Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 8 (1891)
- Issue
- 47 (27.11.1891)
- Date
- 1891-11-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 874 Orstrrrrichische Wochenschrift. Nr. 47 seine interessanten Ausfühningen fanden Lebhaften Beifall. An der hierauf stattgehabten Diskussion bekheiligten sich die Gemeinderäche Goldschmidt, Djörup und Lang, Bezirksausschuß Waldstein und Herr S. Heit, ferner Herr Sonnenschein, Bielitz und andere Vereinsmitglieder. Gegen elf Uhr schloß Herr Obmann S. Brod die Versammlung, nach herzlichen Worten des Dankes an die zahlreich erschienenen Gäste. Wien. Der israelitische Bethausvcrcin „Achdus Israel" Wien, JI./3 Reinbrandstraße 32, hält Montag, den 30. November e. Abends 7 Uhr m der Restauration Kühner, I., Schottenring 19, feine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Wie». Die Witwe des in der Geschäftswelt und namentlich in Börsenkreisen geachteten Herrn Rudolf Welisch, hat unter der Firma: Ludmilla Welisch, I. Schottenring 14 (neben der Börse) ein allen geschäftl. Anforderungen entsprechendes Papiergeschäft eröffnet. Wien. Am 15. d. M. wurde Hen- Franz Singer, Bemkier, mit 'Fräulein Hedwig Bunzel im Bethause der inneren Stadt vor einen überaus zahlreicher: Publicum getraut. Der Bräutiganr ist der Bruder des bekannten Doccnten der National-Oeconomie an der hiesigen Universität, Hein: Dr. Isidor Singer, und der nunmehr verstorbene Vater der Braut wurde von Dr. Iellinek in Leipzig constrmirt. Sic ist eine Enkelin des seligen Fabrikanten Hem: Hellmann, der ein sehr ehrenvolles Angedenken zurückgelafsen hat. Wre«. (Die Keilschrift und ihre Entzisscr u n g.) Im Wiffenschaftlichen Club hielt dieser Tage ein junger Gelehrter Dr. D. F e u ch t w a n g, ein Schüler D. H. Müller's und Schrader's, einen Vortrag über diese merkwürdige Schrift, in welcher auf Thontafcln eine ungemein reiche Literatur aufbewahrt ist. Durch geschickt ausgeführte Zeichnungen und Tabellen gelang es dem Vorttagenden, die Überalls complicirtc und schnker verständliche Eigenart der Keilschrift zu verdeutlichen Besonders fesselnd war der Bericht über die in der Geschichte der Wissenschaft fast einzig dastehende Entzifferung dieser Schrift durch den Göttinger Gymnasiallehrer Grote send. Ohne Kenntniß einer orientalischen Sprache, durch bloße Combination hat dieser merkwürdige Mani: eine Allzahl von Zeichen richtig errachen und so den Grund für weitere Forschungen gelegt. Dr. Feuchtwang gab auch eine Uebersicht über die sehr reiche in Keilschrift ausbewahrte assyrisch-babylonische Literatur ui:d illustrirte dieselbe durch gut gewählte Proben. Das Publikun: dankte dem Vorttagenden durch reichen Beifall für seine fesselnden :u:d lehrreichen Ausführungen. Leider sind in Wien schr wenig Original-Urkunden in Keilschrift vorhanden und es wäre schr zu wünschen, daß diese Lücke in unseren wissenschaftlichen Sammlungen gelegentlich ausgefüllt werde. Wie«, am 16. November 1891. Geherte Redactton! Ein Brief von seiten des jüngst in dieser geschätzten Wochenschrift mchrfach genamüen „Professors Jules O p p e r t," den ich soeben aus Paris erhalte, enthält einige Bemerttingen, welche veröffentücht werden sollen. Op p er t präsidirte an: 6. November der großen Jahressitzuirg der Academie des Inscriptions et belles lettres“ und hielt eine große, feierliche Rede, welche der greise Gelchrte, dessen Augenlicht durch die unglaublich viele Arbeit leider sehr geschwächt ist, auswendig recitiren mußte, Oppert schreibt: „Die Sache ist gut abgelaufen und ein Stein ist mir vom Herzen gefallen; denn nur einmal ist man Präsident einer so großen Akademie und man darf, mwlentlich als „Tfl" (so schreibt Oppert) nicht, es an Httvas happern lasten." Diese Worte eines Mannes dessen Rrlhm