Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1 (1.1.1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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■ymnaeg^mm.* i r ,! 1 il; i: Sette 14 WLfiLVVttßtzHpWK VVWeNPyVtsL. Nr. 1 frier statt, bei welcher ein ebenso zahlreiches als distinguirtkS Publikum erschienen war. Unter den Anwesenden bemerkten wir! den Vorstand mit seiner Präsidentin Frau Baronin Todesco, Frau Bawnin Sommaruga, Sectio nsch'f Rit. v. Gniewosz, Bwrach Stiaßny, Rit. v. Bauer u. A., welche mit lebhaftem Interesse den Borträgen und Gesängen der zahlreichen Kinderschar — es waren über 200 Kinder erschienen — folgten. Das schöne Fest schloß mit einem gemeinsamen Mittagsmahle der Klanen, worauf diese mit Kleidern, Schuhen und Spielzeug reich beschenkt wurden. D«n gleichzeitig zur Ausgabe gelangten 48. Jahresberichte der Kinderbewahranstalt entnehmen wir, daß sich dieselbe einer regen Frequenz zu erfreuen hat, indem die Zahl der Kinder seKst in den Wintermonaten 180 beträgt und im Sommer 200 übersteig. Die Anzahl der die Mittagskost in Anspruch nchmenden Kinder beträgt im Durchschnitte 120. Der Umstand, daß Ende Mai die Anzahl der aufgenommenen Kinder 328 betrug, machte es nochwendig, die weitere Aufnahme für die Sommermonate zu sistieren. Die santtären Verhältnisse der Anstalt, die unter der Coittrole des Med. Dr. Ludwig Winternitz stehen, waren trotz der starker! Frequenz äußerst günstige Die matenellen Bedürfnisse der Anstalt haben infolge der von Jahr zu Jahr steigenden Frequenz eine naturgemäße Vermchrung erfahren, der gegenüber die Abnahme in der Zahl der beitragenden Mitglieder mit Bedauem constatirt werden muß. Wie fett mehreren Jahren wurde auch Heuer die Anstalt vorn Gemeinderathe der Stadt Wien und von der ersten österreichischen Sparcassa subventtonirt und außer einigm Legaten auch mit einem Antheile aus dem Reinerträgniffe des Jndustriellenballes bedacht. Ueber die mtt der Kinderbewahranstalt verbundenen und mit dem Oeffentlichkeitsrechte versehenen ersten Privatbildungsanstalt für Kindergärtnerinnen erstattet der Director der vereinigten Anstatten, Herr Albert S. Fischer, gleichzeitig den 23. Bericht, aus dem hervor geht, daß im Schuljahre 1890—91 der Biü>ungscurs von 23 Candidatinnen, darunter 6 Katholikinnen, besucht wurde, und daß am 8. nnd 9. Juli 1891 unter dem Vorsitze des k. k. Landesschulinspectors Josef Hülsenbeck die Schlußprüfungen ftattfanden, bei welchen 21 Candidatinen für befühlt erklärt, 2 über die Ferien reprobirt wurden. Das Schuljahr 1691—92 wurde mit 34 Schülerinnen, darunter 13 Katholikinnen, eröffnet, und es ist hervorzuheben, daß, wie seit vielen Jahren, auch Heuer Schützlinge von Klöstern den Bildungscurs besuchen, indem von drei Klöstern 7 Mädchen demselben zugewiesen wurden. Wie». (Chanukafest in der Talmud-Thora- Schule.) Die Chanukafeier in der hiesigen Talmud-Thora- Schule ist für dm Schulmann immer ein Ereigniß, weil man in dieser Anstalt sicht was Ernst und guter Wille zu leisten vermag. Die Talmud-Dhora-Schule in unserer Gemeinde ist ein Unckum, weil hier der hebräische Unterricht wirklich gepflegt wird; die Leistungen der Schule sind geradezu überraschend; die klemm Jungen sind mit der hebräischen Sprache so vertraut, daß dem Kenner das Herz im Leibe lacht. Sowohl hebräisch wie deutsche Gedichte wurden mit einer Reinhett, Geläufigkeit und mit einem Berständniß vorgetragen, die zu bewundern sind. Auch der gesangliche Theil, das Moos Zur in hebräischer, die VoWhymne in deutscher Sprache wurdm musikalisch so richtig und gut executirt, daß die Art des Vortrages allgenteuuS Erstaunen erregte. Wir sind dieser Sangesweise nachgegongm und dahin informirt wordm, daß die eigentlichen Gesangslchrer dieser Schule unsere Cantoren sind, die ihre Gesangseleven aus der Talmud Thora-Schule nehmen, weil sie sonstwo keine Knaben sindm die geläufig und richttg hebräisch Kfm iVnnen. Director Löw hielt eine entsprechende Ansprache. Wir bemerkten