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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1891-12-11 · 49 (11.12.1891) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
8 (1891)
Issue
49 (11.12.1891)
Date
1891-12-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 912 Vesterrentzifchr Wochenschrift. Nr. 49 Wir brauchen nicht zu versichern, daß die Mittheilung dieses Lügenblartes nichts als ein Bubenstück ist. An der ganzen Erzählung ist nicht ein wahres Wort, in Stanislau iveiß man nichts davon. Wie». (Todessall.) Herr Joses F. Eskenasy. früherer Vorsteher der lürk.-seph. Gemeinde, Besitzer des Medschidje- und Takowa-Drdens, ist im 74. Lebensjahre gestorben, derselbe hat sich um den Bau des neuen türkischen Tempels in der Eircusgaffe und als vieljähriger Borsteher mehrerer humanitärer Vereine viele Verdienste erworben. Wie». Der Verein „Liwias Chen“ hat in seinem Bethause II. Dbere Donaustraße 89 am 8. Deeeinber Abends eine Deelenseier für die beim Ringtheaterbrand Verunglückten veranstaltet. Wie». Man schreibt uns aus Wr.-Nenffadt: Am 5. d. fand in unserem Stadnhcatcr eine Austührung von 'Verdis „Troubadour" vor ansverkauftem Hause statt, unti zwar mit einem Gastspiel des Fräulein Evelin V ün c r a (t'eonoiv) .und der Hnren Sigmund 2 zengery fVimci) und Robert v. Ghöne (Ferrando) sämmtliche aus der DPeru schule Loe wen stamm, Heiw Dtto Sarol und Fräulein Helene Falkenstein, d:e beliebten Mitglieder unserer Bühne, saitgen die Partien des Manrico und der Acuzcna. 2ämmtliche Mitglieder fanden stürmischesten Beifall und vielfache Hervorrufe. Wenn unser Interesse sich deni großer' Erfolge des jungen Debütanten Szengery zuwendet, so wird das leicht erklärlich, indeni der Letztere der 2ohn unseres verehrten Oberkanwrs Singer ist. Der 21jährige Künstler 2zengery (Singer) hat mit der Borführurrg der großen Baritonpartie des „Luna" im Troubadour unter überaus günstigen Auspicien feine Lausbahn begönnert. Allerdirtgs ivar es ein Wagniß in einer der ersten Barilonpartien zu debmiren; allein Mittel, Talent und Vorstudien berechtigten zu den schönsten Hostnurrgen rrnd da nun der erste Erfolg ein solch glänzender rvar, daß der junge Sänger während der Vorstellung zu wiederholten Malen rrnd sogar bei offener Scene ausgezeichnet ivurd-, so möge auch fürderhin ein guter Sterr, seiner Laufbahn voranleuchten, und hoffen wir dann, ihn einstens als hervorragenden Künstler in den weiten Hallen seiner schönen Kunst zu begegnen. Gesangsprofessor Löivcnstamm, rvelcher die Dp er künstlerisch ruhig dirigirte, erwies sich auch hier als Meister feines Faches. Brünn. > B e g r ä b n i ß.1 Gestern Nachmittag um 3 Uhr fand hier auf dem israelitischen Friedhöfe das Begräbnis' des am 26. Nouember in Abbazia verstorbenen t^roßindustriellen und Gntsmitbefilzer Jonas Frieß unter großer Betbeilignng statt, '.'rach der vom Landcsrabbiner Dr. Ptaczek gehaltenen ergreifenden Grabrede und nach dem Absingen eines Trauerchores wurde die reiche bcigcsetzt. Nebst den Trauernden bemerkten wir u. A.: viele Vertreter der israelitischen lZulmsgemeinde Brünn, die kaiserlichen Räthe Suchanek v. Hasenan und Mandl, Vice-Präsident der Advokmeukammer Tr. Klob mir inehreren Advokaten, Stabsaru Dr. Katoliyky, Regimemsarzt Dr. Schmeichler, die Familien Redlich aus Kojctcin, Austerlitz und Wien, die Großindustriellen Äuffner aus rundenburg, Rofcnfeld aus Kojetein und Bloch aus Krennicr, Bürgermeister und Pfarrer von Zborowiry, Dr. Steiner, Präsident des Berwaltungsrathes der Kremsierer Actiengesellschaft, Dr. Stern, Fabriksarg aus Kojetein, die Fabriksbeamten von Zborowitz und Kojetein u. s. w. Der Militär-Beteranen-Verein von Zborowitz-Kojetein und einige Fabriksbedienstete bildeten aus dem Friedhofe Spalier. Unter den vielen Kränzen welche dem Verstorbenen gewidmet wurden, waren außer denen der Familienmitglieder zahlreiche von hiesigen Großindustriellen tlnd Fabrikanten und dann folgende mit nachstehenden Widinungen: „Dem besten und edelsten tthes — In tiefster Trauer die Beamtet! der Zuckerfabrik und Dekonomie Zborowitz," Ihrem unvergeßlichen edlen tthef — Die trauernden Beamten der Kojeteincr Zuckerrassinerie," „In größter Verehrung — Die Arbeiter der Zuckerfabrik Zborowitz," „Die Beamten der Llfterlitzer Zuckerfabrik," „Dem Gründer des Post- und Telegraphenamtcs Zborowitz," „In tiefster Verehrung dem edlen Herrn, die landwirthschafllichen