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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-12-25 · 51 (25.12.1891) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
51 (25.12.1891)
Date
1891-12-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 61 Oestrrrrichifchr Wochenschrift. Seite 949 sirten Nationen noch zur rechten Zeit auf die Regierung und Behörden einwirken werden, welche bisher allen Appellen an Menschlichkeit und Gerechtigkeit ein taubes Ohr entgegengesetzt haben. Ergebenst I. C h a m b e r l a i n." In London eingetroffene Petersburger Meldungen bestätigen, daß eine nihilistische Proklamation in großen Mengen in Rußland verbreitet wird. In derselben heißt es unter Anderem: Das jetzige Regierungssystem sei verantwortlich zu machen für die Hungersnoth, welche unvermeidlich über das Land Hereinbrechen werde. Der einzige Versuch, dieser fürchterlichen Lage zu entrinnen, sei die Einberufung einer Volksvertretung. Die Stunde habe geschlagen. Wehe dem, den sie unvorbereitet treffe. V mtrijclttes. Wien (Trauungen). Am 20. Aecember 1891 wurden getraut: Herr Josef Schosberger mit Frl. Fanni Kohn. Ferner: Im Tempel der inneren Stadt: Herr Philipp Neumann mit Frl. Rosa Schönmann; Herr Dr. Heinrich Berliher mit Frl. Bertha Fulda; Herr Moriz Pick mit Frl. Josefine Saphier. Im Tempel der Leopoldstadt: Herr Sigmund Brayer mit Frl. Regine Elbuschitz; Herr Carl Terner mit Frl. Marie Winter; Herr Jacob Schmilowitz mit Frl. Katharina Gold; Herr Anatol Halprin mit Frl. Regine Horner. Im Bethause des IX. Bezirkes Müllnergasse: Herr Dr. Emil Wachtel mit Frl. Josefa Rabinowitz. Am 23. December: Herr Ludwig Schoßberger de Tornya mit Frl. Margarethe Goldstein. Wien. Wir haben bereits in Ni'. 49 der „Oesterr. Wochenschrift" Anlaß genommen der infamen Lüge, welche der saubere Herr Ernst B e r g a n i aus Stanislau sich melden ließ, in der schärfsten Form entgegenzutreten. Besagter Lügner Vergant meldete angeblich aus Stanislau, daß die dortige städtische Polizei in allen Gassen austrommelte: „daß man bei den jüdischen Brotbäckern kein Brot mehr kaufen soll, weil sie (die Bäcker zur Erzeugung des Brotes das Wasser benützen, mit welchem die jüdischen Leichen gewaschen werden." Dieser Fall wurde von einem Schustergesellen und zwei Ammen unter Schwur beim Gerichte bestätigt, infolgedessen wurden alle jüdischen Brotbäckereien behördlich geschlossen; die gerichtliche Untersuchung ist angeordnet worden." Wir brauchen nicht zu versichern, daß die Mittheilung dieses Lügenblattes nichts als ein Bubenstück ist. An der ganzen Erzählung ist nicht ein wahres Wort, in Stanislau weiß man nichts davon. Da Herr V e r g a n i bis jetzt keinen Versuch einer Richtigstellung unternommen, so hat der Magistrat der Stadt Stanislau sich veranlaßt gesehen, ämtlich jene Mittheilung für eine infame Lüge zu erklären. Wien. Die 18. ordentliche General-Versammlung des israel. Tempel-Vereines für die beiden Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau in Wien findet statt Montag den 28. Dec. 1891, Abends 7 Uhr (präcise) im Restaurant des Herrn M. H. Kristianpoler, VI., Schmalzhofgasse 6, Partene. Tagesordnung: 1. Verificirung des Protokolles der 17. ord. General- Versammlung vom 30. December 1890. 2. Jahresbericht des Vorstandes. 3. Vorlage des Rechnungs-Abschlußes und der Bilanz pro 1891. 4. Bericht der Revisoren und Wahl von Revisoren pro 1893. 5. Bestimmung der Jahresbeiträge der Mitglieder pro 1893. 6. Anträge der Mitglieder. 