Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 50 (18.12.1891)
- Date
- 1891-12-18
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3020847-3020898--00968-3024984- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 50 Orstrrrrichifchr Wochenschrift. Seite 939 ' der Wien und Herr Josefi von derselben Bühne. Die Liedervorträge des Frl. Daniela Rolland, komische Borträge von Herrn Franz Müller vom Josefstädter-Theater sowie die Deklamationen des Frl. Irma Thalberg fanden lauten und verdienten Beifall. Einen selten großen Erfolg errang Frl. Rosa Hochmann, die sich als eine Geigerin von schöner Begabung entpuppte. Die jugendliche Künstlerin entlockte ihrem Instrumente Töne von wundersamen Schmelz, einer Süßigkeit und Weiche, die sich einschmeichelnd in unser Ohr legten. Rauschende Ovationen, besonders nach dem Vortrage des Elfentanzes, waren der Dank des PirblikumS an die Violinistin. Die. Klavierbegleitung für den Biolinvortrag hatte das in musikalischen Kreisen bestens bekannte Mitglied des Wiener Singvereines Herr Sigmund Horwitz mit liebenswürdiger Bereitwilligkeit übernommen und entledigte sich derselbe in feinfühliger und kunstverständiger Weise dieser Aufgabe. Die übrigen Nummern hatte der Hofopern-Correpetitor Sig. Grünfeld mit gewohnter Präzifion'begleitet. Den Schluß der Akademie bildeten Taschenspielerstückchen des Herrn Sraga. Dann folgte Tombola und Tanzkränzchen. Meister Ziehrer dirigirte seine Deutschmeisterkapetle mit Temperament und Verve und so wurde bis zum grauenden Morgen gewalzt und gepolkt. Das Fest dürfte den obengenannten Zwecke einen namhaften Betrag zugeführt haben. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß sämmtliche mitwirkenden Künstler auf jedes Honorar verzichtet hatten, r. Wien. Vor einigen Tagen fand im israelitischen Bethause in Sechshans die Einweihung des vom Wohlthätigkeitsverein „Edelsinn" angefertigten, und zur Aufbewahrung in das Bethans Sechshans übergebene Lever Thora statt, welchem feierlichen Akte die Honorationen u. A. Sr. Ehnvürden Dr. Sch m i e d l anivohnten. Nach einer schwungvollen Anrede des Vereinsvorstandes Herrn G r ü n f e l d, erfolgte die Uebergabe an den Präses des Bethgnses, Herrn Hofbauer, der die humane Tendenz des Vereines hervorhob und seine Rede mit einem dreimaligen Hoch auf unseren erhabenen Landesvater, Kaiser Franz Josef I. schloß. Dieser Feier folgte Abends ein Eommers, wobei das Ausschußmitglied. Herr Sigmund Glaser, eine von Herrn Albert Taussig verfaßte Festrede hielt, die beifällige Aufnahme fand. Wien. Am 11. d. M. fand am Eentralsriedhofe das Leichenbegängniß des Schuhwaaren-Fabrikanten Herrn Leopold Schwarzschild unter zahlreicher Betheiligung 'einer Freunde und Bekannten statt. Seine Arbeiter hingen mit seltener Liebe an dem Verblichenen. Der Verstorbene, der eine sehr bekannte, beliebte und geachtete Persönlichkeit in den westlichen Vororten war, hinterläßt bei seinen zahlreichen Freunden und Bekannten das edelste Angedenken. Wien, 15. Deceinber. Es dürfte vielleicht Ihren Lesern die Mittheilung, von Interesse sein, daß dem acadcmischen Maler Herr Helman Pfeiffer, von dem bereits in diesen Blättern in rühmender Weise die Rede war, und welcher als Stivendist der Fanni Jeiteles'schen Stiftung behufs seiner weiteren künstlerischen Ausbildung seit beinahe einem Jahr in Florenz weilt, in Anbetracht seiner schönen Leistungen auf dem Gebiete der Kunst, von welchen sich das Curatorium der Stiftung durch die von Herrn Pfeiffer zur Ansicht eingesendeten Bilder und Skizzen überzeugt, das Stipendium auf ein Jahr, nämlich für 1892 verlängert worden. Unter den dem Euratorinm zngesandten Bildern ist besonders eines, betitelt „Erinnerung", welches sich durch tiefe Empfindung und überaus feine Ausführung auszeichnel und dürfte dasselbe baldigst im österreichischen Kunstverein zur Ausstellung gelangen. 18. 6. Wien (Todesfall). Vorige Woche verschied nach kurzem Krankenlager Herr David Spitzer, Oberinspector der Südbahn in Pension, Schwager des bekannten Großindustriellen Herrn M. Zweig. Der Verblichene war eine Eapacität auf dein Gebiete des Eisenbahntariswesens und erfreute sich tu Eisenbahnkreisen der höchsten Achtung. An dem Leichenbegängnisse betheiligte sich auch demzufolge eine große Zahl Leidtragender aus altert Schichten der Wiener Bevölkerung, insbesonders aus Eisenbahnkreisen, die in dem Verstorbenen einen aufrichtigen, charaktervollen Collegen betrauern. Der gramgebeugten Familie sind zablreiche Beileidskundgebungen zugekommen, die Zeugniß geben von den Sympathien, welche der Verewigte genossen hatte. Graz. (Gr e nz e r w e i te r u n g d e r i sr a el i tis ch e n C u lt u s g e m e i n d e.) Eine Erweiterung ist abermals bei der hiesigen Cultusgemeinde