viele Schüler die neu bekleidet und sehr hübsche neue Hüte hatten, Freude leuchtete aus dm Gesichtern der Klemm, es war Sonntag 37. d. M. ein wahrer Festtag für sie. Ehret die Gemeinde, in welcher eine solche Schule gedeiht. Wie». (Chanukafeier im isr. Blinden-Jnsti tut.) Sonntag, den 37. Dezember 1891 feierten die Zöglinge des isr. Blinden-Jnstitutes das Chanukafest, aus welchem Anlässe sich zahlreiche Gäste in der Anstalt einfanden. Das Curatorium war vertreten durch die Damen: Frau Amalie Benedict, Frau Cäcllie I. Adler und die Herren: Gemeinderach und Viee-Präsident der Cultusgemeinde Gustav S l m o n und Cultus-Vorsteher Dr. Adolf Stein. Außerdem bemerkten wir unter den Anwesenden: Die Herren Cultusvorsteher Dr. Grünfeld, Reichsraths-Abgeordneten Dr. Bloch, Director A. S. Fischer, Qbercantor Singer, Compositeur Kafka und Frau Hermine von Mauthner. Nachdem im Betsaale der Anstalt die Weihlichter unter Segenssprüchen von einem blinden Knaben angezündet waren, begaben sich die Zöglinge in den Festsaal, wo sie unter Leitung des Herrn Obercantors Singer ein Lied vortmgen, worauf der Leiter der Anstalt, Herr Director Heller, in einer Rede die Bedeutung des Chanukafestes in einem Blindeninstitute erörterte und sich hierauf, an das Publicum wendend, demselben ans Herz legte, an den Bestrebungen der Anstalt dadurch mitzuwirken, daß es den blinden Handwerkern nicht durch Verabreichung eines Almosens, sondern durch den Ankauf seiner Arbeitsproducte den Kampf ums Dasein erleichtere. Der Vicepräses der isr. Cultusgemeinde Herr Gemeinderach Gustav Simon dankte in herzlichen Worten für seine der Humanität geleisteten Dienste dem Herrn Director Heller und zeichnete seine Leistungen auf dem Gebiete des Blindenunterrichtes. Hernach erhielten die Zöglinge ihre Geschenke, welche das Angesicht der lichtberauhten Kinder mit Heller Freude verklärten. Nach einer reichlichen Jause, welche die Kinder im Speisesaa! einnahmen, führten sie ein Concert auf, womit die Feier schloß. Wien. Samstag, den 19. d. M. bekleidete der humanitäre Geselligkettsverein „Rudolfsbund" 50 arme Kinder ohne Unterschied der Confession mit vollständigen Wintergarderoben. Der Obmann, Herr Josef Pollak hielt an den zahlreich versammelten Anwesenden eine warme Ansprache, welche mit stürmischem Beifalle ausgenommen wurde. Zum Schluß fand ein äußerst aminirtes Tanzkränzchen statt, welches in sehr früher Morgenstunde endete. Wien. (Wihelm R. v. Gutmann). Der Verein der Montan-, Eisen- und Maschinen-Jndustriellen in Oesterreich, sowie der Industrielle Club haben beschlossen, Herrn Wilhelm R. v. Gutmann, welcher am 6. März 1892 sein vierzigjähriges Geschäfts-Jubiläum feiert, durch eine Deputation der Vorstände begrüßen zu lasten. Es wird bei dieser Gelegmheit Herrn Wilhelm v. Gutmann, welcher die erste Anregung zur Gründung beider Vereine gab, eine künsllerisch ausgestattete Adresse im Namen seiner Collegen überreicht werden. Wie». Sonntag, dm 20., fand in der Musikschule Storch die erste diesjährige Schüler-Production und Mozart- Feier statt. Alle Vorttäge des vorzüglichen Programmes wurden exact ausgeführt und vom Publikum mit reichem Beifall belohnt. Herr Storch, der als tüchtiger Musiker genug bekannt ist, bewies, daß er seinm Schülern nicht nur blos die technischen Fertigkeiten des Clavierspieles, sondern auch wirklich musikalische Auffassung und Empfindung beizubringen versteht. In dankenswerther Weise verschönerten die Herren Swertka und Jaitz durch ihre Violin- und Gesangs- Vorträge das Programm. Wie«. Der mhmlichft bekannte und vielfach ausgezeichnete Augenarzt, kaiserl. Rath Dr. Sigmund L i n d n e r wohnt jetzt I. Graben, Habsburgergaste Nr. 1 und ordinirt von 10—12 und 3—5 Uhr. Wie«. (Der officielle Antisemitismus in Berlin, der Metropole der Intelligenz.) Hochinteressant ist wohl zu wisten, in welchen Gesellschaftskreism Berlins der Antisemitismus dm meisten Boden gefunden hat. Hierüber gibt die Abftimmungsliste der Stadtverordneten-