7. Wahlen in den Vorstand. Zum Austritte gelangen gemäß § 13 der Statuten die Herren: Dr. Jakob Engel, Friedrich Pollak (Myrthengaffe), Jakob Strauß und Michael Winkler. Wien. („Verein zur.Hebung der Gewerbe.") Am Mittwoch, den 16. cr. fand im Restaurant Khuner eine Plenarversammlung dieses Vereines unter Vorsitz des Obmannes Herrn Brod statt, welcher auch die Gemeinderäthe Stiaßny und Lang, Architect Fleischer und ein zahlreiches Publikum anwohnten. Als zu Beginn der Obmann das Hinscheiden der beiden ErzherzageH e i n r i ch und Sigismund erwähnte, da erhob sich die Versammlung ehrfurchtsvoll von ihren Sitzen. Sodann hielt Techniker Herr Schwarz einen instrucüven Vorttag über „Dampfmaschinen". Herr Lang erwähnte der hohen Verdienste unseres Statthalters, dem die Hebung unserer Gewerbe zu danken sein wird, was mit Hochrufen begrüßt wurde. Darauf demonstrirten Herr Bielitz über Hutfabrikation und Herr Just über Fußbekleidung. Wien. Der Leopoldstädter Humanitäsvereiu veranstaltete am letzten Sonntag Nachmittag um 3 Uhr im Saale der Productenbörse die feierliche Betheilung von über 300 armen Schulkindern mit Winterkleidern. Der Feier wohnten Stadtrath Meißl, Polizeirath Dr. Wachler, Bezirksvorsteher-Stellvertreter Schwab, Ortsschulrath Oberingenieur Berger, Armenrath-Obmann Pietsch und zahlreiche Honoratioren des zweiten Bezirkes bei. Der Leopoldstädter Männergesangverein und ein Damenchor trugen wirkungsvoll einige Chöre vor. Nachdem der Vereins-Obmann Gemeinderath Dr. Lerch die Anwesenden begrüßt, den Tendenzen des Vereins in kräftigen Worten Ausdruck gegeben und gewisse Angriffe, die gegen den Verein wegen dessen vorurtheilslosen, auf interkonfessioneller Grundlage aufgebauten Wirkens gerichtet worden waren, scharf zurück gewiesen hatte, hielt Herr Dr. Schlag eine schwungvolle Festrede. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Schwab sprach dem Vereine namens der Gemeinde den Dank aus. Hierauf wurden die Kinder mit den Kleidern und anderen Gaben vor dem im Lichterglanz erstrahlenden Christbaum beschenkt. Wien, am 19. Dezember. (A d e l s j u b i l ä u m der Familie von Wertheim st ein.) Eine angesehene Wiener Familie begeht heute einen seltenen Gedenktag. Am 19. Dezember 1791 wurde nämlich der Wiener Bürger Josef W e r t h e i m st e i n in Würdigung der Verdienste, die er sich um das öffentliche Wohl erworben, vom Kaiser Leopold H. in den Adelsstand erhoben und ihm das Recht verliehen, sich in Hinkunft Edler von W e r t h e i m st e i n zu nennen. Derdamals Ausgezeichnete war der Urgroßvater der jetzt lebenden Stammhalter der Familie, welche sonach von den jüdischen Familien Wiens den ältesten Adel besitzt (die früher geadelte Familie Henikstein ist inzwischen zum Christenchum übergetreten). Die heute noch lebenden Urenkel sind die beiden Brüder Wilhelm und Alfred und deren Schwester Charlotte Edle von Wertheim st ein, verehelichte Baronin von Königswarter. Wie» (Todesfall.). Ein geachtetes Mitglied der Wiener Judenschaft Herr Philipp Levy ist in hohem Greisenalter am 17. December sanft und schmerzlos verschieden. Wien. Mit Bezugnahme auf unsere Meldung in der letzten Ätummer unseres Blattes, betreffend den Heimgang des Herrn Oberinspectors David Spitzer haben wir zu berichtigen, daß nicht der Verstorbene, sondern sein Bruder, Herr Gabriel Spitzer, Eentralinspector der k. k. priv. Carl Ludwig-Bahn, ein Schwager des Großindustriellen Herrn M. Zweig ist. Herr Centralinspector Spitzer erfreut sich gottlob der besten Gesundheit. E. B. Wie». (Hetzkaplan Pauk und das Blutrituale.) Das vom Hetzkaplan Pauk redigirte „Correspond en zb latt für den katholischen Clerus" bringt neuerlich in einer ganz infamen, von tiefster Riederttacht zeigenden Weise die Auswärmung der blutrünstigen Mär des Blutrituale. Die sachliche Widerlegung dürfte zweifelsohne von berufener Seite erfolgen. Hier sei nur constatirt, daß Hetzkaplan Pauk Chorherr des Klosterneuburger Stiftes ist, welches in früherer Zeit und auch noch jetzt, als liberal und dem Fortschritte huldigend gegolten hatte. Beweis dessen, daß ein Kapitular dieses Stiftes, der Chorherr Hirschfeld, eingeborener

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