bevorstehend, uitd zwar vollzieht sich dieselbe aus Kosten der Triest er Cultusgemeinde, welche also demgemäß eine Reducirung erfährt. Die Israeliten Krains nämlich, welche bis jetzt zur Cultusgemeinde in Triest gehörten, haben an die hiesige Cultusgemeinde das Ersuchen gestellt, derselben im Sinne des Gesetzes vom 21. März 1890 zugewiesen zu werden. Aus verschiedenen Gründen wollen dieselben aus dem Verbände der Triester Cultusgemeinde scheiden und der hiesigen angehören, worauf dieselbe auch bedingungsweise einzugehen geneigt ist. Doch werden die Israeliten Krains nicht an dem Vermögen der hiesigen Gemeinde participiren. Demgemäß wird nun die hiesige Cultusgemeinde, nach dem Gesetze vom 21. Marz 1890, aus dm im Weichbilde der <>tadt Graz wohnhaften Angehörigen und aus den in Steiermark, Kärnten und K r a i n domicilirenden Zugewiesenen bestehen. Prag. Ein hoch geachtetes Mitglied der hiesigen Jaden - schaft, Herr Samuel Fischt, langjähriger Vorsteher der hiesigen Tempelgememde und zahlreicher Wohlthatigkeitsvereine wird in der nächsten Woche das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Zahlreiche Freunde und Verehrer dieses Ehepaares werden es sich nicht nehmen lassen, bei dieser Gelegenheit der Verdienste zu gedenken, welche Herr Samuel Fischt und seine Gattin um zahlreiche Wohlchätigketts-Institute sich erworben. Der „Israelitische Freitisch-Verein" in Prag hielt jüngst unter dem Vorsitze seines Obmannes Herrn JUDr. Nathan Robitschek seine Generalversammlang ab. Dem Geschäftsbericht zufolge blickt der Vorstand mit Befriedigung aus ein Jahr erfolgreicher Arbeit zurück. Durch die seit mehr als 30 Jahren stets wiederkehrende und sich steigernde Unterstützung seitens edler Gönner war es dem Vereine ermöglicht, an 103 Kostnehmer (Mittelschüler und Handwerker) 40.790 Kostportionen zu verabreichen. Mit Schluß des Vereins- resp. Verwaltungsjahres 1890/91 zählt der Verein 2257 Mitglieder. Die Jahresbeiträge betrugen 5275 fl., die Barspenden 1677 Gulden 67 kr., die Fondsspenden 1800 st. in Süiatsobligationen und die Zinsen 1690 ft. 70 kr. Das Vereinsvermögen beziffert sich mit 3273 fl. 93V2 kr. an disponibler Eassa und 34.250 fl. in Effecten als unangreifbarer Fonds. Nach Schluß der Generalversammlung constituirte sich der Vorstand folgendermaßen: Präses JUDr. N. Robitschek, 1. Präses-Stellvertreter Oberrabbiner-Stellvertreter Dr. Moritz Tauber. 2. Präses-Stellvertreter Moritz Maier. Cassier JUDr. Isidor Petschek. Controlor und Rechnungsführer JUDr. Julius D u s ch e n e s, Geschäftsleiter S. A » g e l, Gefchästsleiter-Stellvertreter Sam. Weis eles. Prag, den 15. December 1891. Mil Bezugnahme auf die Mitkheilung äe (lato Hamburg, Kislew 1891 in der vorwöchentlichen Nummer der „Oesterreichischen Wochenschrift", geftacce ich mir die Mittheilung zu machen, daß in Folge freundlicher Jnrerventionen des ehrwürdigen Herrn Oberrabbiner M. Hirsch in Hamburg meiner Ortsgemeinde Blowitz in Böhmen, deren Würdigkeit und Dürftigkeit den Intentionen der edlen Wohlthäterin vollkommen entspricht, ein Betrag von 30V Mk zugewiesen wurde, was mir Se. Ehrwürden bereits in liebenswürdigster Weife rnitth eilte. LI. Fischl. Olmüh (I s r a e lit i s ch eCu l tus gem e i n d e.) Unter lebhafter Theilnahme der Wähler fand die Wahl des provisorischen Ausschusses für die mit 1. Jänner 1892 ins Leben tretende israelitische Cultusgemeinde in Olmütz statt. Einhundertsiebenundfünfzig Wähler gaben ihre Stimmen ab. Davon entfielen aus die Herren Dr. Adolf Brecher 156, Ignatz Bri eß 86mvi' 154, Dr. I. Eben 154, Ed. Hamburger 155, Joses Low 154, Simon Schein 153, Sigmund Zweig 100. Diese sieben Herren erscheinen somit in den provisorischen Ausschuß gewählt. Den Vorsitz führte derzum Obmann in die Wahlcommisston gewählte Herr Ed. H a mburger. Die Wahlcommission bestand außerdem aus den Herren Heinrich Bellak, Dr. Eben, S. Fleischer und Leopold Hamburger. Als Wahlcommissär fungirte Herr Stadtrath Dr. Fischer. Dorna-Watra, 10. December. Bei der hier am 8. d. in Gemäßheit der Ministerial-Verordnung vom 6./10. 1891, Z. 20.968 durchgesührten Wahl des provisorischen Culrusvorstandes für unsere hierorts neucreirte isr. Cultusgemeinde sind die Herren Antschel Jacob Meschulem Druck man und Berl Tauber zu Cultusvorftehern und Erfterer zu deren Vorsitzenden einstimmig gewählt worden. Neutitschein. Bei der Dienstag den 8. December d. I. unter reger Betheiligung sowohl seitens der hiesigen, als auch der nachbarschaftlichen Gemeindemitglieder starrgeftlndenen Wahl des Ausschußes der neu zu errichtenden israelitischen Cultusgemeinde Neutitschein wurde nach vorhergegangenen stürmischen sehr lebhaften Agitationen nachstehende Herren gewählt: Dr. S. M. Perl, Dr. M. Howing, Josef Herz sen., Carl