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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-12-18 · 50 (18.12.1891) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
50 (18.12.1891)
Date
1891-12-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 934 Vesterreichifche Wochenschrift. Nr. 50 tages des unvergestlichm Moses M. gegründet, der heute lebend nöthiger wäre, als je. Im jüd. Hospitale wehren nur Kranke ausgenommen, deren Heilung wahrscheinlich in verhältnismäßig kurzer Zeit erfolgen kann. Aber Invaliden, die mit dauernden nicht zu heilenden Uebeln behaftet sind, finden d a Asyl für sanitäre Pflege. Der letzte Bericht datirt vom November 1890, es ist der sechste seit der Gründungszeit, daß 124 Patienten in * der Anstalt lagen. Es wurde 169 während des Jahres mlfgenonlmen, 95 entlasten, 76 starben. Es liegen Nov. 1890 76 Männer, 48 Frauen. Einnahmen £ 135.327.17, Ausgaben £ 72,975.01. Mt dieser Einnahme war es möglich unsagbares Elend zu erl-'chtern, manche Familie, deren Ernährer ein Jnsaße unseres Jnstitrues war, wurde denr Hungertode entrissen, 35 Familien bekamen regelmäßigen Unterhalt. Auch fahren wir fort solche Leidenden zu unterstützen, deren Aufnahme aus irgend einem Grunde unmöglich wurde. Ein Banquicr Herr- Hallgarten vermachte ^45.0OOund ein Ungenannter, F3OSOzu einem Fonde, dessen Jnteresten zur Linderung unheilbarer Kranke verwendet wird. Bon dem „entlassenen Patienten und klimatischen Kur-Fond" unterstützten wir 31 Fälle, an Patienten, welche ivahreiä des Jahres entlassen, entweder gebessert oder auf ihr eigen Verlangen. Ohne dieser Quelle rvären wir gezwungen gewesen, jene, die aus unserer Sorgfalt entlassen, ohne Cent in die kalte Welt zu stoßen im Augenblicke, wo sie wenig vorbereitet sind die Härten des Erwerbes zu tragen. Wir konnten sie aushalten bis sie Mittel fanden sich zu erhalten oder in einigen Fällen schickten wir sie in ein milderes Klima, wo sie sichere Heilung finden konnten. Es wurden von 302 behandelten 16 vollständig geheilt, das ist der einzige Lichtblick in diesen schmerzlich ausgefüllten Blättern. Auch hier gaben die Amateur Orchester Concerte. Der Blumenmission (ein Verein der Spitäler mit Blumen versorgt) wird auch der Dank ausgesprochen. Es werden in dieser Anstalt auch Richlinden ausgenommen lind verpflegt. Das Mount (Berg) Sinai Hospttal, gegründet 1852, hatte eine Einnahme £ 92.446.12, Ausgabe 97.227.31 für Heilzwecke und £ 122.564.34 für ein neues Gebäude das zur Dispensary diente. Eine Dispensary, es gibt deren eine Menge in der Stadt, ist eine Collection von Kliniken, ivo unbemittelte nicht ans Bett gefesselte Kranke, Behandlung und Medicamente unentgeltlich erhalten. Die Ullt, Sinai Hospital Dispensary befand sich bis z. 23 Juni v. Jahres im Erdgeschoß des Hospitals und an diesem Ta-,e wurden die neuen wahrhaft riesigen Räume eines herrlichen Gebäudes unweit des Musterinstituts eröffnet. Es wurden im alten Raume vom 1. December 1889 zum 21. Juni 1891,19983 Consultationen in 20, bis624 Medicamente verabreicht. Im neuen Hause vom 23. Juni wurden zum 21. December 1890, 23577 Consultationen gehalten in 20,854 Med. verabreicht, 25 Aerzte waren im Dienst. Die meisten Pattenten rekrutiren sich aus dem russisch-polnischen Viertel. Im Hospital wurden 2423 Freipatienten, 264 Zahlpatienten behandelt und 175 waren am Beginne des Berwaltungsjahres in Behandlung, total 2862, davon wurden geheilt entlasten 1234, gebessert entlassen 1057, nicht gebessert entlassen 205, nach anderen Anstalten befördert 10, es starben 186 Patienten. Sämmtliche Hospitalauslagen £ 93.506.66, es kostete per Copita und per diem £ 1.199/,? und Nahrung 27 ^ents per Capita, per Diem (Tag). Die Durchschnittslänge, in welcher jeder Patient im Hospital weilte ist 2290/10o Tag. Die größte Zahl der Patienten an einem Tage im letzten Jahre waren 49, fast über unsere Leistungsfähigkeit das war 19. December 1889, als ein Feuer im Presbyterian Hosp. ausbrach, eine Anstalt so nahzu unserem, daß wir sie als unsere Nachbaren betrachten und aU solche behandeln. 40 ihrer Patienten wurden in unsere Krankensäle getragen imd in die Privatzimmer, wo wir nur Raum finden konnten. So konnten wir in gehöriger Zeit einem Institute dienen, das demselben Werke, als wir uns, widmete. Das Hospital ist dem Gemeindewesen im Großen und Ganzen werch geworden, es hat viele Freunde und Wahlthäter sich erworben. Jeder von diesen ist stolz auf dessen Leistungen und steuert zu besten Erhaltung bei. Wir können nicht und sollten nicht einen Einzelnen aus der großen Zahl hervorheben aber müssen ihnen sämmtlich danken für ihre stetige Bereitwilligkeit, diese große Wohlthätigkeitsanstalt zu fördern. Mögen Sie alle den Lohn in ihrem eigenen Herzen finden, von jener innerlichen Zufriedenheit, welche jedem edlen Bemühen, jeder guten That folgt. Bettachten