der Bkbeltheile eingehalten. Die Quellenangaben sind präcis und genau. 5. Zu den biblischen Personen und Erzählungen. 6. Homiletisches. Schon beim Studium der „Agada der Tannaiten" kam ich' zu der Ueberzeugung, daß diese Abschnitte dem Specialhomiletiker unschätzbare Dienste lMm, indem ein ganzer Speicher derHomilieu hier zusammengetragen sich vorfindet. 7. Gruppen sä tze, Gleichnisse, Agadische Kühnheiten. (Hier hätte ich lieber ein minderauffalligcs Wort, etwa: Licmzm, gefehm). 8. Gott und die Welt, Eschatologis ch^ s. Mancher schwierige, agadische Ausspruch wird in diesen CopUeln erklär und erhält Form und Inhalt, ohne daß ihm Zwang angethan wud. Es ist hier nicht die Stelle, viele Einzelheiten zu besprechen und es ist fast selbstverständlich, daß ich *) Bergt, meine eingehende Abhandlung „Die Hölleu-Vorstelluugen 1>« den Hebräern* in Zeitschr. f. Afsyriol, 1888. S. 41 ff. **) Vgl. Zimmern: Zeitsch. d. Deutsch. Paläst. Ber., XDI , 3 S. *44 ff. gayee Proeeed. of the Soc. of. BibL Arch. 1889. S. L47 nicht mit allen Auffassungen Bachers*) übereinstimme; es hieße aber kleinlich sein, bei einein so groß angelegten Werke Detailkritik in einer populär-wissenschaftlichen Anzeige zu üben. Nicht verschwiegen darf werden, daß Bacher in der „Geschichte der Traditionen" von I. H. Weiß, die ja weltbekannt ist, eine massive, tiefgründende Basis hatte; mit seinen Polemiken gegen Weiß, den Altmeister der Traditionsgeschichte bin ich nicht immer einverstanden. Mer auch darauf kann hier nicht eingegangm werden. Die Aufmerksamkeit der hoffentlich zahlreichen Leser sei noch gerichtet aus die Anmerkungen: S. 159, Anmerkung 3 (wo ich nicht znstimmen kann, da pTDDK gut syrisch ist); S. 338, Anm. 6; S. 287, Anm.' 1; S. 396, Anm. 3; S. 400, Anm. 6; S. 434, Anm. 3; S. 498, Anm. 3; S. 546, Anm. 3; u. v. a. m. Fassen wir nun ein Gesammturtheil zusammen: Bachers Buch über die Agada der PalästinaensischenAmoräer bildet im Verein mit der „Agad. d. bab. Amor, und der Agada der Tannaiten eine umfassende Encylopädie der Ag ad a, wie sie besser schwerlich geschrieben werden kann. Durch das dichte Gestrüppe der Ueberlieferungen bahnte Bacher mit dem sichtenden Verstände des Gelehrten und dein geschmackvollen Sinne des Literaten einen bequemen Weg, zn dessen Seiten der kritische Apparat liegt zur Einsicht des wissenschaftlich geschulten Lesers; der möge den minder bequemen selbstthätiger Kritik wählen und noch daliegendes Gerölle wegräumen; das ist nicht schwer, nachdem ein so besonnener Pfadfinder das Hauptstück der Arbeit mit Erfolg geleistet hat. Jeder aber, der an dem einzig in der Weltliteratur dastehenden Schatz der Agada einiges Interesse findet, wird fürder Agada nicht mehr betreiben können, ohne Bachers Buch zur Hand zu nehmen. Und dafür empfange der Autor den Dank aller Fachgenossen. (HorreMnÄmren. Wien. Der durchlauchtige Antisemitenchef und Sieger von Hernals, Fürst Liech tenst e in, hielt vor Kurzem in einer Versammlung von Christlich-Socialen eine Rede, in der er außer der Encyklika des Papstes über die sociale Frage auch über die alten Römer sprach, vielleicht um zuzeigen, daß er seine Jahre in Kalksburg nicht umsonst verbracht hat. Ihn muß besonders der Unterschied zwischen Arnr und Reich im alten Römerreiche intcressirt haben und das Kapitel ist ja auch so interessant, daß wir es gerne nachdrrlcken. Derfürstliche Politiksportmann sagte n. A.: „-Es war eine vollständige Plutokratie aus dein rein kapitalistischen römischen Rechte entstanden, wie jene, die vor unseren Augen heute sich ailsbildet, auf Grund desselben rezipirten Rechtes. Eine Kluft hatte sich aufgethan zwischen Armen und Reichen, so groß iiitb unüberbrückbar, daß dagegen die alten Unterschiede von Sklaven und Freien gering erschienen, die noch fortbestanden. Die Besitzenden, ob sie nun der unterste» Oräs xosssssorum oder dem höheren Range der Cariati, der Stadtverordneten und Steuereinnehmer, oder der höchsten Klaffe der Latisimdienbesitzer, der Olarissimi, angehören, bilden den „ehrlich" genannten Theil des Volkes, sie heißen osficiell llonostiorss. Die besitzlosen Freien unterscheiden sich nur nominell von den Sklaven und freigelaffenen Halbsklaven: ob sie nun den Handwerksgenossenschaften der Städte als OollsFiati angehören oder als Colonen, als Pächter, das Land bebauen; sobald sie nicht 60 Aurei, etwa 400 fl. Vermögen eigen, heißen sie offiell bumiliorea, niedrige Leute. So unwiderstehlich ist aber der plutokratische Zug des römischen Heidenthums, daß die Ungleichheit des Vermögens sehr bald auch Ungleichheit der rechtlichen Stellung hervorbringt. *) Nicht übereinstiminen kann ich mit Bach erS UebersetzunS (S. 120): „Ein Weisenjüngec, der nicht Beleidigungen rächt und nach - trägt wie Noch« sch (König der Aminoniter), ist kein rechter Weisenjünger". Nachasch heißt m. E. auch hier „Schlange". Bacher wurde offenbar durch die von ihm citirte Jomastelle verleitet; man siehe aber Sabbat 63a, übrigens ist auch die Jomastelle anders aufznfassen. Ich möchte auch auf die Erll. dieses Satz.-S in „T-Mchub. mnfcab IN.;n Jor. Deich. Capitel CXLIQ, aufmerksam mache t.

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