nicht nur Frankreich, sondern ganz Europa erfüllt und der Mitglied fast aller Akademien der Welt ist, sollen allen Glaubensgenossen bekannt gemacht werden. Dr. D. F e u ch t w a n g. Wien. „Den: „Przeglad“ wird berichtet, daß bei der Feier der silbernen Hochzeit dem Czaren von den adeligen Würdenttägern aller Gubernien eine Denkschrift überreicht wurde, in welcher angeführt wird, daß nicht die Mißernte der einzige Grund der trübseligen Verhältnisse in Rußland ist. sondern, es haben hiezu auch die „Beamten-Verhältnissc und die Organisation der Staatsverwaltung sowie auch der Mangel einer Ucbenvachung derselben beigetragen." Die armen Juden dort, wissen ein Lied hievon zu singen Wien. Der Bethaus-Vcrein am Volkert, der durch die Opfenvilligkeit seiner Mitglieder eine Reihe von Jahren hindurch ein eigenes Bethaus in tadelloser Weise verwaltet, hat nunmehr beschlossen, euren neuen Tempel zu bauen. Dieser Beschluß ist um so lobenswürdigcr, als die Leopoldstadt facttsch eines zweiten Tenipels bedarf und es eigentlich Sache der Wr. Cultusgemeinde gewesen wäre, diesen: dringenden Bedürfnisse schon längst abzuhelfen. Mit Hilfe der Spenden hochherziger Männer sowie des Beittages der Cultusgemeinde wird es dem Comite, bestehend aus dem Obmann Adolf Schrämet, Obmann-Stellvertreter Leopold Fried und Vorstandsmitglied Dr. Markus Spitze r, hoffentlich gelingen, die nöthigen Fonds aufzubrmgen. Wien. Wie wir vernehmen, hat der Herr Eantor Ezechiel, Wittmann vom israelitischen Bethaus in der Großen Schisfgasse sich veranlaßt gesehen, dem Bethaus-Vorstand seine Kündigung zu übermitteln- Wittt-Hernals. Anläßlich des Namensfestes Ihrer Maj. der Kaiserin Elisabeth und des 10jährigen Bestandes des Vereines „Kindersreunde" von Hernals, Ottakring und Neulerchenfeld hat der Verein am 19. 'November 1891, in den Hernalser Brauhaus-Lokalitäten hundert arme Schulkinder und zwar 50 Knaben und 50 Mädchen mit completen Winterkleidern beschenkt. Die Kinder wurden mit der neuen Bekleidung in den Saal eingeführt und abgespeist, wo der Herr Religionslehrer Epstein eine feierliche Ansprache.an die Kinder richtete, ein Mädchen, im Namen aller Beschenkten einen ergreifenden Dank sprach, sonach die Volkshymne mit Orchester-Begleitung abgesungen wurde, worauf die Kinder noch einen Sack mit Bäckereien, Brode Apfel :c. mit nach Hause bekommen haben und entlassen wurden. Der Herr Obinann N o v a k sprach noch zu den anwesenden Gästen und Mitgliedern des Vereines, dankte für die lebhafte rege Theilnahme, sodann begann das Fest mit Vorträgen, Tanzkränzchen und Jur-Bazar. Der Besuch war ein recht zahlreicher und sehr animirt,- da die Musik bis 3 Uhr fortspielte. Der Ertrag dürfte 100 fl. ergeben. Prag. Zuvr Coexaminator beim zweite»: medicinischen Rigorosun: ai: der deutschel: Universität in Prag wurde für das Studienjahr 1891—92 der ordentliche Universitäts- Professor Dr. Ariwld Pick und zu dessen Stellvertteter der außerordentliche Universitäts-Professor Dr. Alois Epstein ebenso wurde zum Stellvertreter des Coexaminators beim' dritten medicinischen Rigorosum der außerordeittliche Universitäts Professor Dr. Philipp Josef Pick ernannt. Prag. (A u s z e i ch n u n g.) Bei der diesjährigen Brauereiausstellung in Paris wurde der Finna „S o n n e nschein & Landesmann in Prag - Saaz - Nürnberg von der Jury für ihre interessante Collecttvausstellung die goldene Medaille zuerkannt. Prag, am 22. November. Geehrte Redaction! Als treuer Leser Ihres geschätzten Blattes, gestatte ich mir, Sie aufmerksam zu machen, daß der kaiserliche Hoffactor nicht „Wertheimer" sondern „Wertheimber" heißt. Ich weiß es zuverläßig, zunml ich die Ehre habe dtr vierte Urenkel des Genannten zu sein. Hochachtungsvoll Adolf Moriz Lederer Chef der Firnm Lederer & Comp.