Sie theuerer Leser dieses als den ersten Theil Ich will Ihnen bald den zweiten Theil bieten, der der wohlthätigen jüdischen Erziehung gewidmet ist. Auch ich bin verhindert durch Schularbeiten und sonstigen Nörgeleien des Lebens, die ein jeder nach seiner Weise durchmachen muß mich einer solchen schönen Arbeit hingeben zu können. Ich hoffe der Inhalt des Gebotenen wird auch Ihnen wohlthun. New-?1orks Israeliten brauchen nicht sich zu schämen. Nnstzr Traumleben. In Emerson's Bortrag über „Geistesprocesse" finden sich folgende Sähe: „Unsere Tränme sind die Folge unserer wachenden Erkenntniß. — Böse Träume sind Vergrößerungen unserer, während des Tages begangenen Sünden. — Wir sehen unsere bösen Neigungen verkörpert, in erschreckenden Erscheinungen. Ans den Alpen sieht der Reisende manchmal seinen eigenen Schatten zu einem Riesen vergrößert, so daß jede Bewegung seiner Hand furchtbar erscheint. — Der Redner führt auch folgendes an: „Meine Kinder," sagte ein alter Mann zu seinen, durch eine im dunkeln Hausflur befindliche Gestalt erschreckten Kindern, „meine Kinder, ihr werdet nie etwas Böses sehen, als euch selbst." Der Talmud räumt den Traum nur den sechszigsten Theil der Wahrheit der Prophetie ein. Es ist damit der minimalste Werth ausgedrückt. In Uebereinftimmung mit Emerson erklärt der Talmud, daß die Träume der Nacht nichts Anderes sind, als die Reproduction unserer Geiltesthätigkeit während des Tages, daß die Ereignisse des Lebens, die im wachenden Zustande empfangenen Sinneseindrücke, die tiefempfundenen Gemüthsbewegungen mehr oder minder ungetrübt im Traume sich wieder abspiegeln, und die Menschen nur davon träumen, womit sie sich am Tage beschäftigt und im Geiste darüber nachgedacht haben. „Noch nie hat der Mensch im Traum einen goldenen Baum oder Elephanten gesehen, der dilrch ein 'Nadelöhr durchgeschlüpft sei." Und als Beleg für diese Annahine erzählt der Talmud: „Der Perserkönig Schabur I. sagte einst zu Samuel, der bei ihm in hohem Ansehen stand und mit dein er häufig Religionsgespräche führte: „Du bist doch so weise — Samuel war ein berühmter Astronom, er rühmte sich, die Straßen des Himmels so zu kennen, wie die seiner Vaterstadt Nahardea — sage mir doch wovon ich heute Nacht träumen werde!" Samuel erwiderte: „Du wirst träumen, daß Feinde Dich in Gefangenschaft fortsühren und Du daselbst die niedrigsten Sklavendienste verrichtest." Und in der That hatte der König in der folgenden Nacht diesen Traum. Als ihn der stönig erstaunt über das wunderbare Eintresfcn des Traumes, fragte, woher er das gewußt, da sagte er: „Ich wußte, daß Du den ganzen Tag darüber Nachdenken und im Geiste damit beschäftigt sein wirst." Dieselbe Ansicht vom Traume drückt der Talmud in dem Äusspruche aus: Wer sieben Nächte hintereinander nicht träumt, ist ein roher Mensch, d. h. ein Mensch, der wie ein Thier dahinlebt ohne über etwas nachzudenken. Nichtsdestoweniger hat der Talmud der menschlichen Natur, die den Träumen Bedeutung beigelegt, Concessionen gemacht und für ängstliche Gemüther, die von Träumen beunruhigt werden, sogar das Fasten empfohlen, um das Unheil ab znwenden, welches man im Traume angekündigt glaubt. Aber gerade die realistische Ansicht der Juden vom Träumen befähigte sie besonders zu geschickten Traumdeutern, wozu nur Personen und Sachkenntnis;, Geist und schnelles Erfassen gehörten, um die blassen Gespenster;u versche ichen, die der Traum dem Menschen vorgaukelt. Von den in der heiligen Schrift erwähnten Traumdeutungen, ist hier nicht die Rede — die müssen wir als Gläubige für göttliche Inspirationen halten. Aber wir wollen ein Beispiel einer höchst geistreichen Traumdeutung im Talmud geben. Ein Mann kam einst zu einem weisen Rabbi und erzählte ihm, er habe geträumt, er besässe ein Vermögen in Kappadocie n. Der Rabbi fragte ihn: „Warst du jemals in Kappadocien?" „Nein!" sagte er. „War Dein Vater jemals daselbst?" fragte der Rabbi wieder, tvorauf der Mann ihm wieder mit Nein antwortete. „Mithin," sagte der Rabbi, „geh nachhause und durchsuche den zwanzigsten Balken deines Hauses" denn der griechische Buchstabe Kappa entspricht der Zahl zwanzig und dokos heißt im Griechischen Balken." Und in der That hat der Mann unter den zwanzigsten Balken seines Hauses einen Schah gefunden. Bon Sarkasmus zeigen folgende Deutungen im Talmud. Jemand erzählte einem Rabbi, es habe ihm geträumt, es sei ihm die Nase abgefallen. Schlagfertig deutete ihm der Rabbi; „Der Zorn soll von dir weichen." Ein Wortspiel, denn aph heißt int Hebräischen Nase und Zorn. Ein Anderer erzählte dem Rabbi wieder, er habe im Traume die Hände verloren. Der Rabbi deutete ihm den Traum dahin, er werde nicht zu arbeiten brauchen. U ib als ih n ein Dritter sagte, er habe geträumt, daß er um seine Füße gekommen sei, sagte der witzige

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