Arbeiter der Güter und Dekonomien" und „Die Beamten des Wiener Comptoirs." E. B. Olmütz Der bekannte Großindustrielle mit) Handelskammerrath, Herr Eduard Hamburger feierte dieser Tage das Verlobungsfest seiner Tochter Fräulein Hedwig mit dem Zuckersabriksbesitzer, Heini Franz May, in Hatschein. Die Sympachien, ivelche •’oevv Hamburger in dm weitesten Kreisen besitzt, kamen in zahlreichen (Gratulationen <m denselben von nah und fern zum Ausdrucke. II. 6-. Reicheuberg, den 2. December 1891. Zu Besetzung der erledigten Rabbinerstelle des nach Pilsen abgegangene-l Herrn Dr. Adolf Posnansky, fand am 29. v. M. eine außerordentliche Generalversammlung statt, um eine Neuwahl vorzunehmen. Von 29 Bewerbern sind 5 Eandidaten zur Abhaltung einer Probepredigt berufen worden. Ungetheilten Beifall konnte sich nur Herr Dr. EmilHofmanu aus Berlin erwerben, und dieser entsprach auch allen an ihn gestellten Anforderungen. Er predigte am Rosch ha-schailah in unserer Gemeinde und seine glänzende Beredsamkeit war von solch nachhaltiger Wirkung, daß der Vorstand — trotzdem, daß Herr Dr. Hosmann von allen Bewerbern der jüngste, erst 24 Jahre alt ist — sich veranlaßt sah, ihn als einzigen Eandidaten vorzuschlagcn. Die Generalversammlung hat diesen Vorschlag mit Begeisterung genehmigt, zumal für denselben auch noch sehr schätzenswerthe Empfehlungen voa Berlin, Budapest imd aus Wien eingelaufen sind. Unser neuer Seelsorger hat die Landes - Rabbinerschule in Budapest absolvirt und seine theologischen Studien an der Lehranstalt für die Wissenschaften des Judenthums in Berlin beendigt. Wir leben der Zuversicht, daß derselbe seine hohe Mission in unserer Gemeinde voll und ganz erfüllen wird. Nach erfolgter Wahl sprach ein Mitglied der Versammlttng den Vorsitzenden Herrn Heinrich Langstein, sorvie dem Gesammtvorstande für die aufopfernde Mühewaltung im Interesse der Gemeinde, den Dank im eigenen, wie auch im Namen der Anwesenden ans. Zum Zeichen der Zustimmung erhob sich die Versammlung von den Sitzen. Wischau, 8. December. Gestern fand im engsten Familienkreise die Verlobung des Frl. Gisela Huber, Tochter des hiesigen Hallsbesitzers Herrn Saloinon Huber, mir Herrn Hermann Schönhauser, Sohn des Eultusvorstehei-s und Getreideyändlers Herrn Bernhard Schönhauser in Wischau statt. Snyalin. Gegen den Präsidenten des Eredil- und Sparvereines in Sniatyn hat die k. k. Staatsanwaltschaft die Untersuchung ivegen Verbrechen des Betruges eingeleitet. Czernowitz. Gelegentlich der Verehelichung des Fräulein Tittinger mit Herrn Steiner in Ezernowitz am 29. Rov. waren der Landespräsident Se. Ercellen; Gras P a c i samml Gemahlin, soivohl im Tempel als im Hause des Herrn David Tittinger als Hochzeitsgäste anwesend. Trencsen-Baüu. Fm November c. verschied hier, in in seinem 85. Lebensjahre Herr Marcus Duittner, von seiner Gattin, seinem eiuzigeu Sohne Herrn Jacob Duittner und seiner einzigen Tochter tief betrauert. Der Hingeschiedene war NtlS hochachtbarer Familie und selbst ein sehr achtbarer Mann. Die Witwe spendete bei dieser traurigen Gelegenheit 18 sl. für die russischen Faden, für welche schon früher eine ansehnliche Summe gesammelt wurde. Her Bezirks-Rabbiner M. Reich hielt die sehr gehaltvolle Trauerrede. Leider folgte diesem bald ein sehr junges Leben: Herr Wilhelm Munk, Ehef des altyenommirten Hauses Ignaz Munk, der vor kaum einem Fahre das Zeitliche segnete. Dem tiefen Schmerze der tiefgebeugten frommen Mutter, der jungen. Witwe, des einzigen Bruders gab Herr Rabbiner Reich in beredten, zu Herzen gehenden Worten Ausdruck. Berlin. Sehr interessante Enthüllungen d a r ü b e r, wie es hinter den K o u l i s s e n d e s Antisemitismus allssieht, kalneil kürzlich gelegentlich einer Verhandlung zu Tage, die sich vor dem Schöffengericht in Leipzig abspielte. Der vonnalige Redacteur des antisemitischen „Leipz. Tag.-Anz." (der jetzigen „Neuen Deutschen Zeitung") Hermann Lltcko ivar von dem neuen Besitzer dieser Zeitung, dem Maler W a u e r, wegen Hausfriedensbruchs verklagt worden, weil Lucko, dein nicht gekündigt, aber wegen angeblichen Ungehorsams die Thür gewiesen war, nicht gegangen war, sondern erst durch einen Schutzmann zunr Verlassen des Redactionslocals veranlaßt werden mußte. Bei Gelegenheit der Beweisaufnahme stellte sich heraus, daß der als Zeuge geladene zweite Redacteur des

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